Der Hosting-Anbieter netcup kündigt eine spürbare Preiserhöhung für einen Großteil seiner Produkte an. Betroffen sind unter anderem VPS, Root-Server, Zusatzspeicher sowie Webhosting-Tarife. Als Begründung nennt das Unternehmen die weiterhin angespannte Lage auf dem Speichermarkt. Die Anpassungen fallen je nach Produkt unterschiedlich aus, bewegen sich jedoch durchweg im zweistelligen Prozentbereich.

Deutliche Aufschläge bei Neu- und Bestandsverträgen
Konkret sollen die Preise wie folgt steigen:
- Bestandsverträge: +18,51 %
- Neuverträge: +24,33 %
- Speicherprodukte: +21,52 %
Damit trifft es nicht nur Neukunden, sondern auch bestehende Verträge. Gerade dieser Punkt dürfte für viele Nutzer der entscheidende sein. Anhand typischer Tarife zeigt sich, dass die monatlichen Mehrkosten zwar auf den ersten Blick überschaubar wirken, sich über die Laufzeit aber spürbar summieren.
Lieferprobleme trotz bestehender Verträge
Als Auslöser nennt netcup die aktuelle Entwicklung auf dem RAM-Markt. Große Abnehmer – insbesondere aus dem AI-Umfeld – würden verfügbare Kapazitäten zunehmend binden. Hersteller priorisieren entsprechend zahlungskräftige Kunden. Brisant: Nach eigenen Angaben hatte sich netcup bereits im vergangenen Jahr Hardware zu festen Preisen gesichert. Diese Vereinbarungen seien jedoch von Lieferanten faktisch ausgehebelt worden. Neue Lieferungen habe es nur noch zu deutlich höheren Preisen gegeben. Damit stand das Unternehmen vor der Wahl, entweder das Angebot einzuschränken oder die Preise anzupassen.
Warum auch Bestandskunden betroffen sind
netcup argumentiert, dass laufende Infrastruktur nicht statisch ist. Ersatzteile, Erweiterungen und neue Hardware fließen kontinuierlich in den Betrieb ein. Steigende Einkaufspreise wirken sich daher auch auf bestehende Systeme aus. Alternativ hätte man die Mehrkosten ausschließlich auf Neukunden umlegen können. In diesem Fall wären identische Produkte für neue Kunden jedoch deutlich teurer geworden als für Bestandskunden – laut netcup ein Modell, das langfristig nicht tragfähig sei.
Entwicklung passt ins Gesamtbild
Die Ankündigung kommt nicht überraschend. Bereits zuvor hatte Hetzner Preisanpassungen für Cloud- und Dedicated-Server angekündigt. Damit zeigt sich ein klarer Trend innerhalb der Branche. Steigende Hardwarepreise – insbesondere im Bereich RAM und Storage – werden zunehmend an Kunden weitergegeben.
Umsetzung ab Mai 2026
Bestandskunden sollen in den kommenden Tagen individuell informiert werden und erhalten die Möglichkeit, ihre Verträge zu kündigen.

Die neuen Preise greifen frühestens ab dem 1. Mai 2026 beziehungsweise mit dem nächsten Abrechnungszeitraum. Nicht betroffen sind laut netcup Domains, Lizenzen und Netzwerkprodukte.