Mini-PCs haben sich in den letzten Jahren leise, aber deutlich weiterentwickelt. Während früher oft sparsame Office-Kisten im Vordergrund standen, sieht man inzwischen immer häufiger Geräte, die echte Desktop-Leistung in ein sehr kleines Gehäuse packen. Der Ninkear L12 Pro gehört genau in diese Kategorie, denn mit dem Core i9-12900H steckt hier ein Prozessor drin, den man eher aus leistungsstarken Notebooks kennt. Und genau das macht das Gerät interessant. Es geht nicht um Gaming oder Show, sondern um Leistung im Alltag – sei es für mehrere parallele Anwendungen, virtuelle Maschinen oder einfach ein System, das auch in zwei, drei Jahren noch nicht ins Schwitzen kommt. Gleichzeitig merkt man aber schon beim ersten Blick, dass hier nicht alles auf maximale Ausstattung ausgelegt ist, sondern eher auf einen sinnvollen Kompromiss.
Technische Basis: Bewährte Plattform mit kleinen Einschränkungen
Im Kern arbeitet ein Intel Core i9-12900H mit 14 Kernen und 20 Threads. Das ist zwar kein brandneuer Chip mehr, aber nach wie vor eine sehr leistungsfähige CPU, die in vielen Szenarien mehr als ausreichend Reserven bietet. Unser Testgerät kommt mit 16 GB DDR4-RAM, konkret DDR4-3200, allerdings nur im Single-Channel-Betrieb. Genau hier verschenkt das System bereits etwas Potenzial, was man in bestimmten Anwendungen auch merkt.
Als Massenspeicher setzt Ninkear auf eine 1 TB große NVMe-SSD, die über PCIe 3.0 angebunden ist. Das klingt zunächst nach einem Kompromiss, relativiert sich im Alltag aber schnell. Ergänzt wird das Ganze durch zwei 2,5-Gbit-LAN-Ports, WiFi 6 und eine solide Auswahl an Anschlüssen für Monitore und Peripherie. Drei Displays gleichzeitig sind problemlos möglich, was gerade im Arbeitsumfeld ein echter Vorteil ist.
Verarbeitung und Eindruck im Alltag
Beim ersten Auspacken fällt sofort auf, dass Ninkear hier kein Design-Statement setzen will. Das Gehäuse ist schlicht, funktional und wirkt eher wie ein Werkzeug als ein Lifestyle-Produkt. Das ist aber keineswegs negativ gemeint, denn genau so fühlt sich der Mini-PC auch an: solide gebaut, nichts klappert, nichts wirkt billig. Im Betrieb bleibt das System im Leerlauf angenehm unauffällig. Erst unter Last wird der Lüfter hörbar, allerdings ohne unangenehm zu werden. Man merkt einfach, dass die Kühlung in einem so kompakten Gehäuse arbeiten muss. Wer absolute Ruhe erwartet, wird hier nicht fündig – wer realistisch bleibt, bekommt eine völlig akzeptable Geräuschkulisse.
Leistung im Test: Mehr als nur Papierwerte
Spannend wird es natürlich bei der Leistung, und hier liefert der L12 Pro ab. Im Alltag reagiert das System schnell, Programme starten ohne Verzögerung und auch viele gleichzeitig geöffnete Anwendungen bringen den Mini-PC nicht aus der Ruhe. Gerade bei typischen Workloads wie Office, Browser, Bildbearbeitung oder kleineren Entwicklungsumgebungen fühlt sich das System jederzeit souverän an.
Die Benchmarks bestätigen diesen Eindruck. Im Cinebench erreicht der Mini-PC rund 2283 Punkte im Multi-Core-Test und 461 Punkte im Single-Core. Das ist kein Spitzenwert im absoluten Vergleich, aber für ein Gerät dieser Größe und Preisklasse mehr als ordentlich. Besonders auffällig ist dabei, dass die Leistung auch unter längerer Last stabil bleibt. Ein Blick auf die SSD zeigt ebenfalls ein interessantes Bild.
Mit rund 3600 MB/s lesend und 3100 MB/s schreibend liegt sie klar über dem, was man von SATA kennt. Gleichzeitig bleibt sie aber unterhalb aktueller PCIe-4.0-Laufwerke. Im Alltag macht sich das kaum bemerkbar, da das System insgesamt sehr reaktionsschnell bleibt.
Marktvergleich: Stärker als erwartet, aber nicht für jeden
Im direkten Vergleich fällt auf, dass viele Mini-PCs in dieser Preisklasse entweder deutlich schwächere CPUs einsetzen oder sich stärker auf Effizienz konzentrieren. Der Ninkear L12 Pro geht bewusst einen anderen Weg und setzt klar auf Leistung. Das macht ihn besonders für Nutzer interessant, die viele parallele Aufgaben ausführen oder gezielt CPU-Leistung benötigen. Auf der anderen Seite fehlen typische Features moderner Systeme. Eine dedizierte GPU gibt es nicht, was die Gaming-Tauglichkeit deutlich einschränkt. Auch USB-C Power Delivery sucht man vergeblich, was gerade im Jahr 2026 etwas aus der Zeit gefallen wirkt. Dennoch bleibt das Gesamtbild stimmig, wenn man den Preis berücksichtigt.
Preis: Hier wird es richtig interessant
Regulär liegt der Ninkear L12 Pro bei rund 495 Euro. Damit ist er bereits konkurrenzfähig, vor allem mit Blick auf die verbaute CPU. Wirklich spannend wird es allerdings mit dem Rabattcode BG151116 für den Händler Banggood, denn damit sinkt der Preis auf etwa 409 Euro. Und genau an diesem Punkt kippt die Bewertung deutlich zugunsten des Geräts. Für knapp über 400 Euro bekommt man hier eine CPU-Leistung, die in dieser Form selten ist. Klar, es gibt Kompromisse – aber die sind angesichts des Preises gut nachvollziehbar.
Fazit: Klar positioniert – und genau darin stark
Der Ninkear L12 Pro versucht gar nicht erst, alles perfekt zu machen. Stattdessen konzentriert sich das System auf das Wesentliche: viel Rechenleistung in einem kompakten Gehäuse zu einem möglichst attraktiven Preis. Genau das gelingt auch, denn im Alltag zeigt sich der Mini-PC schnell, zuverlässig und ausreichend leistungsstark für nahezu alle produktiven Aufgaben. Natürlich gibt es Einschränkungen. Der Single-Channel-RAM kostet etwas Leistung, die SSD nutzt nur PCIe 3.0 und Features wie USB-C PD fehlen komplett. Auch beim Thema Gaming ist schnell Schluss. Doch das sind keine versteckten Schwächen, sondern bewusste Entscheidungen im Gesamtpaket. Unterm Strich bleibt ein Mini-PC, der genau dann überzeugt, wenn man weiß, was man braucht. Wer viel CPU-Leistung sucht und auf unnötigen Schnickschnack verzichten kann, bekommt hier ein erstaunlich starkes Gesamtpaket – vor allem zum reduzierten Preis.








@ Wagener_bjoern:
Darf ich Dich höflich um folgende zusätzliche Informationen bitten:
1.) Welche W11-Version (Home oder Pro) wird mitgeliefert?
2.) Gemäß Deinem Review gilt „Intel Core i9-12900H“. Banggood spezifiziert „i9-12900HK“. Was gilt?
3.) Kann man die WiFi-Card austauschen?
4.) Könntest Du Fotos zum Mainboard ergänzen?
Vorab besten Dank!
Hätte noch eine Frage: Ist der RAM erweiterbar?
Ist er.
Hallo,
zu deinen Fragen:
1. Auf unserem Testgerät war Windows 11 Pro vorinstalliert.
2. In unserem konkreten Modell ist ein Intel Core i9-12900H verbaut. Das lässt sich auch im CoreTemp-Screenshot im Artikel nachvollziehen. Die Angabe „HK“ bei Banggood dürfte daher entweder ein Fehler oder eine generische Produktbeschreibung sein.
3. Zum Thema Tausch der WLAN-Karte können wir nichts Verlässliches sagen, da wir das im Test nicht geprüft haben.
HK ist keine generische Produktbezeichnung.
Der HK ist ein abgespeckter H.
Ihm fehlen ein paar Funktionen des H:
– Intel vPro® Eligibility nur Essentials anstatt Enterprise
– Intel® Active-Management-Technik (AMT)
– Intel® Remote Platform Erase (RPE)
– Intel® One-Click Recovery
– Intel® Total Memory Encryption – Multi Key
– Intel® Total Memory Encryption
– Intel® Stable Image Plattform Program (SIPP)
– Intel® Virtualization Technology mit Redirect Protection (VT-rp)
Siehe Produktvergleich bei Intel:
https://www.intel.de/content/www/de/de/products/compare.html?productIds=132214,132215
Danke für Deine Antwort.
Bedeutet diese, dass Du den von Dir ausführlich getesteten PC nicht von innen gesehen hast?
Du erklärst eine RAM-Erweiterung für möglich. Hat der PC zwei RAM-Steckplätze?
Auch die Homepage https://ninkear.com/de/products/ninkear-l12-pro?_pos=1&_psq=l12&_ss=e&_v=1.0 spezifiziert „i9-12900HK“.
Erkennt denn Deine CoreTemp-Version überhaupt den Unterschied?
Und wieso gen 12 eine fast 5 jahre alter Chipsatz?
US-Exportbeschränkung neuerer Technologien gegen den Marktführer für Consumer-Geräte.
Das bedeutet jetzt das China so billig wird, dass sich die gesamte Consumer-Welt in ihren Kaufentscheidungen gegen die USA wendet und damit die USA prinzipiell verliert.
Das ist Trumps Wille und demzufolge auch der Wille seiner Wähler.
Wenn man auf der Herstellerseite nachschaut, dann ist ein Intel Core i9-12900HK verbaut.
ist aber nicht so sehr wichtig, bei so einem Rechnerzwerg.
Nur findet man keine Info darüber, ob man nun einen zweiten RamRiegel zubauen kann oder nicht.
Schade, also ist der Kauf eine Wundertüte…
Positiv sind die zwei LAN-Ports – Da fällt Einem gleich Einiges ein wofür das praktisch sein könnte.
Das das Teil kein PD hat ist auch egal wenn es eh irgendwo rumsteht…
Für etwa 400.- € geht das in Ordnung (Der Hersteller will 599.-€…)
Also Daumen halb hoch!
Hier steht was zur RAM-Belegung und wenn es etwas runterscrollt sieht auch auf dem einen Bild angedeutet, dass ein zweiter RAM-Riegel einsetzbar ist sprich 2×32 GB wird wahrscheinlich unterstützt: https://www.geekmaxi.com/de/mini-pcs-ninkear-l12-pro-mini-pc-intel-i9-12900hk-14-kerne-max-50ghz-7542.html
Ergänzend:
auf meiner verlinkten Seite steht zu Spezifikation auch:
Speicher: 16GB
Speicherschnittstelle: SO-DIMM*2
Speicher-Typ: DDR4 3200MHz
-> SO-DIMM*2 = zwei RAM-Bänke
Wenn der zwei SODIMM Plätze hat, dann könnte besonders die Grafik noch mal 15% zulegen.
Ansonsten ist es doch ein Problem der US-Exportbeschränkungen nach China, das dort nur abgelegte Technologien verbaut werden….
…weshalb meiner Meinung nach alle diese Teile nur dann Sinn machen wenn die WIRKLICH BILLIG sind.
Allerdings wird es wohl nicht lange dauern das die Chinesen selbst diesen Rückstand aufgeholt haben werden.
Auch deswegen ist es eben sinnvoll – vom Preis/Leistungsverhältnis – immer auch bei refurbished Markengeräten zu schauen.
Für die 400.- Taler bekommt man von Dell, HP oder Lenovo nur schwer was ähnlich Performantes…
Wäre doch aber interessant wenn hier sowas auch mal getestet wird und nicht immer nur China-Exoten!
Denn wenn man – bei den momentanen Ram-Preisen – noch einen Riegel nachkaufen muß, dann bewegt sich der komplette PC schon in einer Preislage das es sich eigentlich nicht mehr lohnt so einen No Name zu kaufen…
Hab hier einen Nipogi mit nem AMD Ryzen5-3450er laufen. Auf dem Board sind 2 Bänke für Ram bis 32 GB / 3200 MHz. Aktuell habe ich den vom Hersteller verbauten Kit mit 16 GB / 2400 Mhz verbaut. Sprich habe Dual-Channel da 2x 8GB Riegel verbaut waren. Im selben Fabrikat mit Intel A150 war es nur ein 8 GB Riegel und der hatte nur eine Ram Bank. Somit muss ich mich jetzt gedulden bis mein G.Skill Riegel noch ne Schwester bekommen darf;)
Hm, bei ebay gibt es immer wieder Nipogi Minis mit einem Ryzen 7 7730U und 32GB RAM für ~340€ – nicht vom Hersteller direkt, sondern im Acemagic Shop. Kommt zwar auch aus China, aber der Kauf bei ebay ist mir bei einigen Hundert Euro lieber bzw. sicherer. Fairerweise muss aber gesagt werden, das die verbaute M.2 echt lahm ist und ausgetauscht werden sollte. Wobei es bei so einem Gerät nicht zwingend notwendig ist. Der 12900 ist in CB2026 gerade mal 39 Punkte besser und kostet mit 16 GB RAM über 400€. Vergleichen lohnt sich wirklich, so sind die Minis bei Amazon meist am teuersten.
hi,
wie/wo gibt man den Rabatt-Code BG151116 ein ?
Jim
Leider fehlen Angaben zur Lautstärke.
Zumindest bei einigen NUCs kann/könnte man die Lüfterkurve im BIOS anpassen.
Bei (vielen) Asus PNs gibt es dazu die Einstellung „Silent“ oder so ähnlich im BIOS. Drehzahl dann ca. 1200 U/min. und leise genug.
Mit Asrock 4×4-box Mini PCs Industrial (bei allen drei von mir getesteten mit 7xxx oder 8xxx AMD CPUs) ist man aufgeschmissen, sofern man es wirklich leise (im Idle wohlgemerkt!) haben möchte.
Die Lüfterkurveneinstellung bewirkt nichts, egal was man da testet, außer den Lüfter auf erhöhten ca. 2500 U/min drehen zu lassen.
Beim „Normalmode“ dreht er auf ca. 2000 U/min, was ebenso erstens unnötig und zweitens immer noch zu laut ist.
Ein Lüfterregelprogramm ist zwecklos, außer man würde den PC zu den Programmentwicklern schicken, damit die in die Tiefen der Technik gehen könnten, um das Modell explizit einfügen zu können in die unterstützten Geräte.
Während der Nutzung ist mir die Lautstärke nicht negativ aufgefallen – daher ist dieser Punkt hier nicht erwähnt. Davon abgesehen ist es ja sowieso immer subjektiv, was man als laut oder leise empfindet.
Beim nächsten Test eines solchen Mini-PCs dann bitte noch die Lüfterdrehzahlveränderungsmöglichkeiten begutachten.
Natürlich wird Lautstärke schon immer subjektiv beurteilt.
Für Jemanden der der Gruppe zugehörig ist, welche sogar „Flöhe husten“ hören, wäre es eben hochinteressant ob die technischen Möglichkeiten für echtes Silent vorhanden sind. Das wären bei einem Mini-PC eine Lüfterumdrehungszahl von höchstens ca. 1200 U/min (idle-state).
Vielen Dank im Voraus
Du setzt hier einen Anspruch an, den diese Geräteklasse schlicht nicht erfüllen soll.
Entscheidend ist, ob der Mini-PC im Alltag störend auffällt – und das war hier nicht der Fall.
Für den überwiegensten Teil der Nutzer stellt sich am Ende ohnehin nur die Frage, ob die Kiste eher einem leisen PC oder einem Föhn ähnelt – und hier ganz klar Ersteres. Und wenn es da negatives Feedback zu vermerken gäbe, schreiben wir dies auch nieder.
Ich habe den L12pro, man kann 2x32GB DDR4 SO-Dimm einbauen, auch eine zweite NVME geht einzubauen.
Beworben wird der L12pro bei Ninkear einmal mit 12900HK und im Beschreibungstext steht 12900HX, Banggood wirbt mit dem 12900HK.
Verbaut ist der 12900H.
Ich habe Banggood dazu mal angeschrieben, mal schauen, was sie antworten.
Die eingebaute NVME meldet sich mit der merkwürdigen Bezeichnung „SSD 1TB“ … mal schauen, ob die wirklich 1TB hat.
Stromverbrauch unter Last schwankt zwischen 40-55W – getestet beim entpacken und packen einer 200GB Zip Datei.
Windows wurde von mir komplett neu installiert, Aktivierung klappte ohne Probleme.
Bei der Treiberinstallation ist schon einiges an Handarbeit nötig, also vorher die Treiber bei Ninkear
Die oben genannten Benchmarkwerte kann ich bestätigen.
Mir persönlich ist der Lüfter zu laut, mein MiniPC mit AMD 7845HK (sieht fast gleich aus) ist um einiges leiser.
Aber wenn er nicht direkt vor einem liegt, hört man ihn kaum.
Im Bios habe ich keine Möglichkeit gefunden, die Lüfterdrehzahl zu beeinflussen, auch ist es mir noch nicht gelungen, den 2. FAN-Anschluss zum laufen zu bringen.
Das WLAN Modul geht auszutauschen, meine 8260 AC M-PCI Karte wurde anstandslos erkannt.
Achtung, im Bios hat man die Möglichkeit, die abgefragte Leistung der CPU zu erhöhen (45W,50W,55W)
Auf der Stufe 55W gibt es sporadische BSOD.
Update:
den 2. Lüfter habe ich nun angeschlossen und zum laufen bekommen.
Pin Belegung war etwas unterschiedlich.
Nun werden auch die Speicher und die NVME´s gekühlt.
Unter Windows kann man mit FanControl die Lüfter regeln.
Bangood hat mir mitlerweile geantwortet und möchte das ganze intern (Zitat: a.s.a.p.) prüfen.
@Joylancer
Vielen Dank für diesen Bericht!
Vorallem deine Recherchen zur nicht änderbaren Lüfterdrehzahl verhindern bei SilentUsern einen Fehlkauf.