Apple hat auf seinem heutigen Event die Apple Watch Series 12 und die Apple Watch Ultra 4 vorgestellt. Beide bekommen den neuen S11-Chip und ein überarbeitetes System zur Erfassung von Gesundheitsdaten. Hinzu kommen neue Funktionen unter dem Namen Audio Intelligence. Bei der Ultra 4 wächst außerdem der Akku. Vorbestellungen starten heute, der Verkaufsstart folgt am 18. September.
Neue Sensoren messen den Puls alle fünf Sekunden
Die Gesundheitsmessung gehört zu den wesentlichen Änderungen. Beide Uhren erfassen die Herzfrequenz im Hintergrund alle fünf Sekunden. Apple spricht von einer bis zu 60-mal höheren Messhäufigkeit. Überarbeitete Elektroden und sparsamere grüne LEDs sollen genauere Messungen ermöglichen. Auch die Herzfrequenzvariabilität wird häufiger erfasst, nun im Abstand von fünf Minuten. Diese Werte sollen zusätzliche Einblicke in Belastung und Erholung liefern. Es handelt sich dabei um Apples Angaben zur neuen Hardware.

Dazu kommt Readiness: Die Funktion berücksichtigt Aktivität, Trainingsbelastung, Vitalwerte und Schlaf. Ein Wert zwischen 0 und 10 soll bei der Tagesplanung helfen. Die Bewertung aktualisiert sich im Tagesverlauf und zeigt an, welche Faktoren sie beeinflussen.
Apple Watch Series 12: Keramik kehrt zurück
Bei der Series 12 erweitert Apple die Materialauswahl. Neben Aluminium und Titan gibt es wieder Keramik, diesmal in Pearl White und Night Blue. Aluminium wird in Space Grau, Schwarz, hellem Gold und dunkler Bronze angeboten. Für Titan stehen Natur und Radiant Gold zur Wahl. Das sind die derzeit veröffentlichten Farbbezeichnungen aus der internationalen Ankündigung.

Die Gehäusegrößen betragen 42 und 46 Millimeter. Bei den Aluminiummodellen schützt Ceramic Shield 2 die Vorderseite. Apple nennt bis zu 24 Stunden Akkulaufzeit im Alltag und bis zu zehn Stunden bei einem Outdoor-Training. 15 Minuten Laden sollen Energie für bis zu zwölf weitere Stunden Nutzung liefern. Die tatsächliche Laufzeit hängt vom Einsatz ab.
Apple Watch Ultra 4: Größerer Akku für längere Nutzung
Die Ultra 4 erhält ebenfalls den S11-Chip und die neue Gesundheitsmessung. Ein größerer Akku soll laut der Event-Berichterstattung mehr als zwei Tage Laufzeit ermöglichen. Beim Gehäuse bleibt es bei Titan in Schwarz oder Natur. Apple stellt außerdem ein neues Titanarmband vor.
Damit bleibt die Ausdauer ein wichtiger Punkt beim Vergleich mit der Series 12. Wie deutlich sich der Vorteil unter GPS-Nutzung, beim Training oder mit aktiven KI-Funktionen auswirkt, muss der Praxiseinsatz zeigen.
Audio Intelligence: Gespräche zusammenfassen und Geräusche erkennen
Audio Intelligence umfasst vier Funktionen. Die Geräuscherkennung weist beispielsweise auf eine Türklingel oder einen Alarm hin. Shazam erkennt Musik automatisch und zeigt Titel und Interpret im Smart Stapel an. Live Rewind macht die zuletzt gesprochenen 15 Sekunden nach einem doppelten Druck auf die Digital Crown als Text sichtbar. Siri Recap erstellt kurze Zusammenfassungen von Gesprächen, die später in der Siri-App aufgerufen werden können.

Die Funktionen müssen aktiviert werden. Für Siri Recap lassen sich Zeiten und Orte festlegen. Laut Apple entstehen keine gespeicherten Audioaufnahmen. Zusammenfassungen werden nach sieben Tagen automatisch gelöscht, wenn Nutzer sie nicht sichern. Gespeicherte Inhalte lassen sich Ende-zu-Ende-verschlüsselt über iCloud synchronisieren. Live Rewind signalisiert seine Aktivierung hörbar und sichtbar.
Für deutsche Käufer ist die Verfügbarkeit entscheidend: Live Rewind und Siri Recap erscheinen erst später 2026 als Beta, zunächst auf Englisch und anfangs nicht in der EU. Voraussetzung ist ein kompatibles iPhone ab der iPhone-16-Familie, wobei das iPhone 16e ausgeschlossen ist. Auch Siri AI steht in der EU auf der Watch zunächst nicht bereit. Die neuen Gesprächsfunktionen sind damit hierzulande kein nutzbares Startfeature.
Preise und Verkaufsstart
In den USA beginnen die Preise bei 399 US-Dollar für die Series 12 und 799 US-Dollar für die Ultra 4. Damit bleiben die Einstiegspreise dort unverändert. Die Vorbestellung startet heute. Bestätigte deutsche Preise ließen sich zum oben genannten Recherchestand noch nicht verifizieren. Die Dollarbeträge sind deshalb ausdrücklich keine Europreise.
