Dyson Pure Cool™ im Test: Gute Reinigung, wenig Kühle

Ich durfte den Dyson Pure Cool™ Link Tower testen. Immer wieder erreichen uns Anfragen, ob wir Geräte für die heißen Tage empfehlen können, meist noch mit Smart-Home Unterstützung etc. Dyson ist ein Name in der Welt und daher erwartete ich hier ein Gerät der Oberklasse. Das mag es auch sein, doch es ist keine Klimaanlage.

Der Dyson Pure Cool Link Tower ist ein Luftreiniger. Die Pure Cool-Reihe des Herstellers umfasst einige unterschiedliche Modelle. Das getestete Gerät hat allerdings (leider) keinen Wasserbehälter, sodass hier auch keine frische Brise herauskommen kann. Es ist ein Luftreiniger mit speziellen Funktionen. Er macht seinen Dienst, doch für heiße Tage bin ich skeptisch.

Auch diesen Test werde ich wieder in verschiedene Kategorien einteilen. Ich werde erst die allgemeinen Dinge abklären und werde euch dann berichten, ob ich mir persönlich so ein Gerät kaufen würde – vor allem im Sommer. Ihr könnt selbstverständlich auch die einzelnen Kategorien direkt erreichen :-) .

Eigenschaften

Die Eigenschaften könnt ihr euch einmal anschauen. Diese sind hinter der Ausklapp-Liste vorhanden. Diese stammen von der offiziellen Dyson-Webseite:

Eigenschaften Dyson Pure Cool

Funktion: Der Dyson Pure Cool ist Luftreiniger und Ventilator in einem, der 99,95% der Partikel bis zu einer Größe von 0,1 Mikron filtert.[4] Das Gerät bläst kühle und gleichzeitig gereinigte Luft aus. Wenn die Ventilatorfunktion nicht gewünscht ist, kann der Dyson Pure Cool durch den Diffuser Modus ausschließlich als Luftreiniger eingesetzt werden.

Sensor: Ein neues LCD-Display zeigt an, welche Partikel und Gase der Dyson Pure Cool Luftreiniger automatisch in Echtzeit erkannt hat. Ein einzigartiger Dyson Algorithmus verarbeitet die Informationen von drei eingebauten Sensoren und zeigt die Luftqualitätswerte, aktuelle Luftfeuchtig­keit und Temperatur an.

Filter: Ein verbesserter Filter im neuen Dyson Pure Cool Luftreiniger fängt Partikel und Gase ein. Die Dyson Ingenieure haben 60% mehr HEPA-Material in einen größeren und dickeren Filter und dreimal mehr Aktivkohle eingebaut, die Gase, Gerüche, Haushaltsdämpfe und VOCs absorbieren.

Projektion: Durch die Erweiterung des Oszillationswinkels auf 350 Grad und die patentierte Air Multiplier Technologie kann das Gerät 290 Liter gereinigte Luft pro Sekunde in jede Ecke des Raumes projizieren.[5]

Um im Winter einen kühlenden Effekt zu vermeiden, verfügt der Dyson Pure Cool Luftreiniger über eine einzigartige, neue Verteilungsfunktion. Ein Modus, der die Luft reinigt, aber keine kühle Luft ausbläst. Im Sommer kann der Luftreiniger zusätzlich als Ventilator genutzt werden.

Dyson Link App: Mit der Dyson Link App kann die Luftverschmutzung im Innen- und Außenbereich sowie die Temperatur und Luftfeuchtigkeit verfolgt werden. Der Luftreiniger kann somit auch von unterwegs gesteuert werden und zeigt an, wann der Filter gewechselt werden muss. Die App ist kostenlos für iOS und Android verfügbar.

Aussehen und Verpackung

Der Dyson Pure Cool Luftreiniger kam in einem großen, rund 110cm hohen Karton. Die Verpackung zeigt direkt die Highlights des Geräts und das Gerät selbst. Es ist alles sehr farbig dargestellt und sieht durch die verspielten Bilder sehr interessant aus. Trotzdem ist der Karton relativ unhandlich, aber das sollte kein großes Problem darstellen.

Was mich wiederum gewundert hat, war die Tatsache, dass alles auf englisch beschrieben wird. Dies scheint aber bei Dyson wohl normal zu sein. Aber auch die englischen Zeilen sind relativ einfach zu verstehen. Letztendlich muss ja das Gerät überzeugen und nicht die Verpackung.

Als ich die Verpackung öffnete, sah ich auch schon das ganze Gerät. Leider habe ich mir direkt einen Fauxpas erlaubt, indem ich den Luftreiniger am oberen Gehäuse gepackt habe. Das tat dem Gerät jetzt nicht weh, wird aber in der Anleitung später als „bitte nicht dort anfassen“ beschrieben.

Theoretisch ist das Gerät schon komplett zusammengebaut. Lediglich der Aktivkohle- und HEPA-Filter sind noch nicht angebracht. Der Dyson Pure Cool ist daher auch sehr gut für Allergiker und Asthma-Patienten gedacht. Durch die Filtertechnologie werden Unreinheiten in der Luft entfernt. Das LCD-Display auf der Vorderseite zeigt die aktuellen Daten zur Luftqualität stetig im Wechsel an.

Aufbau

Nachdem ich das Gerät aus der Verpackung geholt habe, ging es an den Aufbau. Wie bereits geschrieben, ist das Gerät theoretisch schon fast komplett zusammen gebaut. Nur die Filter müssen noch angebracht werden. Diese werden von der Verpackung gelöst und das Gerät geklemmt, bis diese einrasten. Das geht eigentlich relativ einfach, ich hatte aber etwas Schwierigkeiten.

Dass der Filter richtig einrastet, braucht etwas Druck. Da alles nahezu aus Plastik besteht, habe ich da immer etwas Bedenken. Doch theoretisch kann da nichts kaputt gehen. Die ganzen Materialen sind der hochwertig und fest verarbeitet. Im Problemfall hilft der Dyson-Support auch weiter.

Ebenfalls im Zubehör dabei, war eine Fernbedienung und ein Netzteil. Das Netzteil ist relativ groß und umfasst auch mal eben 20 Volt und 2,5 Ampere. Ich finde es mit unter 1,5 Metern auch nicht sonderlich lang. Da hätte ich mir etwas mehr Kabel gewünscht.

Nachdem ich alles am „Tower“ angebracht und das Netzteil angeschlossen habe, ging das Gerät sofort an. In der Betriebsanleitung steht kurz beschrieben was die Fernbedienung alles macht, im nächsten Step, dass man sich bitte als erstes die Dyson App herunterladen soll. Also tat ich dies. Die Ersteinrichtung war relativ einfach. Die App zeigt Geräte in der Nähe an, welche man im nächsten Schritt mit dem WLAN verbinden soll.

Nachdem die Einrichtung mit dem WLAN abgeschlossen war, wurde ein Update geladen. Hierbei muss ich sagen, besteht Verbesserungsbedarf. Vor dem Update steht der Hinweis in der App, dass „manche App Funktionen deaktiviert werden, bis die Installation abgeschlossen ist.“. Ich habe das zwar gelesen, dennoch sieht es so aus, als wäre das Gerät falsch gekoppelt. Denn wenn das Update lädt, kann man in der App einzelne Funktionen nutzen, andere wiederum nicht – ohne Hinweis.

Das ist aber Meckern auf hohem Niveau. Es wurde ja so angekündigt, doch ein weiterer Hinweis, wenn man eine deaktiviere Funktion nutzen möchte, wäre hilfreich.

Nachdem das Update dann fertiggestellt wurde, war die App komplett verwendbar. Man konnte noch Standort wählen, Raum und diverse andere Grundeinstellungen. Alles andere wird aktiv in der App gesteuert. Ich hatte das Gerät erst im Wohnzimmer stehen.

In der App kann man bereits sofort sehen, wie die Luftqualität ist. Das Gerät bietet eine Live-Überwachung in Echtzeit. Die Luftqualität im Wohnzimmer war „Gut“. Kein Feinstaub, keine organischen Verbindungen (VOC) und auch keine oxidierende Gase. Im 3. OG ohne viel Verkehr vor der Tür ist das fast nicht anders zu erwarten. Im Großstädten sehen solche Werte eventuell anders aus.

Durch die Live-Überwachung kann der Dyson Pure Cool auch Statistiken und Diagramme anfertigen, wenn sich die Werte ändern. Diese könne mit der App ausgelesen werden. Ebenso kann man den aktuellen Standort (Stadt) hinzufügen. Ob sich das auf die Funktionalität auswirkt, weiß ich aktuell nicht. Dennoch wird auch hier die Luftqualität der Stadt angezeigt, welche mit der Raumluft verglichen werden kann.

Luftstrom, Funktionalität

Kommen wir nun zu dem interessantesten Teil – vor allem für den Sommer. Der Luftstrom und die Funktionalität. Mit der Fernbedienung oder mit der App kann man viele Dinge manuell einstellen. So kann man die Stärke des Luftstroms, die Drehbewegung von 350°, sowie Timer, Nachtmodus und Automatikmodus konfigurieren.

Außerdem gibt es zwei Luftstrom-Modi. Einmal, dass es wie ein Ventilator bläst, also gerade raus in eine Richtung und einmal den Modus, dass die Luft verteilt wird. Wenn es warm ist, kann man am besten den Ventilator-Modus verwenden ;-) .

Doch wer sich auf eine kühlende Brise freut, den muss ich enttäuschen. Klar ist es schön, im Luftstrom zu sitzen. Doch leider ist es so, dass hier einfach Luft durchgewirbelt wird. Hier wird ja nichts gekühlt oder befeuchtet. Dafür gibt es in der Pure Cool-Gruppe extra Geräte mit Wassertank.

Die Reinigungsqualitäten sind aber sehr gut. Ich habe das Gerät im Automatikmodus und nachts halt im Nachtmodus was zur Folge hat, dass die Luft klar und frisch ist. Dennoch läuft das Gerät auf Volllast, wenn das Fenster offen ist. Der Nachtmodus ist sehr ruhig und man kann dabei gut schlafen.

Manchmal habe ich aber das Gefühl, dass der Dyson nur selten anspringt. Irgendwann um 2-3 Uhr werde ich wach und frage mich, was für eine Luft hier im Raum ist. Die Luft steht und ist stickig. Doch das Gerät kann ja auch nur die Luft nehmen, welche im Raum vorhanden ist. Und wenn ich nachts das Fenster aufmache, geht das Gerät wieder auf Volllast. Da schalte ich den Dyson Pure Cool auch gerne mal komplett ab.

Wenn das Gerät auf Stufe 10 läuft, kommt eine ordentliche Brise heraus. Auch die fast 360° Drehung ist brauchbar, wenn das Gerät relativ zentral steht. Ich habe meist nur 180° angeschaltet, weil es eher Richtung Wand platziert wurde. Die Lautstärke insgesamt ist angemessen und überhaupt nicht laut. Der Automatikmodus nimmt viel Arbeit ab.

Fazit und Preis

Der Dyson Pure Cool Link Tower ist ein interessantes Gerät, wenn es darum geht, die Luft zu reinigen. Auch für warme Tage eignet sich das Gerät durch den starken Luftstrom. Dennoch wird die Luft dadurch nicht kühler. Es ist keine Klimaanlage, sondern ein Luftreiniger ohne Wassertank. Es gibt vom Hersteller eine Alternative, welche die Luft befeuchtet und somit etwas mehr kühle bringt. Der Name „Pure Cool“ ist bei diesem Modell etwas fehl am Platz meiner Meinung nach.

Für knapp unter 600€ ist das Gerät auch preislich weit oben angesetzt. Natürlich ist Dyson eine Marke, dennoch gibt es oft auch Luftreiniger für unter 100€ bei Discountern und anderen Läden. Jedoch werden diese wohl weniger Quadratmeter reinigen können und qualitativ Schwächen haben. Nichtsdestotrotz würde ich mir mehrmals überlegen, ob eine Investition sinnvoll ist.

Das Gerät kühlt kaum. Daher ist es für den Sommer nicht sonderlich nützlich. Für Allergiker aber umso mehr. Doch mit den knapp 600€ ist es auf langer Sicht hin nicht getan. Auch die Filter müssen durchaus mal gewechselt werden, was ebenfalls in der App einsehbar ist. Kostenpunkt liegt circa bei 70€.

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14 Kommentare zu “Dyson Pure Cool™ im Test: Gute Reinigung, wenig Kühle

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