Sonos Ace Ultra ausprobiert

Anfang September hat Sonos neben der Beam Ultra auch den neuen Ace Ultra vorgestellt. Der Over-Ear-Kopfhörer kostet 449 Euro und soll nicht einfach nur Musik wiedergeben, sondern sich deutlich stärker in das Sonos-System integrieren. Nach einem Monat mit dem Sonos Ace Ultra zeigt sich: Der Kopfhörer kann einiges, bei den besonderen Features im Zusammenspiel mit anderen Sonos-Lautsprechern gibt es jedoch auch Dinge zu beachten.

Ausstattung, Design und Verarbeitung

Im Ace Ultra sind jeweils 40-mm-Treiber in jeder Ohrmuschel verbaut, 10 Mikrofone sorgen unter anderem für Active Noise Cancelling. Geboten werden außerdem 3D-Audio, Dolby Atmos, Head Tracking und bis zu 35 Stunden Akkulaufzeit mit aktiviertem ANC. Verlustfreies Audio ist über USB-C oder Bluetooth mit einem unterstützten Gerät mit Qualcomm aptX möglich.

Beim Design bleibt Sonos lobenswerterweise erneut angenehm zurückhaltend: Der Ace Ultra ist ein klassischer Over-Ear-Kopfhörer aus mattem Kunststoff und wirkt nicht unnötig verspielt. Die Ohrmuscheln sitzen auch noch nach längerer Tragedauer bequem und lassen sich auch um die eigene Achse rotieren. Dadurch lässt sich das neue Modell auch bequem um den Hals tragen. Apropos Ohrmuschen: Diese halten magnetisch am Gehäuse und lassen sich zum Reinigen Abnehmen oder gar tauschen. Gleichzeitig sind die verbauten Magnete aber so stark, dass man beim Anheben nicht versehentlich den halben Kopfhörer auseinandernimmt. Lediglich der ausziehbare Teil des Bügels ist aus glänzendem Metall (wahrscheinlich Edelstahl).

Die Verarbeitung ist auf jeden Fall top und trotz der abnehmbaren Ohrmuscheln knarzt nichts.

Zum Lieferumfang gehören gehört auch noch ein Reiseetui, welches meiner Meinung nach zwei Schwächen aufweist: Das Außenmaterial ist eine Art Filz und zieht Schmutz relativ stark an und wenn man den Kopfhörer einpacken will, dann muss man die Bügel ziemlich weit einfahren, damit alles reinpasst.

Die Einrichtung läuft wie bei anderen Sonos-Geräten über die Sonos-App. Für die reine Bluetooth-Wiedergabe ist die App allerdings nicht zwingend erforderlich. Der Kopfhörer lässt sich zunächst ganz normal mit einem Smartphone oder Tablet koppeln. Erst für Dinge wie EQ, Geräuschsteuerung, Updates, TV Audio Swap oder die Verbindung mit dem Sonos-System wird die App interessant.

Die Bedienung des Kopfhörers erfolgt erfreulicherweise nicht über Touchflächen. Rechts sitzt eine sogenannte Content-Taste, über die sich die Lautstärke regeln, die Wiedergabe steuern und Titel überspringen lassen. Eine weitere Taste kümmert sich um ANC, Aware-Modus und den Sprachassistenten. Das funktioniert nach kurzer Eingewöhnung recht problemlos und ist jetzt auch in der bevorstehenden kalten Jahreszeit mit Handschuhen möglich.

Guter Klang und starkes Noise Cancelling

Klanglich macht der Ace Ultra einen guten Eindruck. Gerade Stimmen werden sauber wiedergegeben, Instrumente getrennt und gleichzeitig fehlt es bei Musik und Filmen nicht an Tiefe. Der Kopfhörer klingt dabei aber in der Standardeinstellung aber auch nicht so, als müsste er unbedingt mit möglichst viel Bass auf sich aufmerksam machen. Da ist er eher auf der neutraleren Seite, wenn ich das mit anderen Kopfhörern vergleiche, die ich während der letzten Wochen auch immer mal wieder genutzt habe. Wobei man sich als audiophiler Leser ausdrücklich nochmal andere Reviews zum Thema Klang durchlesen sollte.

In der Sonos-App lässt sich der Klang anpassen. Neben den normalen Einstellungen gibt es auch einen erweiterten 8-Band-Equalizer. Dazu kommen Bass, Mitten und Höhen sowie eine Lautsärke-Option. Interessant ist außerdem der „anpassbare Equalizer“: Dieser berücksichtigt unter anderem die Passform und mögliche akustische Veränderungen durch Haare oder Brille.

Beim Noise Cancelling arbeitet Sonos adaptiv. Der Kopfhörer versucht also nicht einfach, einmal eine feste Einstellung anzuwenden, sondern reagiert auf Veränderungen der Umgebung und der Passform. Im Alltag ist das vor allem bei gleichmäßigen Geräuschen angenehm. Ich würde die passive und aktive Geräuschunterdrückung als sehr gut bezeichnen. Die wiedergegebenen Inhalte leiden für mich nicht spürbar unter der Geräuschunterdrückung.

Wer unterwegs ist, kann alternativ den Aware-Modus verwenden. Dabei werden Umgebungsgeräusche zugelassen, sodass man nicht jedes Mal den Kopfhörer absetzen muss, wenn jemand etwas sagt.

Und dann sind da noch die kleinen Dinge, die das Leben angenehmer machen: Der Ace Ultra erkennt, wenn man ihn vom Kopf nimmt und stoppt dann automatisch die Wiedergabe. Setzt man den Kopfhörer dann wieder auf, geht es weiter.

Der Ace Ultra unterstützt 3D-Audio, Dolby Atmos und dynamisches Head Tracking. Es wird dann simuliert, dass der Ton beim Drehen des Kopfes in erster Linie weiter von vorne kommt – also in aller Regel aus Richtung des Bildschirms. Bei entsprechend abgemischten Inhalten kann dadurch ein deutlich größerer Eindruck entstehen als bei normalem Stereo. Ansonsten mag ich persönlich aber 3D-Audio nicht besonders, auch nicht bei anderen Kopfhörern.

Headphone Linking mit Einschränkungen

Durchaus interessant ist auch das neue Headphone Linking. Damit kann der Ace Ultra nicht nur den Fernsehton übernehmen, sondern auch Audio von kompatiblen Sonos-Produkten in der Nähe per Tastendruck direkt auf den Kopfhörer holen bzw. auch wieder in die umgekehrte Richtung. Die Idee ist, dass man zum Beispiel im Wohnzimmer anfängt, Musik zu hören und dann den Kopfhörer aufsetzt und durchs Haus geht. Die Idee dahinter ist ja auch gut und es hat bei mir auch gut funktioniert. Sonos nennt dabei eine Umschaltzeit von bis zu fünf Sekunden, was auch hinkommt.

Dennoch gibt es auch etwas Entscheidendes zu beachten: Headphone Linking befand sich während des Tests noch im Early Access. Per AirPlay oder über Drittanbieter-Apps mit Bluetooth gestreamte Inhalte lassen sich NICHT weitergeben. Man muss die Wiedergabe ursprünglich über die Sonos-App initiieren. Das schränkt den Nutzerkreis dann doch ganz erheblich ein.

Fazit

Der Sonos Ace Ultra ist meines Erachtens auch dann interessant, wenn wenn man nicht bereits im Sonos-Universum unterwegs ist. Als normaler Bluetooth-Kopfhörer funktioniert er wunderbar und liefert einen guten Klang, tolles ANC, lange Akkulaufzeit und eine ordentliche Ausstattung. Wirkliche Schwächen habe ich bei meinem alltäglichen Anforderungsprofil nicht gefunden.

Für den Ace Ultra werden aktuell bei Amazon 450 Euro fällig. Sonos selbst bietet auf seiner Webseite neben den Schwarz und dem von mir getesteten Weiß auch noch weitere Farben an.

Sonos Ace Ultra ausprobiert
zurück zur Startseite

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Hiermit akzeptiere ich die Datenschutzerklärung für diesen Kommentar, die Nutzungsbedingungen und Regeln für Kommentare (soweit für diesen Kommentar hier zutreffend) habe ich ebefalls gelesen.

Aktuelle News auf Deskmodder.de
alle News anzeigen
Deskmodder