Apple warnt Nutzer in 110 Ländern vor möglicher Spyware

Apple hat eine neue Welle von Warnmeldungen vor sogenannter Mercenary Spyware verschickt. Betroffen sind Nutzer in 110 Ländern, deren Geräte nach Apples Einschätzung Ziel eines gezielten Angriffs gewesen sein könnten. Solche Angriffe richten sich nicht gegen die breite Masse. Gemeint sind hochentwickelte Überwachungswerkzeuge, wie sie häufig gegen Journalisten, Aktivisten, Oppositionelle, Anwälte, Politiker oder andere exponierte Personen eingesetzt werden.

Symbolfoto: unsplash

Warnung direkt auf dem Sperrbildschirm

Neu ist vor allem die Art der Benachrichtigung. Apple zeigt die Warnungen nun direkt per Push-Mitteilung auf dem Sperrbildschirm an. Betroffene Nutzer sollen dadurch schneller reagieren und ihr Gerät absichern können. Apple verschickt solche Hinweise, wenn das Unternehmen Hinweise auf einen gezielten Spyware-Angriff erkennt. Eine hundertprozentige Bestätigung ist das nicht. Ignorieren sollte man eine solche Meldung aber keinesfalls.

Lockdown Mode als wichtigste Sofortmaßnahme

Apple empfiehlt betroffenen Nutzern unter anderem den Lockdown Mode. Dieser besonders restriktive Schutzmodus schränkt bestimmte Funktionen auf iPhone, iPad und Mac ein, macht gezielte Angriffe aber deutlich schwieriger. Der Modus richtet sich nicht an alle Nutzer, sondern an Personen mit erhöhtem Risiko. Wer eine entsprechende Spyware-Warnung von Apple erhält, sollte ihn dennoch ernsthaft aktivieren und weitere Schritte prüfen. Dazu gehört auch, die eigenen Geräte vollständig zu aktualisieren, verdächtige Links oder Anhänge nicht zu öffnen und sensible Kommunikation auf mögliche Kompromittierung zu prüfen.

Apple warnt inzwischen in über 150 Ländern

Nach Angaben aus den Berichten hat Apple seit Einführung dieser Hinweise bereits Nutzer in mehr als 150 Ländern benachrichtigt. Die aktuelle Welle betrifft 110 Länder. Das zeigt, wie weit sich kommerzielle Überwachungssoftware inzwischen verbreitet hat. Diese Werkzeuge werden häufig als Strafverfolgungs- oder Sicherheitsinstrumente verkauft, tauchen aber immer wieder in Fällen politischer Überwachung auf.

Citizen Lab lobt neue Push-Warnungen

Sicherheitsforscher sehen die direkteren Warnmeldungen als Verbesserung. John Scott-Railton vom Citizen Lab erklärte, solche Benachrichtigungen könnten Betroffene schneller dazu bringen, ihre Geräte abzusichern. Zudem lösen Apples Warnungen häufig weitere Untersuchungen aus. In der Vergangenheit führten solche Hinweise immer wieder dazu, größere Missbrauchsfälle aufzudecken. Genannt wird unter anderem der Spyware-Skandal in Polen, bei dem Überwachungssoftware gegen politische Gegner eingesetzt worden sein soll.

Apple warnt Nutzer in 110 Ländern vor möglicher Spyware
zurück zur Startseite

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Hiermit akzeptiere ich die Datenschutzerklärung für diesen Kommentar, die Nutzungsbedingungen und Regeln für Kommentare (soweit für diesen Kommentar hier zutreffend) habe ich ebefalls gelesen.

Aktuelle News auf Deskmodder.de
alle News anzeigen
Deskmodder