Tesvor S6 im Test: starke Saugkraft, nette Features für 300€

Der chinesische Hersteller Tesvor bietet seit 2015 hochmoderne Saug- und Wischroboter auf diversen Shopping-Plattformen an. Das aktuelle Flaggschiff des Hersteller hört auf den Namen „Tesvor S6“ und bietet neben einem „einfachen“ Saugroboter auch viele weitere Features. Ich habe das Gerät zum Testen erhalten und wollte mal schauen, ob er mir die Arbeit abnimmt.

Den Roboter kann man per Fernbedienung, App oder Sprachsteuerung starten und verwalten. Außerdem bietet das Gerät eine Lasernavigation, sowie eine Raumkarte und einen HEPA-Filter. Der Roboter macht seine Arbeit ordentlich, die App ist teilweise etwas unübersichtlich, das Wischen ist ein nettes Feature. Alles detailliert in meinem Testbericht.

Wie ihr es gewohnt seid, werde ich den Test wieder in einzelne Abschnitte unterteilen. Ihr könnt einfach per Klick zu den Abschnitten wechseln :-) Happy reading!

  1. Technische Daten
  2. Verpackung & Design
  3. Vorbereitung & Aufbau/App
  4. Eindruck & Reinigung
  5. Wartung/Säubern
  6. Fazit & Preis

Technische Daten

  • Saugkraft: 2700 pa
  • Navigation: Laser-Vermessung via LDS-Sensoren
  • Lautstärke: 59-68 dB
  • Akku: 2500 mAh
  • Staubtank/Wassertank: 0,35 l
  • Ladezeit: 4-5 h
  • Arbeitszeit: 120, 80, 60 min (je nach Modi)
  • Gewicht: 4,0 kg
  • Maße: 33 x 33 x 10 cm
  • CE-Zertifizierung: Ja
  • App: WeBack (Android, Amazon Skill, iOS)

Verpackung & Design

Der Tesvor S6 wird in einem schwarzen Karton beheimatet, welcher viele Features auf der Verpackung bereits preisgibt. Darunter die LDS Navigation, die virtuellen „No Go“-Zonen und interessanterweise auch der OTA-Service, welcher den Roboter mit Updates versorgt und ihn damit noch besser machen soll.

Lustig: Auf der Verpackung steht nicht Tesvor S6, sondern Simum6 drauf. Ebenfalls ein Modell von Tesvor, allerdings um 50€ günstiger und ohne Wischbehälter.

Vorne auf der Verpackung sieht man den Saug- und Wischroboter von oben mit seinem Laseraufsatz. Außerdem ist ein Google Home und Alexa-Logo zu sehen, was auf die Sprachsteuerung anspielen soll.

In der Verpackung befindet sich dann der Roboter selbst, ein Wassertank, sowie ein Staubbehälter, eine Fernbedienung, ein weiteres Wischtuch, die Ladestation inklusive Netzteil, einen zweiten HEPA-Filter, sowie Ersatzbürsten. Nahezu alles wurde (leider) in Plastik verpackt und hinterlässt so einiges an Müll.

Fast vergessen: Es gibt noch drei, mehrsprachige Anleitungen für den Saugroboter, für den Wassertank und für die Sprachsteuerung dazu. Der Karton hat eine schöne Größe mit Griff, sodass man diesen einfach wegpacken kann und die Ersatzteile dort drin lässt.  Durch den Klavierlack und der geringen Beschriftung wirkt der Tesvor S6 direkt hochwertig und man möchte sofort loslegen.

Die beiden Tanks (Staub & Wasser) sind durchsichtig, wirken aber sehr stabil und fest. Die Fernbedienung ist meiner Meinung nach nur ein nettes Giveaway. Ich habe diese noch nicht genutzt. Wenn man unten auf das Gerät schaut, sieht man die Bürsten, den Tank, sowie die Saugbürste. Anbei ein paar Eindrücke zu dem Gerät:

Vorbereitung & Aufbau

Nachdem ich die vorderen Bürsten am Gerät angebracht und mir einen Standort für die Ladestation gesucht habe, schaltete ich das Gerät mal ein. Der Saugroboter fing sofort an zu saugen und fuhr einfach mal durch die Gegend. Sehr schön: Man ist auf eine Internetverbindung bzw. App-Verbindung nicht angewiesen.

Doch erst richtig Spaß macht es natürlich, wenn man das ganze mit einer App verknüpft um auch die Karte zu sehen. Also lud ich mir die „WeBack“-App aus dem Google Play Store herunter. Die App wird wohl von vielen Herstellern genutzt, welche Smart-Home-Devices anbieten. Es ist keine App direkt von Tesvor.

Die App-Übersetzung ist in Ordnung, aber sehr einfach gehalten. Dennoch wurde man relativ leicht durch den Einrichtungsassistent geführt, um den Roboter mit dem Internet zu verbinden. Nicht so schön: Für die Einrichtung musste ich an meiner FRITZ!Box das 5 GHz WLAN explizit ausschalten, weil das Gerät sich nicht verbinden konnte.

Nachdem alles verbunden war, habe ich das Gerät erstmal gestoppt und auf die Ladestation gesetzt. Der Roboter wüsste nämlich sonst gar nicht, wo er startet oder anfängt. Also alles auf Anfang und diesmal per App. Roboter starten und mal schauen was passiert. Meine Wohnung hat der Roboter relativ schnell und detailliert erfasst.

Eindruck & Reinigung

Nun, nachdem alles eingerichtet ist, kommen wir zu der Reinigung. Von der Saugleistung her bin ich ziemlich begeistert, was durch einen „Unfall“ nochmal bestätigt wurde. Dazu aber später mehr. Krümel und auch Staub, sowie Haare oder ähnliches werden ohne Probleme weggesaugt. Die Bürsten am vorderen Bereich holen sich kleine Teile auch direkt in die Mitte, sodass diese eingesaugt werden können.

Direkt beim zweiten Saugen ist es zu einer Kollision gekommen. Ich hatte mein Ladegerät vom Nachttisch runterhängen und den Tesvor gestartet. Ich bin zur Arbeit gefahren und habe den Roboter machen lassen. Bereits nach 12 Minuten gab es eine Fehlermeldung: Bürste klemmt. Nun gut. In der Mittagspause bin ich dann zu meiner Wohnung gefahren und staunte nicht schlecht.

Der Roboter hat mein Handynetzteil inklusive Stecker aus einem Mehrfachstecker herausgerissen. Das interessante dabei: Das Netzteil hat einen starken Halt in dem Mehrfachstecker, sodass ein einfache rausziehen nicht möglich ist. Ab dem Moment war ich von der Leistung noch mehr begeistert :-D . Das sagt natürlich nicht viel aus, aber das Ding hat Kraft!

Die Reinigung wird sehr intelligent durchgeführt. Wie man oben in der App sieht, fährt der Tesvor S6 seine Wege hin und her und versucht so alles abzudecken. Auch der Übergang von festem Boden auf Teppich ist kein Problem. Jedoch habe ich den Hinweis erhalten, dass schwarzer Teppich nicht gesaugt wird, da der Sensor keine Reflektion erhalten würde. Hier würde sich der Roboter vor Abstürzen schützen und eben nicht saugen.

In der App kann man während des Saugens mehrere Modi auswählen. So kann der Tesvor leise saugen, Standard oder stark. Je nach Modus wird die Akkulaufzeit allerdings deutlich verkürzt. Ich lasse den Roboter meist im Standard-Modus laufen, wobei auch der leise Modus schon recht stark ist. Da meine Wohnung fast perfekt vom Standard-Modus abgedeckt wird, sehe ich keine Änderung vor.

Gegenstände werden von dem Roboter ebenfalls sehr gut erkannt. Durch den Bumper an der Vorderseite macht er auch nichts kaputt und dreht um. Obwohl ein Gegenstand den Roboter stört, versucht der Tesvor um jeden Preis drumherum zu saugen. So wird auch der letzte Fleck um meine Tischbeine gesaugt. Der Staubbehälter ist von der Größe her in Ordnung.

Gut ist auch, dass man in der App „Sperrzonen“ einrichten kann. Der Tesvor ist bei mir unter die Toilette gefahren und hängen geblieben – Folge: Zerkratzte Oberseite. Hat er die ersten 10x nicht gemacht, dann ständig :-D . Aber dank der Zone ist das nun auch Geschichte. Etwas Schade war, dass nach zwei Updates meine Karte gelöscht wurde und somit auch die Sperrzone(n). In der App kann man explizit einstellen, dass die Karte gespeichert sein soll.

Die letzten Updates waren da unproblematischer. Da blieb die Karte vorhanden. Es ist übrigens schön zu sehen, dass der Hersteller relativ oft ein Update bereitstellt, um Dinge zu verbessern. Leider gibt es keinen öffentlichen Changelog, sodass man nur testen kann, ob sich was verbessert hat.

Kommen wir nun zum Wischen. Das ist so der „Zusatz“ an dem Gerät, was bei anderen eventuell fehlt. Der Tesvor S6 bietet einen 0,35l Wassertank, der mit einem Bodentuch per Klett arbeitet. Natürlich habe ich den Wassertank direkt voll gemacht, um genug Reserve zu schaffen. Das hätte gar nicht sein müssen. Der Wassertank hat enorm viel Kapazität, den man gar nicht benötigt.

Auch ein kleiner Saugbehälter ist noch im Wassertank integriert, um Kleinigkeiten vor dem Wischen aufzusaugen. Leider kann man kein Reinigungsmittel hinzugeben, sodass der Tesvor S6 nur mit klarem Wasser arbeitet. Also eine nette Funktion, aber kein vollwertiges Wischen. Einen großen Vorteil sehe ich aber unter Möbelstücken, wie eine Couch oder ein Bett. Da komme ich mit einem handelsüblichen Wischer oder Staubsauger nicht gut in die Ecken. Der Tesvor allerdings macht auch unter dem Bett und der Couch sauber, wenn diese hoch genug sind.

Auch hier gibt es drei Modi, welche die Wasserzufuhr regulieren. Ich nutze, dank des großen Tanks, immer die höchste Stufe. Man sieht auf einem harten Fußboden auch die Wischspuren, welche durchgängig und die ganze Breite des Roboters ausnutzen. Wer allerdings einen Raum mit Teppich besitzt, sollte beim Wischen die Tür zu machen. Das erkennt der Roboter (leider) nicht.

Man darf ebenfalls keine großen Reinigungserfolge erwarten. Loser Staub wird weggewischt und auch der ein oder andere Fleck. Hartnäckigere Flecken die beispielsweise kleben, werde zwar teil weggewischt, allerdings oft auch nicht. Es liegt ja kein Druck auf dem Gerät.

Wartung/Säubern

Das Gerät muss nicht direkt gewartet werden, allerdings sollte man es regelmäßig reinigen, um lange Spaß daran zu haben. Das fängt natürlich bei dem Staubbehälter und Wasserbehälter an. Das Leeren der Behälter ist eigentlich unkompliziert, allerdings finde ich, dass der Staubbehälter beim Ausleeren relativ viel Dreck macht. Man öffnet die ganze Oberseite und kippt die Reste in den Mülleimer. Dabei fällt oft was daneben oder es staubt sehr.

Auch die Reinigung des HEPA-Filters ist so ne Sache. Man muss diese aus dem Behälter rausnehmen und abputzen, was wiederum auch Dreck macht, den man ja eigentlich aufgesaugt hat :-D . Vielleicht stelle ich mich auch etwas kompliziert an oder mache was falsch, allerdings ist ein Beutel von einem Staubsauger deutlich einfacher zu leeren.

Der Wasserbehälter ist da etwas geschlossener. Hier kann man das Wasser aus dem Tank ablassen und den kleinen Staubbehälter leeren. Etwas blöd ist allerdings die Feuchtigkeit. Man kann den Behälter nicht ohne Weiteres trocknen, sondern nur trocknen lassen. Ich hatte im Wasserbehälter Feuchtigkeitsbildung. Da aber regelmäßig Wasser eingefüllt wird, sehe ich das nicht als großes Problem.

Auch die Bürsten sollten regelmäßig von Haaren und Dreck befreit werden. Hierzu kann man diese relativ einfach abnehmen und reinigen. Sowohl die Behälter, wie auch die Bürsten, kann man unter laufenden Wasser abspülen und reinigen. Einfach trocknen lassen und es ist wieder sauber.

Die zwei Bodentücher kann man sogar in der Waschmaschine waschen. Eins der Tücher ist dadurch etwas ausgefranst, was aber nicht schlimm ist. Es ist ja auch ein Gebrauchsgegenstand und keine Kunst. Die Pressesprecherin sagte mir, dass es noch keine Tücher einzeln zu kaufen gibt und man das als Anregung aufnimmt. Wäre natürlich wünschenswert.

Fazit & Preis

Ich hatte es ja schon in der Überschrift geschrieben. Der Tesvor S6 gibt es aktuell für rund 300€ zu kaufen und ist ein tolles Gerät mit netten Features. Die App dazu macht was sie soll, ist allerdings manchmal etwas zu einfach übersetzt. Aber man kommt damit super zurecht und findet sich schnell ein.

Das Gerät hat meiner Meinung nach eine starke Saugleistung und eine durchschnittliche Akkulaufzeit, je nach Modus. Die Intelligenz der Reinigung ist sehr gut und jede Ecke wird, zumindest versucht, mitgenommen. Die Wischfunktion ist ein nettes Feature und macht auch das was sie soll, allerdings ersetzt diese keine Reinigung mit Reinigungsmitteln.

Ich würde den Tesvor S6 empfehlen, wobei man bei dem Simum6 noch 50€ sparen kann und keine Wischfunktion erhält, welche nun mal kein Highlight ist ;-) . Allerdings ist das Saugen und Wischen nicht ohne Arbeit verbunden. Ich stelle natürlich alle möglichen Gegenstände, wie Stühle erstmal weg oder auf den Tisch, damit der Tesvor dort gut hin kommt.

Tesvor S6 im Test: starke Saugkraft, nette Features für 300€
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4 Kommentare zu “Tesvor S6 im Test: starke Saugkraft, nette Features für 300€

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