GL.iNet Mango 2 im Test: Kleiner Reiserouter mit erstaunlich vielen Möglichkeiten

Reiserouter gehören zu den Geräten, deren Nutzen sich meist erst unterwegs zeigt. Im Hotel wartet ein WLAN mit umständlicher Anmeldung, mehrere Geräte sollen über dieselbe abgesicherte Verbindung ins Netz oder eine vorhandene Ethernet-Verbindung muss kurzerhand zum eigenen WLAN werden. Genau dafür hat GL.iNet den Mango 2 entwickelt. Der GL-MG1300 misst lediglich 89 × 63 × 15 Millimeter und wiegt 100 Gramm. Trotzdem stecken zwei Gigabit-Ethernet-Ports, Dualband-WLAN, USB 3.0 und eine umfangreiche Router-Software im Gehäuse. Technisch setzt GL.iNet weiterhin auf Wi-Fi 5. Im Test erwies sich allerdings weniger der WLAN-Standard als vielmehr der knapp bemessene Arbeitsspeicher als entscheidende Grenze.

Kleine Hardware mit zwei Gigabit-Ports

Im Mango 2 arbeitet ein MediaTek-Prozessor mit zwei Kernen und 880 MHz. Ihm stehen 128 MB DDR3L-Arbeitsspeicher sowie 128 MB NAND- und 2 MB NOR-Flash zur Seite. Beim WLAN unterstützt der GL-MG1300 Wi-Fi 5 mit theoretisch bis zu 400 Mbit/s über 2,4 GHz und 866 Mbit/s im 5-GHz-Band. Beide Frequenzbereiche arbeiten mit intern verbauten Antennen und einer 2×2-Konfiguration.

Deutlich interessanter ist die kabelgebundene Ausstattung. Anders als der alte Mango mit Fast Ethernet besitzt der Mango 2 einen WAN- und einen LAN-Port mit jeweils bis zu 1 Gbit/s. Hinzu kommt USB 3.0 für Speicher, kompatible Mobilfunkhardware oder USB-Tethering mit einem Smartphone. Die Stromversorgung erfolgt über USB-C mit 5 Volt und 2 Ampere. Ein USB-C-Kabel liegt bei, ein Netzteil dagegen nicht. Reset-Taster und ein konfigurierbarer Schalter komplettieren die Ausstattung.

Unauffällig, leicht und praktisch

Beim Gehäuse betreibt GL.iNet keinen unnötigen Aufwand. Der Mango 2 besteht aus Kunststoff und wirkt funktional statt luxuriös. Bei einem Router, der regelmäßig zwischen Notebook, Ladegerät und anderem Zubehör im Rucksack verschwindet, ist das allerdings kein Nachteil. Mit nur 15 Millimetern Bauhöhe trägt das Gerät kaum auf und wirkt dennoch ausreichend stabil für den mobilen Einsatz. Auch die Anschlüsse sind sinnvoll verteilt.

Ethernet, USB und Stromversorgung lassen sich gleichzeitig nutzen, ohne dass sich die Kabel gegenseitig behindern. Eine aktive Kühlung benötigt der Mango 2 nicht und arbeitet deshalb vollständig lautlos. Das Design gewinnt keinen Preis für Extravaganz, erfüllt seinen Zweck als kompakter Reisebegleiter aber ohne unnötige Spielereien.

Einrichtung per Browser oder App

Nach dem ersten Einschalten stellt der Mango 2 ein eigenes WLAN bereit. Die Konfiguration erfolgt klassisch über die GL.iNet-Oberfläche unter 192.168.8.1. Dort wird zunächst das Administrator-Passwort festgelegt, anschließend lässt sich der Internetzugang einrichten. Zur Auswahl stehen Ethernet, der Repeater-Betrieb über ein vorhandenes WLAN, USB-Tethering und kompatible Mobilfunkhardware.

Alternativ bietet GL.iNet eine optionale Smartphone-App an, über die sich der Mango 2 ebenfalls einrichten und verwalten lässt. Für alltägliche Änderungen muss damit nicht jedes Mal das Webinterface geöffnet werden. Zusammen mit einem GL.iNet-Konto und GoodCloud ist zudem eine Fernverwaltung möglich. Die App bleibt dabei optional: Der Router lässt sich vollständig über den Browser administrieren und verlangt weder ein Benutzerkonto noch eine Cloud-Verbindung.

Die Weboberfläche gehört zu den Stärken des Mango 2. Trotz des OpenWrt-Unterbaus muss sich niemand durch eine klassische OpenWrt-Konfiguration arbeiten. Die wichtigsten Funktionen sind verständlich aufbereitet, während erfahrene Nutzer weiterhin tiefer ins System einsteigen können. Neben Haupt- und Gastnetz unterstützt die Software unter anderem mehrere Subnetze, Multi-WAN und zahlreiche VPN-Funktionen.

Wi-Fi 5 reicht für einen Reiserouter

Auf dem Datenblatt wirkt Wi-Fi 5 im Jahr 2026 zwangsläufig etwas alt. Der Mango 2 soll allerdings weder eine Wohnung mit maximaler Funkleistung versorgen noch eine schnelle Glasfaserleitung bis zum letzten Megabit ausreizen. Seine Aufgabe besteht darin, unterwegs ein kleines und kontrollierbares Netzwerk bereitzustellen. Dafür reicht die gebotene Funktechnik weiterhin aus. Im Test erreichte der Mango 2 über 5 GHz bis zu 216 Mbit/s im Download und 85 Mbit/s im Upload. Über die Gigabit-Schnittstellen lässt sich dagegen annähernd Gigabit-Geschwindigkeit erreichen. Für Hotel-WLAN, mobile Datenverbindungen und andere typische Einsatzbereiche eines Reiserouters bleibt damit ausreichend Reserve. Ein langsamer Internetzugang wird durch den Mango 2 ohnehin nicht schneller.

Wichtiger als Spitzenwerte war im Alltag die zuverlässige Verbindung. Besonders praktisch ist der Repeater-Modus: Der Mango 2 verbindet sich beispielsweise mit dem WLAN eines Hotels und stellt dahinter das eigene Netzwerk bereit. Notebook, Tablet und Smartphone bleiben dadurch mit dem bekannten WLAN verbunden, während lediglich der Router mit dem jeweiligen Internetzugang gekoppelt werden muss.

VPN gehört zur Grundausstattung

WireGuard und OpenVPN sind direkt integriert, außerdem unterstützt die Plattform zahlreiche VPN-Anbieter. GL.iNet nennt unter optimalen Bedingungen bis zu 184 Mbit/s für WireGuard und bis zu 95 Mbit/s mit OpenVPN DCO. Hinzu kommen Multi-Tunnel-VPN und Tailscale, wodurch sich unterschiedliche Geräte oder Netzwerkbereiche gezielt über verschiedene Verbindungen führen lassen.

Gerade unterwegs ist dieser Ansatz sinnvoll. Statt auf jedem Notebook, Tablet oder Smartphone einen separaten VPN-Zugang einzurichten, übernimmt der Router die Verbindung zentral. Damit können auch Geräte durch einen Tunnel geschickt werden, die selbst keinen passenden VPN-Client besitzen. Die umfangreiche Software trifft allerdings auf eine konkrete Hardwaregrenze: 128 MB Arbeitsspeicher sind knapp, sobald neben dem normalen Routerbetrieb zusätzliche Dienste laufen.

128 MB RAM werden mit Tailscale zum Problem

Besonders deutlich wurde das beim Update auf Firmware 4.10.1. Der Mango 2 verweigerte den Upload mit dem Hinweis „Firmware upload failed due to insufficient memory“. Ein unmittelbar zuvor durchgeführter Neustart änderte daran nichts. Zu diesem Zeitpunkt lief Tailscale. Per SSH zeigte der Router rund 120 MB nutzbaren Arbeitsspeicher, davon etwa 69 MB belegt. Nur rund 34 MB galten noch als verfügbar, während knapp 30 MB des rund 59 MB großen Swap-Bereichs genutzt wurden.

Tailscale selbst belegte rund 13,5 MB physischen Arbeitsspeicher und zusätzlich etwa 8,5 MB Swap. Nach dem vollständigen Abschalten des Dienstes sank der belegte RAM auf knapp 50 MB. Gleichzeitig stieg der verfügbare Speicher auf rund 57 MB und die Swap-Belegung fiel auf knapp 10 MB. Anschließend ließ sich exakt dasselbe Firmware-Update ohne weitere Änderungen installieren.

Damit ist zwar nicht bewiesen, an welcher internen Speicheranforderung der Update-Prozess zuvor scheiterte. Der Zusammenhang ließ sich in unserem Test jedoch unmittelbar nachvollziehen: Mit aktivem Tailscale schlug das Update trotz Neustart wegen Speichermangels fehl, nach dem Beenden des Dienstes funktionierte es. Für einen Router mit einer derart umfangreichen Softwareausstattung sind 128 MB RAM deshalb eine spürbare Einschränkung. Mit 256 MB hätte GL.iNet dem Mango 2 deutlich mehr Reserven verschafft.

Firmware 4.10.1 mit kleineren Korrekturen

Das Update selbst fällt überschaubar aus. GL.iNet behebt unter anderem einen seltenen Dateisystemfehler, der bei einem Stromausfall während der Initialisierung auftreten konnte. Außerdem wurde ein möglicher Fehler beim WLAN-Scan des Repeater-Modus nach einem fehlgeschlagenen Verbindungsversuch korrigiert. Eine weitere Änderung betrifft die Statusanzeige des Netzwerkspeichers, wenn kein USB-Laufwerk angeschlossen ist. Der OpenWrt-Unterbau bleibt trotzdem ein wichtiges Argument für den Mango 2. GL.iNet nimmt Einsteigern mit seiner eigenen Oberfläche einen Großteil der Komplexität ab, ohne erfahrene Nutzer vollständig auszusperren. Wer lediglich eine Internetverbindung teilen oder einen VPN-Tunnel einrichten möchte, muss sich mit OpenWrt nie beschäftigen. Per SSH und über die erweiterten Einstellungen stehen bei Bedarf dennoch deutlich mehr Möglichkeiten bereit.

Unterwegs spielt der Mango 2 seine Stärken aus

Seinen eigentlichen Zweck erfüllt der Mango 2 als Bindeglied zwischen fremden Netzen und den eigenen Geräten. Im Hotel verbindet er sich mit dem vorhandenen WLAN, während Notebook, Smartphone und Tablet weiterhin das bekannte persönliche Netzwerk nutzen. Gibt es stattdessen Ethernet, dient der Gigabit-WAN-Port als Uplink. Fehlt beides, kann ein Smartphone per USB-Tethering die Internetverbindung bereitstellen. Damit eignet sich der GL-MG1300 ebenso für Reisen wie für Veranstaltungen oder temporäre Arbeitsplätze. Besonders angenehm ist, dass VPN, DNS-Einstellungen und Netzwerkregeln auf dem Router verbleiben. Der Wechsel des Internetzugangs verlangt dadurch nicht jedes Mal eine neue Konfiguration sämtlicher Endgeräte. Die optionale App ergänzt dieses Konzept sinnvoll, während für umfangreichere Eingriffe weiterhin die Weboberfläche zur Verfügung steht.

Preis und Verfügbarkeit

Die Vorbestellung des GL.iNet Mango 2 startete am 22. September 2026 um 14 Uhr deutscher Zeit. GL.iNet begrenzt die erste Charge auf 1.500 Geräte und verlangt während der Vorbestellphase 39,90 US-Dollar. Die Aktion läuft bis zum 16. Oktober, wobei pro Kundenkonto nur ein Mango 2 bestellt werden kann. Lokale Steuern kommen abhängig von der Region hinzu. Rabattcodes können für die Vorbestellung nicht eingesetzt werden, vorhandene Punkte im Kundenkonto dagegen schon. Zum Start wird der Mango 2 nicht in den Vereinigten Staaten angeboten. GL.iNet verweist hierfür auf eine Anordnung der Federal Communications Commission und arbeitet nach eigenen Angaben an einer Ausnahme sowie einem späteren Verkaufsstart. Für deutsche Interessenten bleibt zunächst der Vorbestellungspreis von 39,90 US-Dollar relevant, wobei dieser wegen der zusätzlich anfallenden lokalen Steuern nicht dem endgültigen deutschen Kaufpreis entsprechen muss.

Viel Reiserouter für wenig Geld

Der GL.iNet Mango 2 ist kein Router für Nutzer, die Wi-Fi 7, Multi-Gigabit-Ethernet und maximale Funkleistung erwarten. Für rund 40 US-Dollar bietet er stattdessen zwei Gigabit-Ports, Dualband-WLAN, USB 3.0, Repeater- und Tethering-Betrieb sowie eine Softwareausstattung, die in dieser Preisklasse weit über das Übliche hinausgeht. WireGuard, OpenVPN, Tailscale und die Verwaltung per Browser oder optionaler Smartphone-App machen den kleinen Router zu einem vielseitigen Reisebegleiter.

Die größte Schwäche sind die lediglich 128 MB Arbeitsspeicher. Unser gescheiterter Firmware-Upload mit aktivem Tailscale zeigt, wo diese Grenze im Alltag sichtbar werden kann. Wer nicht zahlreiche Zusatzdienste gleichzeitig betreibt, dürfte davon jedoch nur selten etwas bemerken. Unter dieser Voraussetzung bietet der Mango 2 genau das, was ein guter Reiserouter bieten sollte: wenig Gewicht und Platzbedarf, flexible Internetzugänge und eine umfangreiche Netzwerkausstattung zu einem vergleichsweise niedrigen Preis.

GL.iNet Mango 2 im Test: Kleiner Reiserouter mit erstaunlich vielen Möglichkeiten
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