HyperX Cloud III S Wireless im Praxistest: Guter Klang, lange Laufzeit – und eine unerwartete Lektion

Wireless-Gaming-Headsets sind heute Alltag. Sie versprechen Bewegungsfreiheit, lange Akkulaufzeiten und möglichst wenig Kompromisse gegenüber kabelgebundenen Lösungen. In der Praxis zeigt sich jedoch immer wieder, dass Funktechnik nicht isoliert betrachtet werden kann. Das HyperX Cloud III S Wireless ist dafür ein gutes Beispiel – nicht, weil es schlecht wäre, sondern weil es im Langzeiteinsatz sehr deutlich zeigt, wo die Grenzen moderner 2,4-GHz-Headsets liegen und wie sehr das Umfeld über die Alltagstauglichkeit entscheidet.

Foto: Deskmodder

Evolution statt Neuanfang

Das Cloud III S Wireless ist keine radikale Neuentwicklung, sondern eine konsequente Weiterführung der Cloud-Serie. HyperX bleibt seiner Linie treu: zurückhaltendes Design, Fokus auf Tragekomfort, solide Treibertechnik und eine klare Ausrichtung auf lange Sessions. Neu ist vor allem die erweiterte Konnektivität: Neben der klassischen 2,4-GHz-Funkverbindung kommt Bluetooth hinzu, ergänzt durch eine integrierte Zweitmikrofonlösung für mobile Nutzung. Damit positioniert sich das Headset nicht nur als Gaming-Peripherie, sondern auch als Allround-Headset für Alltag, Homeoffice und mobile Geräte.

Verarbeitung und Tragekomfort: unauffällig gut

Das Cloud III S Wireless setzt auf bekannte Materialien: Aluminiumgabeln, robuste Kunststoffkapseln, weich gepolsterte Ohrmuscheln mit Kunstlederbezug. Nichts wirkt verspielt, nichts billig. Gerade im direkten Vergleich mit auffällig designten Konkurrenzmodellen fällt die sachliche Anmutung positiv auf. Der Anpressdruck ist moderat, das Gewicht angenehm verteilt. Auch nach mehreren Stunden bleibt das Headset komfortabel, ohne Hotspots oder Druckstellen zu erzeugen. Einschränkend wirkt lediglich die begrenzte Drehbarkeit der Ohrmuscheln. Wer einen sehr schmalen oder sehr kleinen Kopf hat, kann Probleme mit der perfekten Abdichtung bekommen – was sich direkt auf den Bass auswirkt.

Die Tastenbelegung folgt einem bekannten Schema: Lautstärkerad, Power-Taste, Mute-Button und ein Multifunktionsknopf für Bluetooth-Funktionen. Die Bedienung funktioniert zuverlässig, wirkt benötigt aber eine kurze Eingewöhungsphase.

Klangbild: bewusst entspannt abgestimmt

Klanglich verfolgt HyperX beim Cloud III S Wireless keinen aggressiven Gaming-Sound. Statt überzeichneter Höhen oder wummerndem Bass gibt es eine relativ ausgewogene, leicht warme Abstimmung.

• Der Bass ist präsent, aber kontrolliert.
• Die Mitten sind leicht zurückgenommen, bleiben aber sauber.
• Die Höhen sind weich abgestimmt, mit einem leichten Akzent im oberen Bereich für etwas Brillanz.

Screenshot: Deskmodder

Gerade bei längeren Sessions wirkt diese Abstimmung angenehm ermüdungsfrei. Explosive Effekte in Spielen werden sauber dargestellt, ohne dauerhaft zu dominieren. Auch für Musik – insbesondere Rock, Metal oder elektronische Genres – ist das Headset gut geeignet, solange man keine audiophile Präzision erwartet.

Virtuelle Surround-Modi sind vorhanden, spielen im Alltag aber eine untergeordnete Rolle. Stereo bleibt die klarere, verlässlichere Option.

Mikrofone: solide, aber nicht herausragend

HyperX verbaut zwei Mikrofonlösungen: ein abnehmbares Boom-Mikrofon sowie ein integriertes Mikrofon für Bluetooth-Telefonate. Beide erfüllen ihren Zweck, setzen aber keine Maßstäbe. Das Boom-Mikrofon priorisiert Verständlichkeit und Störunterdrückung. Stimmen klingen etwas komprimiert und wenig natürlich, bleiben aber jederzeit klar verständlich. Für Voice-Chat, Meetings oder spontane Calls reicht das völlig aus. Wer streamt oder Inhalte produziert, greift ohnehin zu einem dedizierten Mikrofon.

Akkulaufzeit: ein echtes Highlight

Die Akkulaufzeit gehört zu den stärksten Argumenten des Cloud III S Wireless. HyperX gibt bis zu 120 Stunden über 2,4-GHz-Funk und sogar bis zu 200 Stunden über Bluetooth an. Diese Werte sind keine Fantasieangaben. Im Alltag sind mehrere Arbeitstage oder Gaming-Wochenenden ohne Nachladen realistisch. Damit reiht sich das Headset in die Spitzengruppe kabelloser Gaming-Headsets ein – und nimmt viel Stress aus dem täglichen Gebrauch.

Der kritische Punkt: Funkstabilität im realen Umfeld

Im normalen Betrieb zeigt sich die 2,4-GHz-Verbindung zunächst stabil. In einer technisch stark belasteten Umgebung – mehrere USB-Geräte, Funkmodule, dichte WLAN-Infrastruktur – traten jedoch reproduzierbar Verbindungsprobleme auf. Aussetzer, kurze Verbindungsabbrüche und Störungen machten das Headset zeitweise unbrauchbar.

Diese Probleme waren nicht konstant, sondern traten abhängig vom Aufbau des Systems auf. Der entscheidende Wendepunkt kam mit einer einfachen Maßnahme: Der USB-Empfänger wurde nicht mehr direkt am PC betrieben, sondern über eine USB-Verlängerung räumlich vom Rechner entkoppelt. Seitdem traten keine Störungen mehr auf.

Diese Erfahrung ist bemerkenswert, weil sie zeigt, dass das Headset selbst nicht zwingend die Ursache ist. Vielmehr reagieren 2,4-GHz-Empfänger empfindlich auf elektromagnetische Störungen im unmittelbaren Umfeld moderner PCs, aber auch auf andere Störquellen – ein Aspekt, der in klassischen Reviews meist keine Rolle spielt, im Alltag aber entscheidend sein kann. Die detaillierte Einordnung dieser Funkproblematik haben wir bereits in zwei separaten Artikeln aufgearbeitet welche wir an dieser Stelle sowie hier verlinkt haben, da sie über den Rahmen eines reinen Produktreviews hinausgeht.

Preis und Marktposition

Preislich ist das Cloud III S Wireless inzwischen attraktiv positioniert. Die UVP liegt bei 149 Euro, realistisch liegt der Marktpreis aktuell bei rund 119 Euro bei Amazon. Damit bewegt sich das Headset klar unterhalb vieler Premium-Modelle, ohne in den typischen Budget-Bereich abzurutschen.

In dieser Preisklasse bietet es:

  • sehr hohe Akkulaufzeit mit bis zu 120 Stunden
  • angenehmen Tragekomfort
  • ausgewogenen Klang
  • Dual-Wireless-Konnektivität

Die Funkempfindlichkeit ist kein Ausschlusskriterium, sollte aber bei der Einrichtung berücksichtigt werden.

Fazit: Gutmütiges Headset mit klarer Lernkurve

Das HyperX Cloud III S Wireless ist kein Show-Produkt, sondern ein praktisches Arbeits- und Gaming-Headset. Es überzeugt nicht durch spektakuläre Features, sondern durch Ausdauer, Komfort und einen Klang, der auch nach Stunden nicht nervt. Die größte Erkenntnis aus dem Praxistest liegt jedoch weniger im Headset selbst als im Umgang damit: Funktechnik funktioniert nicht im luftleeren Raum. Wer dem Empfänger etwas Abstand zum PC gönnt, erhält ein stabiles, zuverlässiges System. Unterm Strich bleibt ein positives Gesamtbild. Für rund 119 Euro bekommt man ein Wireless-Headset, das im Alltag überzeugt – vorausgesetzt, man nimmt sich die Zeit für eine saubere Einrichtung.

HyperX Cloud III S Wireless im Praxistest: Guter Klang, lange Laufzeit – und eine unerwartete Lektion
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