Der Mac mini M4 hat im Oktober 2024 für Aufsehen gesorgt. So viel, dass es auch meine Aufmerksamkeit als Nutzer eines MacBook Air M1 bekam. Wie sieht mein Fazit nach einem Jahr Besitztum aus?
Seit Ende Januar 2023 besitze ich bereits ein MacBook Air mit Apples eigenen System-on-a-Chip, den M1. Auf Deskmodder hatte ich dazu – noch als Gastautor – einen Bericht verfasst und mein Fazit lautete damals:
Mein erster richtiger Apple-Rechner ist definitiv ein super Einstieg in die Welt der Macs.
Im Herbst 2024 wurde der neue Mac mini vorgestellt, der nicht nur den Apple M4 in sich trug, sondern auch noch in einem völlig neuen Kleid vorgestellt wurde. Klar, die vorherigen Modelle waren schon „mini“, doch der neue trägt diesen Namen zurecht. Zumal es für die unverbindliche Preisempfehlung von 699 Euro zwar nur 256 Gigabyte Speicherplatz gibt, dafür aber angenehme 16 Gigabyte Arbeitsspeicher. Grund genug für viele Techniktester, das Einstiegsmodell in den Himmel zu loben.
Zugegeben, das hat mich angesteckt. Eine Rabattaktion beim Händler MacTrade bewog mich dazu, den frisch erschienenen Mac mini M4 in der Basiskonfiguration mit Corporate-Benefits-Rabatt und Finanzierung zu bestellen. Durch die sechsmonatige Finanzierung durch die Targobank konnte ich noch extra sparen. Insgesamt belief sich der Gesamtpreis auf 523,95 Euro. Ungefähr 25 Prozent weniger.
Doch die Beliebtheit und der attraktive Preis waren mit langen Wartezeiten verbunden. Von der Bestellung bis zum Eintreffen des Mac vergingen stolze 51 Tage. Einige mussten laut Berichten noch länger auf ihre Bestellung warten. Aber hat sich das Warten auf den „Wunder-Einstiegs-Mac“ wenigstens gelohnt?
Ganz schön mini, der Mini
In einer quadratischen Packung holt man neben dem Mac mini M4 nicht sonderlich viel heraus. Lediglich eine Schnellstartanleitung und ein geflochtenes Eurosteckerkabel. Kein dickes Handbuch, nicht einmal Apple-Sticker. 12,7 x 12,7 x 5 Zentimeter misst der 680 Gramm schwere Computer. Während die vorherigen Modelle großflächig und flach waren, ist dieses Modell nun etwas quadratischer geworden.
Große Anschlussvielfalt gibt es nicht, aber für die meisten Anwender ausreichend genug:
- 2x USB-C (10 Gigabit pro Sekunde) auf der Vorderseite und damit der erste Mac mini überhaupt mit Frontanschlüssen
- 3x Thunderbolt 4 auf der Rückseite (Thunderbolt 5 bei M4-Pro-Modellen)
- Gigabit Ethernet (optional auch 10-Gigabit-Ethernet)
- HDMI 2.1
Kontrovers diskutiert wurde die Positionierung des Einschaltknopfes. Überwiegend aus dem Lager der Nicht-Mac-OS-Nutzer wurde die Position – auf der Unterseite – stark kritisiert. Apple-Nutzer argumentierten damit, dass der Mac mini durch seinen ohnehin geringen Standby-Verbrauch am Strom gelassen werden kann und durch Betätigen der angeschlossen Peripherie der Einschaltknopf verschont wird.
Während nur die Unterseite sich mehr nach Plastik anfühlt, besteht der Rest aus Aluminium. Unten sorgt ein Aktivkühler für angenehme Betriebstemperaturen der Komponenten. Und wer keine zusätzliche Beschallung anschließt, kann sich von den internen Lautsprechern beschallen lassen. Wer geringe Ansprüche an der Tonqualität hat, dem werden diese vollkommen ausreichen.
Flott im Alltag, erstaunlich gut beim Arbeiten

Schon vom MacBook Air M1 bin ich die angenehme Arbeitsgeschwindigkeit der Apple-Chips gewohnt. So überrascht es auch wenig, dass sich Alltagsgeschichten wie YouTube-Videos in 4K60 anschauen, allgemeines Surfen im Internet oder auch Office-Arbeiten mit diesem Rechner absolut nicht lahm anfühlen.
Doch ich wollte ein wenig mehr machen. Da der Mac mini in einigen Aspekten meinen großen Windows-PC ersetzen sollte, stand noch mehr auf der Agenda. Etwa eine Bearbeitung eines 4K-Videos. Zwar musste ich dafür von Magix Vegas zu Davinci Resolve wechseln, aber das Arbeiten fühlte sich damit ähnlich flott an. Das Rendering ist schneller fertig als die Videos lang sind.
In all diesen Aufgaben hört man kein einziges Mal den Lüfter. Erstmalig bemerkt habe ich diesen erst, als ich mit der Software Handbrake Videos konvertiert habe. Doch selbst, wenn da der Lüfter läuft, nahm ich ihn dennoch nie richtig wahr.
Gaming war und ist weiterhin meinem Ryzen-System vorenthalten. Dennoch habe ich zumindest mit dem Titel Stray von 2022 ein Steam-Titel für macOS ausprobiert, welches mit 1440p und mittleren Detaileinstellungen erstaunlich gut lief. Nicht durchgehend ruckelfrei und mit teils nervigen Mikrorucklern, aber es lief. Weniger systemlastige Indietitel sollte der Mac mini M4 dennoch problemlos ausführen können.
Stromanbieter hassen diesen Trick

Dass die Arm-Architektur sehr energieeffizient ist, ist kein Geheimnis. Apple hat es mit seinen Chips ohnehin geschafft, mit dem M-Chip leistungsfähige Computer mit sehr niedrigem Stromverbrauch zu konzipieren, die zudem mit den jüngeren macOS-Versionen geradezu harmonieren.
Wer den Mac mini M4 im Standby belässt, um nicht dauernd an den Einschlatknopf ranzumüssen, darf beruhigt sein. Der Stromverbrauch bleibt unter 0,5 Watt. Das tut selbst bei heutigen Strompreisen in Deutschland kaum weh und der Mac ist schnell betriebsbereit.
Interessanter wird es im Betrieb. Surft man mit Firefox auf normalen Websites, pendelt sich der Verbrauch bei zirka 3-4 Watt ein. Läuft eine Kombination aus Twitch-Livestream mit 720p60 und Discord, kann der Stromverbrauch auf 7-8 Watt ansteigen. Alltagsgeschichten werden definitiv bei unter zehn Watt bleiben.
Selbst Videobearbeitungen schwanken zwischen 25 und 40 Watt. Zu keinem Zeitpunkt habe ich das Limit des internen 65-Watt-Netzteils ausgereizt.
Zum Vergleich: Mein Hauptrechner mit AMD Ryzen 7 3700X, 32 Gigabyte DDR4-3200 Arbeitsspeicher von Corsair, Nvidia Geforce RTX 3070 Founders Edition, zwei M.2-SSDs, einer SATA-SSD und einem Seasonic-600-Watt-Netzteil mit 80-Plus-Titanium-Zertifizierung verbraucht allein im Idle zirka 55 Watt. Bei der Videobearbeitung wird mit 120 Watt mehr als das doppelte von dem verbraucht, was ich mit dem Mac mini verbrauche.
Mini-System mit Mini-Nachteilen
Komplett kritiklos bin ich gegenüber dem Mac mini M4 nicht eingestellt. Zwar überwiegen die Vorteile, doch der ein oder andere Punkt darf nicht verschwiegen werden. Die Positionierung des Einschaltknopfs gehört allerdings nicht an die Spitze. Ich kann den Mac mini mit meiner Peripherie wecken, da erspare ich mir das lästige Anheben. Wer dennoch ein Problem damit hat, findet im Internet genug Lösungen dagegen.
Die Anschlussvielfalt kriegt eine kleine Kritik ab. Auch wenn es im Jahr 2025 bzw. 2026 inzwischen deutlich mehr Geräte mit USB-C-Anschluss geben sollte, sieht die Realität bei mir noch etwas anders aus. Der Empfänger meiner Logitech G Pro X Superlight 2 hat einen USB-A-Anschluss, ebenso die Non-Standard-Verbindungskabel meiner externen Capture-Geräte von Magewell. All das benötigt Adapter.
Abhilfe könnten Dockingstationen schaffen. Hier ist jedoch bei einigen Modellen Vorsicht geboten. Etwa wird bei der Ugreen 11-in-1-Dockingstation mit der Modellnummer CM841 selbst im Standby-Modus die SSD permanent mit Strom betrieben und erhöht dabei den Stromverbrauch. Dafür ergänzt die Station den Mac mit USB-A-Anschlüssen und Speicherkartenlesern.
Beim Basismodell sprachen viele von einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis. Der schwindet allerdings mit jedem Upgrade. Zum Zeitpunkt der Artikelerstellung gab es folgende Preisaufschläge:
- 24 statt 16 Gigabyte Arbeitsspeicher: +250 Euro (Gesamtpreis 949 Euro)
- 512 statt 256 Gigabyte Speicherplatz: +250 Euro (Gesamtpreis 949 Euro)
- 32 statt 16 Gigabyte Arbeitsspeicher: +500 Euro (Gesamtpreis 1.199 Euro)
- 1 Terabyte statt 256 Gigabyte Speicherplatz: +500 Euro (Gesamtpreis 1.199 Euro)
- 2 Terbayte statt 256 Gigabyte Speicherplatz: +1.000 Euro (Gesamtpreis 1.699 Euro)
Allein die „kleinen“ Upgrades kosten saftige Aufschläge und machen den günstigen Preis zunichte. Zwar berichteten Seiten über eine Austauschmöglichkeit der SSD, das benötigt allerdings ein nicht von Apple vorgesehenes Öffnen des Gehäuses und eine proprietäre Platine. Entsprechende Seiten bieten allerdings bereits Upgrade an.
Für den Alltag reichen mir persönlich die 256 Gigabyte Speicherplatz. Wer mehr braucht, beißt entweder in den sauren Apfel oder schließt per USB-C oder Thunderbolt eine externe SSD an. Die Anwendungen können bequem auf die externe SSD ausgelagert werden.
Fazit: Der Computer-Alltag wird mini!
Da arbeite ich jetzt nicht nur mobil, sondern auch noch stationär mit einem Apple-Gerät. Streng genommen wird für einige Windows-Sachen – insbesondere Gaming – noch das Ryzen-System verwendet. Für den Rest reicht tatsächlich der kleine Kraftklotz namens Mac mini M4.
Gerade für Alltagsgeschichten genügt das Teil vollkommen. Surfen im Internet, YouTube-Videos in 4K schauen, an Office-Dokumenten arbeiten, …für all das brauche ich nicht das verhältnismäßig stromfressende x86-System. Apples M4-Chip, welches die Arm-Architektur nutzt, hat genug Power und drückt dabei den Stromverbrauch kräftig nach unten.
Selbst Videobearbeitungsgeschichten sind absolut kein Problem. Dank integrierten 65-Watt-Netzteil bleibe ich in jeder Situation stets unter den Verbrauchswerten meines Ryzen-Rechners. Da kann man stellenweise die Nachteile der geringen Anschlussvielfalt und dem wenigen internen Speicherplatz durchaus verschmerzen. Mit den angebotenen Upgrades wird das gute Preis-Leistungs-Verhältnis ohnehin zunichte gemacht.
Im Großen und Ganzen ist der Mac mini M4 in der Basiskonfiguration ein mehr als solider Alltagsrechner mit genug Reserven für etwas hardwarelastigere Arbeiten. Sofern man einen Einstieg ins eigennützige Apple-Ökosystem wagt und auf attraktive Angebote achtet. Den Preis von 523,95 Euro bei MacTrade kann man mit den erwähnten Rabatten nach wie vor erreichen.





Danke für den Test.
Ich hatte mir den Mac Mini M4 (24/512 bzw 24/1TB) auch voriges Jahr zugelegt. Jedoch war ich nicht so positiv gestimmt.
Ich habe 1-2x USB 4 / TB 3/4 ext. Gehäuse mit 1x NVME dran gehabt und die wurden immer nach Standby deaktiviert. Hatten lt. Google viele andere auch.
Habe dann auch für 2 Wochen den Mini 4pro gehabt, auch hier das Problem.
Bin dann auf einen gebrauchten M2pro „abgestiegen“ und es lief….
Gabs da ev. Firmware Updates dafür oder hatte der Tester Glück bei der Wahl des ext. Gehäuses?
Firmware-Updates habe ich konkret bei dem Ugreen-Modell nicht aufgespielt. Und nach dem Aufwecken vom Standby war die intern verbaute SSD von der Dockingstation – soweit ich mich erinnern kann – auch sichtbar. Wer weiß, warum das bei manchen Modellen nicht geklappt hat. Kann ich aber auch inzwischen nicht mehr nachvollziehen, weil ich die Dockingstation nicht mehr besitze.
interessanter Beitrag. Vielen Dank!
Mich würde noch interessieren:
gibt es Erfahrungen mit Windows on Arm auf einem MAC? Mit Parallels, VMWare Fusion oder UTM?
Mit Parallels läuft Windows on ARM grundsätzlich wunderbar und für mein Empfinden sogar besser als auf dem Surface Pro ARM. Im Zweifelsfall ist der Flaschenhals – wie immer und egal bei welcher Hypervisor-Software – natürlich der Host selbst. Parallels an sich bietet halt (für mich) einige Vorteile gegenüber Fusion oder UTM (Stichwort Integration ins Hostsystem auf Wunsch).
Windows für Arm funktioniert mit VMware Fusion richtig flott. Für mich ist es jedoch nicht sinnig, da ich keine Aufgabe damit ausführen kann, die ich nicht auch nativ mit macOS bearbeiten könnte.
Ja ist ja auch eher, wie am PC man hat ein Linux als System und für ein paar Programme braucht man halt Windows im vm.😉
Also für Umsteiger.
Wenn man immer schon Apple hat ist klar das man kein Windows braucht.
Mir fällt momentan keine Anwendung ein, die man nicht durch ein gleichwertiges Programm auf dem Mac ersetzen könnte.
Und nein, ich war vorher eingeschworener Windows Nutzer.
Ja kann man aber ich habe 250 Programme gekauft da wird schon ein 1000 er zusammen. 😉
Den auch Kompatibilität des Programm ob den auch das Mac Programm das übernimmt.
Ich habe jetzt MS 365 wenn ich zum mac umzieht hab ich auch ein MS 365 aber kein Access.
Ja ich würde den natürlich FileMaker pro neben für Mac aber ob man Access importieren kann. 🤣
Der kann das genau so:
https://de.gmktec.com/products/gmktec-nucbox-k11-amd-ryzen%E2%84%A2-9-8945hs?variant=50684265300152
Können tun es viele Geräte, was aber Verbrauch und Lautstärke angeht im NUC Format ist der Mac mini M4 halt nun mal der Spitzenreiter.
Bei so Angeboten frage ich mich den immer Wiso zahle ich soviel Geld für einen, wenn der 2te die Hälfte kostet. 😉😉😁
Ja Ryzen 9 ist ja guut aber 100% nach 30 minuten schalter er so runter, beim voll ausnutzen des cpus, das es nicht mehr lustig ist 🤣
Da er von oben und unten gekühlt wird ist er sehr leise.
Bei 100% Last taktet er nicht etwas runter aber ist deutlich lauter, aber annehmbar.
Als ob der Apple bei 100% Last sein Takt immer hält, das kann ich mir nicht vorstellen.
@Manox im Idle liegt er bei 10W und bei Office und Youtube 2k bei 25W.
Der Zweite kostet nicht die Hälfte sondern nur popelige EUR 20.- weniger. Kaufen würde ich trotzdem keinen. Weder den NUC noch nen Mac Mini, denn der NUC sieht einfach billig verarbeitet aus und mit dem Mac Mini kann ich nichts anfangen. Ausserdem sind mir beide zu langsam.
Ich weiss nicht, wie es beim Ryzen 9 ist, aber mein Ryzen 7 taktet bei Volllast kein bisschen runter. Klar, die drei Lüfter im Radiator drehen auf, aber es ist jetzt nicht so laut, dass ich dabei nicht schlafen könnte. Normal unterhalten geht problemlos. Den Hund stört es auch nicht. Die liegt in ihrem Körbchen und schnarcht. Ich muss aber dazu sagen, dass ich und vermutlich auch mein Hund das Geräusch gewohnt sind, da ich jahrelang im Schlafzimmer mangels Platz nen Miningserver betrieben habe — zum Leidwesen des Weibes.
Kommt halt immer drauf an was man haben möchte. Wer auf MacOS umsteigen möchte wird wohl ehr auch einen Mac kaufen. Und die Hardware im von dir verlinkten NUC ist ja jetzt auch nicht mehr die neueste für den Preis
Wäre interessant wäre, vielleicht hab ich es tatsächlich überlesen, inwieweit vorhandene Geräte wie Drucker, Scanner usw. über den Mini benutzt werden konnten oder ob und ggf. welche Probleme aufgetreten sind.
Mein Brother MFC läuft übers Netzwerk mit dem macOS tadellos wie unter Linux oder Windows.
Und am Mac Mini angeschlossen läuft das auch alles tadellos?
Netzwerk verwendet ja möglicherweise nicht jeder so.
Kann ich leider nichts zu sagen da der Drucker im Flur steht damit jeder in der Familie zugriff hat.
Ja läuft auch per USB. Gibt auf der Brother-Webseite (je nach Modell) auch Tools/Treiber usw. für MacOS 26
Da ich darin eher einen macOS-spezifischen Fall gesehen habe als einen, der konkret den Mac mini betreffen würde, habe ich zu diesem Part absolut nichts geschrieben.
Meinen Brother-Drucker DCP-J572DW nutze ich seit einigen Jahren übers Netzwerk, aber damals noch rein verkabelt. Zumindest mein MacBook Air M1 konnte den Drucker ohne Probleme erkennen.
Problematischer war da eher mein älterer Scanner, ein Canon LiDE 110. Da musste ich nach Treibern suchen, was danach aber dennoch funktioniert hat.
In beiden Fällen ist dennoch der Einsatz eines USB-C-zu-USB-A-Adapter unumgänglich.