Das LG G3 im Test – Mein Allroundtalent 2014

IMAG17631. Vorwort

Mit dem LG G2 stieg LG 2013 wieder voll in den Smartphone-Markt ein und konnte mit einem klasse Gerät, guter Ausstattung & Optik sowie guter Software bei den Usern punkten. Somit war es in diesem Jahr für LG schwer mit dem aktuellen Flaggschiff – dem LG G3 – weitere Höhepunkte zu setzen. Doch LG ist es gelungen mit dem LG G3 das „alte“ G2 noch weiter im Bereich der Hardware, Verarbeitung und Software zu verbessern – und schon hier kann ich festhalten, dass sich das G3 im wahrsten Sinne „sehen lassen kann“. Das LG G3 sieht sehr gut aus, fühlt sich hochwertig an und man merkt dem Gerät seine Ausmaße von 5,5 Zoll aufgrund der schmalen Ränder nicht wirklich an. Gegen das Sony Xperia Z2, das Samsung Galaxy S5 und das HTC One M8 muss sich derzeit das G3 behaupten, wobei meine aktuelle Favoriten das LG G3 und das HTC One M8 sind.

In meinem Test muss sich nun zeigen, ob ich als Vertreter der 4,2 – bis maximal 4,7 Zoll „Smartphone-Fraktion“ doch auch von einem Gerät mit 5,5 Zoll überzeugt werden kann und ob die Vorschusslorbeeren zum LG G3 auch gerechtfertigt sind. Denn letztlich muss man auch festhalten – will man heute ein Highend-Gerät haben, kommt man an der 5 Zoll-Marke nicht mehr vorbei. Als Testgerät lag mir das LG G3 mit 2 GB RAM und 16 GB internem Speicher zur Verfügung.

 

2. Ausstattung, Spezifikationen & Lieferumfang

Hauptaugenmerk setzt LG beim G3 natürlich auf das 5,5 Zoll QHD-Display, welches mit 2.560 × 1.440 Pixeln daherkommt. Und hier kann LG schon deutlich gegenüber Sony, Samsung und HTC punkten. Denn keiner von diesen setzt auf ein solch hochauflösendes Display. Ob es letztlich ein Mehrwert ist, wird sich später zeigen.

Kurz und knapp kann man den Bereich des Lieferumfangs beim LG G3 abhandeln. Denn neben einer Kurzanleitung findet man neben dem Smartphone noch den Netzadapter mit USB-Kabel wieder. Für meinen Geschmack auch hier (wie auch bei anderen Herstellern) zu wenig. Wünschenswert wären vielleicht noch Kopfhörer oder ein Schutzcover.

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Wie oben genannt will LG beim G3 hauptsächlich mit dem 5,5 Zoll QHD-Display punkten. Die Maße betragen 146,3 x 74,6 x 8,9 mm, das Gewicht liegt bei 149g. Doch LG schafft es beim G3 – dank der schmalen Ränder – das die Front aus satten 76 Prozent Display besteht. Doch auch die andere verbaute Hardware kann sich sehen lassen. Angetrieben wird das Smartphone vom Snapdragon 801 aus dem Hause Qualcomm. Der Quadcore-Chip taktet je Kern mit 2,5 GHz. Insgesamt gibt es zwei Modelle vom LG G3 wobei wahlweise 2 GB oder 3 GB RAM den Chip unterstützen. Das 2 GB Modell kommt mit 16 GB internen Speicher daher, dass 3 GB Modell liefert 32 GB internen Speicher. Per MicroSD-Karte kann dieser erweitert werden.

Ebenfalls punkten möchte LG mit seiner verbauten 13 MP Rückseitenkamera mit OIS und Laser-Autofokus.  Weiterhin gibts WLAN, NFC, Bluetooth, GPS und LTE. Als letztes verbaut wurde ein 3000 mAh Akku.

Die Ausstattung liest sich gut. Außer dem QHD-Display ähnelt diese aber den anderen Flaggschiffen der anderen Hersteller. Für alle aktuellen Anwendung liefert das G3 genügend Power.

 

3. Design, Optik und Verarbeitung

Wie bereits im Vorwort angegeben, konnte mich bereits beim Auspacken das Aussehen und die Verarbeitung beim G3 fast gänzlich überzeugen. Spaltmaße findet man nicht und es fühlt sich einfach nur wertig an. Das verwendete Material Polycarbonat versetzt LG  mit Metallpartikeln, so dass die gebürstete Rückseite wie Aluminium aussieht. Und das gelingt sehr gut. Die Rückseite wirkt edel und kann überzeugen. Man hat eben nicht den Eindruck, dass man es hier mit Kunststoff zu tun hat.

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Dabei liegt das LG G3 aufgrund seiner Abrundungen sehr gut in der Hand. Etwas „rutschig“ wirkt es aber, aufgrund der doch etwas glatten Oberfläche.

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An der Unterseite findet man neben dem MicroUSB-Anschluss noch den Klinkenanschluss für Kopfhörer. Beim MicroUSB-Anschluss ist wohl mein einziger Kritikpunkt bei der Verarbeitung zu nennen. Denn das Einstecken bedarf doch etwas höhreren Kraftaufwand. Hier besteht die Gefahr, dass man auf längerer Sicht Schäden verursachen kann.

Wie bereits auf den Bildern zu sehen, findet man keine schwarfen Kanten  aufgrund der guten Abrundungen. Die Rückseite beherbergt die Hardware-Buttons. An die Lage und Bedienung gewöhnt man sich schnell, da diese leicht zu finden und erreichbar sind.

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Zusammenfassend kann ich sagen – das LG G3 ist ein wirklicher Hingucker. LG hat hier sehr gute Arbeit geleistet und mit dem mit Metall versetztem Polycarbonat wirkt das Smartphone edel und wertig. Und es sieht eben nicht nur gut aus sondern fühlt sich auch so an. Trotzt der 5,5 Zoll liegt das Gerät hervorragend in der Hand, was natürlich auch an den schmalen Rändern liegt. Eine Eingewöhnung bedarf es bei den an der Rückseite gelegenen Buttons, doch hat man sich dran gewöhnt, geht die Nutzung spielerisch von der Hand. Einzig und allein beim „störrischen“ MicroUSB-Anschluss sollte LG bei einem Nachfolger nachbessern.

 

3.1. Das Display

Mit dem QHD-Display will LG punkten. Doch fraglich ist, ob ein solch hochauflösendes Display überhaupt nötig ist. Persönlich konnte ich keinen Unterschied zwischen einem FullHD-Display feststellen. Liegt wohl auch an meinem verwendeten Video- und Bildmaterial. Die Farbdarstellung ist gut, obwohl ich mir  noch etwas mehr Kontrast gewünscht hätte. Die maximale Helligkeit reicht mir persönlich aus. Auch bei Sonneneinstrahlung konnte ich noch genug sehen.

Festzuhalten bleibt – einen wirklichen Unterschied zu einem FullHD-Display konnte ich nicht feststellen. Trotzdem machte es aber aufgrund der schmalen Ränder wirklichen Spaß, dass Display zu genießen. Etwas mehr Kontrast würde dem LG G3 aber gut tun, damit die Farben etwas lebendiger wirken. Die Helligkeit bzw. Hintergrundbeleuchtung dagegen finde ich vollkommen ausreichen.

 

4. Handling & Software

Ich hatte es bereits angesprochen – 5,5 Zoll Display bedeutet eigentlich, dass das Smartphone ein ganz schöner Brocken sein muss. Doch nicht so beim G3. Denn LG hat es geschafft ein großes Display in einem schnalen Rahmen unterzubringen. Und genau das macht sich auch beim Handling und Alltagsgebrauch bemerkbar. Das Gerät liegt sehr gut in der Hand und die Größe merkt man diesem nicht an. Teilweise ist auch eine Einhand-Bedienung möglich, doch wird man hauptsächlich mit beiden Händen „arbeiten“ müssen. Die Buttons an der Rückseite sind einfach und schnell aufgrund ihrer Lage zu erreichen.

Im Bereich Software bringt das LG G3 die überarbeitete LG-Oberfläche auf Basis von Android mit. Diese wirkt aufgeräumt und sieht schon sehr gut aus. Hier hat man bereits den Eindruck vom kommenden Flat-Design bei Android.

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Zusätzlich bietet LG hier auch wieder sehr gute Features. Zu nennen wären hier der KnockCode zur Entsperrung des Gerätes oder Smart Notice. Hier bekommt man regelmäßig wichtige Nachrichten präsentiert (wie Wetternachrichten). Spaß macht auch das Schreiben, denn die Tastatur kann je nach Bedürfnisse in ihrer Höhe eingestellt werden. Bereits bei meinem LG G Pad 8.3 nutze ich das LG-App Qick Remote zur Steuerung von TV und Bluray-Player. Und auch das G3 bringt das App mit.

Letztlich sind Handling und Software einfach Top. Als Noch-Nutzer eines angestaubten HTC One S mit 4,2 Zoll bin ich begeistert, dass ein Gerät mit 5,5 Zoll trotzdem so gut in der Hand liegt und bedienbar bleibt. Und auch die Software bringt viele nette Features mit. Trotzdem sind auch hier mir zu viele hauseigene Apps vorinstalliert. Eine Auslagerung in den Play Store wäre wünschenswert. Denn so kann dann jeder User selbst entscheiden, was er benötigt bzw. haben will.

 

5. Performance, Ausdauer & Benchmarkwerte

Bereits bei der Präsentation des LG G3 hatte man die Befürchtung, dass der Akku keinen Tag durchhalten wird. Hier befürchtete man, dass Snapdragon 801 und gerade das QHD-Display zu stark am Akku saugen. Nach einigen Software-Updates kann ich als Normal-User aber sagen, dass ich mit dem G3 gut über den Tag komme. Für regelmäßige Besuche im Netz, einige Schnappschüsse am Tag und ein paar Videos bei YouTube reicht der Akku. Gamer und „Video-Dauer-Anschauer“ sollten aber das Ladekabel mitnehmen.

Im Bereich Performance muss man natürlich kurz auch die Benchmarkwerte ansprechen. Grundsätzlich sagen diese aber nicht viel über das eigentliche Nutzererlebnis aus sondern eher darüber, welche Leistung & Leistungsreserven wohl noch vorhanden sind. Ich habe das LG G3 einmal dem AnTuTu, dem CF-Bench, den NenaMark 2 und dem Quadrant benchmark durchlaufen lassen.

Hier einmal die Ergebnisse:

Quadrant Standard Edition

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AnTuTu

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NenaMark 2

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CF-Bench

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Wie ihr sehen könnt gibts Leistung satt, auch wenn es sich hier „nur“ um das Gerät mit 2 GB RAM handelt.  Ruckler konnte ich mit der aktuellen Firmware keine feststellen. Das Navigieren innerhalb der Homescreens und der Apps verlief durchweg flüssig. Die Apps starteten schnell.

Somit hat es LG nach den aktuellen Updates geschafft die Leistung der Hardware auch an das System weiterzugeben. Ruckler sind nicht mehr vorhanden. Auch ein eigenwilliges Ausschalten des Gerätes oder Abstürze waren bei mir nicht vorhanden. Bei mir lief alles flüssig und die Software und Oberfläche kann gefallen. Etwas abspecken kann LG beim mitgelieferten Software-Umfang trotzdem.

 

6. Die Kamera

Die Kamera wird gerade bei Smartpone-User immer mehr zum Kaufargument, ersetzt das Smartphone doch immer mehr die kleine Kompaktkamera. Mit 13 MP ist die verbaute Kamera beim LG G3 gut aufgestellt. Hinzu kommt der neue Laser-Autofokus, welcher schnelle Bilder und bessere Bilder auch in dunklen Umgebungen ermöglichen soll. Ebenso findet man beim LG G3 nun einen Dual-LED-Blitz wieder. Und wie bei vielen Smartphones sehen die Bilder bei Tagaufnahmen schon ansprechend aus. Farben werden wie im Original aufgenommen und präsentiert. Ein Bildrauschen konnte ich bei Tagaufnahmen nicht feststellen. Doch auch das LG G3 hat deutliche Schwächen bei Nachtaufnahmen oder dunklen Umgebungen. Da kann auch der Dual-LED-Blitz nicht helfen. Hier ist ein deutliches Bildrauschen festzustellen.

Für Normal-User reichen die vorhandenen Einstellungmöglichkeiten innerhalb der Kamera-Funktion. Wer jedoch mehr Anpassungen möchte, sucht vergebens. Und somit bleibt auch bei der Kamera des LG G3 festzuhalten das Aufnahmen bei Tage bzw. guten Lichtverhältnissen sehr gut sind – Nachtaufnahmen zeigen deutliches Rauschen. Und somit ersetzt auch das G3 nicht komplett die Kompaktkamera.

 

7. Der Sound

Beim Sound kann ich mich kurz halten. Im Gegensatz zum HTC One M8 ist der Sound doch etwas schwach vor Allem im Bassbereich. Trotzdem klingt alles sauber und nicht blechernd. Auch beim Telefonieren sind Gespräche gut wahrzunehmen. Einzig die Lage des Lautsprechers an der Rückseite ist ungünstig, da schnell die Finger bzw. die Hand darüber liegen.

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Somit solide Arbeit – trotzdem sind die Front-Lautsprecher des HTC One M8 deutlich besser.

 

8. Was es sonst noch zu sagen gibt

Was gibt es sonst noch zum LG G3 zu sagen. Die WLAN-Verbindungsqualität war immer sehr gut. Und mit WLAN ac ist man auch für das so langsam anlaufende schnelle WLAN-Netz ausgestattet. Auch die GPS-Verbindung z.B. zur Navigation war schnell hergestellt. Drehbewegungen werden schnell erkannt und umgesetzt.

 

9. HTC One M8 oder LG G3 – Wer ist nun mein Favorit ?

Es war nicht leicht meinen Favoriten zu wählen. Das HTC One M8 mit satten Frontlautsprechern und Aluminium oder das LG G3 mit schmalen Rahmen und großem Display, welches fast die gesamte Front einnimt. Bei der Hardware sind sich beide eigentlich fast ebenbürtig. Entschieden habe ich mich letztlich für das LG G3. Hier gefällt mir einfach die Display-Ausnutzung und auch die Buttons an der Rückseite gefallen nach einiger Zeit doch sehr gut. Auf die Frontlautsprecher kann ich verzichten, denn Musik höre ich über Kopfhörer und will mit dem Gerät ja nicht meine Nachbarn beschallen.

In punkto Fotoaufnahmen finde ich die Bilder des G3 etwas besser als beim HTC One M8. Trotzdem nehmen sich beide hier nicht viel. Bei Tag machen beide Geräte sehr gute und farbgetreue Aufnahmen – bei Nacht gibts oftmals Bildrauschen.

 

10. Fazit

LG hat es mit dem LG G3 geschafft das sehr gute LG G2 noch besser zu machen. Kritikpunkte der LG G2 User wurden behoben, so dass man beim Design und der Ausnutzung des Displays einfach nur staunen kann. Es sieht klasse aus und die Rückseite ehöht den werttigen Eindruck des Smartphones. Das Handling ist sehr gut und die Software läuft nach einigen Updates auch rund. Ruckler sind Vergangenheit. LG vereint mit dem G3 Top-Hardware mit hervorragendem Aussehen und wenn man das Gerät einmal in der Hand gehabt hatte, will man es nicht mehr so schnell hergeben. Deswegen gewinnt das LG g3 auch vor meinem zweiten Favoriten dem HTC One M8. Nachbessern muss LG aber beim MicroUSB-Anschluss. Der geht zu schwergängig. Auch die Lage des Lautsprechers sollte man überdenken. Das Abnehmen der Rückseite zum Einstecken von SIM und/ oder MicroSD-Karte ist erstmalig gewöhnungsbedürftig. Man hat schon Angst, dass man etwas abbricht.

LG versucht sich mit dem QHD-Display von der Konkurrenz abzuheben – grundsätzlich hätte aber auch ein FullHD-Display gereicht. Einen wirklichen Unterschied kann ich nicht ausmachen – einzig die Ausnutzung des Displays kann gegenüber der Konkurrenz doch deutlich überzeugen. Aktuell gibt’s das LG G3 schon für schlappe 399,- Euro und das ist für dieses Gerät wirklich angemessen. Für mich ist klar, welches Gerät demnächst gekauft wird.

Solltet ihr noch Fragen haben, dann hinterlasst diese in einem Kommentar. Ich versuche diese schnellstmöglich zu beantworten.

Mein Dank geht hier an LG für das Testmuster.

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2 Kommentare zu “Das LG G3 im Test – Mein Allroundtalent 2014

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