Microsoft Surface als Premiummarke angekommen

Als ich neulich in einem großen Elektronikgeschäft war, sind mir einige Dinge aufgefallen. Zum einen konnte ich das erste Mal ein Surface Studio live sehen. Dieses riesige Touchdisplay ist einfach nur unbeschreiblich. Darum soll es aber in diesem Beitrag nicht gehen. Eher um die Präsentation der Marke Microsoft und Surface im Handel.

Microsoft Surface bei Media Markt

Microsoft lernt von Apple

Apple-Produkte werden schon sehr lange in einem besonderen Licht präsentiert. Nicht nur in den Apple Stores, sondern auch bei Media-Markt, Saturn, Gravis und anderen Händlern. Es fängt damit an, dass Apple einen eigenen Tisch mit Branding bekommt und hört in einzelnen Geschäften mit einer großen Verkaufsfläche auf, die komplett im Stil der Apple Stores gehalten ist. So muss sich eine Premium-Marke präsentieren. Dagegen sind Geräte mit Windows fast schon wild durcheinander und dichter gedrängt auf Standard-Tischen oder sogar in Regalen platziert. Häufig sind diese nicht nach Marken getrennt und Highlights nicht besonders in den Vordergrund gerückt.

Mit der Surface-Reihe hat es Microsoft aber nun geschafft, der eigenen Marke ein Premiumimage zu verleihen. Die Surface-Geräte haben in geschätzt der Hälfte der Elektronikmärkte eigene Tische im Microsoft-Design, die entsprechend aus der Masse hervorstechen. Auch sind hin und wieder Promoter direkt von Microsoft in den Märkten und beraten die Kunden. Als ich mir vor ein paar Tagen einen Surface-Stand im Elektronikmarkt ansah, sagte ein Kunde gegenüber: „Die machen ganz schön einen auf Apple“. Das ist in gewisser Weise richtig, aber es scheint ja zu funktionieren.

 

Wie hat Microsoft den Image-Wandel vollzogen?

Ganz klar, indem sie mit der Marke Surface auf Premium gesetzt haben. Die Geräte sehen sehr schick aus, sind teuer und einfach innovativ. Doch gerade für den Auftritt im stationären Handel ist noch etwas anderes entscheidend. Neben natürlich guten Marketingfachleuten, die mit den Händlern Vereinbarungen zur Produktpräsentation schließen, ist auch die Anzahl der verschiedenen Geräte entscheidend. Nur ein einzelnes Surface Pro geht in der Masse unter und bekommt bestimmt keine eigene Verkaufsfläche. Auch ein Surface Book zusätzlich ist noch zu wenig. Erst mit dem Surface Laptop und ganz bestimmt mit dem Eyecatcher Surface Studio ist eine kritische Masse erreicht. Auch wenn das Laptop in den Kritiken als mehr oder weniger überflüssig bezeichnet wird, ist es genau dafür wichtig. Der Kunde erwartet einfach eine gewisse Auswahlmöglichkeit. Das iPad gibt es mittlerweile auch in vier verschiedenen Größen und nochmal so vielen Farben. Gefühlt sieht man aber immer nur das iPad in 9,7″ in Standardgrau. Die anderen Varianten sind nur für eine kleine Kundengruppe interessant und mehr oder weniger Marketing.

 

Microsoft beweist mit Surface, dass sie es doch können

Man hat doch immer wieder das Gefühl, dass Microsoft vieles nur halbherzig angeht und dann irgendwann einstampft, weil es keinen Erfolg hat. Gerade im Bereich Hardware ist das so. Ich erinnere mich noch an den Zune-Player, den iPod-Konkurrenten, der nur ein paar Jahre vertrieben wurde und den Weg nie nach Deutschland gefunden hat. Das Microsoft Band wurde nach der zweiten Generation eingestellt und kam auch nicht nach Deutschland. Darum ist es besonders schade, da es ein gutes Produkt ist und Microsoft gute Verkaufschancen hätte, da der Markt noch recht klein ist und nicht so festzementiert unter Android und Apple aufgeteilt ist. Damit kommen wir auch schon zum prominentesten Fall: den Windows Phones. Die Geschichte kennt jeder, dazu brauche ich nichts zu schreiben.

Die Ausflüge von Microsoft in den Hardware-Bereich waren in der Vergangenheit also nicht sonderlich erfolgreich. Ausgenommen davon sind die XBOX und die Mäuse bzw. Tastaturen. Warum das so ist, dazu gibt es bei den oben genannten Beispielen unterschiedliche Gründe. Eine Rolle spielt aber immer die nicht konsequente Umsetzung der Projekte. Es reicht nicht, etwas neues und eigentlich gutes zu entwickeln. Ein Unternehmen muss an sein Produkt glauben, es ständig weiterentwickeln und nicht zu schnell wieder aufgeben. Das alles scheint beim Surface befolgt zu werden. Es bleibt zu hoffen, dass Microsoft dem eingeschlagenen Weg weiter treu bleibt und wir in Zukunft noch viele tolle Geräte sehen werden.

Microsoft Surface als Premiummarke angekommen
Artikel teilen
Über den Autor
ähnliche Artikel
vorheriger Artikel
nächster Artikel

3 Kommentare zu “Microsoft Surface als Premiummarke angekommen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Hiermit akzeptiere ich die Datenschutzerklärung für diesen Kommentar.