Lenovo Tab4 10 Plus im Test

Im heutigen Test werde ich euch das Tab4 10 Plus näher bringen. Das Tablet kommt aus dem Hause Lenovo und verspricht technisch und optisch sehr viel. Lenovo ist bekannt für Laptops und PCs, sowie für Motorola Smartphones. Ob der Hersteller beim Tablet ähnlich gute Arbeit leistet und welche negativen Gedanken bzw. Vorstellungen jetzt schon zum Nicht-Kauf anregen, erfahrt ihr in diesem Test.

Das Lenovo Tab4 10 Plus stammt aus der Tab4-Reihe, die mehrere Geräte umfasst. Natürlich variieren die Preise von Größe und Austattung stark. Neben den 10 Zoll Tablets, gibt es auch 8 Zoll Tablets mit guter und etwas schwächeren Daten. So sind bei der Bildschirmauflösung, Prozessor, Arbeitsspeicher und internen Speicher die Unterschiede fest zu machen. Das von mir getestete Tab4 10 Plus (mit 64GB) besitzt folgende Spezifikationen:

Technische Daten

  • Design: Tablet
  • Displaygrösse: 25.7 cm (10.1″)
  • Paneltyp: IPS
  • Maximale Auflösung: 1920 x 1200
  • Betriebssystem: Google Android™
  • Prozessor: Qualcomm Snapdragon 625
  • Prozessor Kerne: 8
  • Prozessor Geschwindigkeit: 2.00 GHz
  • Speicherkapazität: 64 GB
  • Speicherkarten Slot: microSDXC
  • Speichertyp (HDD / SSD): Flash
  • Grafikspeicher Typ: Shared Memory
  • Arbeitsspeicher: 4 GB
  • Mobiles Internet: Nein
  • Bluetooth: 4.2
  • Wireless LAN (WLAN): WLAN a/b/g/n/ac
  • Thunderbolt-Anschlüsse: Nein
  • USB Typ C Anschlüsse: Nein
  • USB 3.1 Gen2 Anschlüsse (USB3.1): Nein
  • USB 3.1 Gen1 Anschlüsse (USB3.0): Nein
  • USB 2.0 Anschlüsse: 1
  • GPS: Ja
  • Rückkamera: 8 MP
  • Frontkamera: 5 MP
  • optisches Laufwerk: Nein
  • Gewicht: 475 g
  • Farbe: schwarz

Wie ihr es von meinen Testberichten gewohnt seid, werde ich auch diesen in mehrere Unterkategorien einteilen. Wenn ihr also nur das Fazit und das Thema Software lesen wollt, klickt einfach auf den entsprechenden Abschnitt.

Verpackung

Design

Kamera & Akku

Software

Fazit

Verpackung

Zu der Verpackung gibt es nicht viel zu sagen. Sie ist bunt gehalten, stellt das Tablet in den Vordergrund und zeigt deutlich, dass es sich um ein Lenovo Tablet handelt. Mitgeliefert werden ein USB-C-Ladegerät und diverse Anleitungen bzw. Garantiebestimmungen. Sobald man diese sehr stabile Verpackung öffnet, kommt einem auch schon das Tablet entgegen.

Design

Das Tablet sieht sehr hochwertig aus, da es komplett aus Glas ist. Trotz angeblichen Gorilla-Glas war ich aber froh, direkt eine Hülle mitbestellt zu haben. Denn irgendwie will man das Gerät nie aus den Händen geben. Es ist nicht sonderlich schwer, aber auch nicht sonderlich leicht. Gutes Mittelgewicht für die Größe. Je nach Hülle, lassen sich alle Tasten gut bedienen. Die Lautstärkewippe und der Powerknopf wirken etwas „lose“. Sie geben Geräusche von sich, wenn man das Tablet stark bewegt oder nur leicht den Finger darauf legt. Alles in einem aber trotzdem sauber gearbeitet. Auf der Rückseite befindet sich noch die LED und die Kamer, die im Gehäuse eingefasst sind.

Kamera & Akku

Die Kamera macht jetzt keine bahnbrechenden Fotos, aber durchaus brauchbare Bilder. Sie löst scharf auf und auch die Bilder wirken natürlich und neutral gefärbt. Besondere Features sind bei dem purem Android auch nicht zu erwarten. Man kann da mit Apps bestimmt noch deutlich mehr rausholen, so ist das Gerät kein reines „Kamera-Tablet“, aber für den ein oder anderen Schnappschuss oder zum Videotelefonieren sehr gut geeignet. Die Frontkamera hingegen ist manchmal etwas dunkel, vor allem wenn das Licht schwankt. Sie ist zum Videotelefonieren sehr gut geeignet, aber hochauflösende Fotos kann und darf man bei 5 Megapixeln nicht erwarten.

Der Akku überzeugt mich nach einigen Wochen Nutzung sehr. Ich habe Spiele, viele Informations-Apps und ganz viele „Nice-To-Have“ Sachen aufs Tablet geschmissen. Wer das Tablet wenig nutzt, dürfte fast 1 Woche oder sogar länger damit hinkommen. Ich nutze es regelmäßig und komme gut 2-3 Tage hin, das gefällt mir wirklich sehr. So machen Bahnreisen und Flüge echt Spaß, weil man sich darauf verlassen kann, dass das Ding am Leben bleibt.

Vor allem wegen den 4GB RAM hatte ich Bedenken wegen der Laufzeit, doch das macht sich nicht bemerkbar. Es gibt das Tablet ja in unterschiedlichen Variationen. Ich habe mich für die 64/4 Variante entschieden ohne LTE. Wer natürlich LTE nutzt, darf sich auf eine geringere Laufzeit einstellen.

Software

Jetzt kommen wir zu dem Punkt, der mir bei jedem Gerät wichtig ist. Ich habe Lenovo nicht nur als Tablet, sondern auch als Smartphone getarnt als Motorola Moto Z. Ich hatte mir damals das Smartphone zugelegt, weil Motorola hervorragende Update-Zeiten hatte – diese sind seit der Übernahme von Lenovo nur noch Wunschdenken. Klar es gibt immer noch recht zügig Aktualisierungen, doch längst nicht mehr so schnell wie damals. Hätte Nokia ein Tablet im Petto, hätte ich dieses genommen. Warum denn kein Samsung oder Huawei wird man sich wohl gerade fragen?

Antwort: Ich lasse mir ungerne etwas (vor allem softwaretechnisch) aufdrücken, was ich nicht brauche. Da sind Samsung und Huawei Vorreiter mit vielen eigenen und unbrauchbaren Apps. Außerdem ist das Menü nicht pures Android, sondern selbst „gepfuscht“.

Aber kommen wir nun zu der Software. Das wirklich wenig angepasste Android macht sich gut. Das Tablet läuft angenehm schnell, hat aber hier und da mal ein paar Problemchen. Das Widget für die Uhrzeit wird beim Drehen nicht richtig angezeigt oder der Prozessor braucht eben, um in Gang zu kommen. Alles völlig erträglich, trotzdem hofft man da auf Bugfixing. Es gibt 3 Lenovo Apps, die zu einem den Kindermodus einstellen, das Tablet nochmal vorstellen, einen Dateimanager und die TouchPal Tastatur. Diese habe ich zum Beispiel durch GBoard von Google ersetzt.

Neben diesen Apps natürlich auch die Google-Apps wie Google Drive, Chrome, Play Music, Play Books etc. und Standardanwendungen wie Rechner, Soundrecorder, Equalizer…

Was ich richtig genial finde, ist der Mehr-Personen-Modus. So hat jeder seinen eigenen Bereich und ist mit seinem eigenen Google-Konto angemeldet. Man kann individuelle Passwörter vergeben oder verschiedene Fingerabdrücke einspeichern, sodass bei der entsprechende Person der eigene Account geöffnet wird.

Ein großes Manko gibt es! Und das betrifft Android Oreo. Das Tablet kam mit Android 7.0 heraus, im letzten Jahr wurde neben dem Tablet auch Android 8.x Oreo vorgestellt. Das Tablet hat keine 50€ oder 100€ gekostet, wo man davon ausgehen darf, dass es das Update sicher erhält. Lenovo bestätigte mir auf Anfrage, dass man prüfe, ob man das Update bereitstellt. Für mich ein absolutes No-Go. Da gibts nichts zu prüfen, sondern das wird gemacht! In der Update Matrix des Unternehmens kann man bereits nachvollziehen, was die Nutzer auf die Palme bringt. Das Tab3 hat auch nur 1 Update erhalten, aber anscheinend doch noch Nougat bekommen. Ob das stimmt, kann ich nicht bestätigen.

Wenn Oreo nicht kommen sollte, wäre das ein echtes Armutszeugnis. Das letzte Sicherheitsupdate von Januar 2018 ist Stand heute „okay“. Man hat nur einen fiesen WLAN-Bug mit eingebracht. So hat das Tablet zwar Verbindung, aber irgendwie lädt nichts. Das wird auch in etlichen Foren diskutiert, wann hier ein Update kommt, bleibt auch fraglich.

Update

Fazit

Ich bin von dem Tablet überzeugt. Die 16/3 Variante hatte ich von Lenovo zum Testen erhalten, die 64/4 Variante ist meine eigene. Beide Versionen verhalten sich klasse. Die Auflösung des Displays ist in Ordnung, hätte vielleicht auch höher sein können. Der Akku ist groß und hält lange, die Kamera ist solide. Die Software und Hardware ist auf dem Papier Top. Sie macht auch einen guten Job, doch Updates sind heute wichtiger denje… nicht nur wegen der Sicherheit, sondern auch aufgrund neuer Funktionen. Ich kaufe mir kein Tablet für 350€, um neue Funktionen erst in der nächsten Tablet-Generation ausprobieren zu können!

Lenovo muss daran arbeiten, den Nutzer schätzen zu kennen. Wenn man mit einem Gerät zufrieden ist, dann kauft er sein nächstes auch da. Ich werde mir Stand heute kein Lenovo oder Motorola Gerät mehr zulegen. Mir sind Updates auf neue Versionen zu wichtig, und so viel Geld für eine Enttäuschung auszugeben, finde ich schade.

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11 Kommentare zu “Lenovo Tab4 10 Plus im Test

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