Bitlocker: Microsoft kündigt Hardware-Beschleunigung für Windows 11 an

Microsoft modernisiert die Laufwerksverschlüsselung in Windows 11. Ab Frühjahr 2026 soll BitLocker auf neuen Geräten nicht mehr allein auf die CPU angewiesen sein, sondern Kryptofunktionen direkt an spezialisierte Hardware auslagern können. Der Konzern verspricht dadurch nicht nur deutlich bessere Leistung, sondern auch ein höheres Sicherheitsniveau bei der Schlüsselverwaltung.

Grafik: Microsoft

Hardware statt CPU: BitLocker nutzt künftig dedizierte Kryptoeinheiten

BitLocker gehörte lange zu den Funktionen, die im Hintergrund zuverlässig arbeiten, jedoch spürbar CPU-Ressourcen beanspruchen können. Besonders bei initialen Verschlüsslungen wird dies deutlich. Genau hier setzt Microsoft an: Neue SoCs und CPUs sollen die Berechnungen künftig übernehmen, statt sie durch die allgemeine Systemlast zu jagen.

Damit rückt Windows in eine ähnliche Richtung wie mobile Plattformen, bei denen Sicherheitsfunktionen seit Jahren auf gesonderten Einheiten laufen. Für Unternehmen und Privatanwender hat dies durchaus Vorteile, denn Verschlüsselung wird schneller, ohne dass der Rechner unter hoher Last leidet.

Schlüssel direkt im Silizium: Mehr Schutz vor Speicherangriffen

Neben der Performance soll auch die Sicherheit profitieren. BitLocker-Schlüssel werden künftig hardwareseitig isoliert, was klassische Angriffswege deutlich erschwert. Während heute bestimmte Attacken auf Arbeitsspeicher oder CPU-Caches theoretisch dazu genutzt werden könnten, an Schlüsselfragmente zu gelangen, wird dieser Zugang durch die neue Architektur blockiert.

Nach Angaben von Microsoft werden die Schlüssel nicht mehr im allgemeinen Speicherbereich gehalten. Vielmehr werden die Schlüssel auf dedizierten Sicherheitsblöcken gespeichert.

Unternehmen profitieren besonders

In Unternehmensumgebungen, in denen große Stückzahlen neuer Geräte eingerichtet werden, kann die Veränderung messbare Auswirkungen haben. BitLocker benötigt beim Initialisieren und beim Re-Keying viel Rechenzeit. Wenn diese Aufgaben künftig über Hardware laufen, lassen sich Rollouts schneller abschließen, und Wartungsfenster werden kürzer.

Gleichzeitig sinkt die Systemlast während automatischer Verschlüsselung – was vor allem bei Notebooks relevant ist, deren Leistung unter parallelen Aufgaben bislang stärker litt.

Nur für neue Geräte ab 2026

Die Funktion wird nicht per Update nachgereicht, sondern setzt neue Hardware voraus. Microsoft kündigt den Start für Geräte an, die ab Frühjahr 2026 erhältlich sein werden. Hersteller sollen entsprechende SoCs bereits einplanen, sodass erste Modelle zeitnah erscheinen. Für bestehende Systeme ändert sich hingegen nichts. BitLocker bleibt dort weiterhin softwarebasiert und nutzt standardmäßig die CPU.

Ein Schritt in Richtung moderne Kryptografie

Mit der Einführung hardwarebeschleunigter Verschlüsselung bereitet Microsoft die Plattform darauf vor, künftig auch Post-Quantum-Mechanismen effizienter abbilden zu können. Da einige dieser Verfahren deutlich höhere Rechenlast verursachen, ist die Verschiebung kryptografischer Vorgänge auf spezialisierte Hardware ein logischer Schritt.

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18 Kommentare zu “Bitlocker: Microsoft kündigt Hardware-Beschleunigung für Windows 11 an

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