Proxmox hat die Version 1.1 des Proxmox Datacenter Managers (PDM) veröffentlicht. Die Verwaltungsplattform für mehrere Proxmox-VE- und Proxmox-Backup-Server-Instanzen erhält mit dem Update zahlreiche neue Funktionen. Im Mittelpunkt stehen die zentrale Verwaltung von virtuellen Maschinen und Containern, automatisierte Installationen sowie ein deutlich erweitertes Monitoring. Der Proxmox Datacenter Manager basiert weiterhin auf Debian Trixie und setzt standardmäßig auf den Linux-Kernel 7.0 sowie ZFS 2.4.2.

Erste Ausbaustufe der zentralen Gastverwaltung
Eine der wichtigsten Neuerungen betrifft die Verwaltung virtueller Maschinen und Container über mehrere angebundene Standorte hinweg. Der Datacenter Manager kann nun sämtliche QEMU-VMs und LXC-Container aller verbundenen Proxmox-VE-Instanzen in einer gemeinsamen Übersicht darstellen. Administratoren erhalten dadurch erstmals eine zentrale Ansicht aller Systeme, unabhängig davon, auf welchem Cluster oder Host diese laufen. Zusätzlich integriert Proxmox eine zentrale Snapshot-Verwaltung. Snapshots lassen sich direkt über den Datacenter Manager erstellen, löschen, zurückrollen oder bearbeiten, ohne die jeweilige Zielinstanz separat aufrufen zu müssen. Auch pausierte oder angehaltene virtuelle Maschinen können nun über eine eigene Resume-Funktion wieder gestartet werden.
Automatisierte Installation wird zentral steuerbar
Neu hinzugekommen ist außerdem die Unterstützung für automatisierte Installationen. Der Datacenter Manager kann künftig Antwortdateien verwalten und an verbundene Systeme ausliefern. Dadurch lassen sich Installationsparameter zentral definieren und neue Hosts automatisiert bereitstellen.
Installationsvorgänge werden direkt in der Weboberfläche überwacht. Zusätzlich schützt ein Token-System die Kommunikation zwischen neu installierten Systemen und dem Datacenter Manager. Optional können Antwortdateien bereits einen Proxmox-Subskriptionsschlüssel enthalten, sodass neue Hosts ihre Lizenz nach der Installation automatisch registrieren.
Zentrale Verwaltung von Subskriptionen
Mit Version 1.1 führt Proxmox außerdem eine zentrale Lizenzverwaltung ein. Administratoren können künftig einen Pool aus Subskriptionsschlüsseln verwalten und einzelnen Remotes zuweisen. Die Software schlägt dabei auf Wunsch passende Zuordnungen automatisch vor. Gerade in größeren Umgebungen mit zahlreichen Hosts dürfte diese Funktion den Verwaltungsaufwand reduzieren.
Ceph-Cluster direkt im Blick
Wer Ceph in Verbindung mit Proxmox VE einsetzt, erhält ebenfalls neue Möglichkeiten. Der Datacenter Manager kann jetzt die Ceph-Cluster verbundener Proxmox-Installationen überwachen. Gesundheitsstatus, Speicherauslastung, Performance-Daten sowie Informationen zu OSDs, Monitoren und Managern werden zentral angezeigt. Dadurch entfällt in vielen Fällen der Wechsel zwischen mehreren Verwaltungsoberflächen.
Mehr Monitoring für Host und Infrastruktur
Auch beim Monitoring wurde nachgelegt. Der Datacenter Manager sammelt nun eigene Host-Metriken und stellt diese direkt in der Oberfläche dar. Neue Widgets visualisieren CPU-, Speicher- und Speicherauslastung. Zusätzlich können angebundene Standorte auf einer Karte dargestellt werden, sofern entsprechende Standortinformationen hinterlegt wurden.
Daneben wurden zahlreiche Detailverbesserungen umgesetzt. Dazu gehören neue RRD-Grafiken, erweiterte OpenID-Unterstützung, Verbesserungen bei LDAP- und Active-Directory-Anbindungen sowie diverse Sicherheits- und Stabilitätskorrekturen.
Proxmox baut den Datacenter Manager weiter aus
Mit Version 1.1 entwickelt sich der Proxmox Datacenter Manager zunehmend von einer reinen Übersichtslösung zu einer zentralen Verwaltungsplattform für größere Umgebungen. Besonders die neue Gastverwaltung und die automatisierten Installationen zeigen, in welche Richtung sich das Projekt entwickelt. Für Betreiber mehrerer Proxmox-VE-Cluster oder Proxmox-Backup-Server dürfte das Update daher deutlich interessanter ausfallen als die bisherigen Funktionsupdates.