BOSGAME VTI-490 im Test: 64 GB RAM, 10-GbE und eine zurückhaltende Kühlung

Der BOSGAME VTI-490 verbindet Intels Core Ultra X7 358H mit 64 GB LPDDR5X-Arbeitsspeicher und einem 10-Gbit-Netzwerkanschluss. Zwei Thunderbolt-4-Ports und OCuLink ergänzen die Ausstattung des Mini-PCs. Das macht ihn vor allem für Arbeitsplätze interessant, an denen große Datenbestände oder speicherintensive Anwendungen zum Alltag gehören. Unter Windows 11 haben wir die Prozessorleistung, die SSD und das Temperaturverhalten geprüft.

Panther Lake mit 16 Kernen und fest verlötetem RAM

Im VTI-490 arbeitet ein Intel Core Ultra X7 358H aus der Panther-Lake-Familie. Seine 16 Kerne verteilen sich auf vier Performance-Kerne, acht Effizienz-Kerne und vier zusätzliche Low-Power-E-Kerne. Da Intel auf Hyper-Threading verzichtet, stehen dem Betriebssystem insgesamt 16 Threads zur Verfügung. BOSGAME gibt den maximalen Turbotakt mit 4,8 GHz an.

Beim Arbeitsspeicher verbaut BOSGAME 64 GB LPDDR5X mit einer angegebenen Datenrate von 9.600 MT/s. Die Kapazität lässt Raum für mehrere speicherintensive Anwendungen und virtuelle Maschinen. Auch die integrierte Grafik greift auf diesen Speicher zurück und ist auf dessen Bandbreite angewiesen. Der RAM ist allerdings fest verlötet. Eine Erweiterung über SO-DIMM-Module ist nicht vorgesehen. Die vorhandenen 64 GB dürften für viele Aufgaben ausreichen; wer später mehr benötigt, kann den Rechner an dieser Stelle jedoch nicht nachrüsten. Bei einem System dieser Preisklasse gehört diese Einschränkung ausdrücklich zur Kaufentscheidung.

BOSGAME VTI-490 im Test mit Cinebench 2026

Für die CPU-Messungen kam Cinebench 2026.1.3 zum Einsatz. Der VTI-490 erreichte im Mehrkerntest 3.912 Punkte und im Einzelkerntest 492 Punkte. Das Multiprozessor-Verhältnis lag bei knapp 8. Zur Einordnung dienen die im Benchmark hinterlegten Referenzwerte. Der Ryzen 7 5800X wird dort mit 3.441 Punkten im Mehrkerntest geführt und liegt damit unter dem Ergebnis des VTI-490. Der Core Ultra 9 285K erreicht hingegen 9.132 Punkte. Diese Ergebnisse stammen nicht aus eigenen Vergleichsmessungen unter identischen Bedingungen. Gerade beim Core Ultra 9 müssen zudem die unterschiedlichen Leistungsklassen berücksichtigt werden: Ein Desktopprozessor hat andere Spielräume bei Leistungsaufnahme und Kühlung als eine Mobil-CPU im Mini-PC.

Im Einzelkerntest fällt der Abstand zum Core Ultra 7 255H gering aus. Dessen Referenzwert beträgt 495 Punkte, lediglich drei Punkte mehr als beim Core Ultra X7 358H. Ein praktisch relevanter Unterschied lässt sich daraus nicht ableiten. Die 3.912 Punkte im Mehrkerntest bescheinigen dem VTI-490 eine ordentliche Rechenleistung für Aufgaben, die sich auf viele Kerne verteilen lassen. Das betrifft etwa CPU-Rendering. Wie viel davon in einer konkreten Anwendung ankommt, hängt allerdings davon ab, wie gut die Software die verfügbaren Kerne auslastet.

Kingston-SSD mit rund 4.650 MB/s beim Lesen

Als Systemlaufwerk steckt im Testgerät eine Kingston OM8TAP41024K1-A00 mit 1 TB Kapazität. Die SSD nutzt PCIe 4.0 mit vier Lanes und unterstützt NVMe 2.0. Im AS SSD Benchmark erreichte sie beim sequenziellen Lesen rund 4.650 MB/s und beim Schreiben etwa 3.460 MB/s. Bei kleinen 4K-Datenblöcken lagen die Werte bei 58 MB/s lesend und 153 MB/s schreibend. Mit 64 parallelen Threads stiegen sie auf rund 1.770 beziehungsweise 1.570 MB/s. Die Zugriffszeiten betrugen 0,04 Millisekunden beim Lesen und 0,10 Millisekunden beim Schreiben.

Insgesamt kam das Laufwerk auf knapp 5.500 Punkte. Für eine PCIe-4.0-SSD sind das keine Spitzenwerte. Als Systemlaufwerk liefert die Kingston dennoch brauchbare Ergebnisse. Aus dem kurzen Benchmark lässt sich allerdings keine dauerhaft gehaltene Schreibrate bei großen Datenmengen ableiten.

10-GbE, Thunderbolt 4 und OCuLink

Die Anschlussausstattung zählt zu den wesentlichen Argumenten für den VTI-490. Neben einem 2,5-Gbit-Ethernet-Anschluss steht ein weiterer Netzwerkport mit 10 Gbit/s bereit. Wer regelmäßig große Dateien auf einem schnellen NAS verarbeitet, erhält damit eine passende Schnittstelle. Voraussetzung ist, dass Netzwerk und Gegenstelle den entsprechenden Durchsatz liefern. Eigene Durchsatzmessungen der Netzwerkanschlüsse wurden nicht durchgeführt. Zwei Thunderbolt-4-Anschlüsse unterstützen nominell jeweils bis zu 40 Gbit/s.

Darüber lassen sich beispielsweise externe SSDs oder Dockingstationen anbinden. Für die Bildausgabe sind außerdem HDMI 2.1 und DisplayPort 1.4 vorhanden. OCuLink eröffnet einen zusätzlichen Weg für eine geeignete externe Grafikkartenlösung. Das kann den Einsatzbereich des Rechners erweitern, wenn die integrierte Arc B390 für die verwendeten Anwendungen nicht genügt. Eine solche Konfiguration haben wir am VTI-490 nicht getestet. Für drahtlose Verbindungen gehören Wi-Fi 7 und Bluetooth 5.4 zur Ausstattung.

Bis zu 90 Grad während der Benchmarks

BOSGAME setzt beim VTI-490 auf zwei Lüfter und großflächige Kühlkörper. Während unserer Tests lief Core Temp im Hintergrund mit. Die zusammengeführten Aufzeichnungen umfassen sowohl wenig belastete Phasen als auch die durchgeführten Benchmarks. Sie zeigen die dabei erfasste Temperaturspanne, aber keinen zeitlichen Verlauf einer konstanten Dauerlast. Die niedrigsten Temperaturen lagen je nach Prozessorkern zwischen 34 und 39 Grad Celsius. Während der Benchmarks erreichten mehrere Kerne maximal 90 Grad Celsius. Andere Kerne blieben darunter. Die Unterschiede sind bei einer CPU mit verschiedenen Kerntypen und wechselnder Auslastung nicht ungewöhnlich.

Core Temp gab eine maximale Sperrschichttemperatur von 100 Grad Celsius an. Die höchsten registrierten Werte blieben somit zehn Grad darunter. Aus den Maximalwerten geht allerdings nicht hervor, wie lange diese Temperaturen anlagen. Ebenso wenig erlauben sie eine belastbare Aussage darüber, ob der Prozessor zwischenzeitlich temperaturbedingt seinen Takt begrenzte. Beim Lüftergeräusch gab es während der Benchmarks keinen störenden Anstieg. Der Rechner blieb subjektiv angenehm zurückhaltend. Eine Schallpegelmessung wurde nicht vorgenommen. Die erfassten Temperaturspitzen führten in unserem Test jedenfalls nicht zu einem aufdringlichen Kühlgeräusch.

Windows 11 erschwert die Ersteinrichtung unnötig

Weniger erfreulich verlief die Ersteinrichtung von Windows 11. Im regulären Einrichtungsprozess erschienen zusätzliche Schritte zu Microsoft 365 und Copilot. Für den grundlegenden Betrieb des Rechners sind diese Angebote nicht erforderlich. Welche Komponenten dabei vollständig installiert wurden, ließ sich aus dem beobachteten Ablauf nicht abschließend feststellen. In unserem Fall konnte die Windows-Ersteinrichtung über einen Workaround abgekürzt werden. Anschließend ließ sich das Betriebssystem ohne die betreffenden zusätzlichen Schritte verwenden. Das Verhalten gehört zur Windows-Einrichtung und ist kein festgestellter Fehler des VTI-490. Lästig bleibt es trotzdem, bei einem neuen Rechner erst einen Umweg nehmen zu müssen, um die Einrichtung auf das Benötigte zu beschränken.

Deutlicher Preisunterschied zwischen BOSGAME und Amazon

Im BOSGAME-Shop kostet der VTI-490 derzeit 1.519,95 Euro. Bei Amazon liegt der Angebotspreis bei 2.199,00 Euro. Dort wird zusätzlich ein 200-Euro-Coupon angeboten, mit dem sich der Kaufpreis auf 1.999,00 Euro reduziert. Der Rabatt muss beim Kauf berücksichtigt werden und kann sich als zeitlich begrenzte Aktion ändern. Selbst nach Abzug des Coupons liegt Amazon damit 479,05 Euro über dem BOSGAME-Shop. Dieser Unterschied ist groß genug, um die Preisbewertung deutlich zu beeinflussen. Für 1.519,95 Euro bietet der Rechner eine Kombination aus 64 GB Arbeitsspeicher, einer leistungsfähigen Mobil-CPU und umfangreichen Schnittstellen. Der Mehrwert gegenüber einfacheren Mini-PCs liegt vor allem darin, dass diese Ausstattung gemeinsam zur Verfügung steht. Für überwiegende Office- und Browsernutzung lässt sich der Aufwand dagegen kaum rechtfertigen.

Fazit: Für Arbeitsplätze mit hohem Speicher- und Schnittstellenbedarf

Der BOSGAME VTI-490 eignet sich vor allem für Anwender, die viel Arbeitsspeicher und schnelle Verbindungen zu einem NAS oder externen Geräten benötigen. Im Cinebench-Mehrkerntest liefert er mit 3.912 Punkten eine ordentliche CPU-Leistung. Die Kühlung blieb während unserer Benchmarks akustisch zurückhaltend, obwohl einzelne Kerne kurzzeitig bis zu 90 Grad Celsius erreichten. Die fest verlöteten 64 GB RAM sind die wesentliche Einschränkung bei der späteren Aufrüstung. Wer damit auskommt und 10-GbE, Thunderbolt 4 oder OCuLink tatsächlich nutzt, findet zum Shoppreis von 1.519,95 Euro eine erwägenswerte Ausstattung. Für eine Bewertung als Gaming-Rechner fehlen eigene Grafikmessungen.
Das Amazon-Angebot ist angesichts des günstigeren Direktpreises schwer zu begründen. Auch mit dem 200-Euro-Coupon bleibt ein erheblicher Aufpreis für dasselbe Modell.

BOSGAME VTI-490 im Test: 64 GB RAM, 10-GbE und eine zurückhaltende Kühlung
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