„Telekom ist besser als 1&1“ – die große DSL Lüge

Ich beschäftige mich in letzter Zeit immer mehr mit Netzwerken und Internetanschlüssen von verschiedenen Anbietern. Dabei lese ich auch immer viel zu Bewertungen und Erfahrungen und stoße auf manche Dinge, wo man einfach den Kopf schütteln kann. Es geht um DSL-Anschlüsse in Deutschland.

Die Bundesregierung möchte jedem Haushalt 50MBit/s als Minimum anbieten. Um diesen Wert zu erreichen, muss man oft mal den Vertrag und den Verfügbarkeitscheck kontrollieren. Denn im seltensten Fall erhält man Nachricht darüber, dass mehr möglich ist. So „dümpeln“ viele immer noch mit 16MBit rum, könnten aber vielleicht schon 50 bzw. 100 beziehen.

Nun, wieso diese Überschrift? Ich bin in diversen Gruppen angemeldet, ob bei Facebook, Google Plus oder Foren im Internet. Sobald jemand fragt, welchen Internetanbieter man wählen sollte, kommen oft viele Antworten zurück. Der eine ist vom Kabelnetz überzeugt, der andere nutzt lieber DSL von o2 oder 1&1. Doch dann folgen darauf meistens Aussagen, wo ich mich stundenlang frage, wie man soetwas schreiben kann.

Sätze wie „Oh ne… 1&1 nur Probleme. Mit der Telekom ist alles besser geworden“ sind einfach ohne Hintergrundinfos. Im Prinzip haben wir nur 2 Netze in Deutschland. Das Kabelnetz, welches beispielsweise von Vodafone und Unitymedia genutzt wird und die DSL Leitungen der Telekom. Es gibt durchaus regionale Anbieter, die eigene Leitungen stellen, dies ist aber selten der Fall.

Man kann grob gesagt festhalten: Das DSL-Netz gehört der Telekom. Anbieter wie o2 und 1&1 mieten genau diese Leitung. Das heißt: Wenn man jetzt bei 1&1 DSL bestellt, kommt das über die gleiche Leitung wie das DSL von der Telekom. Der einzige Unterschied ist also die Hardware und eventuell geringere Leistung bei den Mietern (Upload geringer als bei Telekom). 1&1 hat beispielsweise die FRITZ!Box im Angebot, die Telekom hat die hauseigenen Speedports.

Auch wenn ich Verträge für unterschiedliche Leute abschließe, kommt immer die Frage „Ist 1&1 so gut? Habe von Problemen gehört…“. Dabei steht ein Wechsel des Anbieters und der Hardware an und die Leitung bleibt unberührt. Deshalb kann ich beruhigt antworten, dass es keine Probleme geben wird.

Wenn es aber mal zu einer Störung kommen soll oder man gar einen DSL-Neuanschluss bei einem Mieter (o2, 1&1…) bucht, dann beauftragen diese einen Telekom-Techniker, der die Maßnahmen ergreift. Dort kann es dann sein, dass es länger dauert, aber dies kommt im Optimalfall selten bis gar nicht vor.

Was natürlich auch immer beachtet werden muss ist, welcher Anschluss genutzt wird. Oft liest man auch von Sachen wie „Vodafone ist doch auch die Telekom“ – Jein. Auch Vodafone bietet DSL an, welches ebenfalls die Leitung der Telekom verwendet. Doch Vodafone bietet auch ein eigenes Kabelnetz an und ist somit unabhängig. So kann es durchaus sein, dass die Telekom nur 50MBit/s liefert und Vodafone 200 ;-)

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37 Kommentare zu “„Telekom ist besser als 1&1“ – die große DSL Lüge

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