Ninkear S13 Neo im Test: Das günstige Surface für den Alltag?

Das Ninkear S13 Neo erinnert schon beim ersten Kontakt unweigerlich an ein günstiges Surface. Das Konzept ist nahezu selbsterklärend: ein kompaktes Windows-Tablet, dazu eine magnetisch angedockte Tastatur und ein hochauflösendes Display im produktiven 3:2-Format. Ninkear versucht damit, möglichst viel von der klassischen Surface-Idee in eine deutlich niedrigere Preisklasse zu übertragen. Ganz auf demselben Niveau spielt das S13 Neo erwartungsgemäß nicht. Dafür fehlt es vor allem an Leistung, an einigen konstruktiven Details und auch bei der SSD wird deutlich gespart. Trotzdem ist das Gerät interessanter, als der Intel N150 zunächst vermuten lässt. Der Hersteller kombiniert den Vierkern-Prozessor mit 12 GB LPDDR5 und einer 512 GB großen SSD. Dazu kommt ein 13 Zoll großes 3K-IPS-Display. Genau diese Mischung macht das S13 Neo eher zu einem günstigen mobilen Arbeitsgerät als zu einem klassischen Billig-Notebook.

Das Konzept erinnert stark an ein günstiges Surface

Ninkear erfindet beim S13 Neo nichts grundlegend Neues. Das Gerät besteht aus dem eigentlichen Windows-Tablet und einer magnetisch befestigten Tastatur. Ohne Tastatur lässt sich das S13 Neo wie ein klassisches Tablet verwenden, mit angedocktem Keyboard entsteht ein kleines Notebook. Gerade diese Einfachheit funktioniert im Alltag gut. Wer unterwegs lesen, Videos ansehen oder durch Webseiten scrollen möchte, nimmt nur das Tablet in die Hand. Für längere Texte oder Office-Arbeiten kommt die Tastatur dazu. Das ist genau jene Flexibilität, die das Surface-Konzept seit Jahren attraktiv macht.

Der Unterschied liegt vor allem im Preis und in der Ausführung. Das S13 Neo wirkt insgesamt ordentlich verarbeitet, erreicht aber erwartungsgemäß nicht die Material- und Detailqualität deutlich teurerer Premium-Convertibles. Für seine Geräteklasse geht die Verarbeitung dennoch in Ordnung.

Ein richtiger Kickstand fehlt

Der größte konstruktive Kritikpunkt zeigt sich bereits nach kurzer Nutzung. Ein fest integrierter, frei einstellbarer Kickstand wie bei einem Surface Pro wäre die deutlich bessere Lösung gewesen. Gerade bei einem 2-in-1-Gerät ist der Standfuß mehr als ein kleines Komfortdetail. Er entscheidet darüber, wie flexibel das Tablet auf dem Schreibtisch, im Zug oder auf dem Sofa positioniert werden kann. Beim S13 Neo ist man stärker von der jeweiligen Tastatur- beziehungsweise Aufstellkonstruktion abhängig.

Ein integrierter Kickstand hätte das gesamte Konzept deutlich aufgewertet. Vor allem könnte das Display dann auch ohne angedockte Tastatur stabil aufgestellt und der Winkel wesentlich flexibler angepasst werden. In diesem Punkt merkt man deutlich, dass das S13 Neo eben eher die preiswerte Interpretation eines Surface als ein vollständiger Ersatz dafür ist.

Das 3K-Display ist die größte Stärke

Beim Display überrascht Ninkear dagegen positiv. Das 13 Zoll große IPS-Panel löst mit 3K auf und arbeitet im 3:2-Format. Genau dieses Seitenverhältnis passt hervorragend zu einem Gerät, das nicht ausschließlich zum Videokonsum gedacht ist. Beim Schreiben, Lesen von Webseiten oder Arbeiten mit Dokumenten steht mehr vertikale Fläche zur Verfügung als bei klassischen 16:9-Displays. Gleichzeitig sorgt die hohe Auflösung auf 13 Zoll für eine sehr feine Darstellung. Schriften wirken scharf und Fotos profitieren ebenfalls von der hohen Pixeldichte. Windows muss bei dieser Kombination natürlich entsprechend skalieren. Im Alltag funktioniert das jedoch problemlos. Das Display ist damit ohne Zweifel eines der wichtigsten Argumente für das S13 Neo und sorgt dafür, dass sich das Gerät wertiger anfühlt, als es die Prozessorplattform vermuten lässt.

Die Tastatur macht aus dem Tablet ein kleines Notebook

Die magnetische Tastatur lässt sich schnell anbringen und wieder entfernen. Für längere Texte ist das deutlich angenehmer als die Bildschirmtastatur von Windows und macht aus dem S13 Neo ein vollwertiger nutzbares Arbeitsgerät. Natürlich bleibt bei 13 Zoll wenig Platz für eine großzügige Tastatur. Wer täglich viele tausend Zeichen schreibt, wird auf einem größeren Notebook komfortabler arbeiten. Für unterwegs, kurze Artikel, E-Mails oder klassische Office-Aufgaben reicht die Lösung jedoch aus.

Gerade hier zeigt sich wieder der eigentliche Reiz des Geräts: Es möchte kein Desktop-Replacement sein, sondern ein kompakter Windows-Begleiter, der sich je nach Situation zwischen Tablet und Notebook bewegt.

Der Intel N150 bleibt die größte Leistungsgrenze

Im Inneren arbeitet Intels N150 aus der Alder-Lake-N-Familie. Der Prozessor besitzt vier Kerne und vier Threads. CPU-Z bestätigte in unserem Test vier Kerne, vier Threads und einen maximalen Multiplikator bis 36. Unter Last lagen rund 2.900 MHz an. Von einem Intel N150 sollte man allerdings keine Wunder erwarten. Der Chip ist klar auf niedrigen Verbrauch und einfache Alltagsaufgaben ausgelegt. Office, Browser, Streaming und Videokonferenzen funktionieren problemlos. Auch mehrere Programme gleichzeitig sind möglich, solange keine anspruchsvollen Anwendungen darunter sind.

Sobald dauerhaft höhere Rechenleistung benötigt wird, sind die Grenzen schnell erreicht. Videoschnitt, umfangreiche RAW-Bearbeitung, große Softwareprojekte oder andere rechenintensive Anwendungen gehören schlicht nicht zum vorgesehenen Einsatzgebiet.

12 GB RAM passen besser als die CPU

Positiv ist, dass Ninkear beim Arbeitsspeicher nicht auf lediglich 8 GB setzt. Unser Testgerät besitzt 12 GB LPDDR5. Für Windows 11 ist diese Kapazität leider nicht gerade zukunftsorientiert gewählt. Gerade Browser mit mehreren Tabs, Office und Hintergrundanwendungen verbrauchen seit Jahren immer mehr RAM. Zudem ändern die 12 GB ändern natürlich nichts an der begrenzten CPU-Leistung. Da der Speicher fest verlötet ist, wäre eine höhere Ausstattung umso wichtiger.

Die SSD ist langsam, aber für den Alltag ausreichend

Deutlich weniger beeindruckend fällt die 512 GB große SSD aus. In unserem Test steckte eine WUXIN G5. AS SSD ermittelte rund 470 MB/s beim sequenziellen Lesen und etwa 400 MB/s beim Schreiben. Bei zufälligen 4K-Zugriffen kamen rund 8 MB/s lesend und 18 MB/s schreibend zustande. Der Gesamtscore lag bei 439 Punkten.

Damit bewegt sich das Laufwerk deutlich unter dem Niveau aktueller schneller NVMe-SSDs. Beim Start von Windows, beim Öffnen normaler Programme oder beim Arbeiten mit Office fällt das nicht dramatisch auf. Bei großen Dateiübertragungen oder speicherintensiven Anwendungen merkt man den Unterschied jedoch schnell. Die SSD erfüllt ihren Zweck, ist aber klar als Kostenpunkt erkennbar, an dem Ninkear gespart hat.

Im Alltag reicht die Leistung trotzdem aus

Für die vorgesehene Zielgruppe ist das Gesamtpaket dennoch brauchbar. Browser, Office Anwendungen, Streamingdienste und einfache Bildbearbeitung laufen. Man sollte lediglich keine Leistungsreserven erwarten. Gerade im direkten Alltagseinsatz wirkt das Gerät oft schneller, als es die technischen Daten vermuten lassen. Das liegt auch daran, dass typische Office-Aufgaben den Prozessor nur kurzzeitig fordern. Sobald die Last länger anhält, zeigt sich dagegen deutlich, dass hier keine Core-U- oder Ryzen-U-Plattform arbeitet. Das S13 Neo eignet sich deshalb eher für produktive Kleinarbeit als für echte Dauerlast.

Unter Last wird das Gehäuse deutlich warm

Der Intel N150 besitzt eine niedrige nominelle Leistungsaufnahme, trotzdem entsteht unter Last spürbare Wärme. In unserem Test erreichten die vier Kerne maximal rund 70 Grad Celsius. Während der Messung lagen sie überwiegend bei etwa 67 bis 68 Grad. Kritisch ist das nicht.

Allerdings macht sich die Abwärme aufgrund der kompakten Bauform deutlich am Gehäuse bemerkbar. Das S13 Neo wird unter längerer Last deshalb recht warm. Ein thermisches Problem konnten wir nicht feststellen, angenehm kühl bleibt das Gerät jedoch ebenfalls nicht. Das ist bei dieser Bauform wenig überraschend, gehört aber zur ehrlichen Einordnung.

Vier bis fünf Stunden Akkulaufzeit sind realistisch

Bei der Akkulaufzeit erreichten wir in unserem Test etwa vier bis fünf Stunden. Der tatsächliche Wert hängt stark von der Displayhelligkeit und dem jeweiligen Einsatz ab. Textverarbeitung bei reduzierter Helligkeit belastet den Akku deutlich weniger als dauerhaftes Videostreaming oder längere CPU-Last. Gerade das hochauflösende 3K-Display trägt seinen Teil zum Verbrauch bei. Für einige Stunden mobiles Arbeiten reicht das aus. Einen vollständigen Arbeitstag ohne Netzteil sollte man jedoch nicht einplanen. Wer morgens startet und bis zum Abend durchgehend arbeiten möchte, benötigt zwischendurch eine Steckdose.

Das Display ist stärker als die Plattform darunter

Im täglichen Umgang entsteht dadurch ein etwas ungewöhnliches Gesamtbild. Das Display wirkt klar höherklassig als Prozessor und SSD. Gerade beim Lesen und Arbeiten macht das S13 Neo deshalb einen besseren Eindruck, als die N150-Plattform vermuten lässt. Gleichzeitig darf man sich von der hohen Auflösung nicht darüber hinwegtäuschen lassen, dass das Gerät technisch in der Einstiegsklasse bleibt. Das Panel lädt geradezu zu produktiver Arbeit ein, die CPU setzt aber schnell Grenzen, sobald diese Arbeit komplexer wird. Für klassische Büroaufgaben passt die Kombination trotzdem. Wer hauptsächlich schreibt, liest, recherchiert und Medien konsumiert, profitiert stärker vom guten Display als von einem deutlich schnelleren Prozessor.

Ein günstiges Surface, aber kein Surface-Ersatz

Am Ende trifft die Einordnung als günstiges Surface ziemlich genau zu. Das Ninkear S13 Neo übernimmt die Grundidee eines kompakten Windows-Tablets mit abnehmbarer Tastatur und setzt sie deutlich günstiger um. Die Kompromisse sind sichtbar. Der Intel N150 bietet nur begrenzte Leistung, die SSD ist langsam und ein echter integrierter Kickstand fehlt.

Gerade Letzteres hätte den Alltag mit dem Tablet deutlich angenehmer gemacht. Auf der anderen Seite stehen ein scharfes 3K-Display, das angenehme 3:2-Format, 12 GB RAM und die flexible Nutzung als Tablet oder kleines Notebook. Für Office, Surfen, Streaming und einfache produktive Aufgaben funktioniert diese Mischung überraschend gut.

Der Preis entscheidet über die Attraktivität

Ninkear nennt für das S13 Neo regulär 699 Euro, bietet das Gerät derzeit allerdings für rund 520 Euro an. Zum Paket gehören Intel N150, 12 GB LPDDR5 und 512 GB Speicher. Bei rund 520 Euro wird die Einordnung allerdings schwierig. In diesem Preisbereich konkurriert das S13 Neo bereits mit klassischen Notebooks, die deutlich leistungsfähigere Prozessoren bieten. Der Mehrwert muss deshalb klar im 2-in-1-Konzept und im 3K-Display liegen. Wer genau diese Bauform sucht, bekommt ein interessantes Gesamtpaket. Wer dagegen einfach nur möglichst viel Rechenleistung für sein Geld möchte, findet anderswo attraktivere Angebote.

Fazit zum Ninkear S13 Neo

Das Ninkear S13 Neo ist im Kern ein günstiges Surface-Konzept mit den typischen Kompromissen seiner Preisklasse. Der 13-Zoll-Bildschirm mit 3K-Auflösung und 3:2-Format ist klar die größte Stärke. Zusammen mit der abnehmbaren Tastatur entsteht ein flexibles Windows-Gerät, das sich gut für Office, Recherche, Streaming und unterwegs eignet. Der Intel N150 setzt der Leistung jedoch enge Grenzen. Für alltägliche Aufgaben reicht er, bei anspruchsvolleren Anwendungen wird schnell deutlich, dass hier ein sparsamer Vierkern-Prozessor arbeitet. Die langsame SSD passt zu dieser Ausrichtung und fällt im normalen Windows-Betrieb weniger stark auf als bei großen Dateioperationen. Mit vier bis fünf Stunden Akkulaufzeit gehört das S13 Neo zudem nicht zu den Langläufern. Unter längerer Last wird das kompakte Gehäuse spürbar warm, ohne dass wir dabei kritische Temperaturen feststellen konnten.

Am meisten fehlt uns konstruktiv ein richtiger integrierter Kickstand. Gerade bei einem Gerät, das so deutlich an das Surface-Konzept erinnert, wäre eine frei einstellbare Aufstellung ohne Tastatur eigentlich selbstverständlich gewesen. Trotzdem hat das S13 Neo seinen Reiz. Wer ein kompaktes Windows-2-in-1 mit sehr gutem Display sucht und keine hohe Rechenleistung benötigt, bekommt ein ordentliches Arbeitsgerät. Man sollte nur wissen, dass man hier eher für Formfaktor und Display bezahlt als für Geschwindigkeit.

Ninkear S13 Neo im Test: Das günstige Surface für den Alltag?
zurück zur Startseite

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Hiermit akzeptiere ich die Datenschutzerklärung für diesen Kommentar, die Nutzungsbedingungen und Regeln für Kommentare (soweit für diesen Kommentar hier zutreffend) habe ich ebefalls gelesen.

Aktuelle News auf Deskmodder.de
alle News anzeigen
Deskmodder