Microsoft formt Edge weiter in Richtung Copilot – Abschalten später offenbar nicht vorgesehen

Microsoft treibt die Integration von Copilot im Windows-Ökosystem weiter voran. Aktuelle Vorabversionen von Microsoft Edge zeigen, dass der Browser künftig deutlich stärker an die Benutzeroberfläche von Copilot angelehnt wird. Dabei handelt es sich nicht nur um zusätzliche Funktionen, sondern um eine sichtbare Neuausrichtung der Startansicht. In den aktuellen Dev- und Canary-Builds begrüßt Edge Nutzer beim Start mit einer Copilot-ähnlichen Oberfläche. Zentrale Elemente sind ein großflächiges Eingabefeld, eine persönliche Ansprache sowie ein Layout, das stark an den Copilot-Startbildschirm erinnert.

Mehr UI-Angleichung als Funktionswechsel – vorerst

In der aktuellen Umsetzung ersetzt die neue Oberfläche noch nicht die klassische Suche oder Navigation. Anfragen führen weiterhin zu herkömmlichen Suchergebnissen oder öffnen Webseiten. Eine vollständige Umstellung auf eine KI-gesteuerte Bedienung ist damit bislang nicht verbunden. Auffällig ist jedoch, dass Microsoft die visuelle Nähe zu Copilot bewusst herstellt. Edge wirkt weniger wie ein klassischer Browser und mehr wie ein Einstiegspunkt für KI-gestützte Interaktionen. Damit folgt Microsoft seiner eigenen Linie, Anwendungen zunehmend unter einem einheitlichen Copilot-Design zusammenzuführen.

Später keine Option zur Deaktivierung

Besonders relevant für Nutzer: Derzeit lässt sich die neue Oberfläche noch abschalten. Unter Einstellungen -> Start… -> Seite Neuer Tab.

Später soll selbst das Deaktivieren vorhandener Copilot-Optionen verhindern, dass der Edge weiterhin mit der neuen Startansicht öffnet. Das deutet darauf hin, dass es sich nicht um ein optionales Experiment handelt, sondern um eine grundlegende Designentscheidung. Microsoft scheint Edge schrittweise auf eine Rolle vorzubereiten, in der Copilot nicht nur eine Funktion, sondern der zentrale Interaktionspunkt ist.

Teil einer größeren Strategie

Die Entwicklung fügt sich in Microsofts langfristige Pläne ein, Windows stärker als sogenanntes „agentisches“ System zu positionieren. Copilot soll dabei nicht nur unterstützen, sondern aktiv Prozesse anstoßen, Aufgaben koordinieren und als zentrale Schnittstelle fungieren. Edge nimmt in diesem Konzept eine Schlüsselrolle ein. Als Standardbrowser ist er auf nahezu jedem Windows-System präsent und eignet sich damit ideal als Einstiegspunkt für KI-basierte Arbeitsabläufe.

Kritik an zunehmender Durchdringung

Während Microsoft den Kurs konsequent verfolgt, wächst bei Teilen der Nutzerschaft die Skepsis. Kritisiert wird weniger die Existenz von Copilot selbst als vielmehr die fehlende Wahlfreiheit. Viele Nutzer empfinden die fortschreitende Integration als aufdringlich, insbesondere wenn grundlegende Anwendungen ihr Verhalten sichtbar ändern. Hinzu kommt, dass Copilot-Funktionen bislang stark von Cloud-Diensten abhängen und nicht immer verlässlich arbeiten. In Kombination mit einer erzwungenen Präsenz verstärkt das bei manchen Anwendern den Eindruck, dass Microsoft seine KI-Strategie über Nutzerpräferenzen stellt.

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41 Kommentare zu “Microsoft formt Edge weiter in Richtung Copilot – Abschalten später offenbar nicht vorgesehen

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