Vodafone ändert den technischen Unterbau seines europäischen Datennetzes. Künftig setzt der Konzern auf die Berliner Firma Inter.link, um Verbindungen zu anderen Netzbetreibern und Dienstanbietern automatisiert zu steuern. Was für Vodafone und Partnerunternehmen effizienter wird, könnte für Nutzer langfristig Nachteile bringen – etwa weniger Einfluss auf die Datenwege und mögliche Einschränkungen bei der Netzneutralität.
Automatisierung mit Schattenseiten
Das neue System „FlexPeer“ soll Vodafone ermöglichen, Datenströme zwischen verschiedenen Netzen dynamisch zu verteilen. Statt wie bisher über öffentliche Internetknoten (IXPs) läuft der Verkehr künftig direkt über Inter.links private Infrastruktur. Das spart Kosten, verringert Abhängigkeiten von Drittnetzen – entzieht den Datenverkehr aber auch der öffentlichen Kontrolle. Während Internet Exchanges bislang einen transparenten und offenen Datenaustausch zwischen Anbietern garantierten, entsteht nun ein geschlossenes System, in dem Vodafone selbst bestimmt, welche Routen bevorzugt werden. Das könnte sich auf die Übertragungsgeschwindigkeit und Stabilität bestimmter Dienste auswirken, insbesondere bei kleineren Anbietern, die keinen direkten Zugang zu FlexPeer erhalten.
Vorteile für den Konzern, Risiko für den Wettbewerb
Vodafone argumentiert, dass der Schritt die Netzstabilität erhöht und den Energiebedarf senkt. Kritiker sehen darin jedoch vor allem eine wirtschaftliche Maßnahme: Durch den Wegfall vieler klassischer Peering-Punkte spart der Konzern Geld – auf Kosten der Offenheit. Für kleinere Anbieter könnte das Modell teuer werden. Wer Daten durch Vodafones Netz schicken will, dürfte künftig stärker zur Kasse gebeten werden – gerade dann, wenn keine direkte Anbindung besteht. Was das für Kunden bedeutet, ist schwer abzuschätzen. Schnellere Verbindungen sind möglich, wahrscheinlicher ist aber, dass Vodafone schlicht mehr Kontrolle über die eigenen Datenströme gewinnt.
Komplexität und Abhängigkeit wachsen
Mit der Automatisierung verlagert Vodafone zentrale Aufgaben wie Kapazitätsplanung und Routing vollständig auf Inter.links Plattform. Das reduziert zwar internen Aufwand, schafft aber neue Abhängigkeiten von einem einzelnen technischen Dienstleister. Sollte es dort zu Störungen oder Fehlkonfigurationen kommen, könnten große Teile des Datenverkehrs gleichzeitig betroffen sein.
Für Nutzer bleibt das unsichtbar – die Folgen spüren sie erst, wenn Dienste plötzlich langsamer reagieren oder Verbindungen abbrechen.
Start in Deutschland, Ausweitung geplant
Der Start erfolgt in Deutschland, wo Vodafone rund 4.000 Netzverbindungen betreibt. Bis Ende 2025 soll der gesamte Verkehr auf das neue System umgestellt sein, 2026 folgen weitere Länder. Damit verabschiedet sich einer der größten europäischen Netzbetreiber schrittweise vom klassischen Modell offener Internet-Austausche – ein Trend, der Fragen nach Kontrolle, Transparenz und fairem Zugang erneut aufwirft.

NAja bei Vodafone wundert mich seit Jahren gar nichts mehr – Das Deutsce Kabelgeschäft wollte man ende 2023 an ein Sauisches Joint VT verkaufen. Was scheiterte dank BNA und Druck aus der Politik. Ich konnte den Geschäftspraktiken von VD nie etwas abgewinnen.
Vodafone hat vor Jahren auch mal mit DSL geworben an Standorten, wo nachweislich kein DSL verfügbar war. Man hat den Kunden dann einfach eine Box mit einem 3G-Mobilfunk USB-Stick hingestellt. Die Performance war entsprechend miserabel. Ein Bekannter ist damals draufreingefallen und hatte dann einen 24-monatigen Vertrag an der Backe. Man konnte den USB-Stick zwar auch mobil am Laptop benutzen, aber wenn man dann seine sog. HomeZone verlassen hat, wurde es teuer.
Dabei war Vodafone anfangs, als es aus D2privat entstand, noch recht gut. Aber spätestens mit der Einführung der Red-Tarife und der Expansion Richtung Festnetzinternet ging es steil bergab. Nur MobilCom bzw. seit 2022 Freenet ist noch schlimmer.
Vor 15 Jahren war für mich die Idee vom „Wettbewerb“ in Deutschland gestorben. Mit dem SmartPhone wollte ich 2010 eine ordentliche Verbindung, die bekam ich nur bei der Telekom und das ist bis heute so !!!
Man sollte auch erwähnen, dass 1&1 zunehmend Vodafone Netz nutzt, das war damals der Grund zu einem lokalen Anbieter (NetCologne) zu wechseln, da es bei mir im Ort immer wieder Abbrüche gab aufgrund schlecht gewarteter Vodafone-Technik.
Mal ehrlich, es geht doch hier nicht um Vodafone Bashing oder was die vor 15 Jahren gemacht haben. Mit dem Smartphone Tarif von SIMon bin nicht nur ich sehr zufreiden. Vodafone inintiiert hier ein eigenes Peering, um direkt und ohne Einfluss anderer Provider nach Frankfurt zu routen. Die Telekom ist nicht umsonst in Verruf (https://netzbremse.de/) geraten, der Vorwurf der Verletzung der Netzneutralität steht noch immer im Raum.
Ob Vodafone oder irgendjemand anders mithört, abhört oder ähnliches ist ebenfalls ein tagtägliches Phänomen. Ich gehe davon aus, dass es jeder macht, bzw es übergeordnet passiert. Die Wünsche einer Überwachung a la China oder Nordkorea geistert nicht umsonst in Brüssel über die Flure. Das, was hier an die Öffentlichkeit gerät, dürfte nur die Spitze des Eisbergs sein.
… ich hab‘ noch einen ! Jedes mal wenn wir mit Freunden im Gasthaus sitzen und ’ne Frage zu einem Thema aufkommt, „ach guck doch mal bei Google, ich hab‘ hier (Vodafone) doch keinen Empfang“
selber schuld das man bei Vodafon ist.
ich bin seitt 2008 bei telekom und da 3 mal probleme davon hat Telekom nichts dafür, wenn ein hirnni das kabel killt 30 minuten später gings wider.
da merkt man, dass du null Ahnung hast um was es geht. Die Telekom macht genau das gleiche seit JAHREN. Und auch viel schlimmer und erpresst die Betreiber. Peering ist bei der Telekom die Hölle.
aber telekom hat DSL und Vodafone kabel die wesentlich anfälliger sind.
Ich kann Vodafone, seit den Ramschtarifen, sowieso nichts mehr abgewinnen. Wir sind damals vor ca. 10 Jahren mit der Firma (Mittelstand) auch mit 20 Handy-Verträgen zu Vodafone und mussten nach 2-3 Jahren wieder zurück zur Telekom. Die Vodafone Verbindung war einfach unerträglich, egal ob man Balken hatte oder nicht. Ich hab es damals gefeiert, dass mit dem Kartenwechsel zurück zur Telekom wieder überall Top Empfang war (und vor allem dann auch mit Geschwindigkeiten, mit denen man arbeiten kann – Empfangsbalken sagen da wenig aus!).
Vodafone ist doch nur noch ein Schatten seines früheren selbst. Diese Meldung überrascht mich daher wenig, egal ob es damit positiv oder negativ wird.
Aus Kabel Deutschlandzeiten bin ich mit Vodafon fertig und wieder und immer noch bei der Telekom. Dort funktioniert es halt einfach egal ob Mobil oder Zu Hause
Also ich kann nicht verstehen eure meckerei, bin seit 1992 ein zufriedener Kunde von Vodafone davor Arcor, bin mehrmals umgezogen und beim Einzug war meine Internet Verbindung stehts 👌und brauchte nie Tage oder Wochen darauf warten ,sie fragen ja nicht ohne Hintergrund wohin man zieht also Adresse um zu prüfen ,ob und was da anliegt . Anders bei Telekom, da warteten Leute über 3 Wochen auf ihren Anschluss, für mich kommt keinen Wechsel zu einem anderen Anbieter in Frage 👍
Du hast also festgestellt, dass Du eigene Gedanken und Erfahrungen hast, die nicht von anderen Personen geteilt werden? Ich denke, im Artikel wurde zur Genüge beschrieben, welche Probleme aufkommen können. Aber Deine Meinung sei geschätzt.
Ich für meinen Teil kann nur sagen, dass ich Privatisierungen oder ähnliches sehr skeptisch sehe. Immer wieder geht es hauptsächlich um pure Geldgier. Einerseits soll sich alles verbessern aber andererseits wird vieles eher schlimmer. Preise steigen für den Kunden trotz Einsparung des Unternehmens, die Zuverlässigkeit sinkt, Private Geschäfte gehen meist auf Kosten des Kunden (Daten, Bestimmungen gegenüber dem Endkunden usw) und schlussendlich ist es wie Freiheitsraub, weil dem Kunden erhebliche Einschränkungen obliegen. Sollten sich für mich erhebliche Einschränkungen ergeben, dann bin ich sofort raus. Ich bin und werde mich nicht „steuern“ lassen!
Wie man hier auch lesen kann heißt es, dass der Datenverkehr geregelt wird und die Stabilität sinken könnte aber von Vodafone heißt es, dass die Stabilität besser werden solle.
Ich finde, dass es ein Fall für die Verbraucherzentrale ist. Da muss was passieren, sonst wird´s definitiv große Probleme geben.
Wie haben den Kunden bisher, „Einfluss auf Datenwege“ genommen, als man noch peerte?
Ich dachte ich bin vom Fach, aber hier scheint was Großes sich zu offenbaren.