Home Assistant 2026.8 ist veröffentlicht worden. Das Update steht unter dem Motto „Approachable by design“ und soll den Einstieg sowie die tägliche Nutzung weiter vereinfachen. An den technischen Möglichkeiten ändert das nichts, viele Bereiche sollen aber verständlicher und weniger abschreckend wirken. Besonders sichtbar wird das bei neuen Home-Assistant-OS-Installationen. Diese benötigen künftig standardmäßig keinen Port 8123 mehr in der Adresse. Außerdem wurden Begriffe wie „Advanced“ und „Expert“ an vielen Stellen entfernt. Die bisherigen „Developer Tools“ heißen nun schlicht „Tools“.
Neue Installationen ohne Port 8123
Wer Home Assistant bisher im Browser aufgerufen hat, musste in vielen Fällen die Adresse mit „:8123“ ergänzen. Für neue Installationen von Home Assistant OS soll das nicht mehr nötig sein. Home Assistant ist dann über eine normale Webadresse erreichbar. Bestehende Installationen bleiben unverändert. Wer bereits ein laufendes System nutzt, muss nichts anpassen. Der bisherige Port bleibt erhalten und alles arbeitet weiter wie zuvor. Wer den Port trotzdem ändern möchte, kann das nun direkt über die Oberfläche erledigen.
Dort lassen sich auch weitere Webserver-Einstellungen vornehmen, etwa die Netzwerkschnittstelle, auf der Home Assistant lauscht, oder vertrauenswürdige Proxys. Damit Nutzer sich nicht versehentlich aussperren, gibt es eine Sicherheitslogik. Nach einer Änderung wartet Home Assistant auf eine Bestätigung. Kommt diese nicht innerhalb von fünf Minuten, setzt das System die alte Konfiguration zurück und startet neu.
Weniger „Advanced“, mehr Klartext
Home Assistant entfernt in dieser Version an vielen Stellen Begriffe wie „Advanced“ oder „Expert“. Die Entwickler sehen solche Labels zunehmend kritisch, weil sie Nutzer von Funktionen fernhalten können, die eigentlich gar nicht kompliziert sein müssen. Die Funktionen selbst bleiben erhalten. Geändert wird vor allem die Sprache. Statt den Nutzer in eine Erfahrungsstufe einzuordnen, soll die Oberfläche klarer beschreiben, was eine Funktion macht. Passend dazu heißen die bisherigen „Developer Tools“ jetzt nur noch „Tools“. Der Bereich war schon lange nicht nur für Entwickler gedacht. Dort lassen sich Zustände prüfen, Templates testen oder Teile der Konfiguration neu laden.
Home Assistant Cloud übersichtlicher gestaltet
Auch Home Assistant Cloud von Nabu Casa wurde überarbeitet. Die Cloud-Seite war bisher stark von Schaltern und Einstellungen geprägt. Mit 2026.8 bekommt sie eine klarere Übersicht. Funktionen wie Fernzugriff, Backups, Sprachassistenten und Companion-App werden nun stärker getrennt dargestellt. Jede Funktion erhält ihren eigenen Bereich und eigene Einstellungsseiten. Für neue Nutzer gibt es außerdem eine geführte Einrichtung. Wer Home Assistant Cloud nicht sofort konfigurieren möchte, kann den Prozess später fortsetzen.
Entity-IDs lassen sich freier anpassen
Home Assistant gibt Nutzern außerdem mehr Kontrolle über Entity-IDs. Diese IDs werden in Automationen, Skripten und Dashboards verwendet und folgen nicht immer dem Muster, das man selbst bevorzugen würde. Mit 2026.8 lassen sich Entity-IDs gezielter umbenennen und in ihrer Reihenfolge beeinflussen. Damit können Nutzer ihre eigenen Namensschemata besser durchziehen, ohne sich komplett auf automatisch erzeugte Bezeichnungen verlassen zu müssen.
Geräteverwaltung wird sauberer
Unter der Haube ändert Home Assistant auch den Umgang mit Geräten. Wenn ein physisches Gerät über mehrere Integrationen eingebunden war, wurden diese Einträge bislang zusammengeführt. Das konnte bei Modellnummern, Seriennummern oder anderen eindeutigen Angaben zu Konflikten führen. Ab 2026.8 hält Home Assistant Geräteeinträge pro Integration getrennt. Beim Update werden bisher zusammengeführte Geräte automatisch aufgeteilt. Die zugehörigen Entitäten wandern dabei an die passende Stelle. Für die meisten Nutzer soll das keine Folgen haben. Automationen und Skripte funktionieren weiter. Nur ungewöhnliche Setups oder Automationen, die sehr direkt auf Geräte-IDs verweisen, könnten einen Blick benötigen.
Neue Trigger und Bedingungen
Auch bei Automationen gibt es Ergänzungen. Für Vibration stehen nun passende Bedingungen zu den bereits vorhandenen Triggern bereit. Damit lässt sich zum Beispiel prüfen, ob eine Waschmaschine noch vibriert oder bereits fertig ist. Neu sind außerdem Trigger und Bedingungen für Mondphasen. Automationen können damit auf den Wechsel einer Mondphase reagieren oder die aktuelle Phase als Bedingung nutzen.
Viele neue Integrationen
Home Assistant 2026.8 bringt zahlreiche neue Integrationen mit. Dazu gehören unter anderem Dyson Infrared, Fuelprices.dk, Gatus, GeoSphere Austria Warnings, Google Health, Harbor Sleep, Harman Luxury Audio, Karakeep, LED Infrared, LiteLLM, llama.cpp, Lyngdorf, Midea, NeoPool und ScorpionTrack. Interessant sind dabei besonders die lokalen und KI-nahen Ergänzungen. Mit LiteLLM und llama.cpp lassen sich Gesprächsagenten über OpenAI-kompatible Endpunkte oder lokal betriebene Modelle einbinden. Für Nutzer, die Assist stärker lokal oder flexibel betreiben wollen, ist das ein relevanter Schritt. Auch Midea ist nun als eigene Integration dabei. Damit lassen sich Geräte mit Midea-Protokoll, etwa Klimaanlagen oder Luftreiniger, direkt in Home Assistant einbinden.
Verbesserungen für Shelly, Reolink, SwitchBot und UniFi Protect
Bestehende Integrationen wurden ebenfalls erweitert. Shelly unterstützt nun Enhanced Security mit HTTPS-only-Modus für Geräte ab Generation 2 und neuer. Außerdem kamen neue Funktionen für Shelly-Schutzschalter hinzu. Reolink erhält zusätzliche Pre-Siren-Entitäten und eine Motion Device Class für AI-Erkennung. SwitchBot unterstützt nun unter anderem die Candle Warmer Lamp, das RGBIC Neon Rope Light sowie weitere Steuerungen für den Standing Fan. UniFi Protect bekommt Unterstützung für die USL-Smart-Sensoren unter UniFi Protect 7.2 und neuer. Außerdem erhalten Kameras neue Event-Entitäten für Bewegungs-, Smart- und Geräuscherkennung.
Medien lassen sich durchsuchen
Eine praktische Änderung betrifft den Medienbrowser. Integrationen, die Medien bereitstellen, können nun eine Suche anbieten. Dadurch muss man sich nicht mehr zwingend durch Ordner klicken. Immich kann etwa eine Smart Search nutzen, die Fotos anhand des Inhalts findet. Overseerr kann Filme und Serien direkt aus Home Assistant heraus suchen und anfragen.
Bessere Karten-Auswahl und Template-Editor
Auch die Oberfläche bekommt kleinere, aber praktische Änderungen. Im Karten-Picker lassen sich häufig verwendete Karten als Favoriten markieren. Diese erscheinen dann schneller erreichbar im Bereich „By Card“. Der Template-Editor in den Tools bekommt eine flexiblere Ansicht. Editor und Ergebnis lassen sich in einer geteilten Ansicht darstellen und in der Größe anpassen. Die gewählte Darstellung wird gespeichert.
Z-Wave-Schlösser besser verwalten
Für Z-Wave-Schlösser gibt es mit der Z-Wave-JS-App 1.6.0 eine überarbeitete Access-Control-Verwaltung. Unterstützte Schlösser erhalten dort einen eigenen Bereich für Nutzer, Zugangsdaten und ein Audit-Log. Je nach Schloss lassen sich mehrere Zugangsdaten pro Nutzer verwalten, etwa PINs oder Fingerabdrücke. Neue Zugangsdaten können direkt am Schloss angelernt werden.
Entfernte Integrationen und inkompatible Änderungen
Mit Home Assistant 2026.8 verschwinden auch Integrationen. Permobil wurde entfernt, weil die zugrundeliegende API nicht mehr verfügbar ist. Volvo On Call wurde ebenfalls entfernt. Nutzer unterstützter Volvo-Fahrzeuge sollen stattdessen die neuere Volvo-Integration verwenden. Wie üblich gibt es zudem inkompatible Änderungen. Betroffen sind unter anderem AirNow, Gardena Bluetooth, Edifier Infrared, Ohme, Paperless-ngx, Robot Vacuums, ScreenLogic, UniFi Protect und Volvo On Call.


Home Assistant 2026.8.1 kam gestern gleich hinterher
Ich wäre ja schon froh, würde der dusselige Supervisor nicht selbst beaufsichtigt und manuell aktualisiert werden müsste, weil er zu doof ist, dass seit Jahren selbst hinzubekommen.