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Der HiFi-Equipmenthersteller Audeze hat dieses Jahr die zweite Edition seines Headsets Maxwell auf dem Markt veröffentlicht. Neben einer normalen Variante wird eine Version mit aktiver Geräuschunterdrückung angeboten. Letztere haben wir in der Playstation-Version zum Testen erhalten. Wie schlägt sich das zweite Schwergewicht im Vergleich zum Vorgänger?
Maximales Gut
Die voluminöse Packung gibt sich auf der Vorderseite dieses Mal etwas schlichter. Die Features werden nicht wie beim Vorgänger seitlich klein dargestellt. Drei der Highlights werden auf der Rückseite näher präsentiert: ultraniedrige Latenz, 90-Millimeter-Treiber und KI-Rauschunterdrückung.
In der Packung ganz oben begegnen wir einer kleinen Aufbewahrungstasche mit
- Audeze-Sticker
- Dankeschön-Karte auf Englisch
- Sicherheitsleitfäden/Garantiehinweise in sechs beziehungsweise sieben Sprachen (insgesamt 13 Sprachen, verteilt auf zwei kleine Zettel)
Darunter ist direkt das Headset in Schaumstoff sichtbar. Direkt darüber liegt der USB-C-Empfänger bereit, der dem vom ersten Maxwell ähnelt. Schauen wir noch tiefer in die Packung, finden wir folgendes vor:
- Ansteck-Hypernieren-Mikrofon mit Poppfilter (3,5 Millimeter)
- zirka 1,2 Meter langes 3,5-Millimeter-Klinkensteckerkabel (TRRS-Analogkabel laut Hersteller)
- ungefähr 1,5 Meter langes USB-C-zu-USB-C-Verbindungskabel
- USB-C-zu-USB-A-Adapterkabel (laut Hersteller ungefähr 0,3 Meter lang)
Nicht unterschätzen darf man das Gewicht der geschlossenen Over-Ear-Kopfhörer: stolze 560 Gramm und damit 70 mehr als beim Vorgänger. Ein wahres Schwergewicht unter den Gaming-Headsets. Dazu kommt ein 1800 Milliamperestunden starker Lithium-Polymer-Akku.
Ich höre?
Zwei Wochen ein knapp 600 Gramm schweres Headset testen ist wortwörtlich keine leichte Aufgabe. Der haptische Eindruck kann aber definitiv überzeugen. Angenehme Materialen, gut anfühlendes Leder an den Treibern und am verstellbaren Kopfband und keine knarzende Justierung. Vom Gefühl einen Tick besser als beim ersten Maxwell. Zusätzliches auffälliges Merkmal beim ANC-Modell ist eine Art metallener Ring.
In der Testzeit war es für mich als Brillenträger kein Problem, die Kopfhörer für Stunden zu tragen. Das hohe Gewicht fällt da kaum noch auf. Einzig das Kopfband könnte eine Spur angenehmer auf dem Kopf anliegen.
Die Audioqualität ist von Haus aus ordentlich, aber schwächelt in der Natürlichkeit etwas. Im Vergleich zum Vorgänger wurde kräftig am Bass gedreht, der jetzt deutlich präsenter ist. Durch die gute Soundqualität merkt man erstmal, wie basslastig Musikvideos beim Sender Viva waren und wie eigenartig überrumpelt sich Lieder wie Sombrs „Homewrecker“ anhören. Oder übersteuerte Remastered-Versionen.
Wer mit der jüngeren Audeze-Software (Vorgänger brauchte noch AudezeHQ) noch Feineinstellungen vornimmt, kann noch mehr Bass rauskitzeln.
Der Bass wird allerdings erstaunlich geschwächt, deaktiviert man das Active Noise Cancelling des Headsets. Apropos: das Audeze Maxwell 2 ANC erlaubt eine aktive Geräuschunterdrückung von bis zu 35 Dezibel, die sich im Test als wirkungsvoll erwiesen hat. Wer aber dennoch die Umgebung hören möchte, nutzt einen Transparenzmodus. Dann fangen zwei Mikrofone an den Seiten die Geräuschkulisse auf. Zumindest Tastengeräusche werden dadurch ziemlich spitz übertragen und die eigene Stimme klingt wie in einem metallenen Raum.
Listen and repeat
Audeze verspricht eine sehr niedrige Latenz über die USB-Verbindungen. Egal ob mit USB-C-Empfänger oder mit USB-C-Kabel, im Test war die Latenz exzellent. Lediglich einige kabellose Audioübertragungen starteten verspätet. Etwa, wenn ein Youtube-Video oder die Windows-Benachrichtigungstöne abgespielt wurden. Alternativ kann das Headset über Bluetooth 5.3 oder über 3,5-Millimeter-Klinke verbunden werden.
Die Sidetone-Funktion wurde vom Vorgänger übernommen. Damit geschieht eine Art Monitoring der eigenen Stimme über das Mikrofon. Nervten die Störgeräusche bei hoher Sidetone-Einstellung beim Vorgänger, sind sie jetzt weniger präsent. Wenn auch nicht komplett verschwunden. Dafür ist das Monitoring teilweise etwas übersteuert. Die Stärke lässt sich am Drehrädchen an der linken Ohrmuschel einstellen.
Wer die Firmware aktualisieren möchte, kann dies über die Audeze-App am Computer tun. Das USB-C-Kabel ist für die Aktualisierung der Firmware des Headsets notwendig, für die Aktualisierung des USB-C-Empfängers dementsprechend der Empfänger. Die App gibt es für Windows, macOS, Android und iOS. Wie beim Vorgänger schauen Linux-Nutzer in die Röhre. Das Headset wurde unter Windows anfangs nicht erkannt, was aber nach einer Aktualisierung der App über die App behoben werden konnte.
Die Anschlüsse hat Audeze leicht modifiziert. Am Rand der linken Ohrmuschel befinden sich dieselben Anschlüsse wie beim ersten Maxwell:
- drückbarer Regler für Lautstärke (Standard), Equalizer-Einstellung und Track
- drückbarer Regler für Sidetone (Standard) und Game/Chat-Balance
- 3,5-Millimeter-Buchse
- USB-C-Anschluss
- speziell geformte 3,5-Millimeter-Buchse für das abnehmbare Mikrofon
- kleines integriertes Mikrofon, welches aktiv ist, wenn kein Mikrofon angesteckt wurde
- Knopf zum Umschalten der ANC-Modi (ANC an, ANC aus, Transparenzmodus) und AI-Noise-Reduction-Modi (AINR aus, AINR niedrig und AINR hoch)
- LED zur Anzeige von Bluetooth- und Ladestatus
Einschaltknopf (auch geeignet zum Annehmen von Anrufen) und Stummschalter für das Mikrofon wanderten von der linken Ohrmuschel zum Rand der rechten Ohrmuschel. Dadurch sind die Schalter wesentlich versteckter positioniert. Der kompakte Stummschalter fühlt sich deutlich angenehmer an.
Man höre und staune
Der Hersteller packt zum Maxwell 2 ebenfalls wieder ein Hypernieren-Mikrofon dazu. Die Sprachqualität hat sich gegenüber dem Vorgänger zwar deutlich verbessert, auch wenn es nicht ganz perfekt ist. Die KI-Rauschunterdrückungen filtern Umgebungsgeräusche – wie etwa in unseren Hörbeispielen die Tastaturgeräusche – effektiv ab, verschlechtern allerdings die Qualität und treiben die Lautstärke in die Höhe.
Da sich dieses Mal das interne Mikrofon auch als Eingabegerät am Rechner nutzen ließ, konnten wir einen Eindruck von dessen Qualität einholen. Wer weniger Raumhall in seinen Sprachaufnahmen haben möchte, sollte das Ansteckmikrofon verwenden. Beide können gleichteuren Großmembranern verständlicherweise nicht das Wasser reichen.
Die Akkulaufzeiten des Vorgängers kann allerhöchstens das Modell ohne Active Noise Cancelling erreichen. Bei unserem Testexemplar wird genau die Hälfte der sonst gigantischen 80 Stunden Akkulaufzeit angegeben. Wer das Active Noise Cancelling einschaltet, bekommt mit 35 Stunden laut Hersteller noch weniger. Deshalb hat es wenig verwundert, dass nach der vielen Rumspielerei in der Testzeit das Headset zumindest einmal vollgeladen werden musste. Die volle Kapazität soll nach zwei Stunden Ladezeit erreicht werden, sollte das Ladegerät 1,8 Ampere leisten.
Fazit: Schwer verbessert
Nichts von seiner Eleganz eingebüßt: Audeze hat das Maxwell 2 ANC an vielen Stellen sinnvoll verbessert. Weiterhin ohne bunte verdrehte Gaming-Fassade bietet das schlicht aussehende Headset hervorragende Audioqualität sowie gute Einstellungsmöglichkeiten. Und das bei angenehmer Verarbeitungsqualität. Trotz der Tatsache, dass das Headset deutlich schwerer wurde. Selbst wenn die magnetisch befestigten Ohrpolster guten Tragekomfort bieten, lassen die sich bei Bedarf bequem austauschen.
Der Preis ging auch kräftig nach oben. Audeze lässt sich insbesondere die ANC-Variante mit 429 Dollar für die Playstation- und 449 Dollar für die Xbox-Version über der offiziellen Seite teuer bezahlen. Jeweils 100 Dollar weniger sind für die günstigere Variante ohne Geräuschunterdrückung fällig. Keine Frage, man bekommt ein wahnsinnig gutes Headset dafür. Ob man wirklich so viel Geld dafür ausgeben möchte, ist jedem selbst überlassen.
In der Testzeit machte es überaus Spaß, Töne aus den gigantischen „planaren magnetischen“ 90-Millimeter-Treibern zu hören. Selbst frei vom Kabelsalat war die Freude drin. Die Mikrofonqualität wurde in Gesprächen als „ordentlich“ bewertet. Die reicht zum Plaudern über Instant-Messengerdienste vollkommen aus. Jegliche Ambitionen darüber schreien nach externen Mikrofonlösungen.
Eine Macke im Testzeitraum waren ab und an auftauchende Fieptöne aus der rechten Ohrmuschel. Als würde es eine Rückkopplung der internen Mikrofone geben. Einmal schaltete sich das Headset von alleine an.
Wer unser getestetes Exemplar hierzulande kaufen möchte, hat zum Testzeitpunkt bisher bei hifi.shop Glück. 479 Euro sind für die Playstation-Variante fällig, 499 Euro sind es bei der Xbox-Variante. Die Xbox-Variante bietet zusätzlich eine Dolby-Lizenz. Ohne Active Noise Cancelling ist das Audeze Maxwell 2 beim selben Shop wesentlich günstiger zu haben: 389 Euro für die Playstation-Variante, 439 Euro für die Xbox-Variante.







