Die Übernahme von VMware durch Broadcom sorgt weiter für Diskussionen – und inzwischen auch für rechtlichen Gegenwind aus Europa. Der Branchenverband CISPE hat bei der EU-Kommission Beschwerde eingereicht. Der Vorwurf: Die Änderungen am Partnerprogramm und an den Lizenzbedingungen gehen zulasten europäischer Cloud-Anbieter. Damit landet ein Konflikt auf dem Tisch der Wettbewerbshüter, der sich in den vergangenen Monaten bereits deutlich abgezeichnet hatte. Viele Anbieter berichten seit Anfang des Jahres von spürbaren Einschnitten – und zwar nicht nur bei den Preisen.
Änderungen am Partnerprogramm treffen vor allem kleinere Anbieter
Auslöser der Beschwerde sind die Umstellungen rund um das VMware Cloud Service Provider Programm. Broadcom hat hier Anfang 2026 die Bedingungen angepasst und gleichzeitig die Zahl der Partner deutlich reduziert. Für viele Anbieter kam das überraschend – und vor allem kurzfristig. Während große Provider solche Änderungen noch auffangen können, sieht es bei kleineren Unternehmen anders aus. Dort schlagen neue Mindestabnahmen, geänderte Vertragsmodelle und höhere Einstiegshürden deutlich stärker durch. In einigen Fällen bedeutet das schlicht: Das bisherige Geschäftsmodell funktioniert so nicht mehr.
Mehr als nur höhere Preise
Auffällig ist dabei, dass sich die Kritik nicht allein auf steigende Kosten beschränkt. Zwar berichten mehrere Anbieter von deutlichen Preisaufschlägen, doch entscheidender ist ein anderer Punkt: der Zugang zur Technologie selbst. VMware ist für viele Cloud-Dienste nach wie vor die technische Basis. Wenn sich hier die Bedingungen ändern oder der Zugang eingeschränkt wird, hat das unmittelbare Folgen für die gesamte Infrastruktur. Ein Wechsel auf alternative Plattformen ist zwar möglich, aber weder kurzfristig noch ohne erheblichen Aufwand umzusetzen.
Marktverschiebung mit Ansage
Genau an dieser Stelle setzt die Kritik von CISPE an. Der Verband sieht die Gefahr, dass sich der Markt weiter zugunsten weniger großer Anbieter verschiebt. Wenn nur noch ausgewählte Partner Zugriff auf zentrale Technologien haben, entsteht automatisch eine stärkere Abhängigkeit.
Für Kunden bedeutet das im Zweifel weniger Auswahl – und perspektivisch auch höhere Preise. Denn wenn der Wettbewerb nachlässt, steigen die Spielräume für Anbieter auf der Kostenseite.
Forderung nach Eingreifen der EU
Mit der Beschwerde verbindet CISPE deshalb konkrete Erwartungen an die EU-Kommission. Gefordert werden kurzfristige Maßnahmen, die den Zugang zu VMware wieder breiter öffnen sollen. Gleichzeitig geht es darum, frühere Modelle wiederzubeleben, die auch kleineren Anbietern eine Teilnahme ermöglicht haben. Ob und wie schnell Brüssel reagiert, ist offen. Klar ist jedoch: Der Fall hat eine Dimension erreicht, die über einen normalen Branchenstreit hinausgeht.

Geht in die Cloud haben Sie gesagt…
Jeder, aber auch wirklich jeder noch so kleine Hansel wusste wohin die Reise geht, als Broadcom damals verkündet hat VMware übernehmen zu wollen. Das war im Mai 2022 und im Juli 2023 war alles unter Dach und Fach, mit dem Segen der EU, der gleichen EU bei der sich jetzt ausgeheult wird, weil man zu blöd für eigene Alternativen gewesen ist.
Die Lobbyvereinigung CISPE, als Sprachrohr derer, von denen sich die Firmen haben abhängig machen lassen, die aber auch noch selbst so stark abhängig sind, dass Ihnen nunmehr die Felle wegschwimmen.
Gaia-X war die größte Luftnummer in der IT in ganz Europa der letzten Jahre. Da verwundert es sich nicht, dass damals Peter Altmeier auf der Pressekonferenz nach seiner Rede vom Podest gestolpert/gefallen ist, Schwächeanfall. Der wusste vermutlich damals schon (Juni 2020), dass das nichts mehr werden kann…
Fast 6 Jahre später…
Was ist konkret passiert/umgesetzt? Nix! Glückwunsch!!!111!!11!
Oh, man erkennt, wie eklig es sein kann, wenn Plattform und gewisse Rahmenbedingungen sich zum Schlechten ändern und geht mit großem Aufgebot dagegen an.
Ich wünschte mir, man würde für Windows-Anwender weltweit den gleichen Aktionismus zeigen.
Die ganzen Änderungen in Windows 11 – auch die zukünftig geplanten – haben mindestens genauso unangenehme Auswirkungen auf Privatleute weltweit.
Zwang zu Online-Accounts, Secure Boot, TPM, VBS. Weltweit fallen Millionen von noch guten PCs dem Sondermüll zum Opfer, weil sie mangels Virtualisierungssupport in der CPU VBS nicht performant unterstützen.
Microsoft blockt einfach die Installation. Wobei ironischerweise VBS dann im laufenden Betrieb deaktiviert werden kann, wenn es einen stört (z.B. gamer wg weniger fps).
Auch bei der KI Implementierung kann einem als Endanwender nur die Galle hochkommen.
Die KI Implementierung von Recall mit Auswertung sekündlicher Screenshots gleicht doch einer Spionagewanze.
Die Stasi hätte darüber vermutlich Freudentränen gelacht.
Ich denke langsam auch über einen Plattformwechsel nach, wenn das mit den Heinis aus Redmond so weitergeht.
Die machen sich auf MEINEM System langsam in einer Art und Weise breit, die nicht mehr schön ist.
Auch wenn sich angeblich, bla bla bla, Recal, bla bla bla, ausschalten läßt oder sogar per default ausgeschaltet ist.
Diese Schnüffelfunktionen lauern doch nur darauf wieder aktiviert zu werden.
Siehe Telemetrie, ich weiß nicht wie oft ich schon Telemetrie immer wieder erneut abschalten musste,
weil Microsoft sich nicht an meine Einstellungen hält und das im Rahmen von monatlichen Updates immer wieder reaktiviert. Nun überleg mal, manchmal schaue ich mir Passwörter im Passwort Manager an.
Das ist doch echt das letzte, vom Bildschirm Screenshots zu machen, dann kannst Du Dir Deine Passwörter auch gleich auf einen Zettel notieren, was vermutlich noch sicherer ist, weil von einem Blatt Papier Daten garantiert nicht so schnell in die Cloud abfließen können.
Bei den heutigen WAN Bandbreiten sind Deine persönlichsten Daten, von Recall schön kompakt gespeichert, doch im Nu „versehentlich“ in die Cloud gewandert und man merkt davon garantiert nichts.
Schöne neue Welt.
Also viel Glück mit dieser Aktion .. aber ich würde mir wirklich wünschen, dass man auch uns Endkunden mehr von den Machenschaften dieser neureichen Raubritter-Amis (Microsoft, Zuckerberg & Co oder wie sie alle heißen) mit dem gleichen Aktionismus schützen würde. Ich möchte nicht wissen, was noch alles passieren wird und muss, ehe mal ein paar Leute in den entsprechenden Positionen wach werden, wie in diesem Fall.
@AK ich dachte Microsoft das sind doch die Guten? OK Sarkasmus beiseite Du solltest nicht nur über den Wechsel nachdenken sondern es einfach tun. Alle meine Rechner sind inzwischen über 10 Jahre auf Linux es gibt nur noch 1 Windows fürs Gaming und eine VM für wenige Sonderanwendungen ohne Linux Alternative. Und ich lebe noch keine elend langen Win-Updates kein Recall, Cloudmist, Zwangs-Account usw.
„Ein Wechsel auf alternative Plattformen ist zwar möglich, aber weder kurzfristig noch ohne erheblichen Aufwand umzusetzen.“
Bei der Konkurrenz gibt es einen imho interessanten Kommentar zu Alternativen:
https://www.heise.de/forum/heise-online/Kommentare/Europaeische-Cloudanbieter-Broadcom-setzt-zum-Todesstoss-an/An-alle-VMware-Admins-die-gerade-flennen-Haltet-die-Fresse-und-lest/posting-46107573/show/
Bin kein Fachmann für VMWare, aber habe einiges gelernt.
Hach, was habe ich herzlich gelacht bei dem wundervollen heise-Kommentar! Danke dafür. Das trifft den Nagel auf den Kopf.
Wahre Worte.
Aber ein Aspekt kommt zu kurz: Fachkräftemangel.
Vsphere kann jeder Azubi.
KVM über Stadtorte mit Remote IT und sonstigen Herausforderungen zusammenzubauen und zu lifecyclen, bedarf einer guten IT-Truppe. Oder viel Geld.
vSphere cluster über sites und mit shared storage im HA… Das gibt es von der Stange.