In Brüssel steht derzeit weniger die Ausarbeitung neuer Digitalgesetze im Mittelpunkt als vielmehr der Umgang mit den bereits bestehenden Regelwerken. Nach mehreren Jahren intensiver Gesetzgebung verlagert sich der Fokus zunehmend auf deren praktische Anwendung. Ab 2026 soll genau hier ein anderer Ton angeschlagen werden. Konkret geht es um den Digital Services Act und den Digital Markets Act. Beide Regelwerke sind seit 2022 in Kraft, ihre Wirkung blieb bislang jedoch überschaubar. Das lag nicht zuletzt daran, dass viele Verfahren im Hintergrund liefen und politische Rücksichtnahme eine größere Rolle spielte als öffentlich sichtbare Konsequenzen.

Weg vom Papiertiger, hin zur Anwendung
Innerhalb der EU-Kommission ist inzwischen ein Umdenken erkennbar. An die Stelle weiterer Anpassungen oder neuer Gesetzesinitiativen soll die konsequente Durchsetzung der bestehenden Vorgaben treten. Die rechtlichen Grundlagen sind geschaffen, Zuständigkeiten definiert – nun rückt deren Anwendung in den Vordergrund. Dabei geht es weniger um einzelne Verstöße als um grundsätzliche Fragen der Marktordnung, etwa um die Kontrolle des Zugangs zu digitalen Märkten. Wer setzt technische Standards? Und wer entscheidet darüber, welche Dienste sichtbar sind und welche nicht? Diese Fragen betreffen zwangsläufig Unternehmen mit erheblicher Marktmacht.
Große Plattformen geraten stärker in den Fokus
Betroffen sind vor allem internationale Anbieter, die in Europa eine zentrale Rolle spielen. Dazu zählen unter anderem Google, Meta, Apple sowie X (vormals Twitter). In laufenden und geplanten Verfahren geht es unter anderem um die Bevorzugung eigener Dienste, um den Zugang zu Plattformen für Wettbewerber und um die Nutzung von Inhalten für KI-Systeme. Auch der Cloud-Markt rückt zunehmend in den Blick der Wettbewerbshüter. Nicht jedes Verfahren endet automatisch in einer Strafe. Der Ansatz ist breiter: Geschäftsmodelle sollen angepasst werden, bevor es zu irreversiblen Marktverzerrungen kommt.
Erste Sanktionen zeigen, dass es ernst wird
Ganz ohne Konsequenzen blieb es bislang allerdings nicht. In einzelnen Fällen wurden bereits Geldbußen verhängt, nachdem Plattformen gegen Transparenz- oder Informationspflichten verstoßen hatten. Diese Maßnahmen fielen vergleichsweise moderat aus, hatten aber Signalwirkung. Innerhalb der EU wird betont, dass es nicht um öffentlichkeitswirksame Eskalation gehe. Ziel sei es, messbare Veränderungen zu erreichen. Das erklärt auch, warum viele Schritte bislang eher leise erfolgten. Ab 2026 dürfte sich das ändern.
Politische Spannungen sind einkalkuliert
Dass eine konsequentere Durchsetzung der Digitalgesetze international nicht ohne Reibung bleiben wird, ist auch in Brüssel bekannt. Insbesondere in den USA stoßen DSA und DMA seit Jahren auf Kritik. Dort wird die europäische Regulierung von Teilen der Politik als Angriff auf amerikanische Unternehmen verstanden. Entsprechend stehen auch handelspolitische Reaktionen im Raum. Drohungen mit Zöllen oder politischen Gegenmaßnahmen gehören inzwischen zum bekannten Repertoire. Die EU bewegt sich damit in einem Spannungsfeld zwischen regulatorischer Konsequenz und geopolitischer Vorsicht.
Digitale Souveränität bleibt das übergeordnete Ziel
Hinter der härteren Gangart steht ein langfristiger Anspruch: Europa will die Regeln für seinen digitalen Binnenmarkt selbst definieren und auch durchsetzen. Wettbewerb, Verbraucherschutz und demokratische Kontrolle sollen nicht von der Größe einzelner Plattformen abhängig sein.
Die Totalüberwachung der Bürger kommt jetzt langsam aber sicher, die CDU / CSU will das ganze sogar noch viel weiter verschärfen als von der EU gefordert.
Gefühlt verstehen die Menschen erst was hier passiert, wenn der Zug bereits abgefahren ist.
In der Regel sind die, die am lautesten Schreien genau der Grund warum es mehr Gesetze geben muss.
„In der Regel sind die, die am lautesten Schreien genau der Grund warum es mehr Gesetze geben muss.“
Verleumdung ist dir ein Begriff oder? Würde daher mit solche Aussagen etwas aufpassen, auch im Internet
Fühlst du dich angegriffen?
Nutzfussel hat hier einen ganz allgemeinen Satz auf deinen Kommentar geschrieben.
@Win11_Leak
Junge, halt mal die Füße still. Was bist du für ein peinliches Äffchen…
Mal abgesehen davon, daß du völlig am Thema vorbei schwurbelst.
Getroffene Hunde bellen. Oder wie sagt man?
Es geht hier nicht um die politische Haltung zu etwas. Es geht um die Umsetzung konkreter Gesetze, eben auch zum Schutz von Bürgerrechten. Das ist gut und richtig so. Es wird sich zeigen wie das in der Praxis gelingt.
Besser kann man es nicht sagen.
Allein der Glaube fehlt mir.
Der orange Elefant wird kurz husten und schon wird die „Elite“ des europäischen homo politikus einknicken.
Gruselig! Wir haben genug und passende Gesetze, es bedarf nicht noch mehr Zensur-Stasi-Denunzianten-Regeln im Internet/der digitalen Welt – hier muss eigentlich dringend entbürokratisiert werden und das Internet wieder von der Leine gelassen werden. Hilfreicher wäre ein Befähigungs-/Sachkundenachweis, dass man mental und kognitiv in der Verfassung ist, ein internetfähiges Endgerät und digitale Dienste mit gesundem Menschenverstand zu nutzen! Da fallen heute 90% der User weg! Ich weiß ja nicht, wie viele Urgesteine das hier auch so sehen, aber als ich Mitte der 90er als Teenager mit dem Internet in Berührung kam und gesehen habe, was alles geht, da hätte man andere Vorstellungen, was heute möglich sein wird. Ein durchreguliertes und kontrolliertes Netz war in keiner Variante dabei. Natürlich verstehe ich den theoretischen Ansatz hinter den Ambitionen der EU-Kasper. Jedoch trifft deren Kontroll-, Verbots- und Regelwut wie immer nur die, die sich im regulären Umfeld bewegen. Die, die man eigentlich auf der Liste haben sollte sind jedoch genau die, die sich im Darkweb weiter unbehelligt vergnügen und von den Regeln und Gesetzen weiter nicht tangiert werden. Das Problem an dem ganzen Regelhype ist, dass die Jungs im Stuhlkreis in Brüssel einfach kein Fachwissen über das Ding „Internet“ haben, was sie auf Teufel komm raus kontrollieren und reglementieren wollen. Schade. Uns stand eine Welt voller Möglichkeiten offen, die uns jetzt immer drakonischere Kontrolle und Zensur verschließt (damit meine ich nicht kriminelle oder sowieso justiziable Aktivitäten!).
Setzen, sechs.
Da zeigt mal wieder jemand völlige Ahnungslosigkeit und schämt sich noch nicht mal dafür.
Ich bete, daß du keine Kinder hast und somit dein Genpool ausstirbt.
Kopf – Tisch.
Das Büro in Brüssel kann gar nichts durchsetzen, da es auf der Weltbühne in Bedeutungslosigkeit versinkt. Mit Regulation statt Innovation bleibt man bestenfalls stehen – wahrscheinlicher ist jedoch ein Rückschritt zu DDR-ähnlichen Zuständen.
Mich wundert es nur das die EU es einfach so zulässt das MS noch tadellos funktionierende PCs einfach so von heute auf Morgen zu Elektroschrott erklärt.
Mir scheint es so das es der EU nicht interessiert, obwohl die doch auf Umweltschutz bedacht sind.
Denn sonst ist die EU oft recht schnell zur Stelle, wenn Firmen und Konzerne unnötig Müll produzieren.
Microsoft hat keine PCs zu Elektroschrott erklärt.
Es wurde immer wieder gesagt, dass diese Geräte weiterhin mit Windows 10 genutzt werden können. Außerdem gibt es noch Linux.
Wenn du das Gerät dann trotzdem zum Schrottplatz bringst, ist es dein Problem.
Absolut richtig. Microsoft zwingt niemanden dazu Geräte zu entsorgen und auch wenn manche hier so tun als würde Microsoft Nutzer zu irgendwas zwingen stand bis heute kein Microsoft Mitarbeiter mit ner Waffe vor meiner Tür nur weil ich Dienst XY nicht verwende oder mir nicht jedes Jahr neue Hardware kaufe…. Manche übertreiben einfach gern und suchen das Problem immer bei anderen statt bei sich selbst.