Was bei Smartphones und Tablets längst Alltag ist, wird nun auch bei Notebooks verbindlich. Ab dem 28. April 2026 dürfen neue Geräte in der Europäischen Union nur noch verkauft werden, wenn sie sich mindestens über USB-C laden lassen. Damit zieht die EU eine Entwicklung gerade, die sich im Markt ohnehin längst abgezeichnet hat. Der Schritt kommt nicht überraschend. Viele Hersteller haben ihre Modelle bereits in den vergangenen Jahren auf USB-C umgestellt – teils aus praktischen Gründen, teils aus Erwartung an genau diese Regulierung. Neu ist allerdings die Verbindlichkeit. Was bislang eine Option war, wird nun zur Voraussetzung. Damit endet zugleich die Zeit proprietärer Netzteile im klassischen Sinne. Eigene Ladeanschlüsse verschwinden nicht schlagartig aus dem Bestand, verlieren im Neugeschäft aber ihre Grundlage. Für Hersteller bedeutet das Anpassung, für Nutzer vor allem eines: weniger Kabel, weniger Durcheinander.
USB-C-Pflicht bei Laptops: Was sich tatsächlich ändert
Auf den ersten Blick wirkt die Vorgabe simpel. Ein Anschluss, ein Kabel, fertig. In der Praxis ist es komplizierter. USB-C beschreibt zunächst nur die Bauform – nicht die dahinterliegende Technik. Entscheidend ist, was über diesen Anschluss tatsächlich geliefert wird. Für viele Notebooks reichen 45 bis 65 Watt aus, im Alltag funktioniert das problemlos. Das zeigen auch Geräte wie das Geekom GeekBook X14 Pro sowie der größere Bruder GeekBook X16 Pro , die im Test vollständig über USB-C betrieben werden konnten und damit exemplarisch für die aktuelle Entwicklung stehen. Bei leistungsstärkeren Geräten sieht das anders aus. Dort geht es schnell in Bereiche, die deutlich darüber liegen. Und genau hier liegt die eigentliche Herausforderung. USB-C kann das leisten – aber eben nicht automatisch. Netzteil, Kabel und Gerät müssen zusammenpassen. Fehlt diese Abstimmung, wird nicht schneller geladen, sondern langsamer. Im ungünstigen Fall funktioniert es gar nicht stabil.
Technische Realität statt Steckermythos
Die neue Regelung schafft einen gemeinsamen Rahmen, ersetzt aber kein technisches Verständnis. USB-C sorgt für Kompatibilität auf den ersten Blick, nicht zwingend für Gleichwertigkeit im Detail. Deshalb rückt die Kennzeichnung stärker in den Fokus. Hersteller müssen künftig klar ausweisen, welche Leistung ein Gerät benötigt und ob ein Netzteil beiliegt. Auch Kabel werden stärker differenziert. Nicht jedes USB-C-Kabel ist gleich – und genau das dürfte im Alltag für die meisten Irritationen sorgen. Besonders bei höheren Leistungen trennt sich die Spreu vom Weizen. Kabel, die nur für einfache Ladeaufgaben gedacht sind, stoßen hier an ihre Grenzen. Wer ein leistungsstarkes Notebook betreibt, braucht entsprechend ausgelegtes Zubehör. Alles andere führt früher oder später zu Einschränkungen.
Weniger Netzteile, mehr Eigenverantwortung
Parallel zur Anschlussregelung setzt die EU auf Entbündelung. Geräte dürfen künftig ohne Netzteil verkauft werden. Das reduziert Verpackung und Materialeinsatz – verschiebt aber auch Verantwortung. Wer bereits ein passendes Ladegerät besitzt, profitiert. Wer keines hat oder ein ungeeignetes verwendet, muss nachrüsten. Genau hier entsteht eine neue Dynamik im Markt. Zubehör wird wichtiger, gleichzeitig aber auch erklärungsbedürftiger. Das klassische Szenario – Gerät auspacken, einstecken, fertig – verliert an Selbstverständlichkeit. Stattdessen rückt die Frage in den Vordergrund: Passt das vorhandene Netzteil überhaupt zum Gerät?
Alltag: Vereinfachung mit Nebenwirkungen
Im täglichen Einsatz bringt die Umstellung klare Vorteile. Ein Ladegerät für mehrere Geräte, weniger Kabel im Rucksack, weniger Chaos auf dem Schreibtisch. Gerade für Nutzer mit mehreren mobilen Geräten ist das ein spürbarer Fortschritt. Gleichzeitig steigt der Anspruch an die Auswahl des richtigen Zubehörs. Die Vereinheitlichung des Anschlusses vereinfacht die Oberfläche, nicht aber zwingend die Technik dahinter. Wer sich darauf verlässt, dass jedes Kabel jedes Notebook optimal lädt, wird früher oder später enttäuscht.

Generell finde ich diese Entwicklung gut. Nicht mehr ein Ladegerät für den Lenovo, dann eines für den HP, ein anderes für das MSI, usw.
Auf der anderen Seite, wenn ein Ladegerät nicht mitgeliefert wird, und ich eines vom Smartphone anstecke, kann es sein, dass sich der Akku schneller leerlutscht als das Ladegerät liefern kann. Nicht jeder hat ein 65W+ Ladegerät zu Hause rumliegen.
Dann kommt dazu, dass viele Hersteller (hier ein Google Pixel 9pro) in ihren AGBs schreiben nur ein originales Netzteil verwenden zu sollen, ansonsten könnte keinerlei Garantie für den Akku gegeben werden. Samsung, Apple und Konsorten haben das übrigens ebenso in ihren AGBs stehen.
Diese EU Richtlinie ist generell gut, da sie Elektroschrott vermeidet. Aber komplett durchdacht ist sie, wie leider fast alles was die EU macht, eben nicht. Der Kundenschutz wird hier völlig ignoriert da sich Unternehmen auf eigene, spezifische, nachkaufbare Ladegeräte stützen können (werden) und im Zweifelsfall eine RMA völlig einfach abwickeln können, indem es eben keine gibt.
Wie soll der Hersteller nachweisen, dass du statt mit dem gelben Netzteil, mit dem grünen geladen hast?
Steckst du ein Ladegerät an, was mehr liefert, dann nimmt sich dein Laptop nur was er braucht.
Wenn es kleiner ist, dann wird er eben leer, bei Nutzung.
Dementsprechend ist diese Regel klasse, da der Großteil der Bürger denken kann und sich eben eine Wallbox mit 65+ Watt kauft, was sowieso mittlerweile fast jede hat.
5 Watt von früher Standard ,ist jetzt 65 Watt.
Jeder Hersteller von Telefonen gibt ein ordentliches Ladegerät mit, nur Scam-sung und Crap-le legt noch Fossilien bei.
Was ist denn daran komplizierter?
Hersteller müssen gezwungen werden, passende Ladegeräte und Kabel beizulegen.
Wenn das Gerät aus ist, lädt es auch (theoretisch) mit, überspitzt gesagt, nem uralten 5V/1A Ladegerät.
Einzig im Betrieb wird es schwierig.
Aber mit einer herkömmlichen 65 Watt USB-Wallbox, und einem halbwegs normalen Kabel (was bei jedem hochwertigen Handy immer noch bei liegt), sollte der Drain des Akkus so niedrig sein, dass zweistellige Stunden am Stück, durchaus kein Problem sind.
Kann dies zumindest mit einem Huawei Matebook X Pro 2020 und ASUS Zenbook 13 2022 bestätigen.
Wenn ich mein defekten Asus-Notebook einschicke, würde ich selbstverständlich ein MSI-Netzteil mitschicken.
Deine Argumentation ist konstruiert.
Wieso soll denn durch die USB-C-Pflicht kein Netzteil mitgeliefert werden? Das gibt es so nur bei Smartphones. Und da kosten die Ladegeräte auch nur ein Bruchteil der Ladegaräte für Laptops.