Setapp passt sein Vertragswerk an – und deutet damit einen möglichen Strategiewechsel an. Ab dem 19. Februar gelten neue Nutzungsbedingungen, die erstmals mehr vorsehen als den bisherigen pauschalen Zugriff auf den gesamten App-Katalog. Noch ändert sich für Anwender nichts unmittelbar, doch die Richtung ist klar: Das bislang strikt durchgezogene Flatrate-Modell könnte künftig ergänzt werden. Bisher war Setapp einfach strukturiert. Ein monatlicher Festpreis, Zugriff auf alle enthaltenen Mac-Anwendungen, keine Einzelkäufe, keine Abstufungen. Genau dieses Prinzip wird in den neuen Bedingungen erstmals aufgebrochen. Dort taucht ein zusätzliches Vertragsmodell auf, das als „Single App Abo“ beschrieben wird – klar abgegrenzt vom bekannten Plattformzugang.
Einzelabos erstmals ausdrücklich geregelt
Bemerkenswert ist weniger die Einführung selbst als die Detailtiefe, mit der das neue Modell bereits beschrieben wird. Einzelabos sind nicht als Bestandteil des bestehenden Setapp-Abonnements gedacht, sondern als eigenständige Option. Wer sich dafür entscheidet, würde nur Zugriff auf eine bestimmte Anwendung erhalten – der restliche Katalog bleibt außen vor. Damit schafft Setapp vor allem eine wirtschaftliche Perspektive für Entwickler, deren Software im bisherigen Pauschalmodell nur schwer abzubilden ist. Hochpreisige oder stark spezialisierte Anwendungen lassen sich so gezielter vermarkten, ohne sich dem Druck eines Flatrate-Preises unterordnen zu müssen.
Flexible Lizenzmodelle, Preise bei den Entwicklern
Die neuen Bedingungen lassen dabei unterschiedliche Lizenzformen zu. Apps können entweder an eine feste Anzahl von Geräten gebunden sein. Alternativ ist eine nutzerbasierte Lizensierung vorgesehen. Preise, Laufzeiten, mögliche Testphasen sowie spätere Anpassungen sollen vollständig in der Hand der jeweiligen Entwickler liegen. Setapp selbst würde in diesem Szenario vor allem als Plattform fungieren – inklusive Abrechnung und technischer Bereitstellung –, nicht jedoch als inhaltlicher Anbieter der einzelnen Apps.
Weitere Präzisierungen im Vertragswerk
Neben der Einführung neuer Abo-Formate hat Setapp auch bestehende Regelungen nachgeschärft. Dazu zählen klarere Vorgaben zur parallelen Nutzung auf mehreren Geräten, formalisierte Verfahren für Beschwerden und Einsprüche sowie Hinweise auf optionale Zusatzfunktionen, darunter auch KI-basierte Features. Diese könnten künftig separat bepreist werden, ohne automatisch Bestandteil eines Abos zu sein. Für Bestandskunden bleibt der Zugriff auf den bisherigen Katalog zunächst unverändert. Die Anpassungen betreffen vor allem die rechtlichen Rahmenbedingungen – und schaffen Spielraum für spätere Erweiterungen.
Rückzug aus dem iOS-Bereich bereits beschlossen
Zeitlich fällt die Neuausrichtung mit einer anderen Entscheidung zusammen: Setapp stellt seinen alternativen iOS-App-Store wieder ein. Das Angebot war in der Europäischen Union nur rund neun Monate verfügbar und wird bereits Mitte Februar abgeschaltet. Der Fokus liegt damit wieder klar auf macOS – und offenbar auf einer differenzierteren Monetarisierung.
