FRITZ!Box: Performance-Probleme nach FRITZ!OS-Update 8.20

Der Berliner Netzwerkspezialist FRITZ! (früher: AVM) gilt seit Jahren als der Standard für Heimvernetzung im deutschsprachigen Raum. Mit der Einführung der FRITZ!Box 5690 Pro und der 7690 wollte das Unternehmen die Ära von Wi-Fi 7 und Ultra-Highspeed-Glasfaser einläuten. Doch das jüngste Update auf FRITZ!OS 8.20 wirft einen Schatten auf die neue Hardware-Generation. Nutzer klagen über massive Geschwindigkeitsprobleme, die ausgerechnet die Stärken dieser High-End-Geräte zunichtemachen.

FRITZ! befindet sich aktuell in einer Phase des Umbruchs. Nicht nur der Eigentümerwechsel in der Unternehmensführung hat für Schlagzeilen gesorgt, sondern auch der technologische Sprung auf Wi-Fi 7. Die Modelle 5690 Pro (für DSL und Glasfaser) und 7690 (als Nachfolger der 7590 AX) nutzen modernste Chipsätze, die enorme Durchsatzraten bewältigen müssen.

Im Zentrum der Kritik steht die sogenannte Hardwarebeschleunigung. In der Theorie ist dies ein spezialisierter Schaltkreis (oder ein optimierter Softwarepfad auf dem Prozessor), der Standardaufgaben wie das Weiterleiten von Datenpaketen (Routing) übernimmt. Dadurch wird der Hauptprozessor (CPU) entlastet.

Bei der aktuellen Firmware-Version 8.2x scheint jedoch ein Konflikt im Zusammenspiel zwischen dem Betriebssystem und dem Chipsatz vorzuliegen – ein sogenannter „Mismatch“.

Info

Die Symptome im Detail:

  • Das Problem tritt besonders massiv auf, wenn die FRITZ!Box nicht direkt am Glasfaseranschluss hängt, sondern über ein externes Modem (ONT) via LAN-Port gespeist wird. Hier scheint die interne Paketverarbeitung die Datenströme künstlich zu drosseln.
  • Obwohl die Verbindungssynchronisation zwischen Smartphone und Router hohe Werte anzeigt, bricht der tatsächliche Datendurchsatz (Netto-Rate) ein. Nutzer berichten, dass von einem Gigabit-Anschluss im WLAN teils weniger als 100 Mbit/s übrig bleiben.
  • Neben der reinen Bandbreite klagen Gamer über instabile Ping-Zeiten, was ebenfalls auf eine fehlerhafte Paketpriorisierung hindeutet.

Während AVM auf Plattformen wie X (ehemals Twitter) oder in offiziellen Support-Kanälen noch zurückhaltend agiert und primär auf die individuelle Problemermittlung verweist, ist die Tech-Community bereits mehrere Schritte weiter.

In Foren wie dem IP-Phone-Forum (IPPF), auf Reddit und in den Support-Communities von Vodafone und der Telekom hat sich ein klares Bild gezeichnet. Der Workaround, die Hardwarebeschleunigung in den versteckten Support-Einstellungen (erreichbar über fritz.box/support.lua) zu deaktivieren, bringt bei vielen Anwendern die sofortige Heilung.

Das Problem: Die Deaktivierung ist nicht von Dauer. Da die Hardwarebeschleunigung essenziell für die Energieeffizienz und die Gesamtleistung ist, erzwingt die FRITZ!Box bei jedem Neustart die Reaktivierung dieser Funktion. Eine temporäre dauerhafte Lösung ist nur zu erreichen, wenn die Box nicht neustartet.

Für AVM ist die Situation komplex. Da das Problem primär in Kombination mit bestimmten externen Modems (ONTs) auftritt, ist die Fehlermatrix riesig. Dennoch wächst der Unmut: Käufer, die bereit waren, über 300 Euro für ein Flaggschiff-Modell auszugeben, erwarten eine Performance, die „Out-of-the-box“ funktioniert – und kein Downgrade durch ein Firmware-Update.

Es ist davon auszugehen, dass AVM bereits unter Hochdruck an einem Wartungsupdate arbeitet. Wer aktuell von den Problemen betroffen ist, sollte den Weg über das Support-Ticket nicht scheuen, damit der Hersteller genügend Diagnosedaten erhält, um den Bug in FRITZ!OS 8.21 oder einer kommenden Labor-Version zu fixen.

Passende Foreneinträge:

FRITZ!Box: Performance-Probleme nach FRITZ!OS-Update 8.20
zurück zur Startseite

18 Kommentare zu “FRITZ!Box: Performance-Probleme nach FRITZ!OS-Update 8.20

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Hiermit akzeptiere ich die Datenschutzerklärung für diesen Kommentar.

Aktuelle News auf Deskmodder.de
alle News anzeigen
Deskmodder