UGREEN NASync iDX6011 und iDX6011 Pro: Hardwareplattform mit klarer Ausrichtung

Mit der iDX-Serie schlägt UGREEN bewusst einen anderen Weg ein als viele klassische NAS-Hersteller. Statt den Fokus allein auf Datenspeicherung zu legen, versteht UGREEN das NASync iDX6011 und das iDX6011 Pro als leistungsfähige Arbeitsplattformen. Rechenleistung, Speicherarchitektur und Konnektivität stehen hier gleichrangig nebeneinander. Damit richten sich die Systeme klar an Anwender, die mehr erwarten als einen zentralen Netzwerkspeicher.

Grafik: UGREEN

Leistungsanspruch statt reinem Datengrab

Im Zentrum beider Modelle stehen Intels aktuelle Core-Ultra-Prozessoren. Diese kombinieren klassische CPU-Kerne mit einer integrierten Arc-GPU sowie einer dedizierten NPU für KI-Aufgaben. Der Ansatz ist klar erkennbar: Lokale Verarbeitung, Analyse und Medienarbeit sollen direkt auf dem System stattfinden können, ohne dass externe Server oder Cloud-Dienste zwingend erforderlich sind. Während viele NAS-Systeme weiterhin auf stromsparende Embedded-CPUs setzen, geht UGREEN hier bewusst einen Schritt weiter. Das Ergebnis ist ein deutlich höheres Leistungsniveau, das sich vor allem bei parallelen Aufgaben und im Dauerbetrieb bemerkbar macht.

Prozessoren und Architektur im Detail

Das UGREEN NASync iDX6011 wird mit dem Intel Core Ultra 5 125H ausgeliefert. Im UGREEN NASync iDX6011 Pro kommt der stärkere Core Ultra 7 255H zum Einsatz. Beide Prozessoren sind darauf ausgelegt, unterschiedliche Workloads effizient zu verteilen. Im NAS-Alltag zahlt sich diese Architektur besonders aus. Klassische Dienste laufen auf den CPU-Kernen, während grafik- oder KI-lastige Prozesse auf GPU und NPU ausgelagert werden können. Das sorgt für gleichmäßige Performance, auch wenn mehrere Dienste gleichzeitig aktiv sind.

Arbeitsspeicher: Hohe Bandbreite statt Aufrüstbarkeit

UGREEN setzt bei beiden Modellen auf fest verlöteten LPDDR5X-Speicher. Eine nachträgliche Erweiterung ist damit nicht möglich. Diese Entscheidung ist jedoch technisch nachvollziehbar. LPDDR5X bietet eine hohe Speicherbandbreite, geringe Latenzen und einen niedrigeren Energieverbrauch als klassische SO-DIMM-Module. Das iDX6011 ist wahlweise mit 32 oder 64 GB ausgestattet, das Pro-Modell kommt grundsätzlich mit 64 GB. Für typische NAS-Aufgaben, Container-Dienste, virtuelle Maschinen oder lokale KI-Workloads ist diese Ausstattung praxisnah gewählt. Gleichzeitig macht UGREEN deutlich, dass es sich um optimierte Komplettsysteme handelt und nicht um klassische Bastelplattformen.

Speicheraufbau und interne Anbindung

Beide Geräte verfügen über sechs SATA-Laufwerksschächte sowie zwei M.2-Slots für NVMe-SSDs. Insgesamt lassen sich bis zu 196 TB an Speicherkapazität realisieren. Intern setzt UGREEN auf eine PCIe-Gen4-Anbindung mit acht Lanes. Gerade bei NVMe-Caching und parallelen Zugriffen ist diese Architektur entscheidend. Sie stellt sicher, dass hohe Netzwerkgeschwindigkeiten nicht durch interne Engpässe ausgebremst werden – ein Punkt, der bei datenintensiven Arbeitsabläufen oft unterschätzt wird.

Netzwerk: 10 Gigabit ohne Aufpreis

Sowohl das iDX6011 als auch das iDX6011 Pro sind serienmäßig mit zwei 10-Gigabit-Ethernet-Ports ausgestattet. Diese lassen sich für höhere Bandbreite bündeln oder redundant betreiben. Damit rücken die Systeme funktional näher an kompakte Serverlösungen heran. Für Arbeitsgruppen, Studios oder anspruchsvolle Einzelanwender ist das ein klarer Vorteil. In dieser Gerätekategorie ist eine solche Netzwerkausstattung keineswegs selbstverständlich.

Erweiterbarkeit mit PCIe und OCuLink

Beide Modelle verfügen über einen internen PCIe-Slot. Das iDX6011 Pro bietet zusätzlich einen OCuLink-Anschluss. Dieser wird häufig mit externer GPU-Anbindung in Verbindung gebracht, eröffnet technisch jedoch deutlich mehr Möglichkeiten. OCuLink erlaubt die Anbindung externer Hochgeschwindigkeits-Erweiterungen und bietet damit Spielraum für zukünftige Speicher- oder Beschleunigerlösungen. Gerade das Pro-Modell positioniert sich so als langfristig flexible Plattform.

Anschlüsse und lokale Nutzung

Zur Ausstattung zählen zwei Thunderbolt-4-Ports, mehrere USB-Anschlüsse, ein SD-Kartenleser sowie ein HDMI-Ausgang mit Unterstützung für 8K-Auflösung. Letzterer ist weniger als Multimedia-Feature gedacht, sondern als praktischer Kontroll- und Arbeitsausgang, etwa für Wartung oder Vorschau-Monitore. Hinzu kommt ein 3,7-Zoll-Touch-Display an der Front. Es zeigt Systemzustände wie CPU-, GPU- und NPU-Auslastung, Speicher- und Netzwerkaktivität in Echtzeit an. In Arbeitsumgebungen ist das ein echter Mehrwert, da sich der Systemzustand ohne zusätzliche Geräte im Blick behalten lässt.

Gehäuse und Dauerbetrieb im Fokus

Das massive Aluminiumgehäuse bringt insbesondere beim Pro-Modell ein spürbares Gewicht mit. Diese Bauweise dient nicht der Optik, sondern der Stabilität, Kühlung und Geräuschkontrolle im Dauerbetrieb. Magnetische Staubfilter und eine insgesamt robuste Konstruktion unterstreichen den Anspruch auf langfristige Nutzung. Auch hier zeigt sich der grundsätzliche Ansatz der iDX-Serie: Diese Geräte sind als Arbeitswerkzeuge konzipiert, nicht als unauffällige Netzwerkkomponenten für den Abstellraum.

Das kosten die neuen NAS-Modelle

Innerhalb der eigenen Produktpalette positioniert UGREEN die iDX-Modelle klar im oberen Leistungssegment. Die Ausführung mit 32 GB LPDDR5X-RAM startet zu einem Early-Bird-Preis von 999 US-Dollar, während die unverbindliche Preisempfehlung bei 1.699 US-Dollar liegt. Die Version mit 64 GB Arbeitsspeicher ist mit 1.199 US-Dollar (UVP 1.999 US-Dollar) angesetzt.

Das UGREEN NASync iDX6011 Pro wird ausschließlich mit 64 GB LPDDR5X-RAM ausgeliefert. Hier nennt UGREEN einen Early-Bird-Preis von 1.559 US-Dollar, die reguläre Preisempfehlung liegt bei 2.599 US-Dollar. Damit wird deutlich, dass sich insbesondere das Pro-Modell an Anwender richtet, die das NAS als langfristige, leistungsorientierte Arbeitsplattform einplanen und bereit sind, diesen Anspruch auch preislich mitzutragen.

UGREEN NASync iDX6011 und iDX6011 Pro: Hardwareplattform mit klarer Ausrichtung
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