Bei Apple kommt es erneut zu einem personellen Abgang im Umfeld des hauseigenen Browsers Safari. Mit Marco Triverio verlässt ein Lead Designer das Unternehmen und wechselt zur The Browser Company. Der Schritt wurde dabei vom dortigen CEO Josh Miller bestätigt. Gleichzeitig reiht sich der Wechsel in eine Serie hochrangiger Abgänge aus Apples Safari-Team ein, die sich im Laufe des vergangenen Jahres spürbar verdichtet haben. Beobachter werten dies daher als mögliches Anzeichen für strukturelle Veränderungen innerhalb der Browser-Sparte, zumal Safari zunehmend unter Wettbewerbsdruck steht.
Wechsel zu einem direkten Safari-Herausforderer
The Browser Company entwickelt mit Arc und Dia zwei Browser, die sich bewusst von klassischen Web-Konzepten abgrenzen. Anstatt schrittweiser Detailverbesserungen setzt das Unternehmen konsequent auf neue Interaktionsmodelle, auf stark visuelle Oberflächen sowie auf alternative Arbeitsweisen im Browser. Damit positioniert sich das Unternehmen klar als Gegenentwurf zu etablierten Lösungen.
Laut Josh Miller stammt Triverio aus einer Safari-Entwicklungsphase, die zeitlich mit der Entstehung von Arc und Dia zusammenfällt. Mit seinem Einstieg, so Miller, habe The Browser Company nun Lead Designer aus sämtlichen relevanten Safari-Design-Epochen an Bord, die sich über einen Zeitraum von rund fünf Jahren erstrecken. Dadurch bündelt das Unternehmen gezielt Erfahrung aus unterschiedlichen Entwicklungsphasen.
Fokus auf neue Bedienkonzepte statt inkrementeller Updates
Die Produkte von The Browser Company werden häufig mit Apple-Software verglichen. Dabei verweisen Beobachter vor allem auf die klare Gestaltung, auf flüssige Animationen und auf eine stark auf Nutzerführung ausgerichtete Bedienlogik. Arc führte unter anderem ein neuartiges Tab-System ein und ergänzte dieses durch umfangreiche Personalisierungsmöglichkeiten sowie kollaborative Funktionen wie gemeinsame Arbeitsbereiche.
Mit Dia folgte im Jahr 2025 ein Browser, der stärker auf KI-gestützte Arbeitsabläufe ausgerichtet ist. Hier integrieren die Entwickler generative Funktionen, kreative Werkzeuge und Team-Features direkt in die Browser-Umgebung, sodass der Browser selbst zunehmend zur zentralen Arbeitsplattform wird.
Abgang verstärkt Muster bei Apple
Für Apple stellt der Weggang von Marco Triverio keinen isolierten Vorgang dar. Bereits im Verlauf des Jahres 2025 wurden mehrere Abgänge aus dem erweiterten Safari-Umfeld bekannt. In ihrer Gesamtheit zeichnen sie ein Bild zunehmender Fluktuation in einem Bereich, der für Apples Plattform-Strategie traditionell von hoher Bedeutung ist und zugleich unter wachsendem Innovations- und Wettbewerbsdruck steht.

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gepostet mit der Deskmodder.de-App für iOS
Ich habe den Arc Browser eben auf Windows ausprobiert. Im Wesentlichen ist es eine schlechte Kopie von Chrome. Die „Adressleiste“ ist wie bei Safari, die vollständige URL sieht man nur, wenn man sie anklickt, es wird uBlock Origin vorinstalliert (war bei mir jedenfalls der Fall), die Tabs werden links als Liste dargestellt. Es ist alles sehr gewöhnungsbedürftig. JavaScript-basierte Animationen funktionierten in meinem kurzen Test nur initial, aber sobald man sich auf der Seite bewegt, stockte alles. AddOns/Extensions werden standardmässig nicht in der Symbolleiste angezeigt. Das muss man explizit für jedes AddOn separat machen, und wenn man das dann anklickt, öffnet sich ein Fenster, das man explizit schliessen muss, damit es verschwindet. Wirkt alles sehr altbacken und wenig durchdacht. Ob das in Dia anders ist, kann ich nicht beurteilen. So wie ich das verstanden habe, ist Dia ein Arc mit KI. Der Rest wohl identisch?
Aufgrund dieser Erfahrung frage ich mich, wie schlimm die Zustände bei Apple sein müssen, dass man sich dazu entschliesst zu einer Firma mit einem unpopulären Nischenprodukt zu wechseln. Aber vielleicht sind das chronische Weltverbesserer, die einfach eine neue Herausforderung suchen. Man darf jedenfalls gespannt sein, wie sich die personellen Veränderungen in beiden Firmen auswirken.