XGIMI MIRA im Test: Kurzdistanzprojektor mit starkem 4K Bild

XGIMI ist bei uns im Blog längst kein unbekannter Hersteller mehr. In den vergangenen Jahren habe ich einige Projektoren ausprobiert, vom mobilen MoGo bis zum leistungsstarken Horizon 20 Max. Mit dem MIRA bietet XGIMI nun einen Kurzdistanzprojektor an, der 4K UHD, Google TV und einen RGB Triple Laser in einem wohnzimmertauglichen Gehäuse vereint. XGIMI hat mir den Projektor für diesen Test zur Verfügung gestellt. Vorgaben zum Inhalt oder zur Bewertung gab es nicht.

Foto: Deskmodder

Technische Daten im Detail

XGIMI verbaut einen 0,39 Zoll großen DMD Chip und eine RGB Triple Laser Lichtquelle. Das Bild wird mit 3.840 x 2.160 Pixeln ausgegeben. Mit 2.000 ISO-Lumen ist der MIRA heller als viele ältere Modelle, bleibt aber unter der Horizon 20-Reihe.

Die wichtigsten technischen Daten im Überblick:

  • 4K UHD Auflösung (3.840 x 2.160 Pixel)
  • RGB Triple Laser Lichtquelle
  • 2.000 ISO Lumen Helligkeit
  • Kontrastverhältnis von 20.000 zu 1 (mit DBLE)
  • 110 Prozent Farbraumabdeckung BT.2020
  • Google TV mit zertifizierter Netflix App
  • 0,175:1 Projektionsverhältnis

Verpackung und Design

Schon die Verpackung macht einen guten Eindruck und alles ist sicher verstaut. Neben dem MIRA befinden sich das externe Netzteil, ein Stromkabel, die üblichen Unterlagen sowie eine beleuchtete Bluetooth-Fernbedienung inklusive Batterien im Karton. Bei der Verarbeitung gibt es wenig zu meckern. Das Gehäuse wirkt stabil und sauber gefertigt. Der Farbton „Moonlight Sand“ und der textile Bezug nehmen dem MIRA die typische Technikoptik. Er fügt sich dadurch gut in viele Wohnungseinrichtungen ein, was bei einem dauerhaft sichtbaren Gerät durchaus wichtig ist.

Foto: Deskmodder

Wenig Platzbedarf und viele Anschlüsse

Für ein 100 Zoll großes Bild benötigt der MIRA laut Hersteller nur 19,3 Zentimeter Abstand zur Wand. Eine Montage an der Decke entfällt. Man braucht lediglich eine ausreichend tiefe TV-Kommode und eine möglichst ebene Wand oder Leinwand. ISA 5.0 hilft bei Ausrichtung und Schärfe. Bei der Positionierung sollte man sich trotzdem Zeit nehmen, da kleine Bewegungen das Bild sichtbar verändern können. Ist der richtige Platz gefunden, muss man normalerweise nichts mehr anpassen.

Auch bei den Anschlüssen gibt es wenig zu kritisieren. Spielekonsole, Soundanlage und weitere Zuspieler können gleichzeitig angeschlossen bleiben. Hier lässt XGIMI keine wichtigen Wünsche offen.

Foto: Deskmodder

Google TV, Netflix und Leistung

Bei älteren XGIMI Projektoren war Netflix immer wieder ein Kritikpunkt. Teilweise waren eine Installation über Umwege oder ein externer Streamingstick notwendig. Beim MIRA ist Netflix zertifiziert und direkt über Google TV nutzbar. Sideloading oder zusätzliche Hardware werden nicht mehr benötigt. Auch die allgemeine Leistung hat sich verbessert. Menüs reagieren schnell, Apps öffnen sich ohne lange Wartezeit und der Wechsel zwischen Streamingdiensten läuft problemlos. Die 2 GB Arbeitsspeicher wirken knapp, haben sich im Test aber nicht negativ bemerkbar gemacht.

Bildqualität bei Tag und Nacht

Kommen wir zum wichtigsten Punkt: der Bildqualität. Am Abend oder in einem abgedunkelten Raum liefert der MIRA ein sehr gutes Bild. Inhalte in 4K wirken scharf, Farben kräftig und auch dunklere Szenen werden ordentlich dargestellt. Für mich gehört er zu den besten XGIMI Projektoren, die ich bisher getestet habe. Bei Tageslicht sieht es anders aus. Gegenüber älteren Modellen ist mehr zu erkennen, bei starkem Sonnenschein reichen die 2.000 ISO Lumen teilweise trotzdem nicht aus. Das Bild bleibt sichtbar, verliert aber an Kontrast und wirkt blasser. Wer den MIRA tagsüber verwenden möchte, sollte den Raum etwas abdunkeln oder eine ALR-Leinwand einplanen.

Foto: Deskmodder

In einigen Szenen war mir die Farbdarstellung ab Werk zu kühl. Vor allem helle Flächen zeigten einen Blaustich. Über die Bildeinstellungen lässt sich die Farbtemperatur wärmer einstellen, wodurch das Bild natürlicher wirkt. Ein großer Minuspunkt ist das deshalb nicht.

Ton besser als zunächst erwartet

Beim Klang war ich zunächst skeptisch, wurde aber positiv überrascht. Zwei Breitbandlautsprecher mit jeweils 8 Watt und ein 20 Watt starker Subwoofer sorgen für ein angenehm volles Klangbild. Bässe sind vorhanden und Höhen sowie Tiefen werden ordentlich wiedergegeben.

Eine zusätzliche Soundbar ist für den normalen Gebrauch nicht zwingend notwendig. Eine große Heimkinoanlage ersetzt der MIRA natürlich nicht, für die meisten Nutzer dürfte der Ton aber ausreichen. Lediglich Stimmen könnten in manchen Szenen noch etwas klarer hervortreten.

Lautstärke, Lüfter und Wärmeentwicklung

Ein Punkt, der im Alltag ebenfalls eine Rolle spielt, ist die Geräuschentwicklung. Hier zeigt sich der MIRA insgesamt sehr unauffällig, aber nicht komplett lautlos. Sobald Inhalte wiedergegeben werden, egal ob Filme, Serien oder Musik, ist der Projektor im normalen Sitzabstand praktisch nicht wahrnehmbar. Der Ton überlagert die Geräusche vollständig, sodass der Betrieb im Hintergrund nicht stört.

Anders sieht es im Leerlauf oder direkt nach dem Einschalten aus. Wenn der MIRA hochfährt oder gerade kein Inhalt abgespielt wird, ist der Lüfter deutlich hörbar. In einem normalen Wohnzimmer fällt das nur bedingt auf, in kleineren Räumen oder bei sehr leiser Umgebung kann das Lüftergeräusch aber wahrgenommen werden. Zusätzlich fällt auf, dass der Projektor im Betrieb Wärme abgibt. Das ist bei dieser Bauform nicht ungewöhnlich, sollte aber erwähnt werden. In kleineren Räumen kann sich die Umgebungstemperatur spürbar erhöhen, wenn der MIRA über längere Zeit läuft. Das ist kein kritischer Punkt, aber etwas, das man bei der Platzierung berücksichtigen sollte.

Die Fernbedienung bleibt ein Kritikpunkt

Die beleuchtete Bluetooth Fernbedienung funktioniert zuverlässig. Für ein Gerät dieser Preisklasse wirkt sie trotzdem nicht hochwertig genug. Material und Haptik passen meiner Meinung nach nicht zum sehr gut verarbeiteten Projektor. Hier darf XGIMI gerne nachbessern.

Foto: Deskmodder

Fazit

Der XGIMI MIRA ist ein gelungener Kurzdistanzprojektor, der vor allem bei wenig Umgebungslicht ein sehr gutes Bild liefert. Verarbeitung, Design, Anschlüsse und Systemleistung können ebenfalls überzeugen. Netflix funktioniert endlich ohne Sideloading und damit so unkompliziert, wie man es erwarten darf. Bei starkem Tageslicht sind die 2.000 ISO Lumen nicht immer ausreichend und die Fernbedienung könnte hochwertiger sein. Der Blaustich lässt sich schnell korrigieren. Positiv überrascht hat mich der Ton, der für die Bauform kräftig und im Alltag absolut ausreichend ist.

Mit 1.699 Euro ist der Einstieg nicht günstig. Für diesen Preis gibt es im Bereich der Kurzdistanzprojektoren aber auch deutlich schlechtere Geräte. Wer ein großes Bild auf wenig Raum sucht und den Raum bei Bedarf abdunkeln kann, bekommt ein gutes Gesamtpaket, das ich empfehlen kann.

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5 Kommentare zu “XGIMI MIRA im Test: Kurzdistanzprojektor mit starkem 4K Bild”

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