Google Maps bekommt mehr ÖPNV-Echtzeitdaten

Wer regelmäßig mit Bus und Bahn unterwegs ist, kennt das Problem: Fahrpläne stimmen oft nur auf dem Papier, während sich Verspätungen oder Ausfälle erst kurzfristig zeigen. Genau hier soll eine neue Kooperation ansetzen. Der Verein DELFI e. V. arbeitet künftig enger mit Google zusammen, um Echtzeitdaten aus dem deutschen Nahverkehr gebündelt bereitzustellen. Ziel ist es, diese Informationen unter anderem direkt in Google Maps nutzbar zu machen.

Logo: Google

Zentraler Zugang statt vieler Einzellösungen

Hinter dem Projekt steckt ein vergleichsweise einfacher Gedanke. Statt dass Google mit zahlreichen einzelnen Verkehrsunternehmen Schnittstellen aufbauen muss, erfolgt die Anbindung zentral über DELFI. Das reduziert Komplexität auf beiden Seiten. Gleichzeitig entsteht eine einheitliche Datenbasis, die sich einfacher integrieren und verarbeiten lässt. Technisch setzt man dabei auf das etablierte Format GTFS Realtime. Dieses liefert unter anderem Prognosen zur Pünktlichkeit und ermöglicht damit deutlich genauere Angaben als klassische Fahrplandaten.

Mehr Komfort – aber keine vollständige Abdeckung

Für Nutzer bedeutet das vor allem eines: bessere Planbarkeit. Wenn die Datenqualität stimmt, lassen sich Verspätungen und Ausfälle frühzeitig erkennen. Allerdings zeigt sich schon jetzt, dass die Abdeckung nicht vollständig ist. So fehlen beispielsweise weiterhin Echtzeitdaten aus dem Fernverkehr der Deutschen Bahn. Gerade bei längeren Reisen bleibt damit ein relevanter Teil außen vor.

Datenbasis wird zur zentralen Stellschraube

Ob das Projekt im Alltag wirklich überzeugt, hängt weniger von Google als von den zugelieferten Daten ab. Denn auch die beste Plattform bringt wenig, wenn die Informationen unvollständig oder verspätet eintreffen. Die Bündelung über DELFI kann hier helfen, weil Zuständigkeiten klarer definiert sind. Gleichzeitig entsteht aber auch eine stärkere Abhängigkeit von einer zentralen Infrastruktur.

Schritt in die richtige Richtung

Unterm Strich ist die Kooperation ein logischer Schritt. Die Integration von Echtzeitdaten in weit verbreitete Dienste wie Google Maps dürfte die Nutzung des ÖPNV für viele deutlich komfortabler machen. Ob daraus tatsächlich ein „Gamechanger“ wird, wie es in ersten Reaktionen heißt, dürfte sich aber erst im Alltag zeigen – insbesondere dann, wenn die Daten flächendeckend und zuverlässig verfügbar sind.

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3 Kommentare zu “Google Maps bekommt mehr ÖPNV-Echtzeitdaten

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