Digitale Bilderrahmen mit E-Ink-Technologie liegen im Trend. Auf der IFA im letzten Jahr waren einige Modelle ausgestellt und nach und nach sind auch schon einige Rahmen im Handel verfügbar. Den AI Art Frame vom chinesischen Hersteller SwitchBot habe ich nun schon eine Weile zum Testen hier – ich habe aber immer noch auf ein App-Update gewartet, welches jetzt verfügbar ist (dazu unten mehr). Nachfolgend meine Eindrücke.
Technische Daten
Der AI Art Frame verfügt über ein 7,3 Zoll E-Ink-Spectra-6-Display mit einer Auflösung von 800 x 480 Pixeln. Der schwarze Aluminium-Rahmen wirkt sehr hochwertig und misst 25 cm x 20 cm x 2,5 cm. Auf die Waage bringt das Testmodell 0,9 Kilogramm. Sollte einem der mitgelieferte Alu-Rahmen optisch nicht zusagen, kann die gesamte Display-Einheit aus dem Rahmen genommen werden und in andere Rahmen gesteckt werden.
Fest verbaut mit der Display-Einheit ist der Akku, der auf der Rückseite per USB-C geladen werden kann (der Bilderrahmen muss zum Laden also von der Wand genommen werden).
Auf der Rückseite des mitgelieferten Rahmens befinden sich klassische Befestigungspunkte für die Montage im Hoch- und Querformat sowie ein ausklappbarer Ständer. Ebenso auf der Rückseite zu finden: Eine Status-LED und eine Taste zum Koppeln.
Das Passepartout besteht aus richtigem Passepartoutkarton und ist relativ akkurat geschnitten und nicht verzogen.
Die Ansteuerung des AI Art Frames erfolgt per WLAN (2,4-GHz) und Bluetooth 4.2 mittels SwitchBot App.
Software & Bedienung
Für die Bedienung des Bilderrahmens wird die SwitchBot-App für iOS und Android benötigt. Die Einrichtung des AI Art Frames ging bei relativ zügig vonstatten und war verständlich auf Deutsch erklärt.
In der App kann man dann die Bilder verwalten (Album & KI-Funktion), zwischen einem statischen Modus und einer Diaschau wechseln (Intervalle zwischen 15 Minuten und 24 Stunden sind möglich), den Akkustand auslesen sowie Firmware-Updates einspielen. An den Firmwareupdates erkennt man auch, dass eine aktive Entwicklung stattfindet. Es kamen in den letzten Monaten ein paar Updates, aber auch ohne die Updates hat der Rahmen schon zuverlässig funktioniert.
Unter iOS benötigte die App ursprünglich einen Vollzugriff auf die Fotogalerie des Handys. Ich hatte mit SwitchBot deswegen Kontakt aufgenommen und man hat dann trotz des chinesischen Neujahrsfestes relativ schnell ein App-Update auf Version 9.23 nachgeschoben, bei welchem nun auch der „Beschränkte Zugriff“ auf die Fotos von iOS ausreicht. Das war mir ein sehr wichtiges Anliegen, weil wir als Deutsche beim Thema Datenschutz ja doch sehr sensibel sind. Die Reaktion von SwitchBot mit dem zeitnahen App-Update fand ich vorbildlich (der dritte Screenshot zeigt den beschränkten Zugriff).
Die dort ausgewählten Bilder kann man dann zusammen mit den Intervall-Einstellungen auf den Bilderrahmen synchronisieren. Im Anschluss läuft der Bilderrahmen quasi offline und erreicht dadurch auch seine sehr gute Akkulaufzeit (siehe unten). Für einen Bildwechsel habe ich mehrmals übrigens ungefähr 30 Sekunden gestoppt.
Ich weiß, dass man auch andere Meinungen im Internet über die App liest, aber für mich war die App absolut in Ordnung. Wenn man in der SwitchBot-App nur den AI Art Frame hinzufügt, keine Benachrichtigungen zulässt und für zum Login ein anonymisiertes Verfahren wie „Login with Apple“ verwendet, dann wird man von der App nicht erschlagen. Man muss den Rest der App schließlich für den Betrieb des Bilderrahmens nicht nutzen.
KI-Funktion
Wie so viele Produkte in der aktuellen Zeit trägt der Bilderrahmen ja auch „AI“ mit im Namen. Das ist aber alles optional und im Prinzip „nur“ ein Bildgenerator (kostenpflichtig) in der App. Ich habe mit dem „AI Studio“ einen Monat testweise rumspielen können und bin mit den Ergebnissen eigentlich sehr zufrieden gewesen.
Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder man nutzt die Remix-Funktion und wandelt bestehende Bilder in bedeutende Kunststile um (funktioniert erstaunlich gut).
Oder man gibt einen komplett eigenen Befehl ein und lässt die KI dann mal machen. Aber auch hier gibt es Vorschläge. Teilweise lassen sich auch urheberrechtlich geschützte Inhalte generieren – mit den Minions war ich beispielsweise erfolgreich.
Man könnte vieles aber sicherlich auch mit kostenlosen Alternativen wie ChatGPT oder Google Gemini mit Nano Banana umsetzen. Dennoch gut und bequem umgesetzt in der SwitchBot-App. 4,99 Euro kostet es monatlich. Kann man sicherlich mal für einen Monat zum Herumspielen buchen, aber nicht dauerhaft.
Bildqualität
Beim Thema Bildqualität zitiere ich mich mal selbst mit meinen Feststellungen zum Reflection Frame, weil es sich um die gleiche Display-Technologie handelt und ich keine Unterschiede ausmachen konnte:
Beim E-Ink Spectra 6 Panel werden alle Bilder aus den Farben gelb, blau, rot und einer Art creme-weiß zusammengesetzt. Übergänge werden mittels Dithering dargestellt. Das führt bei einer Betrachtung aus der Nähe auf jeden Fall zu einem sehr pixeligen Erscheinungsbild. Im Alltag an der Wand stört es tatsächlich überhaupt gar nicht, da sieht es gut aus. Wenngleich teilweise auch mit etwas gedämpften Farben je nach ausgewähltem Bild.
SwitchBot bietet den AI Art Frame ja in drei Größen an und die größeren Modelle dürften sich vermutlich tatsächlich etwas besser machen, weil man die Bilder automatisch etwas weiter aus der Distanz betrachtet. Auf dem Tisch für die Betrachtung aus der Nähe wäre mir das hier getestete kleine Modell bei normalen Bildern etwas zu pixelig – an der Wand passt es dagegen. SwitchBot selbst empfiehlt einen Betrachtungsabstand von 50 Zentimetern oder mehr und das deckt sich mit meinen Beobachtungen. Hier mal zwei Beispiele jeweils aus der Distanz und aus der Nähe:
Die App macht aber durchaus einen guten Job, um aus den Bildern das beste auf dem Display rauszuholen. Etwas besser als beim Reflection Frame, würde ich sagen.
Akkulaufzeit
Weil ich den Rahmen bis zum besagten App-Update noch bei mir stehen hatte, konnte ich auch einen besseren Blick auf die Akkulaufzeit werfen. In den letzten 6 Wochen hatte ich ein Bildwechselintervall von 30 Minuten eingestellt – also sehr häufige Wechsel. In dieser Zeit ist der Akkustand um ca. 80 Prozentpunkte gesunken, umgerechnet ungefähr 0,04 Prozentpunkte pro Bildwechsel. Wenn man das hochrechnet halte ich die von SwitchBot angegebene Laufzeit von bis zu 2 Jahren mit einer Akkuladung bei weniger Bildwechseln für durchaus realistisch.
Das Aufladen ist allerdings recht langsam und dauert bei gemessenen max. 2 Watt Ladeleistung mehrere Stunden. Aber macht man ja auch nicht so oft.
Fazit
Ich finde den AI Art Frame von SwitchBot insgesamt ausgereift und der Funktionsumfang ist deutlich näher dran an einem klassischen digitalen Bilderrahmen als beispielsweise der Reflection Frame – weil man eben eine Diaschau durchlaufen lassen kann: 10 Bilder können maximal auf den Rahmen geladen werden. Natürlich wären mehr Bilder immer besser und sicherlich trotz Speicherkrise auch einfach umsetzbar, aber andererseits wählt man dadurch die 10 Bilder halt auch viel bewusster aus. Ich kann damit leben.
Der Preis (ab 150 Euro) ist gewiss hoch für einen Bilderrahmen, aber eben auch marktüblich verglichen mit anderen Modellen mit selber Displaytechnik. SwitchBot bietet auch immer mal wieder Rabatte an. Weitere Infos zum Rahmen finden sich auch auf der SwitchBot-Webseite.













