Europäische Union – Abschaffung von Geoblocking nun offiziell

Schon vor knapp zwei Monden sickerte ein Entwurf zu einer neuen EU-Verordnung bzgl. der Einschränkungen des GeoBlockings der Europäischen Union durch. Jetzt wurde diese Reglung offiziell verabschiedet. Dies bedeutet nun, dass EU-Bürger in gut 10 Monaten, also sobald der EU-Ministerrat die Verordnung formell gebilligt hat und die Mitgliedsstaaten diese verabschiedet haben, frei durch die EU reisen und dabei überall auf die heimischen Streaming-Dienste à la Spotify, Apple Music, Groove, Netflix oder Amazon Prime Video zugreifen können.

Aktuell können die Anbieter die Nutzung des Dienstes in anderen Ländern unterbinden, was natürlich ärgerlich ist, wenn man zum Beispiel in den Urlaub fährt und im Auto seine Lieblingsmusik weiterhören möchte. Damit nun aber der Italiener nicht dauerhaft auf das deutsche Angebot zugreift, weil es hier eventuell eine Serie gibt, die es in Italien nicht gibt, hat die EU den Diensten verschiedene Maßnahmen zur Überprüfung des Wohnortes zugestanden. Diese sehen wie folgt aus:

Dienstleister für Online-Inhalte können „wirksame und zumutbare“ Maßnahmen ergreifen, um zu überprüfen, ob der Abonnent nicht dauerhaft in ein anderes EU-Land umgezogen ist, da sich die erforderlichen Urheberrechtslizenzen von Land zu Land unterscheiden können. Eine Liste zulässiger Methoden umfasst Überprüfungen von Personalausweisen, Zahlungsdetails, öffentlich verfügbaren Steuerinformationen, Postanschriften oder IP-Adressen. Die Dienstleister müssen sicherstellen, dass die Verarbeitung personenbezogener Daten verhältnismäßig ist und Schutzvorkehrungen einrichten, insbesondere für Überprüfungen von IP-Adressen.

Persönlich halte ich dies für faire Maßnahmen, vor allem unter dem Aspekt, dass das viele Dienste es eh schon so handhaben. Wie auch immer, diese neuen Regelungen der EU werden aber nur für kostenpflichtige Streaming-Angebote gelten, was bedeutet, dass z.B. die ARD für bestimmte Inhalte in ihrer kostenfreien Mediathek weiterhin einen deutschen Standort verlangen kann. Schlussendlich ist dies aber ein weiterer Schritt zu einem offenen Binnenmarkt, der in Zukunft noch weiter ausgearbeitet werden muss.

Quelle: EU

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Begeisterter Technik-Enthusiast, der aktuell zwei Welten vereint. Windows auf PC sowie Xbox und iOS auf dem iPhone, als auch auf dem iPad. Gespaltene Persönlichkeit würde ich sagen. ;)
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