Adobe kauft Semrush: Softwarekonzern sichert sich SEO-Spezialisten für knapp zwei Milliarden Dollar

Adobe erweitert sein Portfolio im Marketingbereich und übernimmt den Analyseanbieter Semrush. Der Kaufpreis liegt bei 1,9 Milliarden US-Dollar in bar. Die Vereinbarung wurde am Mittwoch bestätigt – nach einem üblichen Hin und Her, das in der Branche zuletzt häufiger zu beobachten war.

Logo: Adobe

Ein Schritt, der sich schon länger angedeutet hatte

Semrush zählt seit Jahren zu den festen Größen im Bereich Sichtbarkeitsanalyse, Suchmaschinenoptimierung und Marktbeobachtung. Viele große Online-Plattformen greifen auf die Tools zurück, darunter Amazon und TikTok. Obwohl das Unternehmen 2021 an die New Yorker Börse ging, verlor die Aktie zuletzt deutlich an Wert. Adobe zahlt nun 12 Dollar je Anteilsschein, also rund das Doppelte des Vortageskurses – ein Hinweis darauf, dass der Konzern trotz gedämpfter Stimmung im Technologiesektor langfristig Potenzial sieht.

Warum Adobe zugreift

Marketingabteilungen stehen vor einem Wandel, der sich durch KI-gestützte Suchsysteme noch beschleunigt. Markenbewertungen entstehen nicht mehr ausschließlich in klassischen Suchmaschinen, sondern zunehmend in Plattformen wie ChatGPT, Gemini oder Perplexity. Semrush hatte dafür bereits neue Analysefunktionen eingeführt – ein Punkt, der für Adobe offenbar ausschlaggebend war.

Anil Chakravarthy, zuständig für Adobes Digital-Experience-Geschäft, formulierte es so:

Unternehmen wollen verstehen, wie sie in diesen neuen Umgebungen wahrgenommen werden. Genau dort setzt Semrush an. Für Adobe ergibt sich damit die Möglichkeit, die eigenen Marketing- und Analysewerkzeuge sinnvoll zu ergänzen, ohne einen kompletten Technologiewechsel vollziehen zu müssen.

Für Adobe eine Investition mit überschaubarem Risiko

Mit einem Börsenwert von weit über 130 Milliarden Dollar ist Adobe finanziell klar in der Lage, Übernahmen dieser Größenordnung zu stemmen. Der Betrag fällt im Vergleich zu Adobes fast abgeschlossener 20-Milliarden-Dollar-Figma-Transaktion sogar relativ klein aus – jene Übernahme scheiterte Ende 2023 an den britischen Wettbewerbshütern.

Diesmal sind regulatorische Hürden eher unwahrscheinlich, da Adobe und Semrush unterschiedliche Kernbereiche abdecken.

Semrush bringt Adobe in eine bessere Ausgangslage

Die Plattform ist nicht nur für klassische SEO-Strategien relevant. Sie hilft Unternehmen auch dabei, die eigene Reichweite in KI-gestützten Modellen nachzuvollziehen – einem Bereich, der für viele Firmen zunehmend geschäftskritisch wird. Adobe dürfte mit der Integration von Semrush gleich mehrere Produkte aufwerten, darunter Analytics, Experience Cloud und die hauseigenen KI-Funktionen.

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3 Kommentare zu “Adobe kauft Semrush: Softwarekonzern sichert sich SEO-Spezialisten für knapp zwei Milliarden Dollar

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