Der Kurznachrichtendienst Threads wird künftig nicht mehr werbefrei bleiben. Der Konzern Meta hat angekündigt, Anzeigen schrittweise weltweit in die App zu integrieren. Der Rollout soll in den kommenden Wochen starten und sich über mehrere Monate erstrecken. Wie stark Nutzer davon betroffen sein werden, lässt das Unternehmen bewusst offen.
Konkurrenz zum (damaligen) Twitter – heute X
Threads wurde 2023 als direkte Antwort auf die damaligen Turbulenzen bei Twitter, heute X, gestartet. Seitdem ist die Plattform rasant gewachsen. Nach Konzernangaben zählt Threads inzwischen mehr als 400 Millionen monatlich aktive Nutzer. Konzernchef Mark Zuckerberg hatte früh erklärt, dass er in Threads einen langfristigen Wachstumstreiber sieht – mit dem erklärten Ziel, perspektivisch in die Größenordnung von einer Milliarde Nutzern vorzustoßen.
Monetarisierung folgt dem bekannten Muster
Dass Meta die Plattform nun monetarisiert, überrascht kaum. Anzeigen sind seit jeher das Kerngeschäft des Konzerns. Bereits seit längerem testet Meta Werbung auf Threads in ausgewählten Märkten, darunter die USA und Japan. Zudem wurde die Plattform im vergangenen Jahr für internationale Werbekunden geöffnet. Der nun angekündigte Schritt überführt diese Tests in einen globalen Betrieb. Bestehende Werbekunden können Threads ohne großen Zusatzaufwand in ihre Kampagnen integrieren. Anzeigen lassen sich über Metas bestehende Werbeplattformen buchen und gemeinsam mit Kampagnen für Facebook, Instagram und WhatsApp verwalten. Unterstützt werden klassische Bild- und Videoformate sowie Karussellanzeigen. Auch neuere Seitenverhältnisse, die stärker auf mobile Feeds zugeschnitten sind, gehören zum Portfolio. Für Werbekunden bedeutet das vor allem eines: Threads wird technisch wie ein weiteres Glied in Metas Werbeökosystem behandelt.
Niedrige Anzeigenfrequenz zum Start
Meta betont, dass die Ausspielung von Werbung zu Beginn bewusst zurückhaltend erfolgen soll. Die Anzeigenfrequenz bleibe zunächst niedrig, während das System weltweit hochgefahren werde. Konkrete Zahlen nennt der Konzern nicht. Diese Vorsicht ist strategisch nachvollziehbar. Threads verdankt sein Wachstum auch dem Umstand, dass es sich bislang vergleichsweise ruhig und wenig überladen präsentierte. Eine zu aggressive Monetarisierung könnte das Nutzererlebnis beeinträchtigen – und damit genau den Vorteil verspielen, den Threads gegenüber anderen Plattformen hatte.

Ich kannte Threads bisher nicht und hab daher mal kurz reingeschaut. Im Gegensatz zu X muss man nicht angemeldet sein, um Inhalte zu sehen. Zumindest die Threads auf der Hauptseite kann man ohne Anmeldung sehen. Wie das mit den Details dazu ist, sprich man etwas anklickt, keine Ahnung. Soweit bin ich gar nicht gekommen, denn die Inhalte sind eine Mischung als Selbstdarstellung, Bashing und Will-Haben. Also im Wesentlich genauso belangloses Zeug wie bei der Konkurrenz. Folglich hab ich den Tab schnell wieder geschlossen.
Eines ist mir dann aber doch aufgefallen: Threads wirkt wie TikTok für alte Leute.