Mit Home Assistant OS 17.0 vollzieht das Projekt einen überfälligen, aber konsequenten Schritt. Das aktuelle Release steht weniger für sichtbare Neuerungen als vielmehr für eine grundlegende Bereinigung der technischen Basis. Die Entwickler trennen sich endgültig von veralteten Plattformen und richten den Blick klar nach vorn – auf moderne Systemarchitekturen und langfristige Wartbarkeit. Im Zentrum der Entscheidung steht der Abschied von 32-Bit-Systemen. Künftig werden ausschließlich 64-Bit-Architekturen unterstützt. Damit endet die aktive Pflege älterer Installationen, die zwar weiterhin betrieben werden können, jedoch keine Sicherheitsupdates oder funktionalen Erweiterungen mehr erhalten.
Diese Hardware fällt aus dem Support
Konkret betroffen sind unter anderem Raspberry-Pi-Systeme mit 32-Bit-Installation sowie Geräte wie das ODROID-XU4 oder das ASUS Tinker Board. Auch wenn diese Plattformen in vielen Haushalten noch zuverlässig ihren Dienst verrichten, gelten sie aus Sicht des Projekts als technisch ausgereizt. Der Betrieb ist weiterhin möglich – allerdings außerhalb des regulären Entwicklungs- und Sicherheitszyklus.
Für produktive Smart-Home-Umgebungen ist das ein relevanter Einschnitt. Spätestens mit Blick auf Sicherheitsaspekte sollte klar sein, dass diese Systeme keine dauerhafte Perspektive mehr bieten.
ARMv7 endgültig Geschichte
Der Abschied von ARMv7 kommt nicht überraschend. Bereits vor über einem Jahr hatten die Entwickler kommuniziert, dass 32-Bit-Architekturen mittelfristig auslaufen werden. Mit Version 17.0 wird diese Ankündigung nun umgesetzt. Der Hintergrund ist weniger ideologischer Natur als vielmehr pragmatisch. Moderne Container-Infrastrukturen, aktuelle Bibliotheken und neue Funktionen lassen sich auf 32-Bit-Systemen nur noch mit erheblichem Mehraufwand realisieren. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Tests, Wartung und Sicherheit kontinuierlich. Der Verzicht auf ARMv7 reduziert diese Komplexität spürbar und schafft Freiräume für eine saubere Weiterentwicklung.
Technische Basis deutlich modernisiert
Parallel zur Bereinigung der unterstützten Plattformen hat Home Assistant OS auch unter der Haube aufgeräumt. Der Linux-Kernel wurde auf allen verbleibenden Systemen aktualisiert und auf einen einheitlichen, zeitgemäßen Stand gebracht. Auch die Container-Infrastruktur wurde modernisiert. Bei Neuinstallationen kommt nun standardmäßig der containerd-Snapshotter zum Einsatz. Ziel ist eine robustere Speicherverwaltung und ein stabileres Update-Verhalten, insbesondere bei komplexeren Installationen mit vielen Add-ons und Integrationen. Bestehende Systeme können auf diese Technik umgestellt werden, der Wechsel erfolgt jedoch bewusst nicht automatisch. Die Entwickler empfehlen vorab eine vollständige Sicherung, da Container-Images neu geladen werden müssen und zusätzlicher Speicherbedarf entsteht. Der Fokus liegt klar auf Verlässlichkeit – nicht auf maximaler Bequemlichkeit.
Kleine Anpassungen, spürbarer Nutzen
Abseits der strukturellen Änderungen enthält Version 17.0 auch mehrere Detailverbesserungen für den Alltag. So lassen sich Tastaturlayouts an der lokalen Konsole nun über systemeigene Linux-Werkzeuge konfigurieren. Das erleichtert insbesondere bei nicht-englischen Layouts die direkte Arbeit am Gerät. Weitere Anpassungen betreffen unter anderem Bluetooth-Komponenten, Build-Werkzeuge und systemnahe Abhängigkeiten. Diese Änderungen sind unspektakulär, zahlen jedoch langfristig auf Stabilität und Wartbarkeit ein – genau dort, wo ein zentrales Smart-Home-System zuverlässig funktionieren muss.
Klare Entscheidung für die Zukunft
Für Nutzer älterer Systeme bedeutet Home Assistant OS 17.0 vor allem eines: eine Entscheidung. Wer sein Smart Home weiterhin sicher, gepflegt und zukunftsfähig betreiben möchte, kommt um den Umstieg auf eine unterstützte 64-Bit-Plattform nicht herum. Bestehende Installationen laufen zwar weiter, sollten jedoch nicht mehr als langfristige Lösung betrachtet werden.

danke für den interessanten Beitrag.
Das System ist irgendwie an mir vorbeigegangen.
Ich dachte dabei zuerst an etwas für Android oder IOS.
Hier gibt es eine Anleitung:
https://www.home-assistant.io/installation/windows
Man kann das wohl in einer virtuellen Maschine testen.
Das wird mein nächstes Projekt.
Hi,
und auch gleich das HAOS installieren.
ich nutze HA schon ich glaub seit 4 jahren (?).
Ich kann dir empfehlen, es direkt auf realer Hardware oder in einer VM mit USB Support zu testen
Ich holte damals einen alten Laptop aus dem Schrank, welcher LAN und Bluetooth hatte. und konnte so schon vorhanden SmartHome Geräte (von denen ich es teilweise nicht wusste :D) direkt verbinden.
Dann kam da ein Zigbee dongle dran und IKEA Lampen wurden verbunden und noch mehr zum testen gekauft – persönlich wollte ich mich erstmal zurechtfinden und vertrauen zum System aufbauen, bevor ich hier ernsthaft dinge im Haushalt steuern lassen
Nach 1,5 Monaten hab ich dann ein Backup gemacht und es dann auf proxmox Server umgezogen (den hatte ich zum testbeginn noch nicht :/)
Am Anfang wirst du eine etwas steile Lernkurve haben – aber lass dich nicht abschrecken.
Es ist eines der besten Softwareprodukte, welche ich kenne. Mittlerweile hab ich das Abo auch bei NABU Casa (den devs dahinter) abgeschlossen. Damit hab ich dann cloudbackup, kann Sprachassistenten sehr leicht verknüpfen aber viel wichtiger – ich supporte die Arbeit etwas
Ich empfehle an dieser Stelle gern mal meinen Smart Home-Artikel, wo HA auch teils eine zentrale Rolle (für gewisse Dinge einnimmt) – auch wenn Apple Home am Ende mein präferiertes „Frontend“ ist und bleibt.
https://www.deskmodder.de/blog/2025/10/07/smart-home-im-alltag-homekit-home-assistant-und-matter-im-zusammenspiel/
ich denke ich werde erst mal bei Apple und Homekit bleiben.
Extra einen PC oder Raspberry dafür abstellen ist doch nicht so mein Ding.
aber man muss schon sagen: dass System ist grds. erst mal einfach zu installieren. Die Einrichtung ist dann nicht so einfach,