Der o2 Kundenservice soll Probleme lösen. Im besten Fall schnell, verbindlich und nachvollziehbar. Im schlechtesten Fall wird der Support selbst zur eigentlichen Belastung. Genau diesen Eindruck habe ich bei o2 gewonnen. Seit über einem Jahr kann ich mich nicht mehr vernünftig in das Kundenportal „Mein o2“ einloggen.

Seit über einem Jahr kein Zugang zum Kundenportal
Das Problem beginnt direkt nach der Eingabe meiner Zugangsdaten. Benutzername und Passwort werden akzeptiert, danach scheitert der Login an der Verifizierung. Der benötigte Sicherheitscode kommt nicht an. Weder per SMS noch auf anderem Weg lässt sich der Zugriff auf das Kundenkonto abschließen. Besonders frustrierend ist, dass dieser Zustand nicht erst seit ein paar Tagen oder Wochen besteht. Ich habe seit über einem Jahr keinen richtig funktionierenden Zugang mehr zu „Mein o2“. Damit ist das Kundenportal für mich praktisch unbrauchbar.
Die E-Mail-Verifikation ist keine Lösung mehr
Erschwerend kommt hinzu, dass die E-Mail-Verifikation inzwischen keine nutzbare Alternative mehr ist. Selbst der Versuch, den Zugang auf diesem Weg zu bestätigen, hilft nicht weiter. Damit fällt eine mögliche Ausweichoption weg, obwohl genau sie bei Problemen mit der SMS-Verifizierung eigentlich naheliegend wäre. Unterm Strich bedeutet das: Der Login scheitert, und es gibt für mich keinen verlässlichen alternativen Weg ins Kundenkonto.
Dutzende Telefonate, aber keine echte Lösung
In den vergangenen Monaten habe ich dutzende Male mit der o2-Hotline telefoniert. Immer wieder wurde der Fall aufgenommen, neu erklärt, weitergegeben oder erneut angestoßen. Mehrfach wurden Tickets erstellt, teils auch priorisiert. Gelöst wurde das Problem trotzdem nicht. Das ist der Punkt, an dem aus einem technischen Fehler ein Problem mit dem Kundenservice wird. Denn wenn ein Anliegen über einen so langen Zeitraum immer wieder bearbeitet wird, ohne dass ein Ergebnis sichtbar wird, läuft im Supportprozess offensichtlich etwas grundlegend schief.
First Level, Second Level, Techniker: dreimal Stillstand
Der Fall blieb nicht einmal an der Oberfläche hängen. Nach meinen Erfahrungen waren nicht nur Mitarbeiter aus dem First-Level-Support beteiligt, sondern auch Second-Level-Kräfte und Techniker. Trotzdem ist bis heute keine funktionierende Lösung entstanden. Gerade das macht den Fall aus Kundensicht schwer nachvollziehbar. Wenn selbst nach mehreren Eskalationsstufen kein Ergebnis zustande kommt, verliert man zwangsläufig das Vertrauen in die internen Abläufe. Denn dann stellt sich die Frage, wie ernst ein Problem wirklich bearbeitet wird, wenn es trotz mehrfacher Weitergabe praktisch stehen bleibt.
Lange Warteschleifen und immer neue Vertröstungen
Zusätzlich belastend sind die Wartezeiten. Teilweise hing ich bis zu einer Stunde in der Warteschleife, nur um am Ende wieder dieselben Aussagen zu hören. Das Problem werde bald behoben. Das Ticket sei bereits in Bearbeitung. Man kümmere sich darum. Konkrete Ergebnisse blieben trotzdem aus. Vertröstungen mögen kurzfristig beruhigen, lösen aber nichts. Je länger ein Fall offen bleibt, desto wichtiger wären klare Aussagen, belastbare Rückmeldungen und eine erkennbare Verantwortung auf Seiten des Supports. Genau das habe ich in diesem Fall nicht erlebt.
Wenig Bemühungen, das Problem wirklich zu lösen
Besonders kritisch ist aus meiner Sicht, dass bei vielen Kontakten kaum der Eindruck entstand, mein Problem werde mit Nachdruck verfolgt. Freundlichkeit im Gespräch ist das eine. Sichtbare Lösungsorientierung ist etwas anderes. Wenn ein Kunde über ein Jahr lang keinen vernünftigen Zugang zum eigenen Portal hat, darf man mehr erwarten als neue Ticketnummern und Standardsätze. In so einem Fall braucht es jemanden, der Verantwortung übernimmt, den Vorgang sauber begleitet und nachvollziehbar kommuniziert, was als Nächstes passiert. Genau daran hat es nach meinem Eindruck gefehlt.
Wenn der Support selbst zum eigentlichen Problem wird
Technische Fehler können passieren. Entscheidend ist dann, wie ein Unternehmen damit umgeht. In meinem Fall ist nicht nur die Verifizierung zum Problem geworden, sondern vor allem der Umgang des Kundenservice mit diesem Fehler. Denn am Ende bleibt nicht nur ein kaputter Login, sondern das Gefühl, mit einem ernsthaften Anliegen über Monate hinweg allein gelassen zu werden. Dutzende Telefonate, mehrere Tickets, verschiedene Supportebenen und lange Warteschleifen haben nichts daran geändert, dass der Zugang bis heute nicht funktioniert. Damit verschiebt sich der Kern des Problems: Nicht mehr nur die Technik versagt, sondern auch der Service, der eigentlich helfen sollte.
Mein Fazit zum o2 Kundenservice
Am Ende bleibt für mich ein ernüchterndes Fazit: Nicht der technische Fehler allein ist das eigentliche Problem, sondern der Umgang von o2 damit. Wer einen Kunden über mehr als ein Jahr hinweg ohne vernünftigen Portalzugang zurücklässt, ihn mit Tickets, Warteschleifen und Vertröstungen beschäftigt und trotzdem keine Lösung liefert, offenbart deutliche Schwächen im Kundenservice. Genau deshalb steht für mich fest: Bei o2 wurde in diesem Fall nicht nur der Login zum Problem, sondern der Service selbst.
You get what you pay for. Mehr lässt sich da nicht sagen – wobei sich o2 und Vodafone die Klinke in die Hand drücken.
Grundsätzlich richtig. Trotzdem kann man erwarten, dass man unabhängig vom Preis einen vernünftigen Support bekommt.
Ja, das kann ich bestätigen. Meine Mutter (77) hat Internet über Vodafone. Als Alternative stand noch o2. Die Telekom selbst bietet zum Leidweser der Anwohner in dem Gebiet kein Internet an. Das Internet funktioniert zwar recht schnell und zuverlässig, aber TV ist abgehackt und voller Artefakte. Zudem hat auch sie keinen Zugriff auf’s Kundenportal, weil die initialen Anmeldedaten nie bei ihr ankamen. Nachdem sie sich jetzt ein Jahr mit dem Support rumgeärgert hat, ohne eine Lösung zu bekommen, hat sie den Zustand zähneknirschend akzeptiert, denn die Alternative ist wie so oft keine Alternative. Zuletzt war die Verbindungsqualität vom TV dann wohl irgendwann von alleine besser. Feedback dazu seitens Vodafone gab es keines. Genauso wenig wie Zugang zum Kundenportal.
jepp..und wenn dein Problem im Prozess abgebildet ist, kein Thema , Lösung spätesten morgen. Hast du aber etwas, was keiner kennt und nicht in die Lösungsprozesse passt: dann bist du im Vorhof zur Hölle..überall, egal was du bezahlst. Support kostet, ist also unerwünscht. Umzug Telekom meiner Eltern von Standart zu Regio ( andere Stadt mit anderem Betreiber ohne T kom Technik vorort): 3 Monate ohne Zugang!! Ich war kurz davor, zu töten! Das glaubst du nicht, wenn du nicht dabei warst.
Meine letzten beiden Aktionen habe ich über den Leserservice von Teletarif abwickeln lassen.
Dem bodenlosen Fass schlägt O2 gerne den Niveauboden aus.
….leider ist O2 kein Einzelfall, ich kenne solche Vorgehensweisen auch von:
– freenet
– debitel
– vodafon
– auch telekom
aber auch von Supportabteilungen aus anderen Bereichen.
Ärgerlich ist , daß man oft unter Zeitdruck steht und ein Problem möglichst schnell gelöst haben will oder muss. Daher mein Tip:
– Fristsetzung in angemessener Form, nach Verstreichen der Frist das Unternehmen in Verzug setzen, das ist aus meiner Sicht ein starkes Zeichen auch unter Anwendung entsprechender Paragrafen des Bürgerlichen Gestzbuches.
Viel Erfolg
@Jonas, könntest Du mal darstellen, der Zugriff auf insbesondere welche Daten Dir nicht möglich ist. Rechtlich gesprochen, wäre das eine Schlechtleistung, die Dich zu einer Minderung berechtigen würde. Setze O2 eine Frist per FAX, bis zu deren Ablauf Dir die fraglichen Daten zur Verfügung gestellt werden müssen. Meine Erfahrung ist mit O2: Technik i. A. gut. Bei Störungen kommt man aber nur weiter, wenn man seinerseits eskaliert. Was das im Einzelnen heißt, hängt stark vom Problem ab. Es kann passieren, dass erst die Drohung mit gerichtlichen Schritten zum Erfolg führt. Ich rede hier aus Erfahrung in fast 20 Jahren. A propos, bei technischen Fehlern ist O2 nicht immer alleine Schuld. Es können auch Kommunikationsprobleme mit der Telekom sein, von denen man zunächst nichts ahnt.
Danke für den ausführlichen Bericht. Deine Frustration verstehe ich. Leider wird Service heutzutage immer kleiner geschrieben. Selbst mit Kündigung drohen bringt gar nichts. Man muss dann tatsächlich in den sauren Apfel beißen und die Kündigung durchziehen.
Leider sieht es bei der Konkurrenz meistens auch nicht besser aus.
Evtl. entschädigt der Neukundenrabatt bei Neuabschluss etwas. Allein das ist schon traurig genug: als langjähriger Kunde wird man schlechter behandelt, als wie ein Neukunde.
Gerade vor ein paar Tagen habe ich es mit meinem Stromanbieter durchgezogen:
Seit über 30 Jahren Kunde bei der EWE. Stromtarif fast alle teurer, als bei den Mitbewerbern. Nur Neukunden bekommen bessere Tarife. Jetzt bin ich für ein Jahr zu EPRIMO gewechselt. Im nächsten Jahr dann vlt. zurück zur EWE mit Neukundenrabatt?
Das Stromanbietershopping mache ich seit Jahren. Dank Verivox sehr einfach.
Vielleicht habe ich Glück gehabt. Ich habe keine Probleme mit dem O2-Kundenportal.
Eingabe der Zugangsdaten, dann Auswahl der Tel.-Nummer, SMS, Eingabe der Daten –> alles o.k.
Vielleicht liegt es am Browser? Ich verwende den Firefox.
ich kann mir nicht vorstellen, dass @Jonas nicht alles probiert hat, was möglich ist und dabei Fehlerquellen ausgeschlossen hat.
Gerade mal ausprobiert: mein O2 Kundenzugang für meine O2 Prepaid Karte funktioniert auch problemlos:
https://www.o2online.de/prepaid/user/auth/vertragsdaten/
Wäre auch schade, müßten ich diesen Tarif aufgeben:
der funktioniert noch mit 1ct Aufladung pro halbe Jahr und wird für ein Featurephone als Backup (hauptsächlich SMS 2FA) genutzt.
Bin schon vor vielen Jahren von o2 weg, wer dort Kunde ist, hat keine Ansprüche an irgendwas.
Habe mir mal Spaß gemacht letzten über Kontaktformular mal anzufragen ob s bei denen auch über Glasfaser eine tägliche Zwangstrennung gibt. Keine Antwort, nach mehreren Wochen nur automatische Antwort man soll doch wenn Problem besteht neuen Kontakt aufnehmen.
Mit Telekom keine Probleme, läuft alles, und da kann man auch Nachts anrufen wenn man Lust drauf hat.
Seit die einen Künstlichen Idioten vorgeschaltet und offenbar Personal abgebaut haben, ist das bei Telekom auch nicht mehr so toll, aber es gibt Alternativen, siehe unten.
Zu O2 kann ich nichts sagen, aber für Telekom-Kunden ein Tipp:
Im Telekom-Hilft-Forum anmelden, die wichtigen Daten in seinem Profil hinterlegen und eine ordentliche Fehlermeldung in sachlichem Ton posten, dann habe ich schon 2 x erlebt, dass ich innerhalb kurzer Zeit von einem netten, kompetenten Telekom-MA angerufen wurde, statt mich mit der grauslichen Hotline herumzuschlagen.