Drei Verbindungsmodi, RGB-Beleuchtung und als krönendes Extra ein kleines Display: die beiden Tastaturen der Marke Hator, die wir zur Verfügung gestellt bekommen haben, haben für einen vernünftigen Preis ein ordentliches Featureset. Wie sie neben den Spielereien bei den Basics abschneiden, verrät der Doppeltest.
Hator (eigene Schreibweise: HATOR) bekennt sich als E-Sport-Ausstatter, die ihre ersten Produkte in der Ukraine angeboten haben. Nicht nur Tastaturen, sondern auch Mäuse, Headsets und Stühle finden sich im Portfolio der 2013 gegründeten Firma. Erst seit 2024 finden sich diese Produkte im europäischen Raum und damit auch hierzulande. Zwei davon haben wir zwei Wochen lang getestet.
Konkret haben wir zwei Gaming-Tastaturen der Skyfall-Reihe bereitgestellt bekommen: Das 80%-Modell Skyfall 80 MAG Ultima 8K mit magnetischen Schaltern und das 100%-Modell Skyfall 100 Pro mit mechanischen Schaltern. In ihren Grundzügen sind beide ähnlich aufgebaut, nur unter der Haube gibt es ein paar Unterschiede.
Was ist drin im himmlischen Karton?
Beide Kartons präsentieren sich in einem knalligen Gelb. Übersehen kann man sie definitiv nicht. Die Features werden auf der Vorderseite in Kurzform präsentiert, während sie auf der Rückseite in ausführlicher Form gezeigt werden.
Der Inhalt beider Modelle:
- Tastatur an sich
- darunter eine flache Packung mit einem Multilingual Keycap Set, bestehend aus 83 Tastenkappen, um die Tastatur an eines der neun Sprachen (nordisch, deutsch, französisch, belgisch, britisch, italienisch, spanisch) anzupassen
- geflochtenes USB-C-zu-USB-A-Kabel (ca. 1,8 Meter)
Versteckt unter der Pappe findet sich noch folgendes:
- Sticker
- Keycap/Switch Puller
- Dämmauflage für Leertaste
- Aufklapp-Benutzerhandbuch in 23 Sprachen
Beim 80%-Modell gibt es zusätzlich einen USB-A-zu-USB-C-Adapter und einen Empfänger. Komischerweise ist letzteres nicht Teil des Skyfall-100-Pro-Modells, obwohl dieser auch über diese Methode verbunden werden konnte. Bei diesem gibt es wiederum eine zusätzliche Hator-Tastenkappe, die bei beiden Modellen bereits als Escape-Taste dient.
Die Verarbeitungsqualität ist bei beiden gleich gut, selbst wenn es nur Plastik ist. Nichts knarzt und es fühlt sich keineswegs billig an. Die Unterseite kommt dabei mit einem schicken Muster.
Während das 35 x 3 x 13,8 Zentimeter große 80%-Modell 1,081 Kilogramm wiegt, ist das 100%-Modell mit seinen 45,4 x 3 x 13,8 Zentimetern mit 1,245 Kilogramm nicht viel schwerer. Beide können mit Klappfüßen in zwei Höhen mit bis zu 4,2 Zentimetern verstellt werden.
Mögen die Spiele beginnen
Egal, welche von beiden Skyfall-Modellen angeschafft wird, beide beherrschen drei Verbindungsoptionen: rein über USB-Kabel, über Bluetooth 5.3 oder über einen 2,4-Gigahertz-Dongle. Über Bluetooth können bis zu drei Geräte verbunden werden. Umgeschaltet werden die Modi über einen mittig platzierten Schalter auf der Unterseite. Bemerkenswert ist der leichte Knick im USB-C-Stecker des mitgelieferten Kabels.
Zwar kann das Layout zwischen Windows- und Mac-Verhalten umgeschaltet werden, das wird man allerdings nur bei der Betätigung bestimmter Tasten oder an einer blau/grün leuchtenden LED an der linken Seite bemerken. Die Tastenkappen sind für Windows bzw. Linux ausgelegt. Die LED-Leiste zeigt zudem Akkustand, derzeitigen Bluetooth-Modus (verbunden oder Verbindungsversuch) und Caps-Lock-Zustand an.
Während das 100%-Modell alle Standard-Tasten neben dem Multimedia-Drehknopf bietet, hat das 80%-Modell eine etwas eigensinnige Tastenwahl beim Cursorblock, bei der unter anderem an der Pos1- und Ende-Taste gespart wurde. Hier hat außerdem die Drucken-Taste überlebt. Über den Drehknopf wird nicht nur die Lautstärke, sondern auch der daneben eingebaute Bildschirm gesteuert.
Jedes Modell verfügt über ein integriertes TFT-Display, entweder mit 0,85“ oder mit 1,14“. Standardmäßig zeigt es Uhrzeit, Datum, Akkustand, Verbindungsmodi und die Locks an. Über das Display kann die Beleuchtung der Tasten bzw. der Seiten, die Displayhelligkeit und das System (Windows/Mac OS) eingestellt werden. Sprache geht zwar auch, aber nur Englisch und Chinesisch. Bei unserem Exemplar hat das 0,85“-Display leichte Bildstörungen gezeigt.
Sowohl magnetische als auch mechanische vorgeschmierte Schalter werden dem Käufer hier kredenzt und sind Eigenentwicklungen von Hator. Hator Aurum Ice und Hator Aurum Vanila nennen sich beide linearen Schalter und versprechen eine Haltbarkeit von 100 Millionen Tastenanschlägen. Wer sie nicht möchte, kann sie problemlos gegen andere Schalter austauschen. Die mechanischen Schalter sind nicht ganz zum schnellen Tippen gedacht, verursachen dabei aber kaum Geräusche. Die magnetischen Schalter sind etwas lauter und fühlen sich beim Spielen wohler als beim Tippen.
Alles nur Spielerei?
Tiefere Konfigurationsmöglichkeiten ermöglichen entweder die für Mac OS oder Windows erhältliche Software oder die Website, die nur mit auf Chromium-basierenden Browsern funktioniert. Hier können neben Makros auch die verschiedenen Lichtmodi konfiguriert werden. Bei der magnetischen Tastatur sind zudem mehr Einstellungen für das Auslösen der Schalter möglich, etwa variabler Auslösepunkt oder zwei Aktionen für unterschiedliche Druckpunkte einer Taste.
Alle Konfigurationen sind sogar im kabellosen Modus verfügbar, allerdings dauern die Speichervorgänge deutlich länger. Mit Kabel geht es wesentlich schneller und obendrein sind damit auch Firmware-Aktualisierungen möglich.
Manches davon lässt sich direkt über die Tastatur selbst einstellen, was jedoch einen Blick in die Anleitung bedarf. Denn die durchscheinenden und matten PBT-Tastenkappen in Schwarz- und Weißtönen haben nur das nötigste an Zeichen bedruckt. Als hätten die Tastaturen keine Extrafunktionen zu bieten.
Im Allgemeinbetrieb haben sich beide Modelle definitiv bewährt, insbesondere beim Spielen. Tastenbefehle ließen sich präzise ausführen und ließen keinerlei Wünsche offen. Der Cursorblock des 80%-Modells ist für den Office-Betrieb durch die Notwendigkeit der Fn-Taste nur mäßig geeignet, während es beim Hauptblock nichts zu beanstanden gab.
Beim Display lässt sich noch die CPU-Auslastung und -Temperatur anzeigen, allerdings mit einer verwirrenden Vorgehensweise. Die PC-Software muss als Administrator gestartet werden und dann werden beide Modelle beim Auswählen der Option auf der Tastatur nur als Momentaufnahme angezeigt. Eine Liveanzeige ist nicht möglich. Selbst eine 21 Jahre alte Logitech G15 konnte das beherrschen. Wer sich eine Spielerei antun möchte, kann eigene Bilder auf das Display packen.
Fazit: Weder Sky noch fall
Skyfall 80 MAG Ultima 8K Wireless und Skyfall 100 Pro Wireless: zwei Gaming-Tastaturen einer hierzulande noch völlig unbekannten Marke, die definitiv ihre Zielgruppe bei Leuten haben, die viele Spielereien an ihrer Peripherie wertschätzen.
21 Lichtmodi inklusive separat konfigurierbare Seitenbeleuchtung? Braucht man nicht.
Kleines Display mit Uhrzeit und Datum? Nicht unbedingt in jedem Fall ein Must-have.
Der Rest? Solide Technik, gute Verarbeitung und zumindest theoretische Langlebigkeit. Und schick ist es obendrein.
Natürlich, wenn einmal alles konfiguriert wurde. Jegliche Zusatzschritte müssen sich mühsam über die Software oder über die Tastatur an sich in Kombination mit dem eigenen Kurzzeitgedächtnis erarbeitet werden. Dann steht dem Tippvergnügen beim Zocken nichts im Wege.
Für das Tippen langer Romane halte ich beide Modelle nicht unbedingt für vollkommen geeignet. Da hat es sich auf den Klimperapparaturen des Konkurrenten Keychron doch angenehmer getippt. Aber Glück im Unglück, in beiden Modellen können die Hator-eigenen Schalter ausgetauscht werden.
Die Tastenkappen sind ohnehin austauschbar. Denn die dunkleren Kappen lassen das Licht nicht ganz so hell wirken wie die helleren. Die Idee mit den Kappen für andere Sprachen ist gar nicht so schlecht, das spart zumindest mühselige Verpackungsgeschichten.
Die Skyfall 80 MAG Ultima 8K Wireless kostet bei Hator 99,99 Euro, die Skyfall 100 Pro Wireless wiederum 94,99 Euro. Für das Gebotene ist das ein exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis, insbesondere für das Modell mit den magnetischen Schaltern. In dem Preisbereich wird man definitiv auch keine Tastatur mit Display vermuten. Wer mit den Kinkerlitzchen leben kann, bekommt vernünftige bunte Peripherie auf seinem Tisch.








Ok, ich oute mich jetzt: Die Monsteraufkleber haben mich getriggert…. Bei meiner Titanwolf war sowas cooles als Gimmick nicht dabei. Dafür ein beleuchtetes Gaming-Pad, was quer über dem Schreibtisch liegt…. Nein, ist ganz nett. Danke für den Tip. Ich werde mal sehen, ob das was für die Kinder zu Ostern sein könnte….
Manoman sind die hässlich
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