NiPoGi H2 im Test: Viel CPU im kleinen Gehäuse – ist das sinnvoll?

Mini-PCs haben sich längst von reinen Office-PCs zu ernstzunehmenden Arbeitsgeräten entwickelt. Der NiPoGi H2 versucht, diesen Anspruch konsequent umzusetzen. Statt auf einen sparsamen U-Prozessor zu setzen, arbeitet im Inneren ein Intel Core i5-14450HX – ein Chip, der üblicherweise in leistungsstärkeren Notebooks oder kompakten Workstations eingesetzt wird. In Verbindung mit 32 GB DDR5-RAM und einer schnellen PCIe-4.0-SSD entsteht so ein Mini-PC, der klar auf produktive Nutzung abzielt. Die zentrale Frage ist daher nicht, ob der H2 schnell genug für Office-Aufgaben ist. Das steht außer Zweifel. Entscheidend ist vielmehr, wie stimmig diese Leistungsklasse in einem kompakten Gehäuse dauerhaft umgesetzt wird.

Foto: Deskmodder

Leistungscharakteristik in der Praxis

Der verbaute Core i5-14450HX verfügt über zehn Kerne und 16 Threads und erreicht im Boost hohe Taktraten. In synthetischen Tests wie Cinebench ordnet sich das System entsprechend oberhalb klassischer Mini PCs ein. Im Single-Core-Test erzielt das Gerät 106 Punkte, im Multi-Core-Test 653 Punkte. Das ist keine Spitzenleistung im Desktop-Vergleich, aber deutlich über dem, was typische Office-Mini-PCs liefern.

In der Praxis bedeutet das: Der H2 arbeitet spürbar souverän, wenn mehrere Anwendungen parallel laufen. Software-Entwicklung, Container-Umgebungen, Virtualisierung im moderaten Umfang oder anspruchsvollere Bildbearbeitung stellen kein Problem dar. Auch längere Multi-Core-Lasten werden ohne abruptes Taktverhalten abgearbeitet. Das System verhält sich berechenbar. Wichtig ist jedoch die Einordnung: Der H2 ist keine kompakte Workstation für Dauer-Rendering oder rechenintensive 3D-Projekte. Er bewegt sich im Bereich „leistungsstarker Allrounder“, nicht im Segment dedizierter High-End-Rechner.

Thermik und Stabilität

Bei leistungsstarken Prozessoren im Mini-Format ist die Kühlung entscheidend. Im Leerlauf bewegt sich das System temperaturseitig im normalen Rahmen. Unter Last steigen die Kerntemperaturen erwartbar deutlich an, bleiben jedoch im sicheren Bereich. Entscheidend ist, dass kein unkontrolliertes Throttling auftritt.

Screenshot: Deskmodder

Der Prozessor hält seine Taktraten stabil und fällt nicht sprunghaft ab. Das Kühlsystem arbeitet dabei hörbar, aber nicht unangenehm. Es gibt keine hochfrequenten Störgeräusche oder unregelmäßige Lüfterimpulse. Wer von ultrakompakten, passiv gekühlten Office-Minis kommt, wird den Unterschied wahrnehmen. Wer jedoch weiß, was leistungsstarke Prozessoren akustisch mit sich bringen, wird hier nichts Überraschendes feststellen.

Speicher und SSD-Leistung

Die verbaute NVMe arbeitet auf PCIe-4.0-Niveau. Im Benchmark werden sequentielle Transferraten von über 5.300 MB/s beim Lesen und rund 5.200 MB/s beim Schreiben erreicht. Auch die 4K-Werte liegen im erwartbaren Bereich. Die Zugriffszeiten sind niedrig, womit das System entsprechend schnell arbeitet. Positiv hervorzuheben ist die Erweiterbarkeit. Neben dem bereits verbauten 1-TB-Laufwerk steht ein zweiter M.2-Slot zur Verfügung. Der Arbeitsspeicher ist im Dual-Channel verbaut und kann auf bis zu 64 Gigabyte erweitert werden. Für ein Gerät dieser Klasse ist das keine Selbstverständlichkeit.
Anschlussvielfalt und Arbeitsumgebung

Screenshot: Deskmodder

Der H2 bietet HDMI, DisplayPort und USB4. Damit lassen sich bis zu drei Monitore gleichzeitig betreiben, jeweils mit 4K-Auflösung bei 60 Hz. In produktiven Umgebungen – etwa bei Entwicklungsarbeitsplätzen oder datenintensiven Office-Umgebungen – ist das ein klarer Vorteil. Hinzu kommen mehrere USB-A-Ports, WLAN 6 sowie Bluetooth 5.2. Als System installiert NiPoGi Windows 11 Pro vor. Da es sich dabei um eine Version mit englischem Core handelt, empfiehlt sich zur Vermeidung von eventuell künftigen Problemen eine direkte Neuinstallation.

Alltagstauglichkeit

Im täglichen Einsatz wirkt der H2 nicht wie ein überzüchteter Mini-PC, sondern wie ein durchdachtes Arbeitsgerät. Programme starten schnell, Multitasking bleibt stabil, selbst größere Installationsprozesse oder parallele Workloads bringen das System nicht aus der Ruhe.

Foto: Deskmodder

Die integrierte Grafik bleibt jedoch das, was sie ist: eine solide UHD-Lösung für Desktop, Multimedia und leichte GPU-Aufgaben. Für ernsthaftes Gaming oder dauerhaftes GPU-Rendering ist das Gerät nicht gedacht. Wer diesen Anspruch hat, muss zwangsläufig zu einem System mit dedizierter Grafikeinheit greifen.

Das kostet der NiPoGi H2

Der reguläre Amazon-Preis liegt derzeit bei 999 Euro. Mit dem Gutscheincode 86ZGKYBV reduziert sich der Preis auf 692 Euro. Für ein System mit 32 Gigabyte RAM, 1-TB-PCIe-4.0-SSD und einem HX-Prozessor ist das marktseitig attraktiv. Attraktiv macht ihn dabei besonders der zweite NVMe-Slot, welcher für entsprechende Reserven bei der Aufrüstung sorgt.

Fazit

Der NiPoGi H2 ist kein Marketing-Produkt mit aufgeblasenem Datenblatt. Er ist ein klar positionierter Mini-PC für Anwender, die mehr wollen als einfache Office-Leistung, aber kein ausgewachsenes Desktop-System aufstellen möchten.
Die Kombination aus leistungsstarker CPU, 32 Gigabyte RAM, schneller PCIe-4.0-NVMe und guter Erweiterbarkeit ergibt ein stimmiges Gesamtbild. Thermik und Lautstärke bewegen sich im erwartbaren Rahmen, die Performance bleibt stabil.
Wer lediglich Texte schreibt und E-Mails beantwortet, wird das Potenzial kaum ausnutzen. Wer jedoch regelmäßig mit parallelen Anwendungen arbeitet, kompiliert, virtuelle Maschinen betreibt oder datenintensiv arbeitet, erhält hier ein kompaktes System mit deutlicher Leistungsreserve.

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9 Kommentare zu “NiPoGi H2 im Test: Viel CPU im kleinen Gehäuse – ist das sinnvoll?

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