FRITZ!DECT 301 im Test: Große Funktionsvielfalt und Individualität

Der Winter steht vor der Tür und die Temperaturen fallen weiter. So langsam sind die Heizungen wieder in Betrieb und auch ich habe mich für den Winter gerüstet. Der FRITZ!DECT 301 übernimmt sowohl im Badezimmer, als auch im Wohnzimmer meine Heizungssteuerung. Der Vorteil: Morgens nach dem Aufstehen und Abends nach der Arbeit ist die Wohnung warm.

Doch was macht den DECT 301 so besonders und wieso bringt der auch Vorteile im Sommer? All das möchte ich in diesem Test aufklären. Vorweg: Ich habe jeweils einen DECT 301 in den benannten Räumen + eine FRITZ!DECT 200 Steckdose als externen Sensor ;-) . Dazu aber im Test mehr.

Wie in jedem Testbericht von mir, könnt ihr auch hier einzelne Abschnitte lesen und direkt hinspringen. Viel Spaß dabei! :-)

  1. Technische Daten
  2. Verpackung & Design
  3. Vorbereitung & Einrichtung
  4. Wartung
  5. Fazit & Preis

Technische Daten

Leistungsmerkmale
  • Wochen-Zeitprogramm mit bis zu 8 Schaltpunkten pro Tag
  • Taste zur manuellen Änderung der Raumtemperatur
  • Urlaubsschaltung
  • Gruppenschaltung (Mehrere FRITZ!DECT 301 werden zu Gruppe /Raum zusammengefasst)
  • Einstellbare Temperaturabweichung (Offset)
  • Aufzeichnen des Temperaturverlaufs der letzten 24 Stunden
  • Anzeige der gemessenen Temperatur sowie Einstellen der Soll-Temperatur über FRITZ!Fon, die Benutzeroberfläche der FRITZ!Box oder MyFRITZ!App
  • Push-Mail-Funktion informiert über Funk-Verbindungsverlust und niedrigen Batteriestand
  • Intuitive Einrichtung im Browser über die Benutzeroberfläche der FRITZ!Box
  • Steuerung per PC, Notebook, Smartphone oder Tablet – auch unterwegs über das Internet und die MyFRITZ!App
  • Displayinhalt in 90-Grad-Schritten drehbar
  • Konfigurierbare Fenster-offen-Erkennung
  • Tastensperre – separat für Heizkörperregler und Fernzugriff
  • Kalkschutzfunktion
  • Frostschutz-Automatik
  • Sichere Einbindung ins Heimnetz über DECT ULE
  • Neue Leistungsmerkmale dank automatischer Update-Funktion
Geräteeigenschaften
  • Abmessungen (B x H x T): 53 x 87 x 52 mm
  • Gewicht: 143 g
  • Batterien: 2 x AA/Mignon/LR6
  • Funkstandard: DECT ULE
  • Funkreichweite: bis zu 40 Meter in Gebäuden
  • Einsatzbereit bei einer Umgebungstemperatur von 0°C bis 50°C
Montage und Adapter
  • Passt auf alle gängigen Heizungssysteme (Standardventil M30x1,5mm – Heimeier, Junkers, MNG, Braukmann, Oventrop neu, Honeywell, Landys+Gyr)
  • Adapter für Ventil Danfoss RA im Lieferumfang enthalten
  • Informationen zur Montage an seltenen oder sehr alten Heizungen siehe AVM Wissensdatenbank

Verpackung & Design

Die Verpackung des FRITZ!DECT 301 ist in einem klassischen AVM-blau gehalten und ähnelt somit den Repeatern und Erweiterungen der FRITZ!Box. Auf der Verpackung sind die Highlights des Geräts aufgelistet und einige technische Daten. Die ganzen Funktionen sind aber nur mit einer aktuellen FRITZ!Box nutzbar. AVM nennt zwar alle Boxen mit DECT-Basis, jedoch wurden mit FRITZ!OS 7.12 bzw. 7.2x neue Funktionen hinzugefügt.

In der Verpackung befindet sich dann der DECT-Heizregler, sowie ein Adapter für bestimmte Heizungen. Viel Plastik befindet sich in der Verpackung zum Glück nicht. AVM achtet bereits seit Jahren auf Nachhaltigkeit und setzt dieses auch bei den DECT-Geräten fort.

Das Design des FRITZ!DECT 301 ist relativ unspektakulär. Auf dem ersten Blick sieht das Gerät interessant aus, da es 5 Tasten auf der Vorderseite hat. Das wären einmal die Menü-, OK-, Bildschirm drehen- und +/- Tasten. Und nicht zu vergessen: Das große Display, wo steht „Bitte Batterieschutzfolie entfernen“. Aber grundsätzlich ist mit dem ganzen noch nichts richtig anzufangen.

Vorbereitung & Einrichtung

Nachdem ich die Schutzfolie aus dem Batteriefach gezogen habe, stand auf dem Display, dass die Anmeldung bereitsteht. Das geht bei einer FRITZ!Box relativ kurz und schmerzlos, da man einfach die DECT-Taste lange drücken muss. Nach der Anmeldung an der FRITZ!Box geht es an die Installation am Heizkörper. Die Montage steht bevor.

Nun wird es interessant: Meine Heizkörper haben einen Standardanschluss, sodass ich den mitgelieferten Adapter nicht benötige. Ich habe mit einer Wasserpumpenzange mein altes Thermostat abgeschraubt und den DECT 301 per Hand angeschraubt. AVM betonte bereits in der Vergangenheit, dass das handfeste Anziehen des Geräts völlig ausreichend ist.

Wenn man meint, dass das Gerät angemessen angebracht wurde, drückt man die OK-Taste und wartet kurz. Der integrierte Motor, der später für die Heizung zuständig ist, testet aus, wie weit er sich bewegen kann. Umso weiter der „Stift“ raus ist, umso mehr heizt der Heizkörper. Der Motor drück sozusagen dagegen, um den Heizvorgang zu stoppen.

Sehr gut: Alle DECT-Geräte von AVM prüfen nach der Einbindung in der FRITZ!Box die aktuelle Firmware und aktualisieren sich direkt. Das ist bei WLAN-Repeatern und Powerline-Adaptern nicht der Fall. Nachdem die aktuellste Version installiert wurde, stand auf dem Gerät die aktuelle Temperatur.

Um die Funktionsvielfalt voll auszunutzen, habe ich mich nun in meiner FRITZ!Box angemeldet. Und siehe da: Unter dem Menüpunkt „Smart-Home“ findet sich mein DECT 301 und mein DECT 200, welchen ich nach dem gleichen Prinzip verbunden habe. Dazu aber gleich mehr. Erstmal kümmere ich mich um die Einstellungen bei dem DECT 301.

Wie man es von AVM gewohnt ist, kann man den einzelnen Geräten erstmal Namen zuteilen. Das ist auch vorteilhaft, wenn man später mal mehrere Geräte verwalten sollte. Diese Namen werden übrigens auch von der FRITZ! App Smart-Home übernommen und angezeigt.

Ich habe das Thermostat „FRITZ!DECT 301 Wohnzimmer“ genannt. Auf der Übersichtsseite wird mir ebenfalls die Identifikationsnummer, das Modell und der Verbindungs-, sowie Batteriestatus angezeigt.

Keine Sorge: Der Batteriestatus ist beim ersten Gebrauch bei 100%. Je nach Schaltzyklen halten die Batterien kürzer oder länger. Durch das E-Ink-Display wird auch kein weiterer Strom verbraucht. Das war bei den Vorgängermodellen noch etwas anders, welche aber auch nicht direkt von AVM hergestellt wurden.

Kommen wir nun zurück zu den Einstellungen: In der FRITZ!Box kann man noch die Tasten sperren und auch den Zugriff von einem FRITZ!Fon, per App oder Benutzeroberfläche sperren. Das dient vor allem dazu, wenn Kinder nicht an der Heizung drehen sollen.

Nun kommen wir zu den Temperaturen und den DECT 200: Der DECT 301 erlaubt Zeitschaltungen. Das bedeutet, man kann zu einer bestimmten Zeit eine entsprechende Komforttemperatur erreichen, zum Beispiel am Abend oder am Morgen. Während man aber arbeitet, stellt man eine Absenktemperatur ein. Ein nettes Feature wurde mit dem letzten größeren Update integriert: Der adaptive Heizbeginn sorgt dafür, dass die Wohnung oder das Haus zum angegebenen Zeitpunkt die Temperatur erreicht hat und nicht erst dann anfängt zu heizen.

Die Zeitschaltung kann man taggenau im 15-Minutentakt einstellen. Ich habe mich dazu entschieden, dass zwischen 6-8 Uhr und 16:30-22 Uhr eine Temperatur von 22 Grad im Wohnzimmer erreicht wird. Außerhalb der Zeiten soll die Wohnung maximal auf 18 Grad runterkühlen. Wer außerhalb der Zeiten manuell was ändern möchte, kann die Tasten am Gerät verwenden.

Es gibt zum Beispiel einen „Boost-Modus“ welcher nach einem langen Tastendruck der Menü-Taste aktiviert werden kann. Hier wird für eine bestimmte Zeit die Heizung voll aufgefahren, völlig unabhängig von der gemessenen Temperatur. Außerdem kann man das Display drehen und auch die Fenster-auf-Erkennung manuell starten. Des Weiteren lässt sich per Plus- und Minus-Taste die Temperatur bis zum nächsten „Schaltzeitpunkt“ ändern.

Und wer jetzt denkt „und was mache ich im Urlaub?“, den kann ich beruhigen.

Auch dafür hat AVM gesorgt: Es gibt Urlaubszeiträume, die man einrichten kann. Wenn man also seinen Urlaub geplant hat, reicht es, den Zeitraum einzutragen mit der Minimaltemperatur. Wenn der Urlaubszeitraum vorbei ist, wird ganz normal weitergeheizt. Das gleiche gilt auch für die Sommermonate. Hier hat AVM den Zeitraum 01.06 – 31.08 im Jahr vorgegeben, wo die Heizung ausgeschaltet bleibt. Alle Daten sind individuell änderbar.

Nachdem das alle konfiguriert ist, kommt man zur Fenster-auf-Erkennung und Temperaturabweichung. Und da muss ich sagen, gefiel mir der DECT 301 nicht ganz so gut – was aber auf absolute Logik zurückzuführen ist :-D . Die Fenster-auf-Erkennung erkennt das, wenn die Temperatur relativ schnell abfällt. Dann bleibt das Ventil für die angegebene Zeit geschlossen. Bei mir sind es 20 Minuten.

Ebenso kann man die Empfindlichkeit einstellen, welche ich auf „hoch“ gesetzt habe, da der DECT 301 nicht reagiert hat, als ich gelüftet habe. Leider lässt sich das schwer nachvollziehen, wann der Heizkörperregler sowas bemerkt. Grund zur Freude: Externe Sensoren, wie der Fensterkontakt der Telekom, werden auch von der FRITZ!Box unterstützt und können dann in Vorlagen mit einbezogen werden. „Wenn Fenster auf, dann Heizung aus“.

Nun kommen wir zu dem DECT 200, den ich als externen Sensor nutze. Der DECT 301 hat zwar selbst einen Temperaturfühler, allerdings direkt an der Heizung, weswegen der Regler schneller aufhört zu heizen, wenn direkt an der Heizung die Temperatur erreicht wurde. Mit dem DECT 200 habe ich eine smarte Steckdose auf der anderen Seite der Heizung, welches meine Temperatur misst. Somit passt sich der DECT 301 meiner Heizung an die Steckdose an und nutzt den gemessenen Wert als Referenz.

Natürlich kann man auch am Heizkörperregler die Temperaturabweichung einstellen, aber das brachte mir nicht das gewünschte Ergebnis. Mit der FRITZ!App Smart-Home lassen sich übrigens beide Werte anzeigen. Einmal vom 301er und von der 200er. Diese sind, wie zu erwarten, oft nicht gleich. Wer übrigens zwei oder mehr Heizungen in einem Raum hat, kann auch Gruppen erstellen um die Heizungen aufeinander abzustimmen.

In der FRITZ!Box kann man sich auch noch anzeigen lassen, wie die Temperaturen in den letzten 24 Stunden verlaufen sind. Es gibt eine entsprechende, grafische Auswertung im Bereich des einzelnen Geräts. Man kann übrigens alle DECT-Geräte von AVM als externen Sensor nutzen. Auch der DECT 440, welcher an der Wand hängt oder auf dem Tisch liegt, hat einen Temperatursensor.

Wartung

Zur Wartung gibt es eigentlich nicht so viel zu sagen. Der FRITZ!DECT 301 meldet sich, wenn die Batterie leer sein sollte und auch die FRITZ!Box zeigt eine rote Info-Leuchte an, falls es so ein Ereignis gibt. AVM weist daraufhin, dass man am besten immer Batterien verwenden sollte und keine Akkus. Das kann zu Fehlmeldungen führen.

Wusstet ihr eigentlich, dass man auch im Sommer mal die Heizung anmachen sollte, damit diese nicht „einrostet“ bzw. verkalkt? Das macht der DECT 301 sogar ganz automatisch. Auch wenn keine Heizperiode ansteht, wird der Motor des 301 ausgelöst, um Probleme zu vermeiden. Nette Funktion ;-) .

Fazit und Preis

Der FRITZ!DECT 301 ist meiner Meinung ein cooles Gerät, um automatisiert zu heizen. Das große Verkaufsargument sind unter anderem die intelligenten Funktionen, als auch die Tatsache, dass viele Haushalte bereits eine FRITZ!Box und somit die Basis nutzen. Die Einrichtung des Geräts ist kinderleicht und auch die Einstellungen sind durchdacht.

Mit der FRITZ!App Smart-Home kann man den Heizkörperregler auch von der Ferne aus steuern und verwalten.

Der Preis rund um 45€ ist aber schon ne Hausnummer. Es gibt aber kaum günstigere Alternativen, da man oft eine teure Basis dazukaufen muss. Wenn man also mehrere Heizungen ausstatten möchte und eventuell auf einen externen Sensor setzt, kann man das Sparschwein dreimal schlachten :-D .

Schade ist, dass AVM nur auf DECT-ULE setzt und (im Moment) keinen anderen Standard unterstützt. Die Telekom DECT-Geräte und -sensoren sind ganz nett und es ist löblich, dass diese mit einer FRITZ!Box funktionieren, allerdings haben andere Smart-Home-Standards schon deutlich mehr zu bieten. Allerdings spielt der Datenschutz und die lokale Installation bei AVM eine große Rolle.

Ich kann den FRITZ!DECT 301 weiterempfehlen, ja. Den Komfort möchte ich nicht mehr missen, auch wenn es eine große Investition werden kann. Für Neubauten, wo es meist nur noch Fußbodenheizungen gibt, ist der DECT 301 übrigens nicht geeignet. Dafür gibt es von AVM und auch anderen Herstellern noch keine Lösungen.

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