Apple schränkt Testversionen ein – 90 Tage nur noch über Umwege

Apple zieht bei seinen Profi-Anwendungen die Zügel an. Mit der Einführung von Apple Creator Studio verändert der Konzern nicht nur das Geschäftsmodell rund um seine Kreativsoftware, sondern beschneidet zugleich eine bislang großzügige Testpraxis. Die bekannten 90-Tage-Testversionen von Logic Pro und Final Cut Pro sind offiziell nicht mehr vorgesehen. Stattdessen setzt Apple künftig auf einen einheitlichen, zeitlich deutlich kürzeren Probezeitraum im Rahmen des neuen Abonnements. Ganz verschwunden sind die längeren Testversionen allerdings noch nicht – zumindest vorerst.

Apple Creator Studio ersetzt klassische Testmodelle

Mit Apple Creator Studio bündelt Apple mehrere Profi-Anwendungen in einem gemeinsamen Abo. Zum Marktstart bündelt das Abonnement Final Cut Pro, Logic Pro und Pixelmator Pro jeweils für Mac und iPad. Auf dem Mac kommen zusätzlich Motion, Compressor und MainStage hinzu. Darüber hinaus ergänzt Apple das Paket um weitere intelligente Funktionen sowie einzelne Premium-Inhalte für die hauseigenen Office-Anwendungen. Das Abo kostet 12,99 US-Dollar pro Monat oder 129 US-Dollar im Jahr und soll ab dem 28. Januar verfügbar sein. Parallel dazu bleibt der Einzelkauf der genannten Anwendungen im Mac App Store weiterhin möglich – allerdings ohne die bislang separat angebotenen Langzeit-Testversionen. Damit ändert Apple eine Praxis, die insbesondere bei professionellen Anwendern geschätzt wurde. Logic Pro und Final Cut Pro ließen sich bislang jeweils 90 Tage unverbindlich testen – genug Zeit, um sich ernsthaft in komplexe Workflows einzuarbeiten.

30 Tage Probe – oder doch mehr?

Offiziell bietet Apple im Rahmen von Apple Creator Studio lediglich eine 30-tägige Testphase an. Für viele Kreative dürfte das angesichts der Komplexität der Software knapp bemessen sein. Dennoch ist diese Frist künftig der einzige reguläre Weg, Apples Profi-Tools vor dem Kauf auszuprobieren. Allerdings zeigt sich derzeit ein inkonsistentes Bild: Während die bekannten Trial-Links in einigen Regionen bereits auf die neuen Produktseiten oder direkt in den App Store weiterleiten, sind sie in anderen Ländern weiterhin aktiv. Vor allem in Teilen Europas und Asiens lassen sich die klassischen 90-Tage-Testversionen aktuell noch herunterladen.

Regionale Unterschiede als Hintertür

Wer beispielsweise die britische oder italienische Apple-Website aufruft, gelangt stellenweise noch zu den ursprünglichen Trial-Seiten von Logic Pro oder Final Cut Pro. Dort können die Anwendungen weiterhin geladen, installiert und genutzt werden – inklusive des bekannten 90-Tage-Zeitraums. Apple selbst hat diese Übergangsphase bislang nicht kommentiert. Es spricht jedoch wenig dafür, dass diese Links dauerhaft verfügbar bleiben. Vielmehr deutet alles darauf hin, dass es sich um ein temporäres Überbleibsel der bisherigen Struktur handelt, das in den kommenden Wochen ebenfalls abgeschaltet wird.

Strategischer Kurswechsel mit Signalwirkung

Die Umstellung ist mehr als eine formale Anpassung. Apple setzt mit dem Creator Studio klar auf wiederkehrende Einnahmen und stärkere Bindung an das eigene Ökosystem. Die Verkürzung der Testphase passt in dieses Bild: Statt langfristiger Evaluierung rückt der schnelle Einstieg in ein Abo-Modell in den Vordergrund. Für bestehende Nutzer ändert sich zunächst wenig. Wer Logic Pro oder Final Cut Pro bereits gekauft hat, behält seine Lizenz. Für Neueinsteiger hingegen steigt die Hürde, sich ohne zeitlichen Druck mit den Programmen vertraut zu machen.

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