Apple hat ab heute einen neuen Chef. John Ternus übernimmt zum 1. September 2026 den Posten des CEO. Tim Cook gibt die operative Führung nach fast 15 Jahren ab, bleibt dem Unternehmen aber als Vorstandsvorsitzender erhalten. Der Wechsel war seit April bekannt. Apple hatte die Übergabe damals als langfristig vorbereiteten Nachfolgeprozess beschrieben. Der Verwaltungsrat stimmte dem Schritt einstimmig zu. Zum Abschied wandte sich Cook intern noch einmal an die Mitarbeiter. In der Nachricht beschreibt er den CEO-Abschied als Moment, den er zwar immer erwartet habe, der sich nun aber dennoch schwer fassen lasse. Er spricht vom „Privileg seines Lebens“, Apple geführt zu haben, und betont, dass der Erfolg seiner Zeit an der Spitze vor allem dem Team zu verdanken sei.

Tim Cook rückt in den Vorstand
Tim Cook verschwindet damit nicht aus Cupertino. Als Vorstandsvorsitzender soll er Apple weiter begleiten und vor allem dort helfen, wo der Konzern politische Erfahrung braucht. Dazu gehören Gespräche mit Regierungen, Behörden und Entscheidungsträgern in wichtigen Märkten. Für Apple ist diese Rolle nicht nebensächlich. Der Konzern steht in Europa, den USA und China regelmäßig unter Druck. App-Store-Regeln, Wettbewerbsverfahren, Datenschutz, Lieferketten und Zollfragen bleiben Dauerbaustellen. Cook hat über Jahre bewiesen, dass er genau diese politische Seite des Geschäfts beherrscht. Arthur Levinson, bisher nicht geschäftsführender Vorstandsvorsitzender, wird Lead Independent Director. John Ternus zieht zugleich in den Apple-Vorstand ein.
Ein Hardware-Mann übernimmt
Mit Ternus setzt Apple auf einen Manager, der das Unternehmen aus der Produktentwicklung kennt. Er kam 2001 zu Apple, wurde 2013 Vice President of Hardware Engineering und gehört seit 2021 als Senior Vice President of Hardware Engineering zur Führungsspitze. Sein Name hängt an vielen Geräten, die Apple in den vergangenen Jahren geprägt haben. Ternus arbeitete an iPhone, iPad, Mac, Apple Watch und AirPods mit. Auch bei neueren Produktlinien und beim Ausbau der Hardwarebasis spielte er eine wichtige Rolle. Das ist ein spürbarer Wechsel im Profil. Cook kam aus dem operativen Geschäft, aus Lieferketten, Einkauf, Produktion und Skalierung. Ternus steht stärker für Hardware, Produkttechnik und Materialentscheidungen. Apple bekommt damit keinen Außenseiter, aber einen anderen Typ CEO.
Cooks Abschiedsbrief setzt auf Kultur statt Zahlen
In seiner internen Nachricht schlägt Cook einen Ton an, der gut zu seiner Apple-Zeit passt. Er schreibt nicht zuerst über Umsatz, Börsenwert oder Produktlinien, sondern über Kultur. Apple sei der Beweis, dass Kultur am Ende über allem stehe. Man teile die Überzeugung, dass die eigene Arbeit Bedeutung habe und dass Apple die Verantwortung habe, die Welt besser zu hinterlassen. Das klingt nach klassischem Cook, ist aber nicht beliebig. Seine Zeit als CEO war stark von genau dieser Mischung geprägt: operative Disziplin, starke Kontrolle der Lieferketten, Ausbau der Dienste, Datenschutz als öffentliches Leitmotiv und ein sehr gepflegtes Selbstbild als Unternehmen mit Haltung. Cook verweist in seinem Schreiben auch auf Steve Jobs. Apple habe seinen „dent in the universe“ hinterlassen können, weil das Unternehmen mehr sei als eine Ansammlung einzelner Personen. Für Cook ist das die eigentliche Erklärung des Erfolgs: nicht nur Produkte, sondern ein Team, das sich gegenseitig besser mache.
Tim Cooks Bilanz ist schwer zu übersehen
Cook übernahm Apple 2011 von Steve Jobs. Damals war offen, ob das Unternehmen ohne seinen Mitgründer dieselbe Anziehungskraft behalten würde. Die Antwort fiel am Ende vor allem wirtschaftlich deutlich aus. An Cooks Bilanz kommt man nicht vorbei. 2011 war Apple an der Börse rund 350 Milliarden US-Dollar wert. Heute liegt der Konzern bei etwa vier Billionen US-Dollar. Der Umsatz hat sich ebenfalls massiv verschoben: von 108 Milliarden US-Dollar im Geschäftsjahr 2011 auf mehr als 416 Milliarden US-Dollar im Geschäftsjahr 2025. Auch die installierte Gerätebasis wurde deutlich größer. Apple spricht inzwischen von mehr als 2,5 Milliarden aktiven Geräten. Dazu kamen neue Produktkategorien wie Apple Watch, AirPods und Vision Pro. Parallel baute Cook das Servicegeschäft massiv aus, von iCloud und Apple Pay bis Apple TV und Apple Music. Kritik gab es trotzdem. Apple wurde unter Cook sehr viel größer und profitabler, aber nicht jeder sah darunter noch den gleichen Produktmut wie zu Jobs-Zeiten. Das eingestellte Autoprojekt bleibt dafür das sichtbarste Beispiel.
Ternus bekommt kaum Anlaufzeit
Ternus hat kaum Zeit, sich an den neuen Titel zu gewöhnen. Am 9. September steht Apples nächste große Keynote an. Dort werden neue iPhones und Apple-Watch-Modelle erwartet. Auch weitere Produkte wie neue AirPods oder Home-Geräte stehen seit Wochen in der Gerüchteküche. Für Ternus ist das der erste große Auftritt als Apple-Chef. Der Zeitpunkt passt und ist gleichzeitig heikel. Ein Hardware-Manager übernimmt Apple ausgerechnet in einer Phase, in der neue Geräte wieder stärker erklären müssen, warum Nutzer überhaupt aufrüsten sollen. Das iPhone bleibt Apples wichtigste Produktlinie. Gleichzeitig sucht der Konzern nach dem nächsten großen Formfaktor. Ein faltbares iPhone wird seit längerer Zeit diskutiert. Vision Pro hat technisch Eindruck gemacht, ist aber wegen Preis, Gewicht und begrenztem Markt noch weit von einem Massenprodukt entfernt.
KI bleibt die offene Frage
Die größte Baustelle liegt aber nicht nur beim nächsten iPhone. Ternus übernimmt Apple mitten im KI-Wettlauf. Mit Apple Intelligence und Siri AI hat der Konzern zwar eine Richtung vorgegeben, wirkt im Vergleich zu OpenAI, Google, Anthropic oder Meta aber weiterhin vorsichtiger. Apple setzt auf eine Mischung aus On-Device-Verarbeitung, Private Cloud Compute, Datenschutz und enger Integration in die eigenen Geräte. Das passt zur bisherigen Apple-Logik. Ob es reicht, ist eine andere Frage. Gerade hier wird Ternus liefern müssen. Wenn KI künftig stärker darüber entscheidet, welche Geräte gekauft und wie sie genutzt werden, darf Apple nicht nur vorhandene Hardware mit neuen Softwarefunktionen versehen. Der Konzern muss zeigen, dass KI im eigenen Ökosystem einen praktischen Mehrwert bringt.
Cook übergibt an Ternus
In seinem Abschiedsbrief macht Cook deutlich, dass er Apple nicht verlässt. Er trete aber aus einer Rolle heraus, die er sehr geliebt habe. Zugleich beschreibt er Ternus als brillanten, fähigen Nachfolger, der verstehe, was es bedeute, Produkte zu bauen, die die Welt verändern können. Das ist natürlich auch interne Übergabe-Rhetorik. Trotzdem ist der Punkt wichtig. Apple will keinen Bruch zeigen. Cook bleibt im Unternehmen, Ternus übernimmt die tägliche Führung, und die erste große Produktveranstaltung der neuen Führung steht unmittelbar bevor. Für Apple endet damit die Cook-Zeit als CEO. Was nun beginnt, wird stärker an Ternus gemessen: an neuen Geräten, an der KI-Strategie und daran, ob Apple auch nach dem größten Wachstumskapitel seiner Geschichte noch einmal einen neuen Produktzyklus öffnen kann.
Wäre schön, wenn Ternus ein paar Milliarden in Innovationen steckte, nicht in Bankkonten.
Es wird nicht mehr soooo viele Innovationen im Bereich Smartphones geben.
Das Thema ist glaube ich ziemlich ausgelutscht.
Was soll da auch noch groß neues kommen ??
Gilt jetzt nicht nur für Apple, sondern für alle Hersteller.
Ein faltbares Smartphone finde ich jetzt nicht so Innovativ.
Hoffentlich fährt er den Konzern vor die Wand. Es gibt viele anstrengende Leute, aber mit am Abstand am anstrengendsten sind Mac-User mit ihrem Bildschirm der einen angefressenen Apfel zeigt und installiertem Parallels, weil dann doch Windows der Unternehmensstandard ist an dem sich die Software orientiert, aber man sich zu fein für Standardware ist.
Dazu dann diese Anspruchshaltung, dass man ihren scheiß auch noch supporten soll. Zum Glück haben wir JETZT einen Abteilungsleiter der denen diesbezüglich mal die Grenzen aufgezeigt hat und sie sich alleine damit rumschlagen müssen, wenn sie meinen unbedingt einen Apple-Unterbau haben zu müssen – wir sind diesbezüglich inzwischen raus.
Acha. Wenn ich schon dabei bin:
– Welcher große Smartphone-Hersteller hat 2020 beim iPhone das Netzteil aus der Verpackung entfernt und damit einen großen Branchentrend ausgelöst?
– Welcher Hersteller hat beim iPhone 7 den 3,5-mm-Kopfhöreranschluss entfernt und damit diesen Schritt im Massenmarkt stark vorangetrieben?
– Welcher große Hersteller hat 2020 bei seinen Premium-Smartphones zusätzlich auf die bis dahin beiliegenden Kopfhörer verzichtet?
– Welcher große Smartphone-Hersteller hat bei seinen Premium-Smartphones bis 2023 an einem proprietären Ladeanschluss festgehalten und ist erst unter dem Druck der EU-Regulierung auf USB-C umgestiegen?
– Welcher große Smartphone-Hersteller hat iOS über Jahre als geschlossenes Ökosystem betrieben und alternative App-Verteilung außerhalb des eigenen App Stores grundsätzlich ausgeschlossen – bis die EU ihn durch den Digital Markets Act zu Änderungen zwang?
– Welcher Hersteller steht besonders häufig wegen hoher Gerätepreise, teurer Speicher-Upgrades und Zubehörpreise in der Kritik und gilt als einer der Hersteller, die hohe Preisniveaus im Premiumsegment etablieren?
– Welcher Hersteller steht besonders in der Kritik, seine Geräte besonders schwer selbst reparierbar zu machen und Reparaturen durch Dritte durch Software und Ersatzteilpolitik zu erschweren?
– Welcher Hersteller musste in der EU erst durch Regulierung Zugeständnisse bei USB-C, alternativen App-Marktplätzen und dem Zugriff auf bestimmte iPhone-Funktionen machen?
Er soll den Laden nicht vor die Wand fahren, sondern endlich anfangen richtige Computer zu bauen.
Welcher Hersteller hat 2023 den einzigen Laptop mit mindestens 15″ Bildschirm, ohne Lüfter, und mit vernünftigem integrierten Soundsystem herausgebracht?
Ist schonmal ein guter Anfang, leider seitdem nichts Neues passiert, fehlt noch entsprechender Desktop-Computer.
Parallels ist sehr gut, Windows 11 läuft da momentan BESSER als auf dem PC!:
https://resource.dopus.com/t/improving-windows-quality-making-taskbar-and-start-more-personal/59471/15