Dahua auf der IFA 2026: KI-Kameras, Solar und Smart Home

Dahua hat auf der IFA 2026 sein vernetztes Sicherheitsangebot gezeigt. Im Mittelpunkt standen Überwachungskameras der WITHS-Reihe, Funkalarmanlagen und Videosprechanlagen. Für Privatanwender sind dabei vor allem die lokale KI-Auswertung, flexible Speichermöglichkeiten und Solarkameras für Orte ohne Steckdose oder WLAN interessant. Auch das Zusammenspiel der verschiedenen Geräte soll einfacher werden.

WITHS: Überwachungskameras für Wohnung, Garten und kleinere Unternehmen

Mit WITHS bündelt Dahua ein Kameraangebot für unterschiedliche Einsatzbereiche. Dazu gehören Innenkameras, wettergeschützte Außenmodelle und Geräte mit Mobilfunkanbindung. Die Bedienung erfolgt über die DMSS-App, während sich größere Installationen über einen Netzwerkvideorekorder, kurz NVR, verwalten lassen. Dahua richtet die Reihe auch an kleinere Unternehmen und Geschäfte.

Foto: Dahua

Bei der PICOO P3X und der Hero H3JE hebt der Hersteller lokale KI-Funktionen ohne monatliche Gebühr hervor. Aufnahmen lassen sich laut den Produktunterlagen auf einer Speicherkarte oder einem kompatiblen NVR ablegen. Daneben werden Cloudangebote aufgeführt. Wer lokal speichern möchte, soll dafür also kein verpflichtendes Cloudspeicher-Abo benötigen.

PICOO P3X: Farbnachtsicht ohne dauerhaft eingeschalteten Scheinwerfer

Die PICOO P3X ist eine Außenkamera mit 3 Megapixeln, motorisierter Schwenk- und Neigefunktion sowie einem nach IP66 geschützten Gehäuse. Für die WLAN-Verbindung unterstützt sie Wi-Fi 6 im 2,4- und 5-GHz-Band. Über die App lassen sich bis zu sechs Blickpositionen speichern und gezielt ansteuern.

Foto: Dahua

Spannender ist die Bildverarbeitung unter dem Namen WizColor Neo. Eine lichtstarke Optik und KI-gestützte Verarbeitung sollen dafür sorgen, dass die Kamera bei nachlassendem Umgebungslicht länger Farbbilder liefert. Ein Weißlichtscheinwerfer muss dafür nicht dauerhaft die Umgebung ausleuchten. Bei sehr starker Dunkelheit wechselt die P3X allerdings auf Infrarot und Schwarz-Weiß-Aufnahmen. Durchgehende Farbnachtsicht bei völliger Dunkelheit verspricht das Datenblatt damit nicht.

Hinzu kommen die lokale Erkennung von Personen und Fahrzeugen, automatische Verfolgung und Gegensprechen. Bei einem erkannten Ereignis kann die Kamera außerdem mit einer Sirene und rot-blauen Warnlichtern reagieren.

Für die Speicherung ist ein Smart-Recording-Modus vorgesehen. Außerhalb erkannter Ereignisse zeichnet er mit einem Bild pro Sekunde auf, bei Ereignissen mit regulärer Videobildrate. Das soll Speicherplatz sparen und trotzdem eine fortlaufende Aufzeichnung ermöglichen. Laut Fußnote im Datenblatt soll dieser Modus bei der P3X erst Ende September verfügbar werden.

Hero Dual H3D-3F: Zwei Blickwinkel mit einer Kamera

Für Innenräume bietet Dahua mit der Hero Dual H3D-3F ein Modell mit zwei Kameras und jeweils 3 Megapixeln an. Die obere Einheit lässt sich motorisiert schwenken und neigen. Die untere Kamera behält einen separat einstellbaren Blickwinkel bei. So könnte beispielsweise der Eingang im Bild bleiben, während die bewegliche Kamera einen anderen Teil des Raumes erfasst.

Foto: Dahua

Beide Kamerakanäle unterstützen laut Datenblatt die Erkennung von Menschen und Haustieren und arbeiten dafür mit eigenen KI-Algorithmen. Dazu kommen automatische Verfolgung, eine Patrouillenfunktion mit bis zu sechs Positionen sowie Licht- und Tonalarme.

Praktisch klingt auch die Anruftaste am Gehäuse, über die sich eine Zwei-Wege-Kommunikation starten lässt. Für den Privatsphärenmodus wird die bewegliche Kamera nach unten geschwenkt. Gleichzeitig können beide Kamerakanäle deaktiviert werden. Aufnahmen lassen sich auf einer Speicherkarte oder einem NVR speichern.

Hero H3JE: Innenkamera mit Wi-Fi 6 und Ethernet

Die Hero H3JE setzt auf eine einzelne, motorisierte Kamera mit 3 Megapixeln. Neben Dualband-Wi-Fi-6 besitzt sie einen Ethernetanschluss und wird über USB-C mit Strom versorgt. Für Gegensprechen nennt Dahua einen 2-Watt-Lautsprecher und eine Geräuschunterdrückung.

Foto: Dahua

Die lokale KI soll Menschen und Haustiere erkennen und deren Bewegungen verfolgen. Auch ungewöhnliche Geräusche können eine Benachrichtigung auslösen. Bis zu sechs Positionen lassen sich für automatische Kamerafahrten hinterlegen. Ein Privatsphärenmodus senkt die Kamera über die DMSS-App ab.

Auch bei diesem Modell beschreibt Dahua Smart Recording mit reduzierter Bildrate außerhalb von Ereignissen. Wie viel Speicher dadurch tatsächlich gespart wird, hängt vom Geschehen vor der Kamera ab. Die im Datenblatt genannten Einsparungen lassen sich deshalb nicht pauschal auf jede Wohnung übertragen.

Apollo BP6X-4G und BP6Z-4G: Überwachung mit Solarstrom und LTE

Die Apollo BP6X-4G und BP6Z-4G richten sich an Standorte ohne vorhandene Steckdose und WLAN-Abdeckung. Dahua nennt für beide Modelle eine Kombination aus 4G LTE, Solarpanel und einem Akku mit 10.000 mAh. Personen- und Fahrzeugerkennung sowie Warnlicht und Alarmton gehören ebenfalls zum beschriebenen Funktionsumfang.

Foto: Dahua

Bei der Apollo BP6Z-4G führt die offizielle Produktseite zusätzlich ein 8-Watt-Solarmodul, Hybridzoom und einen microSD-Steckplatz für Karten mit bis zu 512 GB auf.

Gedacht ist das beispielsweise für Ferienhäuser, Grundstücke oder Baustellen. Für den Fernzugriff bleiben Mobilfunkempfang und ein passender Datentarif erforderlich. Ob die Solarversorgung dauerhaft ausreicht, hängt unter anderem vom Standort, der Sonneneinstrahlung und der Nutzung der Kamera ab.

AcuPick, WizSeek und SMD: Was die KI tatsächlich übernimmt

Bei größeren Kamerainstallationen wird die Suche nach einer bestimmten Aufnahme schnell aufwendig. Hier setzt AcuPick 2.0 an. Die bereits 2024 eingeführte Technik unterstützt unter anderem eine Vorauswahl anhand von Merkmalen, Bildern oder Ereignissen wie dem Betreten eines festgelegten Bereichs. Anschließend lassen sich passende Aufnahmen zu einem ausgewählten Ziel suchen. Der verfügbare Umfang hängt von den eingesetzten Kameras und Rekordern ab.

Für die Suche über frei formulierte Beschreibungen verwendet Dahua dagegen den Namen WizSeek. Die Technik soll Aufzeichnungen anhand von Texteingaben durchsuchen können. Für 2026 nennt der Hersteller außerdem Text-, Sprach- und Bildsuche über DMSS sowie mehr als 30 unterstützte Sprachen einschließlich Deutsch. Dafür ist eine passende Systemkonfiguration erforderlich.

TiOC 2.0 kombiniert Bildaufnahme mit aktiven Warnfunktionen. Je nach Einstellung können bei erkannten Ereignissen Beleuchtung und Sirene aktiviert werden. SMD 4.0 soll Personen und Fahrzeuge von anderen Bewegungsursachen unterscheiden und beispielsweise durch Tiere ausgelöste Fehlalarme reduzieren. Wie zuverlässig das funktioniert, muss sich unter den jeweiligen Einsatzbedingungen zeigen.

Die Kamerafamilien WizSense und WizMind ergänzen dieses Angebot für unterschiedliche Anforderungen an Videoanalyse und Überwachung.

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