Der GMKtec NEO-X1 Pro hat mit einem klassischen Mini-PC nicht mehr besonders viel gemeinsam. Dafür reicht bereits ein Blick auf die Hardware. AMD Ryzen 9 9955HX3D, eine GeForce RTX 5070 mit 12 GB GDDR7, austauschbare DDR5-SODIMMs und zwei M.2-Steckplätze bewegen sich eher in Richtung eines ausgewachsenen Desktop-PCs. Genau so habe ich den Rechner auch behandelt. Neben den üblichen Benchmarks musste der NEO-X1 Pro als Arbeits- und Gaming-PC herhalten. Photoshop, Lightroom und Premiere Pro gehörten ebenso dazu wie S.T.A.L.K.E.R. 2, Gray Zone Warfare und der Microsoft Flight Simulator 2024. Gerade letzterer eignet sich hervorragend, wenn man leistungsfähiger Hardware ihre Grenzen zeigen möchte. Während des Tests habe ich außerdem die ursprünglich verbauten 64 GB DDR5-SODIMM gegen 96 GB DDR5-5600 getauscht und eine zweite 2-TB-NVMe eingebaut. Der NEO-X1 Pro durfte damit nicht nur zeigen, wie schnell er ist, sondern auch, wie gut er sich später erweitern lässt.
Ryzen 9 9955HX3D trifft auf eine GeForce RTX 5070
Beim Prozessor greift GMKtec ziemlich weit oben ins Regal. Der AMD Ryzen 9 9955HX3D stellt 16 Kerne und 32 Threads bereit und erreicht einen maximalen Boost-Takt von bis zu 5,4 GHz. Hinzu kommen 128 MB L3-Cache samt 3D V-Cache. Wesentlich interessanter wird der NEO-X1 Pro allerdings bei der Grafikkarte.
GMKtec verbaut keine mobile Variante, sondern eine vollwertige GeForce RTX 5070. Die Blackwell-GPU besitzt 12 GB GDDR7 an einem 192 Bit breiten Speicherinterface. Damit unterscheidet sich der Rechner deutlich von den meisten Mini PCs, die vollständig auf eine integrierte Grafikeinheit oder eine mobile GPU setzen.
Eine leistungsfähige iGPU reicht inzwischen zwar für erstaunlich viele Aufgaben, eine Desktop-RTX spielt jedoch in einer anderen Klasse. Das gilt beim Gaming ebenso wie bei Anwendungen, die von GPU-Beschleunigung profitieren. Für die Stromversorgung steckt im NEO-X1 Pro ein internes SFX-Netzteil mit 850 Watt und 80-PLUS-Gold-Zertifizierung. Die CPU wird per Flüssigkeitskühlung gekühlt, zusätzlich sitzen drei Lüfter im Gehäuse. Das alles bringt GMKtec in einem Gehäuse mit einem Volumen von 14,6 Litern unter.
Damit ist der NEO-X1 Pro zwar deutlich größer als die üblichen kleinen NUC-artigen Systeme, gegenüber einem klassischen Gaming-Tower bleibt er aber ausgesprochen kompakt.
Von 64 auf 96 GB DDR5-SODIMM aufgerüstet
Mein NEO-X1 Pro wurde mit 64 GB DDR5-SODIMM geliefert. Der Arbeitsspeicher ist erfreulicherweise nicht verlötet. Während des Tests habe ich die ursprünglichen Module durch zwei 48-GB-SODIMMs ersetzt und den Rechner damit auf insgesamt 96 GB DDR5-5600 aufgerüstet. Die beiden Module wurden problemlos erkannt. Gleichzeitig entsprechen die 96 GB der von GMKtec offiziell angegebenen maximalen Speicherkapazität. Für die Aufrüstung stehen zwei SODIMM-Steckplätze zur Verfügung. 96 GB braucht man für einen reinen Gaming-PC natürlich nicht. Bei meiner Nutzung sieht das etwas anders aus. Photoshop und Lightroom laufen regelmäßig parallel zu Browser und weiteren Anwendungen. Gerade wenn mehrere größere Projekte gleichzeitig geöffnet sind, schadet zusätzlicher Arbeitsspeicher nicht.
Auch beim Massenspeicher habe ich nachgelegt. Zusätzlich zum vorhandenen Laufwerk wanderte eine weitere 2-TB-NVMe in den Rechner. In meinem Fall handelt es sich dabei um eine Crucial P3 Plus. Der NEO-X1 Pro stellt insgesamt zwei M.2-Steckplätze bereit und kann laut GMKtec mit bis zu 16 TB NVMe-Speicher ausgestattet werden. Damit muss man sich beim Kauf nicht endgültig auf die benötigte RAM- und SSD-Kapazität festlegen. Gerade bei einem Rechner dieser Preisklasse halte ich das für deutlich sinnvoller als verlöteten Arbeitsspeicher oder nur einen einzigen SSD-Steckplatz.
SSD erreicht mehr als 4 GB/s
Beim AS SSD Benchmark erreichte das getestete 2-TB-Laufwerk sequenziell 4.110 MB/s beim Lesen und 3.890 MB/s beim Schreiben. Bei 4K-Zugriffen standen 53 MB/s lesend und 103,23 MB/s schreibend auf der Anzeige.
Mit 64 Threads stiegen die Werte auf 1.985 MB/s beim Lesen und 2.144 MB/s beim Schreiben. Die Zugriffszeiten lagen bei 0,118 ms beziehungsweise 0,094 ms. Insgesamt erreichte das Laufwerk 6.327 Punkte.
Rekorde stellt die SSD damit nicht auf. Für meinen Einsatz war die gebotene Leistung allerdings ausreichend. Wer höhere Transferraten benötigt oder regelmäßig große Datenmengen zwischen mehreren schnellen Laufwerken bewegt, kann die SSD später gegen ein schnelleres Modell tauschen. Wichtig ist dabei die Unterscheidung zu meiner nachgerüsteten Crucial P3 Plus. Der AS-SSD-Durchlauf stammt vom bereits vorhandenen 2-TB-Laufwerk und nicht von der zusätzlich eingebauten NVMe.
Cinebench 2026: 5.863 Punkte für den Ryzen
Im Cinebench 2026 erreichte der Ryzen 9 9955HX3D 5.863 Punkte im Multi-Thread-Test. Im Single-Thread-Test standen 441 Punkte auf der Anzeige. Das Verhältnis zwischen Multi- und Single-Thread-Leistung lag bei 13,29.
Damit bestätigt der synthetische Benchmark zunächst das, was angesichts der Hardware zu erwarten ist: Der NEO-X1 Pro hat reichlich Rechenleistung zur Verfügung. Interessanter war für mich allerdings, was davon außerhalb eines Benchmarks übrig bleibt. Gerade bei einem derart kompakten Rechner stellt sich zudem die Frage, ob die Kühlung die Hardware unter Last vernünftig im Zaum halten kann.
Ryzen 9 9955HX3D bleibt erstaunlich kühl
Bei meiner Temperaturmessung erreichte der Ryzen 9 9955HX3D maximal 67 Grad Celsius. Die beiden CCDs lagen ebenfalls deutlich unterhalb der maximal zulässigen Temperatur des Prozessors. Das ist angesichts der verbauten Hardware bemerkenswert. GMKtec muss schließlich nicht nur einen 16-Kern-Prozessor kühlen, sondern gleichzeitig die Abwärme einer Desktop-GeForce RTX 5070 aus dem vergleichsweise kleinen Gehäuse bekommen.
Die CPU-Flüssigkeitskühlung und das aus drei Lüftern bestehende Kühlsystem haben damit einiges zu tun. Bei hoher Last ist der Rechner entsprechend hörbar. Das überrascht mich bei dieser Hardware allerdings nicht sonderlich. Mir ist an dieser Stelle wichtiger, dass die Temperaturen vernünftig bleiben. Einen Ryzen 9 9955HX3D zusammen mit einer Desktop-RTX 5070 in 14,6 Litern unterzubringen und anschließend auf maximale Ruhe zu trimmen, wäre ohnehin der falsche Ansatz.
S.T.A.L.K.E.R. 2 und Gray Zone Warfare in 4K
Bei einem Rechner mit RTX 5070 wollte ich mich nicht ausschließlich mit synthetischen Benchmarks beschäftigen. Entsprechend liefen meine Gaming-Tests in 4K. Sowohl S.T.A.L.K.E.R. 2 als auch Gray Zone Warfare liefen dabei mit stabilen Frameraten. Beide Spiele gehören nicht gerade zu den Titeln, mit denen man schwächere Hardware schonend behandelt. Gerade deshalb waren sie für mich wesentlich interessanter als ein weiterer synthetischer Durchlauf.
Die Kombination aus Ryzen 9 9955HX3D und RTX 5070 funktioniert hier. Der Prozessor besitzt genügend Reserven und die Grafikkarte bringt 12 GB eigenen GDDR7-Speicher mit. Der NEO-X1 Pro lässt sich damit ohne Weiteres als 4K-Gaming-PC einsetzen. Grenzen gibt es trotzdem – und die habe ich ausgerechnet dort gefunden, wo ich sie erwartet habe.
MSFS 2024: Es kommt darauf an, was man ihm vorsetzt
Der Microsoft Flight Simulator 2024 eignet sich nur bedingt für pauschale Aussagen zur Performance. Ein kleinerer Flughafen mit einem weniger aufwendigen Flugzeug stellt völlig andere Anforderungen als ein komplexer Airliner auf einem entsprechend umfangreichen Großflughafen. Bei kleineren Flughäfen hatte ich auch in 4K keine Probleme. Das gilt ebenfalls in Verbindung mit dem A320 von Fenix Simulations.
Diese Kombination ließ sich auf dem NEO-X1 Pro ohne störende Einbrüche nutzen. Mit dem FlyByWire A380 sieht die Sache auf besonders komplexen Flughäfen anders aus. Frankfurt am Main (EDDF), London Heathrow (EGLL) und New York JFK (KJFK) bringen den Rechner deutlich stärker ins Schwitzen. Hier kam es bei mir zu sichtbaren Framerate-Einbrüchen und stellenweise wurde es ruckelig. Dies liegt jedoch auch an zusätzlichen Erweiterungen wie FS2Crew: RAAS Professional, GSX Pro oder Navigraph.
Das bedeutet allerdings nicht, dass der MSFS 2024 auf dem NEO-X1 Pro grundsätzlich schlecht läuft. Entscheidend ist die jeweilige Kombination. Fenix A320 und kleinere Airports waren während meines Tests kein Thema. FlyByWire A380 zusammen mit einem entsprechend aufwendigen Großflughafen kann dagegen auch diese Hardware ordentlich fordern. Gerade das ist für mich aussagekräftiger als ein einzelner FPS-Wert. Der Flight Simulator gehört zu den Anwendungen, bei denen zwei auf den ersten Blick ähnliche Szenarien vollkommen unterschiedliche Anforderungen an die Hardware stellen können.
Photoshop, Lightroom und Premiere Pro
Der NEO-X1 Pro musste bei mir zum Gaming herhalten. Einen erheblichen Teil des Tests habe ich ihn als Arbeitsrechner eingesetzt. Dazu gehören insbesondere Adobe Photoshop und Lightroom sowie Premiere Pro. Photoshop und Lightroom liefen auch bei umfangreicheren Projekten ohne Auffälligkeiten. Gerade hier machen sich die von mir verbauten 96 GB DDR5-SODIMM positiv bemerkbar. Mehrere Anwendungen können parallel geöffnet bleiben, ohne dass ich ständig darauf achten muss, was im Hintergrund noch Arbeitsspeicher belegt. Mehr zu tun bekam der Rechner mit Premiere Pro. Auch dabei lieferte der NEO-X1 Pro ein zufriedenstellendes Ergebnis. Schnitt und Bearbeitung waren ohne größere Probleme möglich.
Natürlich hängt die Leistung in Premiere Pro stark vom verwendeten Material und Projekt ab. Codec, Effekte und Anzahl der Spuren können die Anforderungen erheblich verändern. Für meinen 4K60-Workflow hat die Kombination aus Ryzen 9 9955HX3D, RTX 5070 und 96 GB DDR5-SODIMM aber funktioniert. Genau an dieser Stelle gefällt mir das Konzept des NEO-X1 Pro besonders gut. Der Rechner ist eben nicht ausschließlich eine kompakte Gaming-Maschine. Ich kann Bilder in Lightroom bearbeiten, Photoshop nutzen, 4K60-Material in Premiere schneiden und anschließend ein anspruchsvolles Spiel starten, ohne dafür unterschiedliche Systeme zu benötigen.
Anschlüsse, Wi-Fi 7 und 2,5-Gigabit-LAN
Bei der Ausstattung hat GMKtec ebenfalls nicht gespart. Für das Netzwerk steht 2,5-Gigabit-Ethernet bereit, drahtlos funkt der NEO-X1 Pro über Wi-Fi 7. Bluetooth 5.4 ist ebenfalls vorhanden. Hinzu kommen mehrere USB-Anschlüsse an Vorder- (2x USB A 2.0, 1x USB-C mit 10 Gbit/s) und Rückseite (2× USB-A 2.0, 2× USB-A 3.2 Gen 2, 1× USB-C mit 10 Gbit/s) sowie die Anschlüsse der dedizierten Grafikkarte. Die RTX 5070 ermöglicht den Betrieb von bis zu vier Displays und stellt dafür HDMI 2.1b sowie drei DisplayPort-2.1b-Anschlüsse bereit. Das ist insbesondere dann praktisch, wenn der NEO-X1 Pro nicht nur als Gaming-PC eingesetzt wird. Für Lightroom, Photoshop und Premiere Pro ist ein Multi-Monitor-Setup schließlich mindestens genauso interessant wie beim Spielen. Die Anschlüsse verteilen sich auf Vorder- und Rückseite, wodurch häufig verwendete Geräte nicht zwangsläufig hinter dem Rechner angeschlossen werden müssen. Gerade bei einem System, das gleichzeitig als Arbeits- und Gaming-PC dienen soll, ist das im Alltag deutlich angenehmer.
Kein typischer Mini PC
Nach meinem Test fällt es mir schwer, den NEO-X1 Pro noch in dieselbe Kategorie wie klassische Mini-PCs zu stecken. Das Gehäuse ist kompakt, technisch handelt es sich aber eher um einen kleinen Desktop-PC. Das zeigt sich nicht nur an Ryzen 9 und RTX 5070. Auch die Möglichkeit, DDR5-SODIMMs und SSDs selbst zu tauschen, verändert den Charakter des Rechners. Meine Aufrüstung von 64 auf 96 GB DDR5-5600 sowie der Einbau einer zweiten 2-TB-NVMe waren problemlos möglich. Dazu kommt das interne 850-Watt-Netzteil.
Ein externes Netzteil in Ziegelsteingröße entfällt damit. Zusammen mit der Flüssigkeitskühlung und der Desktop-Grafikkarte ist der interne Aufbau wesentlich näher an einem klassischen PC als an einem typischen Mini-PC. Das schlägt sich natürlich in den Abmessungen nieder. Mit 14,6 Litern lässt sich der NEO-X1 Pro nicht hinter einem Monitor verstecken. Verglichen mit einem ausgewachsenen Gaming-Tower benötigt er auf oder unter dem Schreibtisch aber weiterhin deutlich weniger Platz.
Preis und Verfügbarkeit
Günstig ist der NEO-X1 Pro erwartungsgemäß nicht. Im GMKtec Store wird das Modell aktuell für 3.199,99 US-Dollar angeboten. Als regulären Preis nennt GMKtec 3.699,99 US-Dollar. Damit bewegt sich der Rechner preislich klar im Bereich ausgewachsener Gaming-PCs und Workstations. Das sollte man beim NEO-X1 Pro auch entsprechend einordnen. Wer lediglich einen kleinen Rechner für Office, Browser und gelegentliche Bildbearbeitung sucht, ist hier vollkommen falsch. Auf der anderen Seite steckt im NEO-X1 Pro auch keine typische Mini-PC-Hardware. Ryzen 9 9955HX3D, Desktop-GeForce RTX 5070, internes 850-Watt-SFX-Netzteil, Flüssigkeitskühlung, zwei SODIMM-Steckplätze und zwei M.2-Steckplätze erklären zumindest, woher der Preis kommt.
Über Amazon wird der NEO-X1 Pro ebenfalls angeboten. Die Variante mit 32 GB DDR5-5600 und 2 TB SSD kostet hier zum Testzeitpunkt 3.258,96 Euro. Zusätzlich wird derzeit ein Coupon über 330 Euro angeboten, wodurch der Preis auf 2.928,96 Euro sinkt. Damit bleibt der NEO-X1 Pro eine kostspielige Angelegenheit. Entscheidend ist letztlich, ob man die Kombination aus kompakter Bauweise, Desktop-Grafikkarte und Aufrüstbarkeit tatsächlich benötigt.
Fazit
Der GMKtec NEO-X1 Pro hat sich in meinem Test als ausgesprochen leistungsfähiger Kompakt-PC erwiesen. Ryzen 9 9955HX3D und GeForce RTX 5070 sind keine Kombination, die lediglich auf dem Datenblatt gut aussieht. Die vorhandene Leistung lässt sich im Alltag tatsächlich nutzen. S.T.A.L.K.E.R. 2 und Gray Zone Warfare liefen bei mir in 4K stabil. Gleichzeitig eignet sich der Rechner nicht nur zum Spielen. Photoshop und Lightroom machten keine Probleme und auch bei der Bearbeitung von 4K60-Material in Premiere Pro war ich mit der Leistung zufrieden. Dass es trotzdem Grenzen gibt, hat der Microsoft Flight Simulator 2024 gezeigt. Mit dem Fenix A320 und kleineren Flughäfen lief er bei mir problemlos. Einen FlyByWire A380 in EDDF, EGLL oder KJFK zu landen, ist insbesondere nach längeren Flügen eine andere Hausnummer. In diesen Szenarien gingen die Frameraten sichtbar zurück und es wurde stellenweise ruckelig.




















