Kiel verteidigt Entscheidung – Stadt sieht keine Alternative zur iPad-Sperrung

Die Sperrung von rund 1.700 iPads an Kieler Schulen beschäftigt weiterhin Eltern, Lehrkräfte und Verwaltung. Auf Anfrage von Deskmodder hat die Stadt nun ausführlich Stellung genommen. Die Antworten zeigen, wie eng technische Entscheidungen inzwischen mit finanziellen und organisatorischen Zwängen verknüpft sind – und wie anfällig die Planung unter diesen Voraussetzungen bleibt.

Symbolfoto: unsplash

Sicherheitsvorgaben bestimmen die Linie der Stadt

Kiel verweist zuerst auf die eigene Sicherheitsstrategie. Nach fünf Jahren ersetzt die Stadt sämtliche Schul-iPads, weil Apple nur für diesen Zeitraum klare Updatezusagen gibt. Zwar liefert Apple häufig noch einzelne Sicherheitskorrekturen, doch die Stadt sieht darin keine Grundlage für ein planbares IT-Konzept. Über 12.000 Geräte lassen sich nach ihrer Einschätzung nicht von einzelnen Updates abhängig machen. Die Verwaltung setzt deshalb auf feste Zyklen und verzichtet bewusst auf spontane Einzelfallentscheidungen.

Warum die Schulen erst im Oktober erfuhren, dass ihre Geräte auslaufen

Apple veröffentlichte im September die Liste der Modelle, die das aktuelle Betriebssystem erhalten. Die siebte Generation fehlte dort erstmals. Die Stadt informierte daraufhin die Schulleitungen und bereitete den Austausch vor. Obwohl die Planung stand, blieb der Beschaffungsprozess stecken. Kiel rechnete fest mit Fördermitteln aus dem Digitalpakt 2.0, der ursprünglich 2025 starten sollte. Erst in diesem Monat bestätigte der Bund, dass das Programm auf 2026 verschoben wird. Die Verwaltung betont, dass sie den Austausch ohne diese Mittel nicht stemmen kann.

Leasing hätte mehr Geld verschlungen als der reguläre Austausch

Die Stadt prüfte verschiedene Alternativen, darunter Leasing und Zwischenfinanzierungen. Jede Option erzeugte jedoch zusätzliche Kosten, die den Haushalt weiter belastet hätten. Außerdem hätte die Verwaltung auch geleaste Geräte komplett in die bestehenden Schulnetze einbinden müssen. Diese Kombination führte zu dem Entschluss, auf Leasing zu verzichten und stattdessen vorhandene Reserven zu aktivieren.

Schulen erhalten Ersatz – aber nicht in vollem Umfang

Mitarbeitende sammelten in den vergangenen Wochen rund 280 iPads aus Schulen und Verwaltungsbereichen ein. Die Stadt verteilt diese Geräte bevorzugt an Klassen, die Prüfungen vorbereiten oder besondere Förderbedarfe haben. Zusätzlich kommen städtische Ersatzgeräte zum Einsatz, die bislang im Lager standen. Neue iPads hat die Stadt bereits bestellt; die Schulen sollen sie schrittweise erhalten, sobald die Lieferungen eintreffen.

Digitale Grundausstattung bleibt bestehen, doch viele Abläufe müssen umgestellt werden

Nach Angaben der Verwaltung stehen den Schulen weiterhin mehr als 10.000 iPads der Generationen 8 bis 10 zur Verfügung. Viele Standorte nutzen ergänzend Notebook-Klassensätze, die sich ebenfalls für den Unterricht eignen. Die Stadt spricht deshalb von einer weiterhin gesicherten digitalen Basis. Dennoch zeigen Gespräche an einzelnen Schulen, dass Lehrkräfte vielerorts improvisieren müssen, weil digitale Abläufe auf feste Gerätebestände ausgelegt waren.

Wie Kiel künftig mit Support-Enden umgehen will

Für die Zukunft setzt die Stadt auf dieselben Mechanismen wie bisher: Sie orientiert sich an Apples Updatezyklen und plant Ersatzbeschaffungen nach festen Zeiträumen ein. Einen eigenen Ansatz, um Geräte länger zu nutzen oder flexibler zu reagieren, nennt die Verwaltung nicht. Stattdessen verweist sie erneut auf die Rolle von Bund und Ländern, die mit klaren Förderzusagen für mehr Planungssicherheit sorgen sollen.

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