Anfang der Woche hat POCO mit dem POCO M5 und M5s zwei neue Smartphones der unteren Mittelkasse vorgestellt. Ich hatte die Möglichkeit dank ZBANX das POCO M5 bereits vor Marktstart für euch zu testen und gebe euch hier einen kleinen Eindruck darüber, ob es sich lohnt, für diesen Preis mit diesem Gerät in die Smartphone Welt ein- oder umzusteigen. Alle meine Eindrücke sind meine Meinung und mir wurden beim Testen keine Vorgaben gemacht.
Die wichtigsten technischen Daten im Überblick:
- MediaTek Helio G99 4G
- 4 GB LPDDR4X RAM
- bis zu 128 GB UFS 2.2 Speicher
- SD-Karten- und 3.5mm Klinkensupport
- Bluetooth 5.3 mit Bluetooth LE
- 6.58 FHD+ 90 Hz Display
- 500 Nits Helligkeit
- 5000 mAh Akku + 18 W Schnelladen
- IR Blaster
- ab 169.90 € mit Early Bird Preis, ansonsten 189,90 €
Verpackungsinhalt:
Fangen wir erstmal mit dem Inhalt der Verpackung an. Das Gerät kommt in Tüte eingepackt mit Hülle, Netzteil, USB-C Datenkabel, Beipackzettel und natürlich dem Gerät selbst. Für den Preis ist schonmal deutlich mehr enthalten, als bei anderen Herstellern mit Smartphones im vierstelligen Bereich. Würde ich definitiv als positiv ansehen.

Design und Verarbeitung:
Das Gerät kommt in einer Lederoptik und fühlt sich grundsätzlich gut in der Hand an, ohne zu rutschen. Ein Querstreifen oben am Display, mit drei Kameras und dem POCO Schriftzug quer auf dem Gerät runden das Paket ab. Ob einem das Design gefällt, muss jeder für sich entscheiden. Allgemein habe ich aber schon Smartphones gesehen, die mir deutlich weniger gut gefallen. Die Lederoptik macht definitiv einen wertigen Eindruck und die Verarbeitungsqualität ist für diesen Preis akzeptabel.
Geschwindigkeit und tägliche Nutzung:
Ich muss zugeben, dass ich die Geschwindigeit von einem Galaxy S21 Ultra oder iPhone 13 Pro Max gewohnt bin. Grundsätzlich kam mit das Gerät bei der Menüführung aber definitiv nicht langsam vor. Es gleitet mit 90 Hz durch das System und die allgemeine Oberfläche fühlt sich in keinem Fall langsam an. Die hohe Bildwiederholrate trägt aber definitiv einen Teil dazu bei. Erste Speedtests mit AnTuTu und GeekBench zeigen: das Gerät reiht sich zwischen dem Samsung Galaxy S9 und dem iPhone 8 ein.
Was sich erstmal schlecht anhört, da die beiden erwähnten Geräte seit längerer Zeit auf dem Markt sind, bedeutet aber erstmal nichts schlechtes. Damals waren das Flagschiffgeräte zu einem hohen Preis und sowas 2022 in der unteren Mittelklasse zu sehen finde ich durchaus erwähnenswert. Was reine Geschwindigkeittests angeht, bekommt man aber definitiv was für sein Geld. Klar fühlt sich mein 13 Pro Max schneller an, das spielt aber auch in einer ganz anderen Liga. Aber wer weiß, vielleicht sehen wir die Flagschiff iPhone Liga auch irgendwann noch in dieser Preisklasse.
Apps öffnen sich schnell und laden ohne Verzögerungen. Mit Instagram, Snapchat und co. kommt das Smartphone ebenfalls gut zurecht. Nutzt man allerdings etwas intensivere Apps wie TikTok, Pokemon Go und Google Chrome, spürt man den Prozessor definitiv arbeiten. Hier und da ruckelt es und scrollen im Browser fühlte sich auch mit 90 Hz in keinem Fall gut an. Ich kann mir vorstellen, dass das durch ein Software Update gelöst werden kann. Zu den allgemeinen Updates später mehr.
Stellt ihr euch jetzt aber die Frage, ob der Prozessor vor allem schnell genug für die Zukunft ist, würde ich sagen „ja“. Wenn man ehrlich ist, nutzen die meisten Leute ihr Smartphone zum surfen im Internet, für Social Media und manche noch für Gaming. Letzteres ist auf dem Gerät auch super möglich. Nach kurzem informieren spielen die meisten Nutzer Genshin Impact, Clash of Clans, Pokemon Go und PUBG auf ihrem Gerät. Für all diese Spiele ist das POCO M5 bestens geeignet und man muss definitiv keine Abstriche machen. Wenn ihr euch das Gerät also als „Zweitgerät“ nur dafür zulegen wollt, dann kann man das auf jeden Fall machen.
Akkulaufzeit:
Der 5000 mAh große Akku gepaart mit einem Prozessor der unteren Mittelklasse ergibt zusammen eine gute Kombination aus langer Nutzung und noch akzeptabler Geschwindigkeit. Ich hatte kein Problem damit, über den Tag zu kommen. Am Ende des Tages hatte ich noch zirka 40 % und musste es gegen Mittag am nächsten Tag aufladen. Die Anzeige im Bereich „Akku“ ist bei POCO jetzt nicht unbedingt sinnvoll gelöst, ich hänge euch hier aber trotzdem mal einen Screenshot der Nutzung an.

Allgemein kommt ihr mit dem Gerät aber auf jeden Fall durch einen Tag und ihr müsst euch keine Gedanken darüber machen, ob euch das bis zu einer Bestimmten Uhrzeit ausreicht. Als Zusammenfassung würde ich aber definitv von einem Ausdauerläufer sprechen, da man bei regelmäßiger Nutzung trotzdem sehr weit kommt.
Kamera:
POCO gibt an, dass man mit der 50 MP Kamera atemberaubende Fotos in dieser Preisklasse machen kann. Da hab ich es mir natürlich nicht nehmen lassen, das Ganze mit meinem iPhone 13 Pro Max zu vergleich. Es tritt also ein 200 € gegen ein 1249 € Smartphone an.
Im ersten Foto erkennt man einen deutlichen Unterschied. Mir persönlich gefällt das POCO etwas mehr, da das Foto beim iPhone sehr traurig und trostlos aussieht. Alle Fotos wurden ohne Fokusoptimierung aufgenommen und nicht nachbearbeitet. Deswegen wundert es mich umso mehr, dass das POCO die akurateren Farben zaubert und das iPhone so farblos aussieht.
Bei der AVM Tüte sieht es aber gleich ganz anders aus. Das Foto des iPhones sieht viel lebendiger und saftiger aus. Ich weiß nicht, wie Apple´s Fotoverarbeitung genau funktioniert, aber ich habe schon von vielen gehört, dass ein Foto auf verschiedenen Geräten immer unterschiedlich aussieht.
Hier sieht man es schon sehr deutlich, vor allem an den Wolken. Die gefallen mir auf dem iPhone deutlich besser, da sie bessere Kontrastwerte und Details bieten. Ich bin ehrlich zu euch: grundsätzlich machen beide Geräte gute Fotos. Bei genauerem Hinsehen macht das iPhone definitiv klarere und schärfere Aufnehmen. Bei flüchtigem hinsehen machen sie keinem was vor. Das POCO macht für den Preis aber definitiv einen guten Job.
Software & Updates:
Zu den zukünftigen Softwareupdates konnte ich nicht wirklich was finden und der Hersteller gab mir auch keine Auskunft. Informiert man sich aber im Internet, so ist von ein bis zwei Jahren Androidupdates die Rede. Das POCO M4 Pro erhält beispielsweise zwei große Updates und Sicherheitsupdates bis 2025 in einem Updateintervall von 90 Tagen. Ob man das auch so auf die neueren Modelle übertragen kann, kann man nicht sagen. Das muss man einfach abwarten. Innerhalb meines Testzeitraumes habe ich ein Update mit Bugfixes erhalten und wenn das mehr oder weniger regelmäßig passiert, hätte ich damit auf jeden Fall kein Problem. Funktionsupdates sind mir nicht so wichtig. Da möchte ich lieber Sicherheitsupdates.
Fazit:
Das POCO M5 ist ein Gerät, dass in der Liga der Mittelklasse oben mitspielen möchte. Mit einem vergleichsweise starken Prozessor und langer Akkulaufzeit ist das Gerät zu dem Preis definitiv kein schlechtes. Klar, die Kamera könnte auf jeden Fall besser sein, aber für 170 Euro im Early Bird Preis erwarte ich da jetzt auch keine professionellen Fotos wie aus einer Spiegelreflexkamera. Wem letzteres weniger wichtig ist und auf keinen Fall 1000 Euro für sein Smartphone ausgeben kann, kommt mit dem neuen Gerät von POCO auf jeden Fall gut zurecht und wird den Kauf nicht unbedingt bereuen. Der Verkauf des Gerätes startet am 12. September 2022.










Danke für die ersten Eindrücke. Wie genau sieht denn das Betriebssystem des Geräts aus? Stock-Android oder Hersteller-UI? Welche Version?
Sehr gerne! Installiert ist Android 12 mit MIUI 13 und dem August 2022 Security Patch.
Oberfläche ist definitiv kein Stock Android. Man kann die Ansicht der Schnelleinstellungen aber umstellen auf die alte Version, dann sieht es irgendwie aus wie bei Huawei. Das restliche System sieht auch ähnlich aus wie ich finde
„Nach kurzem informieren spielen die meisten Nutzer Genshin Impact, Clash of Clans, Pokemon Go und PUBG auf ihrem Gerät. Für all diese Spiele ist das POCO M5 bestens geeignet und man muss definitiv keine Abstriche machen.“ Naja, bei einem absoluten Einsteiger-Chip ist das aber schon ne mutige Aussage. Genshin Impact kann dir, je nach Einstellungen und Spieldauer natürlich, jedes High-End-Phone zum ächzen bringen. Generell liest sich das aber nach nem fairen Preis.
Kein Plan, wie Du auf diese Beurteilung bei dem mittleren Foto gekommen bist. Wenn ich mir die ersten 2 Bilder im Vergleich anschaue, entsteht der Eindruck, daß das Poco einfach auf natürlichere Farbdarstellung programmiert ist, einzig bei dem AVM-Dingens hat der Weißabgleich geschwächelt. Und das Wolkenfoto is dasselbe in Grün, weniger Kontrast bzw weniger Farbsättigung beim Poco. Rest vom Bild draußen sogar netmal so unterschiedlich.
Garnet übel für ein sub 200 Fon.