In Polen wächst der Druck auf Apple. Die Wettbewerbsbehörde UOKiK will klären, ob die Datenschutzregeln rund um App Tracking Transparency nicht nur für mehr Kontrolle bei den Nutzern sorgen, sondern am Ende vor allem Apple selbst in eine günstigere Position bringen. Konkret geht es darum, ob konkurrierende Apps beim Zugriff auf Werbedaten ausgebremst werden, während Apples eigene Anzeigenangebote unverändert laufen.

Verdacht auf Wettbewerbsverzerrung
Die UOKiK vermutet, dass ATT zwei verschiedene Standards setzt: Apps von Drittanbietern dürfen ohne Zustimmung kaum Datenverarbeitung durchführen, während Apple selbst weiterhin Zugriff auf Nutzerdaten behält, die für Werbung relevant sind. Laut Behördenchef Tomasz Chróstny könnte das Nutzer in falscher Sicherheit wiegen und der US-Konzern eine stärkere Position im Werbemarkt verschaffen. Für Apple wäre das ein schwerer Vorwurf. Sollte er sich bestätigen, droht dem Unternehmen in Polen ein Bußgeld von bis zu zehn Prozent seines lokalen Jahresumsatzes. In Cupertino reagiert erwartungsgemäß deutlich: ATT sei ein klares Nutzer-Feature und werde eingesetzt, um Kontrolle über die eigenen Daten zu stärken. Gleichzeitig warnt Apple davor, dass regulatorischer Druck ATT verwässern könnte – zum Nachteil europäischer Nutzer. Man wolle mit der UOKiK kooperieren.
Europaweit im Fokus
Polen ist nicht der einzige EU-Staat, der die ATT-Regeln prüft. Auch in Deutschland, Italien und Rumänien laufen Verfahren, während Frankreich Apple bereits im März mit einer Strafe von 150 Millionen Euro belegt hat. Die Fälle zeigen: Die Balance zwischen Datenschutz und Wettbewerb ist in der EU politisch sensibler denn je.
Relevanz für Entwickler und Werbeanbieter
Für Entwickler und Werbenetzwerke bleibt ATT ein massiver Einschnitt. Viele sind auf präzise Nutzerprofile angewiesen, die Regeln seit 2021 aber stark eingeschränkt haben. Wenn Apple gleichzeitig einen Vorteil für eigene Werbedienste hätte, wäre das für den Markt ein Problem – genau das wollen die Behörden jetzt prüfen.
Ich bin gespannt, wie lange Apple und MS etc. diesem Druck aus der EU standhält und nicht die unternehmerische Entscheidung treffen diese Märkte nicht mehr zu bedienen. Im extremen Fall die Unternehmen zu liquidieren, nach dem Motto es reicht, wir haben genug verdient!
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Ja, klar. 550 Millionen Verbraucher nur in der EU. Zzgl alle anderen Länder auf der Welt, dir sich das nicht bieten lassen.
Solch einen Kommentar bringt man nur wenn man ahnungslos im Apple-Käfig sitzt und nur nicht sein Spiegel aufgeregt bequatschen kann.
Apple ist ein Problem.
Naja nicht nur Apple das sind auch die anderen wie Google, Ms, Meta und soweiter die haben alle Mist am Stecken.
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@Matthias – Kommentare auf Kommentare finde ich interessant.
Kommentare auf das vorgetragene Thema finde ich noch interessanter!
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Könnte nur an mir und meiner Wahrnehmung liegen, aber gefühlt moniert nur Apple bei derartigen Vorwürfen martialisch. Was aber auch auffällt: Medial werden vor allem Verfahren gegen Apple derzeit aufgegriffen, oder publik gemacht. Wäre es nicht sinnvoller, in solchen Beiträgen auch auf etwaige Verfahren gegen andere Konzerne zu verweisen, sofern bereits in Durchführung oder zumindest Planung?
Würde auch gewissen Kritikern direkt den Wind aus den Segeln nehmen und zeigen, dass manche Anbieter/Konzerne nicht gleicher als gleich sind. 🤔
Da geb ich dir vollkommen recht
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Wenn es entsprechende Themen gibt, greifen wir diese in der Regel auch mit auf. Anbei zwei Beispiele:
https://www.deskmodder.de/blog/2025/11/14/eu-wirft-google-moegliche-dma-verstoesse-vor-untersuchung-wegen-schlechterer-rankings-fuer-medienseiten/
https://www.deskmodder.de/blog/2025/09/18/beschwerde-nach-dsa-kritik-an-googles-ki-antworten-waechst/