Reolink TrackMix WiFi und TrackFlex Floodlight WiFi im Test: Zwei Überwachungskameras mit unterschiedlichem Fokus

Noch vor wenigen Jahren reichte vielen Nutzern eine einfache Überwachungskamera mit starrem Blickwinkel und durchschnittlicher Bildqualität vollkommen aus. Inzwischen sind die Erwartungen jedoch deutlich gestiegen. Kameras sollen heute nicht nur aufnehmen, sondern Bewegungen verfolgen, große Bereiche möglichst vollständig erfassen und auch nachts noch brauchbare Bilder liefern. Genau an diesem Punkt setzen sowohl die Reolink TrackMix WiFi als auch die neuere TrackFlex Floodlight WiFi an. Trotz ähnlicher Grundidee verfolgen beide Modelle jedoch unterschiedliche Ansätze. Wir hatten beide Kameras über längere Zeit im Alltagseinsatz und schnell wurde klar, dass sie sich nicht gegenseitig ersetzen. Während die TrackMix WiFi eher als flexible PTZ-Kamera für klassische Grundstücksüberwachung auftritt, richtet sich die TrackFlex Floodlight WiFi stärker an Nutzer, die möglichst viel Fläche mit nur einer Kamera abdecken möchten.

Zwei Kameras, zwei unterschiedliche Konzepte

Die Reolink TrackMix WiFi arbeitet mit zwei separaten Objektiven, die parallel dieselbe Szene erfassen. Dadurch entsteht gleichzeitig eine klassische Übersicht sowie eine nähere Darstellung des erkannten Bereichs. Gerade bei längeren Einfahrten, größeren Grundstücken oder weiter entfernten Bewegungen wirkt die Überwachung dadurch deutlich nachvollziehbarer als bei herkömmlichen Einzelobjektiv-Kameras. Gleichzeitig unterstützt die Kamera automatisches Schwenken und Neigen, wodurch Personen oder Fahrzeuge aktiv verfolgt werden können. Die TrackFlex Floodlight WiFi geht einen anderen Weg. Auch hier kommt ein Dual-Lens-System zum Einsatz, allerdings kombiniert Reolink dieses zusätzlich mit einer leistungsstarken Floodlight-Einheit und einer nahezu vollständigen Rundumabdeckung. Die Kamera ist klar darauf ausgelegt, größere Einfahrten, Höfe oder Grundstücksbereiche möglichst umfassend zu überwachen. Besonders interessant wird dabei die Kombination aus PTZ-Funktion und den sehr hellen LED-Flutlichtern.

Verarbeitung und Montage hinterlassen einen hochwertigen Eindruck

Bei beiden Modellen zeigt sich schnell, dass Reolink sehr genau weiß, wie robuste Outdoor-Kameras aufgebaut sein müssen. Sowohl die TrackMix WiFi als auch die TrackFlex Floodlight WiFi wirken sauber verarbeitet und machen bereits beim Auspacken einen deutlich hochwertigeren Eindruck als viele günstige Konkurrenzmodelle.

Bereits beim auspacken wir der Qualitätsanspruch von Reolink klar. Foto: Deskmodder

Die Gehäuse sind wetterfest konstruiert und für den dauerhaften Außeneinsatz ausgelegt. Gerade die TrackFlex wirkt durch ihre massive Floodlight-Einheit nochmals etwas präsenter und schwerer als die TrackMix. Gleichzeitig fällt positiv auf, dass beide Kameras keine unnötigen Designspielereien besitzen, sondern klar funktional aufgebaut sind. Die Montage gelingt insgesamt unkompliziert. Während die TrackMix klassisch an Wand oder Decke montiert werden kann, benötigt die TrackFlex durch die feste Stromversorgung etwas mehr Planung. Dafür integriert sie jedoch gleichzeitig die Außenbeleuchtung und spart unter Umständen zusätzliche Installationen. Bildqualität überzeugt im Alltag deutlich stärker als viele Datenblätter vermuten lassen
Auf dem Papier wirken manche technischen Entscheidungen zunächst ungewöhnlich. Gerade bei der TrackFlex fallen die Sensorgrößen im Verhältnis zur Auflösung eher konservativ aus. Im Alltag spielt das jedoch deutlich weniger eine Rolle, als man zunächst vermuten würde.

Die Bildqualität beider Kameras fällt insgesamt sehr überzeugend aus. Tagsüber liefern sowohl die TrackMix als auch die TrackFlex ein scharfes, kontrastreiches Bild mit sauberer Bewegungserkennung. Besonders die automatische Objektverfolgung funktioniert erstaunlich zuverlässig und bleibt selbst bei schneller Bewegung stabil. Nachts zeigen sich dann die eigentlichen Unterschiede. Die TrackMix setzt stärker auf klassische IR-Nachtsicht und ergänzende Spotlights, während die TrackFlex mit ihrer integrierten Floodlight-Einheit deutlich aggressiver ausleuchtet. Gerade größere Einfahrten oder Grundstücksbereiche profitieren davon spürbar. Gleichzeitig bleibt die Bildqualität auch bei schlechtem Wetter oder Regen angenehm stabil.

Die TrackMix WiFi punktet vor allem bei klassischer Grundstücksüberwachung

Die größte Stärke der TrackMix liegt klar in ihrer Flexibilität. Durch die Kombination aus Weitwinkel- und Zoomansicht eignet sich die Kamera hervorragend für klassische Grundstücksüberwachung, Eingangsbereiche oder längere Zufahrten. Besonders praktisch ist dabei, dass Bewegungen gleichzeitig aus der Distanz verfolgt und im Gesamtbild eingeordnet werden können.

Die TrackMix WiFi eignet sich eher für die normale Grundstücksüberwachung. Foto: Deskmodder

Im Alltag zeigt sich außerdem, dass die Kamera angenehm unkompliziert arbeitet. Die Einrichtung gelingt schnell, die Reolink-App bleibt übersichtlich und auch die Integration in Synology Surveillance Station funktionierte im Test problemlos. Genau dort spielt Reolink seit Jahren seine Stärke aus, denn viele andere Hersteller arbeiten längst nicht so sauber mit NAS-Systemen zusammen. Teile der Erfahrungen decken sich dabei auch mit den Eindrücken aus anderen Langzeittests zur TrackMix WiFi.

Die TrackFlex Floodlight WiFi richtet sich an größere Überwachungsbereiche

Die TrackFlex wirkt dagegen deutlich spezialisierter. Die Kamera entfaltet ihre Stärke vor allem dort, wo möglichst große Bereiche mit nur einer Installation überwacht werden sollen. Durch die nahezu vollständige Rundumabdeckung eignet sie sich hervorragend für Einfahrten, größere Höfe oder Grundstücksecken.

Im Alltag zeigte sich allerdings auch, dass eine solche 360-Grad-Überwachung zusätzliche Herausforderungen mitbringt. Datenschutzmasken und Sperrzonen lassen sich nicht ganz so flexibel einsetzen, wie man es sich teilweise wünschen würde. Gerade bei wechselnden Blickrichtungen wäre hier noch etwas mehr Feintuning hilfreich. Trotzdem bleibt der Gesamteindruck sehr positiv. Die Kombination aus PTZ-Funktion, Floodlight und Auto-Tracking sorgt für ein Sicherheitsgefühl, das klassische statische Kameras kaum erreichen.

Unterschiede bei den Einsatzbereichen werden schnell sichtbar

Nach mehreren Wochen Praxiseinsatz kristallisiert sich relativ klar heraus, für welche Zielgruppen die jeweiligen Modelle gedacht sind. Die TrackMix WiFi eignet sich hervorragend für Nutzer, die eine flexible PTZ-Kamera mit sehr guter Alltagstauglichkeit suchen und gleichzeitig Wert auf unkomplizierte Integration legen. Die TrackFlex Floodlight WiFi spielt ihre Stärke dagegen vor allem auf größeren Grundstücken oder in Bereichen mit schwierigen Sichtachsen aus. Dort ersetzt sie unter Umständen sogar mehrere klassische Kameras und kombiniert Überwachung direkt mit Außenbeleuchtung. Wer hingegen vor allem kleinere Bereiche überwachen möchte, fährt mit der kompakteren TrackMix meist sinnvoller.

Reolink bleibt bei der Systemoffenheit angenehm flexibel

Was beide Kameras besonders interessant macht, ist die weiterhin vergleichsweise offene Nutzung. Während viele Hersteller ihre Nutzer inzwischen massiv in proprietäre Cloud-Dienste oder geschlossene Plattformen drängen, bleibt Reolink deutlich flexibler aufgestellt. Lokale Speicherung auf microSD-Karten, FTP-Server oder klassische NVR-Lösungen funktionieren weiterhin ohne größere Einschränkungen. Gerade im Alltag macht sich das positiv bemerkbar, weil die Kameras dadurch nicht dauerhaft von einzelnen Cloud-Diensten oder zusätzlichen Abomodellen abhängig sind. Genau dieser Ansatz wird im aktuellen Überwachungsmarkt zunehmend seltener.

Preislich driften beide Modelle auseinander

Preislich positionieren sich beide Kameras inzwischen spürbar unterschiedlich. Die Reolink TrackMix WiFi liegt direkt beim Hersteller aktuell bei 199,99 Euro und richtet sich damit klar an Nutzer, die eine flexible PTZ-Kamera mit Dual-Lens-System suchen. Zeitweise fällt der Straßenpreis allerdings deutlich niedriger aus. Bei Amazon war das Modell zuletzt bereits für rund 159 Euro erhältlich, wodurch die TrackMix preislich nochmals attraktiver wird. Die TrackFlex Floodlight WiFi bewegt sich dagegen in einer höheren Klasse und kostet sowohl direkt bei Reolink als auch bei Amazon derzeit rund 249 Euro. Dafür kombiniert sie die eigentliche Überwachungskamera direkt mit einer leistungsstarken Floodlight-Einheit und einer deutlich größeren Flächenabdeckung.

Fazit: Zwei starke Kameras mit klar unterschiedlicher Ausrichtung

Sowohl die Reolink TrackMix WiFi als auch die TrackFlex Floodlight WiFi hinterlassen im Alltag einen sehr guten Gesamteindruck. Die Verarbeitung stimmt, die Bildqualität überzeugt und auch die Software arbeitet insgesamt zuverlässig. Die TrackMix WiFi bleibt dabei die vielseitigere und unkompliziertere Lösung für klassische Grundstücksüberwachung. Die Kamera eignet sich hervorragend für Nutzer, die ein flexibles PTZ-System mit guter Bildqualität und sauberer NAS-Integration suchen.

Die TrackFlex Floodlight WiFi richtet sich dagegen stärker an Nutzer mit größeren Überwachungsbereichen oder komplexeren Grundstücksstrukturen. Die Kombination aus Rundumabdeckung, Auto-Tracking und leistungsstarkem Floodlight kann dort ihre Stärken klar ausspielen. Am Ende ersetzen sich beide Modelle nicht gegenseitig. Vielmehr ergänzen sie sich erstaunlich gut – je nachdem, welche Anforderungen die jeweilige Umgebung stellt.

Reolink TrackMix WiFi und TrackFlex Floodlight WiFi im Test: Zwei Überwachungskameras mit unterschiedlichem Fokus
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