Der GrapheneOS Duress PIN soll persönliche Daten in einer Zwangssituation schützen. Bei einer Kontrolle am Flughafen von Atlanta führte die Eingabe eines solchen Notfallcodes offenbar dazu, dass sich ein Google Pixel vollständig löschte. Die US-Staatsanwaltschaft wertet den Vorgang als mögliche Beweisvernichtung und hat den Besitzer des Smartphones angeklagt.

Obwohl sich der Fall in den USA abspielt, ist er auch für deutsche Nutzer relevant. Im Mittelpunkt stehen nämlich GrapheneOS, die Sicherheitsfunktionen aktueller Pixel-Smartphones und die Frage, wie weit Behörden bei der Kontrolle elektronischer Geräte gehen dürfen.
Smartphone sollte am Flughafen durchsucht werden
Der Beschuldigte Samuel Tunick kehrte am 24. Januar 2025 aus der Dominikanischen Republik in die USA zurück. Am Flughafen Hartsfield-Jackson Atlanta wurde er von Mitarbeitern der US-Grenzbehörde Customs and Border Protection, kurz CBP, zu einer zusätzlichen Kontrolle gebracht. Nach Darstellung seiner Verteidigung verlangten die Beamten mehrfach die Zugangsdaten seines Google Pixel. Tunick soll während der Befragung wiederholt um einen Anwalt gebeten haben. Zudem seien weder ein Durchsuchungsbeschluss vorgelegt noch die in den USA üblichen Miranda-Rechte vorgelesen worden. Die Behörden vertreten dagegen die Position, dass es sich um eine reguläre Grenzkontrolle gehandelt habe.
Als die Beamten schließlich den übermittelten Code in das Smartphone eingaben, wurde der Bildschirm laut Gerichtsunterlagen zunächst schwarz, flackerte mehrfach und das Gerät schien neu zu starten. Die darauf gespeicherten Daten waren anschließend nicht mehr vorhanden. Der zugrunde liegende Vorfall ereignete sich bereits am 24. Januar 2025. Samuel Tunick kehrte damals aus der Dominikanischen Republik in die USA zurück und wurde am Flughafen Hartsfield-Jackson Atlanta zu einer zusätzlichen Kontrolle gebracht. Angeklagt wurde er jedoch erst im November 2025. Durch eine Gerichtsanhörung im Juli 2026 rückte der Fall nun erneut in den Fokus.
GrapheneOS bietet einen speziellen Notfallcode
Auf dem Google Pixel war GrapheneOS installiert. Dabei handelt es sich um ein auf dem Android Open Source Project basierendes Betriebssystem, das den Schutz vor Angriffen, Überwachung und unnötiger Datenerfassung verbessern soll. Unterstützt werden vor allem aktuelle Geräte der Pixel-Reihe.

Entscheidend für den Fall ist die sogenannte „Duress PIN“. Nutzer können zusätzlich zur regulären Geräte-PIN einen separaten Notfallcode hinterlegen. Wird dieser an einer Stelle eingegeben, an der das Betriebssystem die Zugangsdaten verlangt, löscht GrapheneOS das komplette Gerät einschließlich eingerichteter eSIM-Profile. Nach Angaben des Projekts ist der Vorgang nicht umkehrbar, benötigt keinen Neustart und kann nach der Eingabe nicht mehr abgebrochen werden. Die Funktion muss zuvor ausdrücklich vom Besitzer eingerichtet werden.
Staatsanwaltschaft wertet Löschung als Straftat
Die US-Staatsanwaltschaft wirft Tunick nicht allein die Nutzung von GrapheneOS vor. Die Anklage basiert vielmehr auf dem Vorwurf, dass die digitalen Inhalte bewusst gelöscht worden seien, um eine rechtmäßige Sicherstellung durch die Behörden zu verhindern. Grundlage ist Paragraf 2232 des 18. Titels des US-Bundesrechts. Dieser stellt die vorsätzliche Zerstörung oder Veränderung von Eigentum unter Strafe, wenn dadurch eine staatliche Beschlagnahmung verhindert oder erschwert werden soll. Bei einer Verurteilung sind eine Geldstrafe und bis zu fünf Jahre Haft möglich.
Die Verteidigung hält dagegen, dass bereits die Befragung und die geplante Durchsuchung des Smartphones gegen mehrere verfassungsrechtliche Schutzrechte verstoßen hätten. Sie beantragt deshalb, sämtliche Aussagen und Erkenntnisse aus der Kontrolle vom Verfahren auszuschließen. Eine gerichtliche Entscheidung über diesen Antrag wird nach aktuellem Stand frühestens Ende Oktober 2026 erwartet.
Warum der Fall auch für deutsche Nutzer interessant ist
Für GrapheneOS und andere sicherheitsorientierte Betriebssysteme könnte das Verfahren grundsätzliche Bedeutung entwickeln. Es geht dabei weniger um die Frage, ob starke Verschlüsselung oder eine Löschfunktion erlaubt sein dürfen. Entscheidend dürfte vielmehr sein, ob die Nutzung einer solchen Funktion in einer konkreten Situation als vorsätzliche Beweisvernichtung gewertet werden kann.
Auch Reisende aus Deutschland können bei der Einreise in die USA von einer Kontrolle elektronischer Geräte betroffen sein. Nach den Richtlinien der CBP dürfen Beamte Smartphones, Notebooks oder Kameras an der Grenze grundsätzlich überprüfen. Bei einer einfachen Kontrolle werden Inhalte manuell betrachtet. Erweiterte Untersuchungen, bei denen externe Technik zum Kopieren oder Analysieren eingesetzt wird, unterliegen zusätzlichen internen Voraussetzungen.
Die reine Installation von GrapheneOS ist damit nicht Gegenstand der Anklage. Dennoch zeigt der Fall, dass Funktionen, die technisch dem Schutz persönlicher Daten dienen, bei einer laufenden Kontrolle erhebliche rechtliche Konsequenzen auslösen können.
Quelle: US Courts
Ein weiterer Grund, keinen Urlaub in den USA zu buchen.
Joo und wer macht sowas! Nur, wenn es im Gehirnkästchen einen Kurzen gab.
Bevor wir uns über andere aufregen und sie verurteilen, sollten wir das erst einmal besser machen, anstatt immer nur mit erhobenem Zeigefinger vorauszueilen.
Immerhin muss ich wie ein Verbrecher ein biometrisches Bild nebst Fingerabdrücken für einen Perso abgeben, Schnüffelei in Messengern, Einschränkung der Meinungsfreiheit und Selbstbestimmung seit Corona. Ausweitung nachrichtendienstlicher Aktivitäten gegen unbescholtene Bürger und Opposition, ohne die entsprechenden Beweise erbracht zu haben. Mögliches heimliches Eindringen in Privaträume, wie es der Dobrindt-Vorschlag vorsieht. Das sind Stasimethoden, und was kommt als Nächstes? Geruchskonserven? Dazu noch Anstiftung zum Denunziantentum, gefördert von Parteien, Gewerkschaften und steuerfinanzierten NGOs usw. Also lass mal deine Anschuldigung stecken. Wer weiß, was der Typ noch so alles auf dem Kerbholz hat oder schon beobachtet wurde? Die Empörung wird von bestimmten (linken) Teilen immer sehr hochgespielt. Nachher sind es doch keine Unschulds-Lämmer gewesen wie bei Floyd oder den Typen am Samstag in Berlin. Ich habe aber etwas dagegen, wenn solche Typen genutzt werden um in meine Privatsphäre einzudringen oder zu beschneiden.
Es ist ja nicht so, dass wir mit der EU und im Schland bessergestellt sind. Sie machen es nur ein bisschen unauffälliger. Diktatorische Träume und Befugnisse werden hier aber auch immer wieder versucht. Selbst der EuGH ist nur noch zum Erfüllungsgehilfen verkommen, um die Entscheidungen, welche angezweifelt wurden, zu zementieren. Also bitte nicht so weit aus dem Fenster lehnen! Wenn es unbequem wird, will es wieder keiner gewesen sein, wie es im letzten Jahrhundert bei uns mehrmals passiert ist.
Ein „Duress-PIN“ oder „Kill-Switch“ sollte jedes Phone haben. Dort werden aber die Hersteller vor den Regierungen einknicken. Entsprechend wird es auch immer komplizierter, eine Custom-ROM zu installieren, weil das den Herstellern ein Dorn im Auge ist. Der Endkunde soll nur zahlen, wie die neuerlichen Preiserhöhungen verkündet wurden. Kein weiterer Service, kein Recht auf Reparatur, Ersatzteile, einfachen Akkutausch, zeitnahe Systemupdates usw. GrapheneOS bringt mit Motorola ein eigenes Gerät heraus. Im Gegensatz zu dem Artikel werden ausschließliche Pixelgeräte aktuell unterstützt. Demnächst macht man sich wohl schon verdächtig, wenn man eine Custom-ROM installiert hat.
Es hat schon seinen Grund, warum ich ausschließlich und schon immer Custom-ROMs einsetze. Das werden die Samsung- und Apple-Fanboys aber nicht verstehen. Alle Apps, die ich verwende, sind Open Source und ausschließlich über F-Droid verfügbar. Ich vermisse nichts. Mir sind meine Daten wichtiger, als jeden Mist mitzumachen. Das gilt auch für Facebook, WhatsApp und Co.
Man merkt´s schon …du hast es echt schwer in diesem schlechten (Deutsch-)Land.
(eigenständiges) Denken ist halt nicht für jedermann.
Du kannst ja mal darüber nachdenken …
Dem Artikel fehlt ein wichtiges Detail: Ohne dass
Samuel Tunick davon wusste, hatten die Bundesbehörden ihn wegen seiner angeblichen Verbindung zur Bewegung gegen „Cop City“ auf eine Terrorismus-Beobachtungsliste gesetzt. Daher muss davon ausgegangen werden, dass der gesamte Vorgang auf reiner Willkür basiert.
du kommst aber auch nicht einfach so auf diese Liste!
Ist wie in Berlin…. polizeibekannter Terrroist läuft frei rum und erst muss jemand sterben…
meine Auffassung von Gerechtigkeit sieht da irgendwie anders aus.
Kein Anwalt, kein Durchsuchungsbeschluss??!!
„Die darauf gespeicherten Daten waren anschließend nicht mehr vorhanden.“ > welche Daten denn? Es müßte ja bewiesen werden, dass
a) überhaupt Daten drauf waren
und
b) diese illegal waren
Ein Grund mehr für mich, die USA als Reiseland auszuklammern.
Ich habe immer mehrere Smartphones bei mir, wenn ich unterwegs bin. Darunter eines, welches ich im Falle einer räuberischen Erpressung aushändigen würde. Da ist ebenfalls so gut wie nichts drauf und ich wäre versucht, dass den Behörden als mein persönliches Smartphones auszuhändigen, sollte ich mal in eine Kontrolle kommen.
So etwas zu kriminalisieren (wenn es denn auffliegt) finde ich persönlich extrem ungerecht.
Und diesen „Duress-PIN“ möchte ich bitte für meine IPhones ebenfalls haben.
Und du meist die merken bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen (u.U. mit Leibesvisitation) nicht das du mehr als ein Gerät dabei hast?
Leibesvisitation bei Darth Vader??
Das muss sich erstmal jemand trauen! Da gibt´s Kopf ab mit Lichtschwert.
Ich weiss nicht mehr in welchem Artikel der Verfassung(?) oder so das steht, aber es muss bei einer potenziellen Beweisvernichtung in den USA vom Kläger bewiesen werden, dass tatsächlich Beweise oder kompromittierendes Material existiert haben und bewusst vernichtet wurden. Die Anklage gegen Samuel Tunick wird daher kaum Bestand vor Gericht haben (sofern denn ein brauchbarer Richter den Vorsitz hat).
Die EU-Kommission hat bereits auf die Ereignisse in den USA reagiert und Frau vdL wird ab sofort ausschließlich Smartphones mit GrapheneOS verwenden.
😅😆😂
Da bist du mir zuvorgekommen.
Mein erster Gedanke war die doppelte Beweisvernichtung der Frau vdL.
Einmal aus deutsche MdB und eben letztens als EU Präsident.
Wenn in den USA schon das Löschen des Telefons eine Straftat ist, dann kann die Ursel sich glücklich schätzen, dass in der EU quasi keine Rechtsstaatlichkeit für Politiker angewendet wird.
Braucht es nicht. Die unfähige Person nutzt nur SMS. Danach werden diese gelöscht und sind genauso schnell weg wie eine verschlüsselte und ablaufzeitbasierte Messenger-Nachricht. Scheinbar wurde die Datensicherheit von SMS doch unterschätzt. Selbst Verträge in Milliardenhöhe wie mit Pfizer sind und waren problemlos möglich. Das Gleiche hat die Pappkameradin mit 3-Wettertaft-Helm schon bei der Bundeswehr abgezogen, als sie als oberste Dienstherrin ihren eigenen Beraterstamm fürstlich belohnte. Zur Belohnung gibt es den höchsten europäischen Dienstposten, ohne direkt gewählt oder aufgestellt zu sein, und erhält noch ein eigenes Dienstapartment, das erst einmal nach den Bedürfnissen umgebaut wurde. Natürlich funktioniert dort im Sommer auch die Klimaanlage problemlos, während in den unteren Stockwerken diese abgestellt wurde. Das gleiche gilt auch für den Dienstwagen: Da es nicht möglich ist, mit einem E-Auto in der Sicherheits- und Gewichtsklasse täglich zwischen Brüssel und Straßburg zu pendeln, nimmt man dann gerne einen Diesel.
Aber was soll’s, wir haben selbst schuld: Die dümmsten Wähler bekommen eben, was sie angekreuzt haben: die dümmsten, gierigsten, moralisierenden und ideologischsten Politiker, welche sich noch zusätzlich Sonderegeln proklamieren und enttäuscht sind, wenn ihnen das um die Ohren fliegt. Selbst dann werden sie gut aufgefangen und mit einem Versorgungsposten in der Partei oder bei einem Lobbyunternehmen beschäftigt. Konsequenzen und Fehler eingestehen gibt es bei diesen Leuten nicht.
Oder man macht es ganz einfach so:
Eigenes Smartphone einfach bei der Reise in solche Staaten zu Hause lassen und sich dann im Reiseland ein billiges Wegwerfgerät kaufen und seinen Kontakten die Nummer dieses Geräts mittteilen.
Vor der Ausreise Gerät und SIM zerstören und wegwerfen..
Ich fliege zwar aus Prinzip nicht in Urlaube (Urlaub nur mit Zug/Fahrrad im ostdeutschen Inland), aber ohne Smartphone kommst du heute vermutlich nicht Mal mehr aus Deutschland raus oder in ein anderes Land rein.
Wie willst du dein Flugticket nachweisen?
Heutzutage ist doch alles digital ausgelegt, oder täusche ich mich und die ganzen Reiseländer sind im Gegensatz zu Deutschland noch analog unterwegs?
(Neben echten Interesse, enthält dieser Beitrag auch ein wenig Satire).
Analoge Boardkarten gibt es nach wie vor.
Genau so mache ich das auch 👍
Für mich liest sich der Beitrag irgendwie ein wenig als Kritik an GraphenOS.
Meiner Sichtweise nach, ist die Nutzung von GraphenOS eher eine übertragene Art von Notwehr des Bürgers gegenüber den immer restriktiveren Kontrollzwängen der Nationalstaaten.
Alleine dass die Google Dienste solch Erpressungsdruck haben/hatten, das der 2019 2.größte Smartphone-Hersteller Huawei quasi innerhalb weniger Monate fast liquidiert werden konnte, ist ein Unding.
Normal sollte jeder GraphenOS nutzen und keine Bank der Welt dürfte sich über Google Protect irgendwas legitimieren.
Weil Trade Republic seit März 2026 plötzlich Pixel Geräte mit CustomROMs aussperrt, muss ich nach knapp 6 Jahren mein geliebtes Pixel 5 gegen ein anderes Gerät tauschen, da selbst die Installation der offiziellen GoogleROM und sperren des Bootloaders nichts hilft.
Ganz traurige Welt, wenn mein altes P30 Pro (hängt noch auf Android 10 mit Sicherheitspatches von 2021) für Banking „sicher“ sein soll, ein Pixel 5 mit Android 16 und Sicherheitspatches von Juli 2026 nicht.
Das sehe ich auch so, wie ich bereits weiter oben geschrieben habe. Wir sind zum Spielball der Hersteller und der Politik geworden. Beide wehren sich immer mehr und versuchen, die Grenzen immer weiter einzuschränken. Traurig, dass keiner den Totalitarismus bemerken will. Im Gegensatz zu Nordkorea und Co. wird das in der westlichen Welt unter dem Radar gemacht, damit es schleichend eingeführt wird. Das bestätigte sogar Junkers damals in seiner Aussage. Wenn hier dann noch von der freiheitlichen westlichen Welt gesprochen wird, kommt es mir hoch. In meinen Augen sind sie nicht besser als die Staaten, die gerne als Beispiel gebracht werden. Es wird in den nächsten Jahren noch zunehmen, da die Entscheider um ihre Deutungshoheit und um ihre Posten kämpfen werden. Von den Abmachungen, Umgehungen und Korruptionen in allen Parteien und Fraktionen in Brüssel einmal ganz zu schweigen. Das ist ein reiner Selbstbedienungsladen, der in der jetzigen Form abgeschafft und wieder in Richtung EWG aufgestellt werden sollte.
Scheinbar hat man doch nichts aus der Geschichte gelernt.
In Deutschland wäre das Löschen wohl legal, weil sich niemand selbst belasten muss.