Der Markt für 4-Bay-NAS im gehobenen Mittelklasse-Segment ist seit Jahren fest in der Hand etablierter Hersteller. Synology und QNAP setzen dabei primär auf ausgereifte Software-Ökosysteme, während die Hardware-Ausstattung oft konservativ bleibt. Mit dem TerraMaster F4-425 Plus verfolgt der Hersteller einen anderen Ansatz: maximale Schnittstellen- und Speicherleistung ab Werk, selbst wenn die Software dafür noch nicht das gleiche Reifestadium erreicht.
Hardware und Verarbeitung
Das F4-425 Plus ordnet sich klassisch als 4-Bay-NAS für 3,5- und 2,5-Zoll-SATA-Laufwerke ein. TerraMaster greift dabei zu einem Aluminiumgehäuse, das nicht nur optisch deutlich mehr hergibt als viele Kunststoffkonstruktionen, sondern sich auch im laufenden Betrieb bezahlt macht. Im Alltag arbeitet das System angenehm leise, und selbst unter längerer Last blieb die Wärmeentwicklung unauffällig – ein Punkt, der bei dauerhaft betriebenen NAS-Systemen nicht unterschätzt werden sollte.

Im Inneren setzt TerraMaster auf einen Intel-Quad-Core-Prozessor, dem serienmäßig bereits 16 GB DDR5-Arbeitsspeicher zur Verfügung stehen. Dieser lässt sich bei Bedarf auf bis zu 32 GB ausbauen, was in dieser Preisklasse keineswegs die Regel ist. Hinzu kommen drei M.2-NVMe-Steckplätze, die sich wahlweise für Cache-Aufgaben oder als eigenständige Speicherpools nutzen lassen. Gerade diese Flexibilität verschafft dem F4-425 Plus einen spürbaren technischen Vorsprung gegenüber vielen vergleichbaren 4-Bay-Systemen. Gerade in dieser Kombination hebt sich das F4-425 Plus spürbar von vielen direkten Wettbewerbern ab.
Netzwerk: Der eigentliche Kernpunkt
Der wichtigste Unterschied zur Konkurrenz liegt bei der Netzwerkanbindung. TerraMaster verbaut zwei 5-GbE-Ports, die Link Aggregation und SMB Multichannel unterstützen. In einer passenden Infrastruktur sind damit Übertragungsraten von rund 900 bis 1.000 MB/s realistisch. Das ist kein theoretischer Wert, sondern im Test reproduzierbar – setzt allerdings zwingend passende Switches und Client-Hardware voraus. In klassischen 1-GbE-Netzwerken verpufft dieser Vorteil vollständig. Das F4-425 Plus richtet sich damit klar an Anwender, die ihr Netzwerk bewusst leistungsfähig aufbauen oder bereits entsprechend ausgestattet sind.
Speicherverwaltung und TRAID
Neben klassischen RAID-Levels unterstützt TerraMaster die eigene TRAID-Technologie. Diese erlaubt eine flexiblere Nutzung unterschiedlich großer Laufwerke und kann die nutzbare Kapazität gegenüber klassischem RAID erhöhen.
In der Praxis funktioniert das zuverlässig, erfordert aber etwas Einarbeitung. Snapshots, Verschlüsselung und Schutzmechanismen gegen Datenverlust sind vorhanden und praxisgerecht umgesetzt. Für produktive Umgebungen ersetzt das dennoch kein echtes Enterprise-RAID-System, bietet für den SOHO- und Kreativbereich aber ein sinnvolles Sicherheitsniveau.
Software: funktional, aber nicht führend
Das Betriebssystem TOS 6 präsentiert sich modern und übersichtlich. Docker-Container, Virtualisierung, Medienserver und Backup-Funktionen sind integriert und liefen im Test stabil. Auch 4K- und 8K-Material kann hardwareseitig transkodiert werden. Im direkten Vergleich zeigt sich jedoch der größte Schwachpunkt des Systems: Das Software-Ökosystem ist weniger ausgereift als bei Synology oder QNAP. App-Auswahl, Dokumentation und Community-Tiefe fallen spürbar geringer aus. Für erfahrene Nutzer ist das kein Hindernis, Einsteiger müssen sich jedoch stärker einarbeiten.
Praxis und Einsatzszenarien
Im Alltag spielt das F4-425 Plus seine Stärken vor allem in datenintensiven Szenarien aus:
- Video-Editing mit großen Mediendateien
- Multiuser-Zugriffe in kleinen Teams
- Docker- und VM-Setups im SOHO-Umfeld
Die Kombination aus schnellem Netzwerk, viel RAM und NVMe-Optionen sorgt für eine spürbar hohe Reaktionsgeschwindigkeit. Gleichzeitig bleibt das System leise und unauffällig, was es auch für Arbeitsumgebungen geeignet macht.
Das kostet das F4-425 Plus
Preislich positioniert sich das TerraMaster F4-425 Plus klar im oberen Bereich der Mittelklasse. Bei Amazon wird das NAS aktuell für rund 629 Euro angeboten, während TerraMaster selbst im eigenen Store einen Preis von 719 US-Dollar aufruft. Angesichts der gebotenen Hardwareausstattung mit Dual-5-GbE-Netzwerk, DDR5-Arbeitsspeicher und gleich drei M.2-NVMe-Steckplätzen ist diese Preiskategorie grundsätzlich nachvollziehbar. Gleichzeitig zeigt sich jedoch, dass der Straßenpreis eine entscheidende Rolle spielt, da vergleichbare Systeme etablierter Hersteller je nach Konfiguration und Ökosystem teils ähnlich bepreist sind.


Realistische 900 bis 1000 MB/s ist mal ne echte Hausnummer! Ohne das jetzt gegoogled zu haben, gehe ich von klassischen RJ45-Anschlüssen aus. SFP wird man in der Preiskategorie eher nicht finden.
Alter ist das teuer…
Und der N150 für ein NAS wo auch noch Apps darauf laufen sollen?
Würde ich mir mindestens 2x überlegen ^^
Habe erst vor kurzem das „AooStar WTR PRO 5825U“ für ~320€ (Barebone) gekauft und mit sogar mit „derzeitigen“ Ram-Preisen ist es noch immer um fast 1/3 billiger als dieses Teramaster!
Zudem man muss nicht herumspielen, damit man ein „Ordentliches“ OS darauf bekommt, mal ganz abgesehen von der Leistung.
Das „AooStar WTR MAX 8845“ kostet Barebone sogar nur $679.00, das sind derzeit gerade ~580-600€!
Dann noch 16GB Ram bei den derzeitigen Preisen ca. 90€ und 40-80€ NVMe für OS (je nach größe und Marke)
Das sind ca. 750€ gesamt, also ~100€ teurer als dieses Terramaster hier!
Ist aber ein 7 Bay NAS, hat 2 Ram Slots (nicht nur einen) und ist daher erweiterbar…
Es hat 2x SFP+, also 2x 10GBit und 2x RJ45 2,5Gbit und vor allem kein proprietäres OS installiert!
Es gibt zwar aber auch ein „AooStar WTR PRO INTEL N150“ 4 Bay, das kostet 300$ Barebone, das sind ca. 260€, also mit Ram und NVMe ca. 360-400€, aber davon würde ich sowieso abraten, es sei denn es ist ein Shared Storage only NAS, aber dann sind auch die 16GB Ram fast Verschwendung!